Freitag, 31. Juli 2015

[Rezension] Shadow Falls After Dark: Im Sternenlicht - C.C. Hunter



Inhalt
An einem Wochenende zu Hause muss Della erneut schmerzlich feststellen, dass ihre Familie sich seit ihrer Verwandlung in einen Vampir und ihrem Einzug ins Shadow Falls Camp immer weiter von ihr entfernt. Doch dann berichtet ihre Schwester ihr, dass sie ein Gespräch ihrer Eltern belauscht hat. Diese haben über den Bruder ihres Vaters geredet, von dem beide Schwestern bislang nichts wussten und der angeblich immer kalt war und sich verändert hat, bevor er gestorben ist. Della hat einen Verdacht: Ist ihr Onkel etwa auch ein Vampir, der seinen Tod vorgetäuscht hat? Zurück im Camp will Della Burnett unbedingt beweisen, was in ihr steckt, um ihrem Ziel, FRU-Agentin zu werden, näher zu kommen. Doch der neue Campbewohner und Vampir Chase bringt sie gehörig aus dem Konzept…

Meinung
Inzwischen ist es über drei Jahre her, dass ich zum ersten Mal ins Shadow Falls Camp eingetaucht bin. Die Idee des Camps und seiner unterschiedlichsten übernatürlichen Bewohner hat mir gut gefallen. Nach dem Auftaktband habe ich aber irgendwie den Anschluss verloren und die Folgebände nie gelesen. Als mir nun der erste Teil des Spin-Offs „Shadow Falls After Dark“ überraschend ins Haus flatterte, habe ich beschlossen, ohne die Kenntnis von Band 2 bis 5 weiterzulesen.

In die Geschichte habe ich mühelos hineingefunden. Dass ich den ersten Band kannte, hat beim Verständnis der grundsätzlichen Campstruktur und seiner Bewohner sicherlich geholfen, doch prinzipiell kann man in dieses Spin-Off auch ohne jegliche Vorkenntnisse einsteigen. Allerdings bedeutet Spin-Off in diesem Fall, dass die Geschichte nur kurz nach den Ereignissen von „Erwählt in tiefster Nacht“ beginnt, aber die Protagonistin gewechselt hat – von Kylie zu einer ihrer besten Freundinnen Della. Deshalb werden die wichtigsten Ereignisse und Geheimnisse der vorherigen Bücher gleich zu Beginn des Buches wiederholt. Wer die Vorgänger noch lesen möchte, sollte daher die Buchreihenfolge einhalten, um nicht gespoilert zu werden.

Della hat mir als neue Protagonistin richtig gut gefallen. Nach außen hin will sie sich taff geben, gleichzeitig kämpft sie aber mit Zweifeln und Unsicherheit. Zum Glück hat sie ihre Freundinnen Kylie und Miranda, die ihr immer zur Seite stehen. Obwohl Della vom Verlieben so gar nichts hält, signalisieren gleich zwei Jungen Interesse an ihr und stürzen sie in ein Gefühlschaos. Dabei will sie sich doch auf ihre Mitarbeit bei der FRU und ihre Recherche nach ihrem Onkel konzentrieren! Die verschiedenen Handlungsstränge bieten Spannung, Freundschaft und Liebe, sodass die Geschichte nie langweilig wurde.

Ein bisschen gestört hat mich an der Geschichte, dass die Autorin äußerst bemüht darum war, ihr eigenes Happy End aus „Erwählt in tiefster Nacht“ nicht kaputt zu machen. Während Dellas Leben ein einziges Chaos ist, genießen alle um sie herum ihr Liebesglück. Della muss so viel gleichzeitig durchmachen, dass die Ereignislosigkeit im Leben der anderen noch nicht so stark aufgefallen ist. Trotzdem bietet eine frische Geschichte im Vergleich zu diesem Spin-Off einfach mehr Möglichkeiten. Weil ich so neugierig darauf war, was Della herausfinden und welche Entscheidungen sie treffen wird, verflogen die Seiten dennoch im Nu. Immer wieder muss Della brenzlige Situationen bewältigen. Zum Ende hin hat die Autorin dann aber für meinen Geschmack zu dick aufgetragen. Die Ereignisse auf den allerletzten Seiten waren schließlich aber so interessant, dass ich am liebsten sofort im nächsten Buch weitergelesen hätte.

Fazit
Im Spin-Off „Shadow Falls After Dark“ wird der Vampir Della zur Protagonistin und muss Ordnung in ihr völlig chaotisches Leben bringen. Hat sie einen Vampir-Onkel? Kann sie der FRU zeigen, was in ihr steckt? Warum ist der Vampir Chase ins Camp gekommen? Und kann sie mit Steve eine echte Beziehung führen? Mit diesem Spin-Off ganz neu in die Serie einzusteigen ist möglich, ich kann es aber nur bedingt empfehlen. Wer hingegen die ersten fünf Shadow Falls-Bände verschlungen hat und nach mehr lechzt, den wird dieses Buch sicherlich begeistern können!

Buchinfos

Titel: Shadow Falls After Dark: Im Sternenlicht
Autorin: C.C. Hunter
Übersetzerin: Tanja Hamer

Klappenbroschur: 576 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2015
Verlag: Fischer FJB
Link zur Buchseite des Verlags

Dienstag, 28. Juli 2015

[Rezension Ingrid] Kristina Steffan - Ach du Liebesglück

Titel: Ach du Liebesglück
Autorin: Kristina Steffan
Erscheinungsdatum: 15.06.2015
Verlag: Diana Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
Handlungsort: Schönbühl in der Nähe von Tönning 
Handlungzeit: Gegenwart






Die Zeit dazu, gemütlich im Liegestück zu sitzen und sich auszuruhen wie die junge Frau auf dem Cover des Buchs „Ach du Liebesglück“ von Kristina Steffan hat die Protagonistin Lilly Pfeffer leider  viel zu selten, denn sie wird von ihrer Familie gefordert. 

Nach dem frühen Tod ihrer Mutter in der Nacht als ihr inzwischen siebenjährigen Sohn Tom zur Welt gekommen ist, kümmert die alleinerziehende Lilly sich um das kleine ländliche Anwesen ihrer Eltern mit Hühnern und Ganter. Ihr Vater widmet sich seiner bisher wenig erfolgreichen Malerei.  Ein Zimmer im Haus hat sie untervermietet. Nebenher arbeitet sie in der örtlichen Bäckerei. Doch leider wird ihre finanzielle Lage immer ernster, so dass sie schon seit geraumer Zeit plant, Feriengäste aufzunehmen. Während einer Schicht in der Bäckerei wird sie zu einer Wiese gerufen auf der ein vermeintlicher Landstreicher von einem Bullen angegriffen und verwundet wurde. Die Verletzungen sind nicht so schlimm wie vermutet, aber Gerome, wie der Verletzte heißt, macht sich auf dem Hof nützlich. Er möchte nicht über seine Vergangenheit sprechen und deswegen ist er Lilly leicht suspekt. Sie lernt  den sehr gut aussehenden Surfer Lukas kennen während sie ihm dabei hilft, seinen VW-Bus mittels des Treckers der alten Nachbarin aus dem Sand am Strand zu ziehen.  In Lilly regen sich nun schon lange ruhende Gefühle, die von ihm erwidert werden.

Wie beim letzten Buch der Autorin  „Land in Sicht“ bildet auch bei diesem Roman ein trauriges Familienereignis den Hintergrund für einen einschneidenden Wechsel im Leben der Protagonistin. Der Tod ihrer Mutter, die Geburt ihres Sohnes und das der Kindsvater sie kurz vor der Geburt verlassen hat, unterstützen sie bei der Entscheidung von ihrem Wohn- und Studienort Hamburg wieder in ihr Heimatdorf zu ziehen. Die weitere Geschichte stimmt heiter und wird von Lilly in der Ich-Form erzählt. Sie ist kein Kind von Traurigkeit und nimmt gern das Steuer in die Hand. Sie hat viele Freunde im Ort und die Ortsgemeinschaft hält bei jedem Ereignis zusammen und unterstützt sich gegenseitig. Auch Lilly hilft wo immer sie kann und ist beliebt. Bisher hatte sie aber weder Zeit noch Gelegenheit eine neue Beziehung aufzubauen. Sie hat eine Theorie entwickelt, wie sie feststellen wird, wenn ihr der richtige Mann begegnet. Doch ihr größtes Glück ist ihr Sohn. Die Autorin zeigt beispielhaft,  dass eine vielbeschäftigte Mutter sich immer wieder frei Zeiten für ihr Kind schaffen sollte. Auf diese Weise verdient sie sich das gegenseitige Vertrauen und findet Lösungen in Problemsituationen, denn diese bleiben nicht aus. 

Mit locker-leichtem  Schreibstil machte Kristina Steffan diesen Roman für mich zu einem lesenswerten Vergnügen. Er war turbulent und durch den geheimnisvollen Hintergrund von Gerome ebenfalls spannend, denn das Geheimnis wird erst nahezu zum Schluss gelüftet. Dann erfährt der Leser auch, ob Lilly das Glück in Form der Liebe findet. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und empfehle das Buch gerne weiter.  

Freitag, 24. Juli 2015

[Rezension Ingrid] Leisa Rayven - Bad Romeo & Broken Juliet: Wohin Du auch gehst

Titel: Bad Romeo & Broken Juliet: Wohin Du auch gehst
Autorin: Leisa Rayven
Übersetzerin: Tanja Hamer
Erscheinungsdatum: 23.07.2015
Verlag: Fischer Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Klappbroschur (Leseexemplar)
Handlungsort: New York/U.S.A.
Handlungszeit: 2013 und 2007





„Wohin du auch gehst“ von Leisa Rayven ist der erste Band der Dilogie „Bad Romeo & Broken Juliet“ Auf dem Cover findet sich ein rotes Herz, das zerrissen ist und von dem sich Teile ablösen. Dennoch scheint in der Mitte ein glühender Funke dafür  zu sorgen, dass die Liebe, die das Herz zu vergeben hat, nicht abbricht.  Synonym steht dieses Herz für die Beziehung der beiden Protagonisten des Buchs Cassandra Taylor, Cassie genannt, und Ethan Holt.

Cassandra steht kurz vor ihrem 20. Geburtstag und ihr  sehnlichster Wunsch ist es, Schauspielerin zu werden. Nach dem Abschluss der Highschool im Jahr 2007  bewirbt sie sich deswegen an der angesehenen Schauspielschule Grove School in Westchester im Bundesstaat New York. Bei der Aufnahmeprüfung begegnet sie Ethan zum ersten Mal. Direkt fällt ihr der große, breitschultrige, gutaussehende Junge ins Auge. Der Zufall will es, dass sie mit ihm eine Pantomime vorführen soll. Während der kleinen Aufführung bemerken nicht nur die beiden eine knisternde Spannung zwischen sich. Ethan, der bereits zum dritten Mal an der Prüfung teilnimmt, lehnt eine tiefere Freundschaft mit der eher schüchtern auftretenden Cassie aber zunächst ab. Cassandra ist von ihren eigenen Gefühlen verwirrt, genauso wie von den Reaktionen Ethans auf ihre Freundschaftsbekundungen. 

Das Buch beginnt im Jahr 2013 während der Proben zu einem neuen Theaterstück zu dem sowohl Cassandra wie auch Ethan für die Hauptrollen gecastet wurden und nun wieder einmal ein Liebespaar darstellen sollen. Inzwischen sind beide angesehene Schauspieler, Ethan kann sich vor weiblichen Fans kaum retten. Doch beide sind in der Realität nicht mit einander verbandelt, sie sind eigentlich noch nicht mal Freunde. Cassie erzählt die Geschichte in der Ich-Form und nachdem der Leser beide Schauspieler in der Gegenwart im Theaterumfeld kennengelernt hat, blendet die Erzählung zurück auf die Ereignisse in 2007. Immer wieder wechselt nun die Perspektive von Vergangenheit und Jetzt, ruht aber schwerpunktmäßig auf den damaligen Geschehnissen. 

Von Beginn an ist sicher, dass Ethan die besondere Beziehung zu Cassie irgendwann zerstört haben muss. Jetzt benehmen Cassandra und Ethan sich in ihren Begegnungen zu dem neuen Theaterstück auf der Bühne wie professionelle Schauspieler, doch beide können eine bestehende Anziehungskraft zueinander nicht leugnen. Nur mühsam entwickelt sich die Geschichte in der Gegenwart und wird hauptsächlich davon getragen, dass Cassie Angst vor einer Wiederannäherung hat. Aber auch die vergangenen Geschehnisse haben keine spannende Handlung und sind eigentlich nur ein großes Gefühlschaos von Cassandra, die sich zu Ethan hingezogen fühlt. Ihre Zuneigung scheint erwidert zu werden, doch Ethan scheut sich davor, eine feste Beziehung einzugehen. Emotionen kommen in diesem Buch ausreichend zum Tragen. 

Fokussiert auf den beiden Hauptpersonen des Romans, sind Charaktereigenschaften und Hintergründe weiterer Figuren, wenn überhaupt nur kurz angerissen. So bleibt alles außerhalb der Beziehungsgeschichte recht blass. Die Seiten sind gefüllt mit der Erzählung eines jungen Mädchens, die einen kaum älteren Jungen anschmachtet, zugegebenermaßen in ästhetischer Weise.  Die Autorin lässt vermutlich einen Teil ihrer eigenen Jugendträume einfließen, denn sie selbst hat sich früher gewünscht, Schauspielerin zu werden. 

Der Roman lässt sich leicht und flüssig und dank etlicher Dialoge auch schnell lesen. Das Katz und Mausspiel von Ethan und Cassandra ist an einigen Stellen auch erheiternd. Am Ende des Buchs bricht die Erzählung zum Ende des Jahrs 2007 ab. Der zweite Band wird demnach die Jahre bis zur Gegenwart ausfüllen. 

Leider konnte mich die Geschichte nicht fesseln, zu sehr schleppte sich die Handlung dahin. Auch Cassies Verhalten konnte ich teilweise nicht nachvollziehen. Als Freund von Liebesgeschichten kann man das Buch lesen, muss es aber nicht. 

Donnerstag, 23. Juli 2015

[Rezension] Dreams of Gods and Monsters - Laini Taylor


Die Reihe

Zwischen den Welten

Band 1: Daughter of Smoke and Bone (Rezension)
Band 2: Days of Blood and Starlight (Rezension)
Band 3: Dreams of Gods and Monsters

Inhalt
Die ganze Welt staunt nicht schlecht und reagiert höchst unterschiedlich, als tausend Engel aus dem Himmel auftauchen und im Vatikan landen. Karou beobachtet die Entwicklungen in Marokko mit Sorge: Wird der Plan des neuen Imperators der Seraphim, Jael, Erfolg haben und er mit neuen Waffen nach Eretz zurückkehren, um die Chimären endgültig zu besiegen? Gleichzeitig gibt es aber auch Grund zur Hoffnung. Im Körper des Wolfes Thiago steckt inzwischen Kiri, was ein Bündnis mit den Unseligen unter der Führung Akivas ermöglicht. Doch können Chimären und Unselige tatsächlich zusammenarbeiten, um einen Sieg zu erringen? Gibt es noch Hoffnung für Karou und Akiva?

Meinung
Fast zwei Jahre ist es her, seit der zweite Teil der Zwischen den Welten-Trilogie erschienen ist. Ich habe die ersten zwei Bände der Trilogie im Sommer 2014 gelesen, sodass ich „nur“ ein Jahr warten musste, was für meinen Geschmack aber schon viel zu lang war. Jetzt ist endlich der heiß ersehnte Abschluss der Trilogie da, den ich, kaum eingetroffen, sofort lesen musste. Mit seinen gut 770 Seiten ist das Buch um einiges dicker als seine Vorgänger, worüber ich mich freute, hieß das doch, dass ich Karou und Akiva noch ein paar Seiten länger begleiten darf.

Von der ersten Seite an ist man wieder mitten im Geschehen und erlebt die Ankunft der Seraphim auf der erste aus der Perspektive eines neuen Charakters, der Wissenschaftlerin Eliza. Diese wird seit Jahren von grauenhaften Albträumen heimgesucht und ist über die Nachrichten absolut geschockt, denn durch diese wird sie von ihrer verdrängten Vergangenheit eingeholt. Eliza war mir gleich sympathisch, bleibt jedoch erst einmal geheimnisvoll, denn ich fragte mich, was sie denn erlebt haben mag, dass sie noch immer so sehr beschäftigt. Durch sie wird noch einmal frischer Wind in die Trilogie gebracht und sie ist für so manche Überraschung gut.

Karou und Akiva sind in diesem Buch endlich wieder vereint und doch weiterhin getrennt. Sie versuchen, ihre Mitstreiter im Kampf gegen Jael zu vereinen. Doch noch immer stehen Akivas Handlungen zwischen ihnen, und die angespannte Lage zwischen Chimären und Unseligen lässt sie auf verschiedenen Seiten stehen. Ich war sehr gespannt, ob beide Armeen zusammenarbeiten werden oder sich dafür entscheiden, getrennt gegen Jael anzutreten. Es kommt zu so mancher brenzliger Situation, wodurch meine Neugier erhalten blieb.

Das Buch nimmt sich seine Zeit, um die Charaktere in Position zu bringen. Ist das Tempo zunächst noch relativ ruhig, kommt es etwa auf der Buchhälfte zu einem ersten Spannungshighlight. Nach diesem fiel es mir zunehmend schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ich bangte um das Schicksal der liebgewonnen Charaktere, erlebte sowohl schöne als auch düstere Überraschungen und erfuhr endlich auch mehr über die geheimnisvollen Stelianer, worauf ich lange hingefiebert habe. Die Geschichte endet nicht mit einem einzigen großen Knall, sondern zaubert auf den letzten 250 Seiten ein Highlight nach dem nächsten aus dem Hut und ließ mich atemlos durch die Seiten fliegen. Dieser letzte Band rundet die Trilogie perfekt ab.

Fazit
In „Dreams of Gods and Monsters” steht für Karou und Akiva alles auf dem Spiel. Können sie die Chimären und Unseligen vor der endgültigen Vernichtung bewahren? Endlich werden alle Geheimnisse gelüftet und es kommt zu entscheidenden Konfrontationen. Die Geschichte ist düster und voller Spannung, und immer wieder fragte ich mich, ob es noch Hoffnung gibt. Mich konnte dieses Finale der Trilogie voll überzeugen, womit die Zwischen den Welten-Trilogie ab sofort zu meinen Lieblingstrilogien gehört. Diese Reihe ist ein Muss für jeden Fantasyfan!

Buchinfos

Titel: Dreams of Gods and Monsters
Autorin: Laini Taylor
Übersetzerinnen: Christine und Anna Julia Strüh
Hardcover: 784 Seiten
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2015
Verlag: FISCHER FJB
Handlungszeit: Gegenwart
Handlungsort: Rom/Vatikan, Wüste in Marokko, Fantasywelt Eretz
Link zur Buchseite des Verlags

Mittwoch, 22. Juli 2015

[Rezension] That Night. Schuldig für immer - Chevy Stevens



Inhalt
Vancouver, 2012: Die 34-jährige Toni wird nach sechzehn Jahren im Gefängnis auf Bewährung entlassen. Mit achtzehn Jahren wurde sie gemeinsam mit ihrem Freund Ryan für den Mord an ihrer Schwester Nicole verurteilt. Toni weiß, dass sie und Ryan unschuldig sind und nur verurteilt wurden, weil ihre ehemaligen Mitschüler beim Prozess gelogen haben. Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Und wer hat Nicole wirklich umgebracht? Nach ihrer Entlassung muss Toni mit den Vorurteilen ihrer Mitmenschen auseinandersetzen und sich entscheiden, ob sie Nachforschungen anstellen will und damit ihre Bewährung riskiert.

Meinung
Der Leser lernt Toni an dem Tag kennen, an dem sie aus dem Gefängnis entlassen wird. Auf diesen Moment hat sie jahrelang gewartet. Gleich zu Beginn erfährt man auch, dass sie von ihrer eigenen Unschuld überzeugt ist. Schnell wurde ich neugierig darauf, zu erfahren, wie Toni überhaupt in diese Situation geraten ist. Bevor das Buch die Geschichte nach Tonis Entlassung im Jahr 2012 weitererzählt, nimmt es sich Zeit, genau diese Frage zu beantworten.

Die Kapitel spielen abwechselnd zu zwei unterschiedlichen Zeiten. Im Jahr 1996 werden die letzten Monate vor der Ermordung Nicoles erzählt. Hier lernt man Toni als problematischen Teenager kennen. Ihr Leben wird ihr von Mitschülerin Shauna deren Freundinnen zur Hölle gemacht, während ihre bislang immer brave Schwester Nicole sich zu verändern beginnt. Ab dem Jahr 1998 wird Tonis Zeit nach der Verurteilung beschrieben, von ihren ersten Tagen im Gefängnis bis zu ihrer Entlassung. Toni kämpft damit, ihre Verurteilung zu akzeptieren und muss sich entscheiden, mit welcher Einstellung sie die Jahre verbringen will.

Ich habe mich schnell in die Protagonistin hineinversetzen können und die große Wut, die sie empfindet, nachvollziehen können. Immer wieder findet sich Toni in der Rolle des Opfers wieder und wird gedemütigt. Schon vor dem Mord an ihrer Schwester ist Toni in einem Teufelskreis gefangen, weil sie durch gezielte Angriffe ihrer Mitschülerin Shauna gegenüber Freunden und Familie ihre Glaubwürdigkeit verloren hat. Sicherlich ist sie selbst nicht ganz unschuldig an ihrem Image, trotzdem konnte ich Tonis Gefühle, ungerecht behandelt zu werden, absolut nachempfinden. Dieser Thriller ist unglaublich emotional und schafft eine bedrückende Atmosphäre. Beständig hoffte ich, dass doch endlich jemand erkennen möge, was für ein Mensch Toni wirklich ist. Doch immer wieder musste ich gemeinsam mit ihr neue Tiefen und Rückschläge erleben und feststellen, dass sie immer stärker in einem Netz aus Lügen und Stigmatisierung gefangen ist.

Im letzten Drittel des Buches führt die Geschichte den Prolog fort und widmet sich der Zeit nach Tonis Entlassung. Sie muss sich entscheiden, ob sie Nachforschungen wagen will oder ruhighält, um ihre Bewährung nicht zu riskieren. An diesem Punkt war ich so gespannt auf Antworten, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte, weil ich unbedingt wissen musste, ob sie etwas herausfindet oder sich dazu entschließt, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Insgesamt hat mir der Weg, den die Autorin mit ihrer Geschichte in der Zeit nach Tonis Entlassung einschlägt, sehr gut gefallen. Einige Personen hätten aber gerne noch etwas ausführlicher zu Wort kommen dürfen. Die letzten Seiten runden diesen Thriller stimmig ab.

Fazit
„That Night“ erzählt die Geschichte von Toni, die sechzehn Jahre lang unschuldig im Gefängnis saß. Wie konnte es dazu kommen? Wie hat sie die Zeit im Gefängnis verbracht? Welchen Weg schlägt sie nach ihrer Entlassung ein? Auf diese Fragen werdet ihr Antworten finden, wenn ihr das Buch lest. In dieser düsteren Geschichte fühlt man sich der Protagonistin schnell nahe und erlebt ihre Gefühle und die Wandlung, die sie durchmacht, hautnah mit. Liebe Thrillerfans, dieses hochspannende und emotionale Buch solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

Buchinfos

Titel: That Night. Schuldig für immer
Autorin: Chevy Stevens
Übersetzerin: Maria Poets

Taschenbuch: 464 Seiten
Preis: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2015
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Handlungszeit: 1996, 1998-2012
Handlungsort: Vancouver & Campbell River (Kanada)
Link zur Buchseite des Verlags

Montag, 20. Juli 2015

[Rezension] Eugen Ruge - Annäherung: Notizen aus 14 Ländern


Titel: Annäherung: Notizen aus 14 Ländern
Autor: Eugen Ruge
Erscheinungsdatum: 30.05.2015
Verlag: Rowohlt Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Ausgabe: Hardcover mit schutzumschlag und Lesebändchen
Handlungsorte: 14 Länder in Europa, Asien und Amerika
Handlungszeit: 2005 bis 2013

In seinem Buch „Annäherung“ hat Eugen Ruge seine Beobachtungen und Erfahrungen auf den Reisen festgehalten, die er zur Recherche für sein Buch „In Zeit des abnehmenden Lichts“ unternommen hat beziehungsweise um dieses Buch auf Lesungen vorzustellen. In 15 Kapiteln beschreibt er Menschen Situationen und Orte aus 14 Ländern in Europa, Asien und Nordamerika. Seine Texte sind mal länger, mal kürzer. Eugen Ruge liebt Worte und gern hinterfragt er deren Bedeutung. Er recherchiert auch schon mal einen Hintergrund im Internet oder sucht Rat und Sehenswürdigkeiten im Reiseführer. 

Das Besondere an seinen Notizen ist vor allem die persönliche Note. Offen und ehrlich schildert er Begegnungen. Mancher Beschriebene wird sich nicht gern in diesem Buch wiederfinden. Er berichtet über erfolgreiche, aber auch weniger gut besuchte Lesungen. Dabei ist er durchaus selbstkritisch und stellt auch mal seine eignen Ansichten und Handlungen in Frage. Immer wieder lässt er Teile seiner Familiengeschichte einfließen, denn die ihm von seinen Eltern und Großeltern übermittelten Erinnerungen kommen ihm vor Ort unwillkürlich in den Sinn, woraufhin er den Vergleich zur Gegenwart zieht. Eugen Ruge sucht in jedem Land, in jeder Stadt nach deren Einzigartigkeit. Manches verblüfft ihn, anderes verärgert ihn, vieles nimmt er mit Humor und unterlegt auch einige seine Schilderungen mit amüsanten Anmerkungen oder heiteren Begebenheiten.

Ich mochte den unverstellten Blick auf die vom Autor besuchten Länder. Wer gerne Reiseerzählungen liest, dem empfehle ich dieses Buch.

Sonntag, 19. Juli 2015

[Rezension] Marian Keyes - Mittelgroßes Superglück

Titel: Mittelgroßes Superglück
Autorin: Marian Keyes
Übersetzerin: Susanne Höbel
Erscheinungsdatum: 11.05.2015
Verlag: Heyne Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Leseexemplar/Klappbroschur
Handlungsort: Dubin/Irland
Handlungszeit: Gegenwart (Zeitraum von 4 Jahren)




Die Irin Stella Sweeney, 37 Jahre, Kosmetikerin, wohnt in Dublin, ist mehr oder weniger glücklich verheiratet und hat zwei Kinder im Teenageralter. Von einem Tag auf den anderen bekommt sie eine seltene Krankheit mit der Auswirkung, dass sie sich innerhalb kurzer Zeit mit Ausnahme des Lidschlags nicht mehr bewegen kann. Stella glaubt an Karma und sieht einen Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall, in den sie kurz vorher verwickelt war. Dabei wollte sie nur einem Range Rover ermöglichen, sich  in den fließenden Verkehr einzuordnen. Der Fahrer des Wagens ist ihr behandelnder Neurologe im Krankenhaus Dr. Mannix Taxlor. Ob das nun Glück ist, kann sie schlecht beurteilen. Immerhin entwickelt er eine Methode mit ihr zu kommunizieren. Zwischen beiden entsteht eine ganz besondere Beziehung, bis Mannix die Behandlung überstürzt an eine Kollegin abgibt. 

Stella vermutet, dass die Ehefrau von Mannix eifersüchtig ist. Nach ihrer Genesung liest sie von der Trennung der beiden. Doch ihr mittelgroßes Superglück beginnt erst, nachdem Mannix Ausschnitte der Gespräche, die er im Krankenhaus mit Stella geführt hat in Buchform drucken lässt.  Ab da ändert sich einiges in Stellas Leben. Doch das Glück wird ihr geneidet. Wie sehr und welche Auswirkungen das auf ihre Zukunft hat, ahnt sie anfangs noch nicht. 

Marian Keyes lässt ihre Erzählung im Buch „Mittelgroßes Superglück“ vier Jahre nach Stellas verhängnisvoller schwerer Erkrankung beginnen, so dass der Leser darüber von Anfang an Bescheid weiß, dass die Protagonistin wieder genesen ist. Das Buch wird in der Ich-Form aus der Sicht von Stella erzählt. In der ersten Hälfte der Erzählung wechselt die Perspektive immer wieder zwischen der Gegenwart und  der Zeit ihrer Erkrankung, optisch abgesetzt durch kleine Phrasen aus dem Buch, das Mannix hat drucken lassen. Im Hier und Jetzt hat Stellas Ex-Mann ein den Leser bei aller Ernsthaftigkeit eher erheiterndes Problem, das Stella allerdings zum Staunen bringt und sie Böses ahnen lässt. Die humorvollen sprachlichen Ausflüge der Autorin, die in diesem Buch mit einer locker flinken Schreibweise aufwartet, überspielen die stellenweise auftretenden ernsten Situationen. 

Doch fand ich den ersten Teil der Geschichte glaubhaft und berührend, sprach mich die Fortsetzung in den weiteren Kapiteln weniger an. Das lag vor allem daran, dass Stella sich ausschließlich vermarkten und fremdleiten lässt. Ich mag kaum glauben, dass ihr so gar keine Zeit mehr blieb, um über ihre augenblickliche Situation, die Menschen die sie in Anspruch nehmen und ihr Handeln nachzudenken. Das passt nicht so ganz zu der Stella, die man vorher kennengelernt hat und zieht sich über viele Seite in die Länge. Der Klappentext nimmt schon eine Sache vorweg, die sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Leider nimmt das aufmerksamen Lesern einen Teil der Spannung. 

Ich mochte die Story zu Beginn des Buchs sehr, konnte später aber nicht mehr mit den Figuren sympathisieren, obwohl durchaus genügend Ansätze dazu da waren. Beeindruckt war ich von der Leichtigkeit mit der die Autorin eine ernste Krankheit in ihr Buch eingebunden hat. Aus vorgenannten Gründen wird das Buch nicht jedem gefallen. Da ich vorher noch keinen Roman von Marian Keyes gelesen habe, kann ich keine Vergleiche zu weiteren Werken der Autorin ziehen.