Dienstag, 13. Oktober 2015

[Rezension Hanna] Die Chroniken von Toronia - J. D. Rinehart


Inhalt
König Brutan herrscht in Toronia mit aller Grausamkeit. Doch eine Prophezeiung besagt, dass drei Erben ihn stürzen und als neue Herrscher Frieden ins Königreich bringen werden. Als eine Geliebte des Königs tatsächlich Drillinge zur Welt bringt und zugleich der prophezeite Dreistern am Himmel erscheint, weiß der Zauberer Melchior, dass die Kinder in großer Gefahr sind. Mit einer List kann er die Kinder retten und schickt Männer los, um sie in weit voneinander entfernten Orten aufwachsen zu lassen. Dreizehn Jahre später geraten die Dinge ins Rollen als Gulph, der nichts von seinem Status als Prinz weiß, auf König Brutan trifft. Doch wird sich die Prophezeiung tatsächlich als wahr erweisen?

Meinung
Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem man als Leser von der Prophezeiung und der Geburt der Drillinge erfährt. Nach wenigen Seiten springt das Buch 13 Jahre in die Zukunft und wirft den Leser mitten ins Geschehen. Hier fühlte ich mich zunächst orientierungslos, weil nur wenig über das Königreich Toronia und das Leben dort erklärt wird. Stattdessen muss man es sich aus der Handlung erschließen. Dank der Prophezeiung wusste ich aber, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, sodass ich mich allmählich besser zurechtfand.

Die Handlung springt zwischen den Leben der Drillinge hin und her und so lernt man die völlig unterschiedlichen Leben der Geschwister näher kennen. Der Autor hat sich für alle eine interessante Kindheit ausgedacht. Während Gulph als Schlangenmensch bei einer Gauklertruppe aufwuchs, lebt Tarlan bei einer Hexe und hat riesige Vögel, sogenannte Thorrods, als Freunde. Elodie weiß hingegen als einzige von ihrer Abstammung und behandelt ihr Umfeld deshalb von oben herab. Alle drei sind recht eindimensionale Charaktere, bei denen ich die Tiefe vermisste.

Auch die Handlung ist eher einfach gestrickt und hat mich nicht sonderlich überraschen können. Von der Sprache her richtet sich das Buch hauptsächlich an junge Leser, ausgewiesen ist das Buch für Leser ab 10 Jahren. Gleichzeitig hat der Autor zahlreiche Kämpfe in die Handlung eingebaut, damit Spannung aufkommt. Diese sind teils von einer Brutalität, die für mich nicht zur Zielgruppe passt. Da werden zum Beispiel von Klauen halbierte Menschen und von Schwertern abgetrennte Köpfe im Nebensatz erwähnt und können die jungen Prinzen nicht aus der Fassung bringen.

Generell zeichnet sich das Buch durch ein hohes Tempo aus, sodass es nicht langweilig wurde. Bei all der Action sind mir die zwischenmenschlichen Szenen aber etwas zu kurz gekommen. Die Geschichte funktioniert außerdem nur, weil die Charaktere ständig riesiges Glück haben oder durch einen totalen Zufall genau die richtige Bekanntschaft machen. Eine wirklich neuartige Idee suchte ich vergeblich, vielmehr hat der Autor Ideen aus dieser und jener bekannten Fantasygeschichte vermixt und eine durchschnittliche Geschichte geschaffen, die sich in meinen Augen nicht von der starken Konkurrenz in diesem Genre abheben kann. Ich vergebe knappe drei Sterne an die Drillinge und ihren Versuch, an die Krone zu gelangen und Toronia den Frieden zu bringen.

Buchinfos

Titel: Die Chroniken von Toronia
Autor: J. D. Rinehart
Übersetzerin: Friedrich Pflüger
Hardcover: 416 Seiten
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsdatum: 9. August 2015
Verlag: FISCHER Sauerlänger
Handlungszeit: unbekannt
Handlungsort: fiktives Königreich Toronia
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