Montag, 24. August 2015

[Rezension Ingrid] Sarah Armstrong - Nachts schwimmen


Titel: Nachts schwimmen
Autorin: Sarah Armstrong
Übersetzerin: Ute Brammertz
Erscheinungsdatum: 27.07.2015
Verlag: Diana Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Leseexemplar
Handlungsorte: Brisbane und Corimbi /Australien
Handlungszeit: Gegenwart



Die in Sydney lebende Produzentin Rachel ist an den Wohnort ihrer Mutter in die Kleinstadt Corimbi zurückgekehrt, als diese aufgrund ihrer Krankheit nur noch wenige Zeit zu leben hat. Sie möchte ihr die letzten Lebenstage so angenehm wie möglich gestalten. Um sich von dieser vor allem emotional mitnehmenden Tätigkeit zu entspannen, sucht sie nachts das örtliche Schwimmbad auf. Eines Tages trifft sie dort auf Quinn Davidson, der seit kurzem jede Woche zwei Tage lang im Nachbarhaus wohnt und als Arzt praktiziert. Er ist Rachel gefolgt und sieht es als gute Idee so wie sie ein paar Runden zu schwimmen und zu tauchen. Vom ersten Moment an mögen und verstehen sich die beiden, doch ihnen ist klar, dass sich nicht mehr entwickeln kann, denn Quinn ist verheiratet. 

Gemeinsam mit seiner Frau Marianna wohnt er in Brisbane. Beide wünschen sich seit vier Jahren ein Kind, inzwischen macht Marianna sogar In-Vitro-Fertilisation. Doch nach einer erneuten Fehlgeburt, möchte Quinn weitere Versuche gerne einstellen oder zumindest eine längere Pause machen. Doch Marianna läuft die Lebenszeit davon und sie hält an ihrem Wunsch fest. Quinn findet bei Rachel Verständnis. Die beiden nähern sich immer mehr an und Quinn ist schließlich zur Trennung von seiner Ehefrau bereit. Doch da geschieht etwas Unerwartetes.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten schildert Sarah Armstrong die Begegnung von Rachel und Quinn, während Marianna in Brisbane verzweifelt versucht, einen Weg zu finden, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Die Autorin beschreibt die starken Gefühle von Marianna, die ihrem verlorenen Baby nachtrauert. Sarah Armstrong verarbeitet bei diesem Thema ihre eigenen Erfahrungen. Quinn und Marianna haben bisher keine Möglichkeit gefunden, miteinander über ihre Empfindungen zu sprechen. Ihre Beziehung leidet darunter. Der zweite Teil spielt sechs Jahre später und bringt eine große Änderung in der Dreiecksbeziehung mit sich.

Sehr viel Wert legt die Autorin auch auf die Kindheitserfahrungen der drei Protagonisten, denn diese haben Auswirkungen bis zum jetzigen Erwachsenenalter. Rachel hat ihren Bruder früh verloren und fühlt sich dafür verantwortlich. Quinn ist auf einer kleinen Insel aufgewachsen. Seine Mutter ist bereits verstorben, aber ohne dass er einen versöhnlichen Abschied mit ihr hatte. Marianna schließlich hat bei ihrem Vater immer um Anerkennung gekämpft und bis in die Gegenwart nicht gefunden.

Obwohl die Charaktere gut entwickelt sind, konnte mir keine der Figuren richtig sympathisch werden. Rachel, die  von Beginn an über Marianna Bescheid wusste, verschließt die Augen vor der Wahrheit, um Quinn nicht wieder zu verlieren. Und Quinn verstrickt sich von der ersten kleinen Schwindelei immer mehr in seinen Lügen. Trotz der großen problematischen Themen die der Roman anschneidet, hat die Autorin an einigen Stellen das Geschehen zwar beschrieben, ist aber nicht näher darauf eingegangen, beispielsweise wird Rachels Trauer über den Verlust der Mutter nur angeschnitten. Quinns Verhältnis zu seinem Vater und zu seinem Bruder bleibt für mich etwas vage.


Insgesamt gesehen, bietet „Nachts schwimmen“ einen leicht lesbaren Roman über eine Dreiecksbeziehung im fernen Australien, der mich gut unterhalten hat und den ich daher weiterempfehle.

Kommentare:

  1. Hallöchen Ingrid,
    ich fand das Buch ziemlich schwer und irgendwie ganz und gar nicht leicht. Die Stimmung war bedrückend, das Thema war irgendwie heftig und überhaupt war alles nicht so, wie ich es erwartet hatte.. und dann auch noch dieses furchtbar offene Ende. Ich wusste lange gar nicht, was ich dazu sagen soll.
    Nun habe ich Worte gefunden und deine Rezension darunter verlinkt. :) Hoffe, das ist okay für dich. :D

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo Lotta,

      sorry, wenn ich hier etwas richtig stellen muss. Leicht lesbar erfasst für mich nicht die Stimmung des Romans, sondern beschreibt das Erfassen des Inhalts durch den Leser, beispielsweise gibt es keine holprige Übersetzung. Ich stimme dir zu, dass die Stimmung eher düster ist, aber die Probleme und Sorgen der Protagonisten habe ich ja auch in meiner Rezension zum Ausdruck gebracht.

      Die Verlinkung ist okay.

      Beste Grüße
      Ingrid

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