Samstag, 31. Oktober 2015

[Rezension Hanna] Eisige Schwestern - S. K. Tremayne


Inhalt
Sarah und Angus Moorcroft und ihre Zwillinge Kirstie und Lydia wurden jahrelang von ihrem Umfeld als perfekte Familie wahrgenommen, die sich ein Leben der oberen Mittelklasse mitten in London leisten konnten. Doch als die Zwillinge sechs Jahre alt sind, stirbt Lydia bei einem Unfall. Ein Jahr später beschließen Sarah und Angus, mit ihrer überlebenden Tochter auf einer kleinen Insel vor der schottischen Küste ganz neu anzufangen. Doch Kirstie besteht plötzlich darauf, eigentlich Lydia zu sein. Können Sarah und Angus herausfinden, welche Tochter überlebt hat? Und wird der Umzug ihnen zu einem erfolgreichen Neuanfang verhelfen?

Meinung
Von der ersten Seite an hat mich die bedrückende Atmosphäre des Buches gefangen genommen. Der Leser erfährt gleich, dass Sarah und Angus vor einem Umzug stehen und ihre aktuelle Situation alles andere als einfach ist. Ein Unfall und Geldsorgen werden angedeutet und man spürte, dass der anstehende Umzug bei beiden mit Hoffnungen verbunden ist. Ich freute mich darauf, tiefer in die Familiendynamik einzutauchen und zu verstehen, was in jedem der drei Familienmitglieder vorgeht.

Noch bevor die Familie umzieht behauptet Kirstie erstmals, Lydia zu sein. Mit ihrer Behauptung erhöht sich schlagartig die Spannung und auch die Anspannung. Wie können ihre Eltern herausfinden, ob sie die Wahrheit sagt? Warum kommt es ausgerechnet jetzt zu ihrem Geständnis – oder ihrer Lüge? Vor allem ihre Mutter macht sich an das Sammeln von Beweisen. Hat vielleicht doch ihr Lieblingszwilling Lydia überlebt? Ein bisschen gewundert habe ich mich schon, dass es sich so gar kein Nachweis finden lässt, um die Identität zu klären. Selbst wenn sie sich wirklich so unglaublich ähnlich gesehen haben hat sich doch sicherlich in fünf Lebensjahren mal ein Zwilling eine Narbe zugezogen? Aber gut, dann hätte die Geschichte einfach nicht funktioniert.

Die Geschichte lässt den Leser immer tiefer in die Psyche der Familienmitglieder blicken. Die meisten Kapitel sind aus der Sicht von Sarah geschrieben. Sie kämpft darum, ihr eigenes Gleichgewicht wiederzufinden und will gleichzeitig ihrer Tochter helfen, ohne ihre Schwester und an einem neuen Wohnort zurechtzukommen. Doch immer wieder fragte ich mich, ob Sarahs Handeln das Leiden des Zwillings nicht noch verstärkt. Handelt sie wirklich zu dessen Wohl? So manche Szene hat mich hier schockieren und traurig stimmen können. Einige Kapitel sind auch aus der Sicht von Angus geschrieben, aus dem ich einfach nicht schlau geworden bin. Seine Motivation konnte ich in vielen Fällen nicht nachvollziehen. Er schwankt zwischen Hilflosigkeit und Wut und ihm gelingt es nicht, konsequent zu handeln.

Während der Lektüre setzte ich mich stark damit auseinander, was die einzelnen Familienmitglieder antreibt und umtreibt. Die bedrohliche Atmosphäre ließ mich weiterlesen, weil ich wissen wollte, was nun hinter all diesen Ereignissen steckt. Dabei ist die Handlung sehr ruhig, für mich ein bisschen zu ruhig. Mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet, doch mit dem Wissen, das man als Leser bis zu diesem Moment gesammelt hat, war sie nachvollziehbar und stellt einen gelungener Abschluss dar.

Fazit
„Eisige Schwestern“ ist ein psychologisches Familiendrama, das vor allem durch seine atmosphärische Gestaltung überzeugt. In ruhigen Tönen erzählt es von der Ungewissheit der Eltern, welcher ihrer beiden Zwillinge überlebt hat sowie dem verzweifelten Versuch, in einem gänzlich neuen Umfeld Fuß zu fassen. Ich empfehle das an Leser weiter, die sich für die menschliche Psyche und deren Abgründe interessieren, die in jedem Menschen stecken könnten.

Buchinfos

Titel: Eisige Schwestern
Autor: S. K. Tremayne
Übersetzerin: Susanne Wallbaum
Klappenbroschur: 400 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Erscheinungsdatum: 4. Mai 2015
Verlag: Knaur TB
Handlungszeit: Gegenwart
Handlungsort: Schottische Hebrideninsel
Link zur Buchseite des Verlags

Freitag, 30. Oktober 2015

[Rezension Ingrid] Ursula Poznanski und Arno Strobel - Fremd

Titel: Fremd
Autoren: Ursula Poznanski und Arno Strobel
Erscheinungsdatum: 30.10.2015
Verlag: Rowohlt Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Klappbroschur
Handlungsort: München
Handlungszeit: Gegenwart



Das Gesicht einer jungen Frau und eines jungen Manns sind auf dem Umschlag des Buchs „Fremd" von Ursula Poznanski und Arno Strobel zu sehen. Die Frau auf dem Cover, der Mann auf der Rückseite, voneinander abgewandt, sich fremd geworden? Nein, so einfach ist die vorliegende Konstellation in diesem hochbrisanten Thriller nicht, die Erzählung ist sehr viel subtiler.
Die Australierin Joanne Berrigan ist schon seit einigen Jahren in Deutschland als Fotografin tätig. Eines Abends steht sie im Bad und hört Geräusche im Erdgeschoss. Sie schleicht die Treppe nach unten ins Wohnzimmer und erschrickt, als ein Mann, den sie noch nie gesehen hat, von der Küche aus den Raum betritt.

Erik Thieben, der die IT-Abteilung eines Unternehmens leitet, kommt nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause. Als er ins Wohnzimmer kommt findet er dort seine Freundin Joanne vor mit der er seit einem halben Jahr zusammenlebt. Sie starrt ihn fassungslos an, fordert ihn auf zu gehen und siezt ihn dabei, weicht vor ihm zurück, wirft schließlich einen schweren Gegenstand nach ihm, um ihn zu vertreiben.

Auf Erik wirkt Joanne wie eine Verrückte, Erik ist Joanne unbekannt, auf diese Weise bauen die Autoren von Beginn des Buchs an eine Situation auf, die verstörend ist. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Erik und Joanne geschrieben. Die Geschehnisse werden mit Ausnahme der ersten beiden Kapitel chronologisch, mit ganz wenigen Überlappungen geschildert. Dadurch, dass beide aus der Ich-Perspektive erzählen, kann der Leser an den Gedankengängen der Protagonisten teilnehmen. Die Anfangsszene scheint für den Leser zunächst klar zu sein: Joanne lebt allein im Haus, es gibt keine Anzeichen dafür, dass Erik hier lebt. Meine Sympathie galt sofort Joanne, ich konnte ihre Angst vor dem Einbrecher in ihrem Haus gut nachvollziehen. Auf der anderen Seite deutet im anschließenden Kapitel, das aus der Sicht von Erik erzählt wird, nichts in der Schilderung darauf hin, dass er ins Haus eingebrochen ist, dort einen Diebstahl begehen oder sogar Joanne Schaden wollte. Er hat mit seinem Schlüssel die Haustür geöffnet, die Räumlichkeiten sind ihm bekannt.

Eine erste Kommunikation der beiden Hauptcharaktere führt zu keiner weiteren Klärung. Ein Kollege von Erik, der wegen eines Problems vorbeischaut, wird von Joanne für einen Komplizen gehalten. Auch für den Leser scheint das Argument hinreichend. Inzwischen konnte ich mich nicht entscheiden, welcher Figur ich mehr glauben sollte.  Der Thriller entwickelte den gewollten Sog und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Mein Herz klopfte, während ich hoffte, dass Erik Joanne nichts antun wird. Gleichzeitig hätte ich Joanne gerne geschüttelt und in die Wirklichkeit zurückgeholt, denn Erik ist so sehr um sie bemüht, dass es gar nicht anders sein kann, als das er Joanne seit längerer Zeit liebt und darum seine Aussagen richtig sein müssen.

Erst als Joanna an sich selbst eine seltsame Verhaltensweise bemerkt und Erik seine Aufrichtigkeit in einer dramatischen Situation beweist, finden die beiden einen Ansatz dazu, einen Schritt aufeinander zuzugehen. Selbst nachdem sie erkannt haben, dass die Gefahr von außerhalb ihrer Beziehung kommt, bleiben die Hintergründe verworren. Jede Person mit der die beiden in Kontakt stehen, wirkte undurchsichtig und schien mir verdächtig zu sein. Das blieb sehr lange so. Durch gekonnt gesetzte überraschende Wendungen bleibt der Spannungsbogen bis zum Schluss erhalten. Erst nach und nach erhält der Leser Informationen darüber, wie es zur Entstehung des aktuellen Stands der Beziehung kommen konnte.

Lange vor Schluss inszenieren die beiden Autoren ein furioses Ereignis mit nationaler Bedeutung. Lassen Sie sich überraschen! Am Ende des Buchs gibt es einen Hintergrund für die Geschehnisse, den ich so nicht vermutet hätte.

Das Buch hatte alles, was ein Thriller für mich haben muss, konnte mich begeistern und erhält von mir gerne eine Leseempfehlung. 
Interesse an einer zweiten Meinung? 
Hannas Rezension zum gleichen Buch findet ihr hier: KLICK!

Montag, 26. Oktober 2015

[Rezension Hanna] Sonntags im maskierten Waschbär - Stefan Nink



Die Reihe

Band 1: Donnerstags im fetten Hecht (Rezension)
Band 2: Freitags in der faulen Kobra (Rezension)
Band 3:Sonntags im maskierten Waschbär

Inhalt
Siebeneisen, Wipperfürth und Schatten – das sind die Köpfe hinter NIU, „Nichts ist unmöglich“, einer Agentur, die verspricht, für ihre Kunden auch die unauffindbarsten Gegenstände zu bergen. Die drei haben sich in New Orleans niedergelassen und verbringen ihre Sonntage nun im „Maskierten Waschbär“, einem Waschsalon mit integrierter Bar. Dessen Besitzer überlässt ihnen eines Tages uralte Tagebücher, die er beim Entrümpeln auf seinem Speicher gefunden hat. Wipperfürth und Schatten machen sich gleich an die Lektüre. Bevor sie sich versehen, jagen die Freunde der Mumie des letzten wahren Inkaherrschers Atahualpa hinterher und erleben dabei wieder so manches Abenteuer…

Meinung
Das inzwischen dritte Buch rund Siebeneisen beginnt in New York. Bevor der Leser erfährt, wie es Siebeneisen in der Zwischenzeit ergangen ist, lernt er Zach kennen, der seit Jahren für einen einflussreichen Mafioso arbeitet. Doch ausgerechnet vor dessen großer Restaunrant-Eröffnungsfeier lösen sich die Mosaike aus dem Fußboden, für den Zach zuständig ist. Was hat die Geschichte rund um Zach mit Siebeneisen zu tun? Meine Neugier war geweckt.

Zuerst einmal ging es für mich nach New Orleans, wo ich Siebeneisen wiedertraf. Etwa fünf Jahre sind seit den Ereignissen in Indien vergangen und Siebeneisen hat sich in New Orleans niedergelassen. Doch auch Wipperfürth und Schatten sind nicht weit, und so verbringen die Freunde ihre Sonntage nun im maskierten Waschbär. Diese Waschsalon-Bar ist ein wirklich ganz spezieller Ort, in dem ich mich gleich wohlfühlte. Bei diesem kreativen Namen fehlt eigentlich nur noch ein waschechter Waschbär. Doch keine Sorge, hier hat der Autor ein ganz süßes, lustiges Exemplar in petto…

Nachdem der Einstieg meine Lachmuskeln aufgewärmt hatte, erwachte in mir auch allmählich wieder die Lese-Reiselust. Ich fand es sehr unterhaltsam, dass Siebeneisen deutlich standhafter geworden ist und ganz nüchtern vorschlägt, dass Wipperfürth und Schatten doch einfach selber nach ihrem Schatz suchen sollen. Ob das gut geht? So viel sei verraten: Diesmal müssen alle drei aktiver werden, als sie es geplant hatten!

Im Gegensatz zu den Reisen der Vorbände jagen die Freunde diesmal einem einzigen Gegenstand und nicht vielen hinterher. Statt mit Siebeneinsen rund um die Welt zu jetten lernt man zahlreiche Orte in und um Nord- und Südamerika kennen. Ich fand es klasse, dass der Autor das Konzept leicht verändert hat und er damit frischen Wind und ein gewisses Maß an Unvorhersehbarkeit in die Geschichte bringt. Gleichzeitig wird wieder auf Bewährtes gesetzt: Eine authentische Beschreibung exotischer Reiseziele, gewürzt mit ganz viel Situationskomik dank unverwechselbarer Charaktere. Diese Mischung aus Altem und Neuen funktioniert ganz hervorragend und hat mich bestens unterhalten können.

Fazit
In „Sonntags im maskierten Waschbär“ begeben sich die drei Freunde Siebeneisen, Wipperfürth und Schatten zum inzwischen dritten Mal auf ein Reiseabenteuer. Mehr oder weniger selbstverschuldet geraten sie in die verrücktesten, unmöglichsten und komischsten Situationen. Auch wenn man das Buch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen kann, macht es noch mehr Spaß, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Siebeneisens unterhaltsame Abenteuer solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

Buchinfos

Klappenbroschur: 416 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2015
Verlag: Limes Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

Sonntag, 25. Oktober 2015

Vor-Vorschau mit Buchverlosung Rowohlt Frühjahr/Sommer 2016

Liebe LeserInnen,

wie ihr vielleicht unserem Bericht über die Frankfurter Buchmesse 2015 entnommen habt, hatten Hanna und ich auf der Messe die Gelegenheit uns das Frühjahr/Sommer-Progamm 2016 der Rowohlt Verlage vorstellen zu lassen. Zu der Rowohlt Verlagsgruppe gehören neben dem Label Rowohlt auch Rowohlt Berlin Verlag, Kindler, Wunderlich, Rowohlt Polaris und natürlich rororo. Was sollen wir sagen. Wir waren begeistert! Nun haben wir ein Problem, ein zeitliches Problem genauer gesagt. Es gibt sooo viele gute Neuerscheinungen, dass wir es kaum schaffen werden, alle zu lesen. Wir haben daher eine Auswahl getroffen, die hauptsächlich auf unserem spontanen Eindruck bei der Vorstellung des Buchs auf der Messe basiert.
--------------------------------------------------------------------

Und damit euer Interesse belohnt wird, verlosen wir unter allen die uns in den Kommentar schreiben, welches Buch aus den folgenden Neuvorstellungen euer persönliches Highlight ist, von 

Jojo Moyes "Ein ganz neues Leben"

Das Buch ist neu und ungelesen. Hanna hat es doppelt erhalten und vom Verlag die Zustimmung bekommen, es an dieser Stelle in einem Gewinnspiel zu verlosen. Die Teilnahmebedingungen findet ihr am Ende des Posts.

--------------------------------------------------------------------

Die Vorschau ist so aktuell, dass es von den Büchern noch keine Coverabbildungen gibt. Bei Büchern zu denen der Rowohlt Verlag die Lizenz für die deutsche Ausgabe erworben hat, werde ich euch das ein oder andere Cover der Originalausgabe zeigen. Sehr wahrscheinlich wird das deutsche Buch ein anderes Titelbild haben.
Quelle: rowohlt.de




Zunächst wird am 08.01.2016 ein Buch vorgezogen erscheinen. Es ist von Autoren-Altmeister Martin Walser, der gerade den Nitzsche-Preis für sein Lebenswerk erhalten und heißt "Ein sterbender Mann". Es geht um Verrat, Verzweiflung und späte Liebe. 







(Quelle: Orionbooks.co.uk)

Am 11.03.2016 erscheint im Kindler Verlag ein Buch von dem nicht nur die Pressereferentin von Rowohlt sondern auch Hanna und ich sofort begeistert waren: "Drei mal wir", der Debütroman der Engländerin Laura Barnett (im Original: "The Versions of Us"). Eva und Jim, beide Studenten in  Cambridge, begegnen sich 1958 zum ersten Mal als Eva mit ihrem Fahrrad einem Hund ausweichen möchte und auf Jim zurollt. Was danach geschieht, bestimmt die Zukunft der beiden, die in drei Versionen erzählt wird. Schaut mal, das englische Cover (Verlag Weidenfeld & Nicolson in der Verlagsgruppe Orionbooks) ist wunderschön. Ich bin gespannt, wie es in der deutschen Fassung aussehen wird.


Ebenfalls am 11.03.2016 erscheint "Die Liebesgeschichtenerzählerin" von Georg-Büchner Preisträger Friedrich Christian Delius im Berlin Verlag. Ich finde, der Name spricht für sich. Zeitgleich erscheint bei Wunderlich "Die fremde Schwester" von Lauren Willig (Bestsellerautorin von "Ashford Park"), ein Roman mit einem Familiengeheimnis. Im gleichen Verlag, ebenfalls am 11.03.2016 erscheint der neue Thriller von Andreas Winkelmann "Killgame". Auch dieses mal ganz schön blutig. Ich bin gespannt, ob er so spannend ist wie "Wassermanns Zorn". Und auch von David Mitchell kommt mit "Die Knochenuhren" an diesem Tag nach drei Jahren ein neues Werk auf den deutschen Markt.

Für alle Jojo Moyes Fans veröffentlicht Rowohlt Polaris im April 2016 ein Buch, das die Autorin schon vor längerer Zeit geschrieben hat: "Über uns der Himmel, unter uns das Meer". Im gleichen Monat erscheint mit "Mein Name ist Leon" von Kit de Waal eine ganz besondere Geschichte über zwei Brüder, eine Geschichte über Liebe, Identitätsfindung und wie man es schafft einen unerträglichen Verlust zu überwinden. 


The Widow by Fiona Barton
Quelle:penguinrandomhouse.com



Ein weiteres Highlight bei Wunderlich wird der Thriller "Die Witwe" von Fiona Barton sein, der am 27.05.2016 erscheinen wird. Jean hat ihr Leben lang geschwiegen, doch nun ist ihr Ehemann seit einer Woche tot. Nun kann sie offen sprechen, über die Verbrechen ihres Manns. Der englische Titel wirkt geheimnisvoll.





Für alle Félix Palma Leser ("Die Landkarte der Zeit) wird im Juli 2016 eine Anthologie veröffentlicht "Von der Liebe und anderen Körperteilen". Ein interessanter Titel, wie ich finde. Im gleichen Monat freue ich mich auf die Fortsetzung der Serie um den Hamburger Hauptkommissar Adam Danowski "Fallwind" von Till Raether

Erst im August 2016 wird es ein neues Buch von Benjamin Monferat alias Stephan M. Rother "Der Turm der Welt" geben. Ob es wieder ein so seitenstarkes Buch wie "Welt in Flammen" sein wird?

Wie erwähnt, gibt es noch soo viele weitere schöne Bücher, auch im Sachbuchbereich, den wir hier gar nicht erwähnt haben. 

Nun, habt ihr etwas entdeckt, das euch gefallen könnte? Dann macht doch mit bei unserer Buchverlosung und schreibt uns euer Highlight bis zum 01.11.2015 in den Kommentar. Zu gewinnen gibt es 1x Jojo Moyes "Ein ganz neues Leben" Bitte vergesst nicht eine E-Mail-Adresse unter der wir euch im Gewinnfall erreichen können, gerne auch an zwei-sichten-auf-buecher@gmx.de

** Das Gewinnspiel ist inzwischen beendet. Gewonnen hat SoSo (Silke) - herzlichen Glückwunsch! **

Teilnahmebedingungen:
  • Mit deiner Teilnahme bestätigst du uns, dass du mindestens 18 Jahre alt bist oder das Einverständnis deiner Eltern zur Teilnahme hast.
  • Du solltest einen Wohnsitz in Deutschland haben.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Donnerstag, 22. Oktober 2015

[Rezension Ingrid] Karen Sander - Ich sehe was, und das ist tot

Titel: Ich sehe was, und das ist tot (3. Band der Serie um Kommissar Georg Stadler und Psychologin Liz Montario)
Autorin: Karen Sander
Erscheinungsdatum: 25.10.2015
Verlag: Rowohlt Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
Handlungsort: Düsseldorf
Handlungszeit: 28.09-17.10.2015



Das blutige Messer auf dem Cover führt den Leser des Buchs „Ich sehe was, und das ist tot“ von Karen Sander mitten hinein in die Handlung. Das Titelbild deutet aber auch an, dass der Thriller nichts für schwache Nerven ist. Der Titel unterstützt diesen Eindruck, er könnte ein Ausspruch des ermittelnden Düsseldorfer Kommissars Georg Stadler sein. Für ihn und sein Team sowie der in Liverpool tätigen Psychologin Liz Montario ist es bereits der dritte Fall. Obwohl ich die beiden ersten Bände der Serien nicht gelesen habe, war es möglich, der Handlung ohne Schwierigkeiten zu folgen.  Dank der geschickten Andeutungen im Buch auf die beiden vorausgegangenen Bände ist bei mir das Interesse geweckt worden, auch diese beiden Bücher zu lesen.

Der Prolog führt nach Maryland. Dort sieht ein kleines Mädchen in den 1970er Jahren zu, wie zwei unbenannte Männer ihre tote Mutter in einem Fluss versenken. Sehr lange muss der Leser warten um aus dieser Schilderung die Zusammenhänge zu den vorliegenden Morden herstellen zu können.

Ende September 2015 wird in einer leerstehenden Düsseldorfer Papierfabrik eine Blutlache vor einer Wand mit einem aufgesprühten Schrank aufgefunden. Auf dem Graffito entdeckt Kommissar Stadler eine Zeichenkombination. Ein Rasiermesser, ein Rasierspiegel und eine Maske, die in der Nähe liegen, sehen wie Requisiten aus. Stadler überlegt, ob vielleicht vor Ort ein Video gedreht wurde. Doch ob dabei tatsächlich jemand zu Tode gekommen ist, ergibt sich aus den vorliegenden Tatsachen nicht, eine Leiche fehlt. Mit der Idee, dass hier eine Filmszene nachgestellt wurde, sucht er Kontakt zu der Regisseurin Helene Weigand, die ihm aber leider nicht weiterhelfen kann.  Der Kommissar schaltet die mit ihm befreundete, zurzeit in Düsseldorf weilende Liz Montario ein. Sie soll die Botschaft des am Tatort vorgefundenen Codes finden.  Schon zwei Tage später wird in einem Hotel eine weibliche Leiche gefunden. Der Mord wirkt inszeniert, wieder wird eine Maske gefunden und ein Zeichenfolge. Derweil plant ein Kollege von Stadler eine Intrige gegen Stadler. Dieser ahnt noch nicht die hieraus entstehenden weiteren Auswirkungen auf ihn. Und wieder geschieht ein Mord, der wie in Szene gesetzt aussieht …

Hier stimmt einfach alles. Das Zusammenspiel der Kollegen, aber auch die Darstellung des Hasses und des Neids bei Ermittlungserfolgen. Karen Sander beschreibt ebenso die Gefühle einer der ermittelnden Personen, bei der die erlebten grässlichen Bilder beim Auffinden eines Tatorts nachwirken. Obwohl die Ermittler miteinander befreundet sind, bleibt einiges aus ihrem Privatleben im Verborgenen, man nimmt Rücksicht aufeinander und möchte sich nicht zu sehr einmischen. Dies geschieht zum Vorteil des Lesenden dem dadurch immer auch ein Quäntchen Neugier für den privaten Hintergrund der Ermittler bleibt, denn die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten. Die Ermittlungen dauern etwa drei Wochen. In dieser Zeit lernt Stadler, wem aus seinem Umfeld er tatsächlich Vertrauen kann.

Geschickt gibt Karen Sander in ihren Mordszenarien Andeutungen darauf, dass weitere Taten geschehen könnten. So bleibt die Handlung von Beginn an spannend- Sie zieht den Leser mit in das Geschehen ein und lässt ihn gemeinsam mit den Ermittlern rätseln, was der jeweilige Code zu bedeuten hat. Auch das aus den eigenen Reihen jemand Stadler Schaden möchte, ohne zu wissen warum und wohin das führen wird, hält den Spannungsbogen aufrecht. Einige Male scheint die Fallaufklärung sehr nahe zu sein und bringt dann doch nochmal eine weitere ungeahnte Wendung.

Das Buch entwickelt einen Lesesog und konnte mich von Beginn an begeistern. Eindeutig eine Leseempfehlung für Thrillerfans!

Mittwoch, 21. Oktober 2015

[Rezension Hanna] Die lange Reise - Annelie Wendeberg


Inhalt
Mai 1891: Nach dem Tod von James Moriarty befinden sich Anna Kronberg und Sherlock Holmes auf der Flucht. Verfolgt werden sie von Moran, der es im Auftrag der Familie Moriarty auf Anna und ihr ungeborenes Kind abgesehen hat. Um Moriartys Netzwerk zu sprengen und gleichzeitig Moran von ihrer Spur abzubringen, denken sich Anna und Sherlock ein gewagtes Täuschungsmanöver aus. Wird ihr Plan aufgehen?

Meinung
„Die lange Reise“ ist der dritte Teil der Anna Kronberg-Reihe. Nachdem im ersten Band noch schwerpunktmäßig entwickelt wurde, erzählte das zweite Buch von einem psychologischen Duell zwischen Anna und James Moriarty. Nun war ich gespannt, was sich die Autorin für den dritten Band überlegt hat. Ob jetzt wieder ermittelt wird?

Der Titel des Buches ist Programm, denn auf den ersten Seiten des Buches begleitet der Leser Anna und Sherlock auf einem schier endlosen Fußmarsch durch unwegsames Gelände. Annas Schwangerschaft lässt sie grübeln und zweifeln, und auch Sherlocks Laune ist nicht die beste. Dieser Einstieg zog sich für mich in die Länge und ich fragte mich, welchen Weg die Geschichte denn einschlagen will.

Erst allmählich wird klar, welchen komplexen Plan Anna und Sherlock verfolgen. Dessen Ausführung besteht aus mehreren Schritten und nimmt entsprechend viel Zeit in Anspruch. Der Leser wird dabei lange im Dunkeln gelassen und erfährt erst spät, was di beiden überhaupt vorhaben. Ich war neugierig, ob alles wirklich funktioniert wie geplant, doch wirklich fesseln konnten mich die Ereignisse leider nicht, dafür entwickelten sich die Dinge zu langsam.

Immer wieder drehen sich Annas Gedanken rund um ihre Schwangerschaft. Sie ist überzeugt davon, dass sie das Kind von James Moriarty nicht wird lieben können. Was soll sie nach der Geburt mit dem Kind machen? Welche Auswirkungen hat das Ganze auf ihr berufliches Wirken? Wer sich für diese psychologische Komponente interessiert wird eine interessante Entwicklung beobachten können.

Anna und Sherlock verbringen in diesem Buch mehr Zeit miteinander als zuvor. Im Schmieden von Plänen und deren Umsetzung ergänzen sie sich wirklich gut und die Raffinesse ihrer Pläne war beeindruckend. Die Dialoge der beiden hätten gerne aber mit noch mehr Schlagfertigkeit und Sarkasmus und weniger Melancholie angereichert sein können. Bis zum Schluss hatte ich nicht das Gefühl, den Sherlock Holmes der Autorin wirklich durchschaut zu haben.

Einen klassischen Kriminalfall sucht man in diesem Buch wie schon im Vorgänger vergeblich. Vielmehr geht es darum, James Moriartys kriminelles Netzwerk auszuhebeln. Ein Katz-und-Maus Spiel zieht sich durch das ganze Buch und konnte mich an einigen Stellen überraschen. Insgesamt war mir die lange Reise dann aber einfach zu lang. Zum Ende hin setzen Anna und Sherlock einen besonders gewagten Plan um, was meine Neugierde noch einmal erhöhte. Doch die letzten Seiten haben mich nicht zufrieden stellen können – das soll es nun gewesen sein? Ist vielleicht doch noch eine Fortsetzung der Reihe geplant? Im Januar erscheint mit „Der irische Löwe“ erst einmal das Prequel zu den drei Büchern.

Fazit
Bei „Die lange Reise“ ist der Name Programm. Den Leser erwartet ein Katz-und-Maus Spiel, bei dem Anna und Sherlock eng zusammenarbeiten müssen, um ihren Verfolger zu überlisten. Die beiden Vorgänger „Teufelsgrinsen“ und „Tiefer Fall“ sollte man unbedingt gelesen haben, um die Handlung nachvollziehen zu können. Für mich kommt das Buch leider nicht an seine Vorgänger heran. Annas macht eine interessante Entwicklung durch, doch die Handlung schritt mir zu langsam voran und hat mich nicht so recht packen können. Ich vergebe drei Sterne an das ungleiche Duo Anna und Holmes!

Buchinfos

Titel: Die lange Reise
Autorin: Annelie Wendeberg
Übersetzer: Kathrin Bielfeldt & Jürgen Bürger
Taschenbuch: 304 Seiten
Preis: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 8.Oktober 2015
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Handlungszeit: 1891
Handlungsort: Südengland
Link zur Buchseite des Verlags

Buchvorstellung: Fremd von Ursula Posznanski und Arno Strobel


Hallo liebe LeserInnen,

Nachfolgend möchte ich euch einen Thriller vorstellen auf den ich mich besonders freue  und das möchte ich euch kurz erklären. Gestern brachte mir die Post "Fremd" von Ursula Poznanski und Arno Strobel. Das Buch wird im Rowohlt Verlag erscheinen und ab dem 30.10.2015 erhältlich sein. Doch das ist nicht das, warum ich mich besonders darüber freue, sondern:

1. Arno Strobel habe ich auf der Thrillernacht in Olpe vor jetzt schon drei Jahren gemeinsam mit seinen Schriftstellerkollegen Wulf Dorn und Sebastian Fitzek "live" erleben dürfen. Hanna und ich haben damals noch jeder unseren eigenen Blog gehabt, bevor wir drei Monate später mit "Zwei Sichten auf Bücher" an den Start gingen *in Erinnerungen schwelg*. Auf der Lesung war es sehr voll und ein persönliches Gespräch leider nicht möglich, aber Signaturen in unsere mitgebrachten Bücher haben wir von allen drei Autoren bekommen :)

2. Ursula Posznanski habe ich vergangenen Monat in Köln kennengelernt als das Junge Literaturhaus Hanna und mich zu einer Lesung mit der Autorin eingeladen hat. Während der moderierten Veranstaltung konnte ich schon viel über Ursula Posznanski und ihre Bücher erfahren. Im Anschluss an die Lesung war die Autorin gerne bereit Bücher zu signieren. Dabei haben Hanna und ich die Gelegenheit gehabt, ein wenig mit ihr zu plaudern.

Die Autoren einmal selbst persönlich erlebt zu haben, steigert bei mir die Vorfreude auf jedes neue Buch. Und darum fahre ich

3. am 02.11.2015 mit meinem Mann zur Lesung beider Autoren zum Buch nach Geilenkirchen. Karten sind schon reserviert :D Viele von euch werden die Kleinstadt Geilenkirchen nicht kennen. Für mich ist sie ein Schritt auf meinem Lebensweg, denn dort habe ich meine Ausbildung absolviert. Uns seit seit sieben Jahren  tanze ich dort in einem Tanzclub für Latein- und Standardtänze. Aber ich schweife ab ...

Ich bin schon sehr gespannt, ob das gemeinsame Schreiben ein tolles Buch hervorgebracht hat. In einem Interview mit Ursula Poznanski und Arno Strobel, das ich letzte Woche gelesen habe, verdeutlichten die beiden, dass es natürlich dazugehört, sich laufend untereinander abzustimmen.

Das Cover erinnert mich sehr an die Aufmachung der Bücher von Arno Strobel. Beide Autoren bevorzugen Titel, die aus einem Wort bestehen, als lag eine ähnliche Wahl sehr nahe.

Zu den Autoren:

Ursula Posznanski wurde 1968 in Wien geboren. Sie war als Journalistin für medizinische Zeitschriften tätig. Nach dem fulminanten Erfolg ihrer Jugendbücher "Erebos", "Saeculum" und der Eleria-Trilogie "Die Verratenen", "Die Verschworenen" und "Die Vernichteten" landete sie bereits mit ihrem ersten Thriller "Fünf" auf den Bestsellerlisten. Bei Wunderlich folgten "Blinde Vögel" und "Stimmen". Inzwischen widmet sich Ursula Poznanski ganz dem Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. (Quelle: Rowohlt http://www.rowohlt.de/autorin/ursula-poznanski.html)

Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitete lange bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Im Alter von fast vierzig Jahren begann er mit dem schreiben von Kurzgeschichten, die er in Internetforen veröffentlichte, bevor er sich an seinen ersten Roman heranwagte. Mis seinen Psychothrillern "Der Trakt", "Das Wesen", "Das Skript", "Der Sarg" und "Das Dorf" (alle Fischer) erklomm Strobel die Bestsellerlisten. Auch er schreibt Jugendromane ("Abgründig", "Schlusstakt"). Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier. (Quelle: Rowohlt http://www.rowohlt.de/autor/arno-strobel.html)


Zum Buch (Klappentext, Innenklappe, Quelle: Rowohlt.de):

Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?

Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich?

Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen...


Freut ihr euch auch auf das Buch? Seid ihr auch in Geilenkirchen oder einem anderen Lesungsort dabei? Die Termine findet ihr auf der gemeinsamen Homepage der Autoren: http://www.poznanski-strobel.com/index.php/termine

Wer noch Karten für Geilenkirchen haben möchte, aber nicht in der Umgebung wohnt, kann sich mit Hubert Engels von der VHS Heinsberg in Verbindung setzen (Link), er lässt Karten an der Abendkasse zurücklegen (EUR 6,-/Karte, zahlbar am Lesungsabend in bar,)

Wäre schön, auf einige von euch zu treffen!

Liebe Grüße
Ingrid

Dienstag, 20. Oktober 2015

[Messebericht] Unser Besuch der Frankfurter Buchmesse 2015

Hallo liebe Leser,

letzte Woche war es endlich wieder so weit: Die Frankfurter Buchmesse öffnete ihre Türen. Inzwischen war es das dritte Mal, dass Ingrid und ich als Buchbloggerinnen am Freitag und Samstag die Messe unsicher machten.

Um kurz vor halb 6 klingelten am Freitagmorgen unsere Wecker. Für mich war das mehr als eine ganze Stunde früher als üblich, dementsprechend schwer tat ich mich, aus den Federn zu kommen. Doch das Erlebnis Buchmesse wartete! Diesmal saßen wir noch etwas früher im Auto als im Vorjahr und kamen um kurz vor 10 an der Messe an. 

Es geht los!
Unser erster Termin fand um 11 Uhr statt, also blieb uns genug Zeit, uns erst einmal zu orientieren und eine erste Erkundungstour durch die Halle 3.0 zu machen. Am Stand des Piper Verlags trafen wir dabei gleich unsere Ansprechpartnerin an, mit der wir über die gerade erst beendete Blogtour zu „Das böse Kind“ und die Gefahr von Spoilern in Rezensionen plauderten.
Beim Stöbern am Piperstand
Bald schon mussten wir weiter, denn wir waren zum #blogntalk der Verlagsgruppe Random House eingeladen. Im Vorfeld hatten wir beide je einen Autor zugelost bekommen, dem wir zwei Fragen stellen sollten. Im Gewühl der Menge – was aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl in diesem Jahr mehr Platz zum Atmen ließ als im Vorjahr – suchten wir gleich nach unseren Autoren. Während Ingrid mit Thomas Krüger, dem Autor der Erwin Düsedieker-Reihe, plauderte, stellte ich meine Fragen an Susanne Kliem, die zuletzt den Krimi „Trügerische Nähe“ veröffentlicht hat.

Ingrid mit Thomas Krüger

Anschließend unterhielten wir uns noch mit Julia Engelmann sowie Kate Morton und machten Fotos mit den beiden. Außerdem nutzten wir die Zeit, um einige bekannte Blogger zu begrüßen und auch einige Gesichter hinter uns schon bekannten Blogs kennen zulernen.

Wir mit Kate Morton ...
... und mit Julia Engelmann

Am Stand von Droemer Knaur trafen wir unsere bisherige Ansprechpartnerin, die eine unbedingte Leseempfehlung für den Psychothriller „Eisige Schwestern“ aussprach. Das hat uns natürlich neugierig gemacht, euch erwarten daher bald zwei Sichten auf das Buch!

Die Bücherwand bei Droemer Knaur
Petra Hülsmanns Bücher bei Bastei Lübbe

Nach einer kurzen Stärkung machten wir uns dann auf den Weg zum Rowohlt Verlag, wo uns das Programm Frühjahr/Sommer 2016 vorgestellt wurde. Dazu wird es noch einen Extra-Post geben.

Obwohl wir uns bei Rowohlt schon etwas verplaudert hatten, trafen wir rechtzeitig am Stand der S. Fischer Verlage ein, wo wir mit einigen Mitstreitern der Verlagschallenge von den Bookwives gemeinsam in das kommende Programm hineinschnuppern konnten. Ich freue mich besonders auf die beiden Bücher „Nur ein Tag“ und „Und ein ganzes Jahr“ von Gayle Forman, die im März gleichzeitig erscheinen. Mit „Die Seiten der Welt: Blutbuch“ beendet Kai Meyer ebenfalls im März seine aktuelle Trilogie – für mich ein absolutes Must Read! Weitere interessante Neuerscheinungen sind „Schnee Elfen Herz“ von Sanja Schwarz (Debüt, Februar 2016), „Der Horizont in deinen Augen“ von Patricia Koelle (Trilogieabschluss, Juni 2016) und „Those Girls – Was dich nicht tötet“, ein neuer Thriller aus der Feder von Chevy Stevens (Juni 2016).

Zum Abschluss des Tages ging es für uns zurück an den Stand der Verlagsgruppe Random House. Am Stand von Bassermann Inspiration erwartete uns ein ganz köstliches Bloggertreffen. Die Autorin Aurélie Bastian war zu Gast und hatte Leckereien aus ihren Backbüchern dabei. Ihr erstes Kochbuch, „Französisch Kochen mit Aurélie“, ist in diesem Monat erschienen.

Ingrid mit Aurélie Bastian
leckere kleine Kostproben von Aurélie



Den Abend ließen wir ganz entspannt ausklingen. Auf dem Programm stand zunächst „Das perfekte Dinner“ auf VOX, denn meine Cousine bzw. Ingrids Nichte war in der Woche mit dabei. Danach statteten wir der Skyline Plaza an der Messe einen Besuch ab und entschieden uns für indisches Curry-Mango-Hühnchen. Das frühe Aufstehen machte sich aber bald bemerkbar. Auf unserem Hotelzimmer wälzten wir noch einige Verlagsvorschauen, bevor wir zeitig in unsere Betten fielen.

Blick aus dem Hotelzimmer - Gute Nacht!
Samstag

Am Samstag begannen wir den Tag mit einem gemütlichen Hotelfrühstück. Anschließend ging es für uns zurück auf die Messe und gleich zum ersten Termin: Dem Bloggerfrühstück von dotbooks, dem Aufbau Verlag und skoobe. Weil wir fast ausschließlich Printbücher lesen, stöberten wir uns durch die Bücher am Stand des Aufbau Verlags, was wieder so einige Bücher auf unsere Wunschliste wandern ließ.

Bloggerfrühstück bei dotbooks - gerade wird Tanja Kinkel vorgestellt
Danach ging es für uns zum Piper Bloggertreffen. Dieses fand nicht am Stand in der Halle statt, sondern der Verlag hatte eigens einen Raum organisiert, in dem es vor bekannten Gesichtern nur so wimmelte. Auch Jennifer Estep, der Stargast des Treffens, war schon da. Eine halbe Stunde lang hatten wir die Gelegenheit, ihr Fragen zu stellen. Auf meine Frage, wonach sie entscheidet, welches Buch sie als nächstes schreibt, antwortete Jennifer Estep, dass sie natürlich zuerst die Bücher schreibt, für die sie schon einen Vertrag unterschrieben hat. Das sind derzeit zwei weitere Bände der Elemental Assassin-Reihe. Wenn sie zwischen den Aufträgen Zeit hat, dann denkt sie über neue Reihen nach. Nach dem Interview hatte man noch Zeit, Fotos mit der Autorin zu machen. Leider wurde die Luft im Raum zunehmend schlechter, weshalb Ingrid sich nicht wohl fühlte und wir das Treffen etwas früher verließen.

Jennifer Estep beim Piper Bloggertreffen
Nach dieser kurzen Pause stand auch gleich der nächste Termin auf dem Programm: Das Eat & Greet von Droemer Knaur. Dabei lernten wir unsere neuen Ansprechpartnerinnen des Verlags kennen. Hier traf ich zum ersten Mal auf Adriana Popescu alias Carrie Price und Anne Freytag alias Ally Taylor. Natürlich durften da Fotos und Unterschriften nicht fehlen!

Foto mit Adriana Popescu ...

... und Anne Freytag!
Auch über die Begegnung mit Rainer Wekwerth habe ich mich sehr gefreut. Dieser hat uns sein neues Projekt „Hamburg Rain 2084“ vorgestellt. Gemeinsam mit sechs Nachwuchsautoren hat er eine dystopische Welt erschaffen, in der jeder eine eigenständige Geschichte angesiedelt hat. Das klingt richtig spannend!

Die Autoren von Hamburg Rain 2084
Der letzte Termin des Tages war für uns das Lovelybooks Lesertreffen. Ingrid und ich waren schon vor vier Jahren das erste Mal beim Lesertreffen – damals noch ohne Goodiebags, im Freien und mit circa 30 Teilnehmern. Das hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt. Schon 10 Minuten vor dem Start war es so voll, dass kein Durchkommen mehr möglich war. Eigentlich hatten wir für das Treffen einiges an Zeit mitgebracht, doch bei den Massen verging uns die Lust und wir verließen das Treffen bald wieder.

Völlig platt von den ganzen Messeeindrücken schauten wir dann noch in der Halle für englische Bücher vorbei, doch dort war man nicht auf Stöbern eingestellt – sämtliche Stände waren mit Stühlen abgesperrt und erlaubten es dem Besucher nicht einmal, sich die Bücher aus der Nähe anzuschauen. Schade. Nach einer letzten Stippvisite in Halle 3.0 machten wir uns dann mit ganz vielen Eindrücken und einer prall gefüllten Wunschliste im Gepäck auf den Heimweg.

Liebe Buchmessebesucher, was war euer Highlight in diesem Jahr? Liebe Daheimgebliebenen, welchen Buchschatz habt ihr in der Zwischenzeit entdeckt?

Montag, 19. Oktober 2015

[Rezension Ingrid] Sabine Kornbichler - Das böse Kind


Titel: Das böse Kind (3. Band der Kristina-Mahlo-Reihe)
Autorin: Sabine Kornbichler
Erscheinungsdatum: 19.10.2015
Verlag: Piper Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Leseexemplar (Fahne)
(Haupt-)Handlungsort: Obermenzing (München)
Handlungszeit: Gegenwart




„Das böse Kind“ von Sabine Kornbichler ist der dritte Band der Kristina Mahlo-Reihe. Die ersten beiden Bände habe ich nicht gelesen, dennoch hat es die Autorin verstanden, mir die fehlenden Informationen zu früheren Geschehnissen an entsprechender Stelle zu vermitteln. Gleichzeitig bleibt aber genug Anreiz bestehen, den ersten und zweiten Band noch nachträglich zu lesen.

Die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo, kurz Kris genannt, hat mit dem Detektiv Martin eine Beziehung angefangen, nachdem ihr Freund Simon eine Auszeit gefordert hat. Während sie sich über ihre Gefühle zu beiden Männern erst noch klar werden muss, erhält sie vom Gericht die Anfrage, den Nachlass einer jungen Frau zu verwalten. 

Michaela Breuer hat sich im Laufe eines Gesprächs mit ihrem WG-Mitbewohner auf dem Fuß umgedreht, ist auf die Straße gerannt und dort tödlich verunglückt. Durch eine Freundin von Michaela erfährt Kris, dass diese sich verfolgt fühlte und eine bestimmte Sache sie in Panik versetzen konnte. Aufgrund ihrer Schilderung erinnert Kris sich an einen Nachlass, den sie vor längerer Zeit bearbeitet hat. Die Verstorbene führte Tagebuch. Kris erkennt Parallelen in den Aufzeichnungen, die sie unberechtigter Weise aufgehoben hat, zum aktuellen Fall. Die Verbindungen lassen ihr keine Ruhe, sie muss der Sache auf den Grund gehen, auch wenn alle Freunde und Bekannte sie aufgrund der zurückliegenden Erfahrungen davon abhalten wollen ….

Wer die ersten beiden Bände der Reihe gelesen hat, wird auch in diesem Buch wieder auf viele alte Bekannte treffen. Ich habe mich gefreut, diese rundum interessanten Charaktere kennen zulernen, denn jeder von ihnen hat seine eigenen Sorgen und Probleme, die realistisch und verständlich sind. Kris ist eine Person mit Ecken und Kanten und wurde mir im Laufe der Geschichte zunehmend sympathisch. Entgegen des Ratschlags ihrer Freunde vertieft sie sich immer mehr in die Hintergründe des Falls.

Gleichzeitig beschäftigt sie aber auch ihr Privatleben. In ihrer eigenen Beziehung steht eine Entscheidung aus und im Verhältnis ihrer Eltern zueinander und bei ihren besten Freunden gibt es Veränderungen. Hier wird das Feingefühl von Kris gefordert, die sich ein harmonisches Miteinander wünscht. Im Umfeld der Ermittlungen in dem ihr vorliegenden Fall trifft sie dagegen auf Unverständnis im Verhältnis der Familienmitglieder füreinander.

Der Krimi ist in der Ich-Form von Kris erzählt, so dass ihre Gedankengänge dem Leser offensichtlich werden. Der anhaltend spannende Krimi profitiert  von der Erzählperspektive vor allem in beklemmenden Situationen in die Kris sich begibt und die dadurch hervorgerufen werden, dass nicht jeder ihr Vorgehen gutheißt. Das unterschwellig gefühlte Unbehagen der Protagonistin kann der Leser leicht nachspüren.

Der Krimi lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Zusammenhänge sind schlüssig, die Handlung gelungen konstruiert. Sabine Kornbichler baut verschiedene Charaktere als Täter auf, die endgültige Fallklärung zeigt sich spät und wartet zum Ende nochmals mit einer Überraschung auf. Die Betitelung des Buchs lässt sich erst am Schluss richtig einordnen.

Mir hat das Buch sehr gefallen, vor allem auch weil ich am Privatleben der ungewöhnlichen Ermittlerin  teilnehmen durfte. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an Krimileser.

Sonntag, 18. Oktober 2015

(Ingrid) Kurzinterview mit Thomas Krüger


Die randomhouse-Verlagsgruppe hatte sich für ihr Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse, das in diesem Jahr nun schon zum dritten Mal stattfand, etwas Besonderes einfallen lassen. Damit Blogger und Autoren noch besser zusammenfinden, bekam jeder Blogger, der schnell genug war, sich aufgrund der Einladung per E-Mail anzumelden, und dadurch eine Eintrittskarte ergattern konnte, vorab einen der anwesenden Autoren zu gelost. Im Anschreiben von randomhouse erhielt der Blogger zudem zwei Fragen für ein (sehr) kurzes Interview, die er dem jeweiligen Autoren auf dem Blog'n'Talk stellen sollte.

Mit wurde auf diese Weise Thomas Krüger zu gelost. Leider habe ich bisher noch nichts von ihm gelesen, werde es aber bald tun und hier berichten. Der gerade erst im Heyne Verlag erschienene dritte Band seiner Serie rund um den westfälischen Ermittler Erwin Düsedicker und seinen beiden Laufenten Lothar und Lisbeth liegt bereits bei mir.



Ich habe den Autor als aufgeschlossene, sympathische Person kennengelernt, der ich nicht nur die beiden Kurzinterviewfragen gestellt habe. Wir wir sind auch ein wenig ins Plaudern gekommen. Dazu unten mehr, zunächst einmal die Interviewfragen:


  • Wurden Sie als Autor entdeckt oder haben Sie Manuskripte eingereicht?

    Thomas Krüger hat schon Einiges in verschiedenen Genre geschrieben und das Verfasste an Verlage eingereicht, bis es schließlich geklappt hat.
  • Was ist Ihr Lieblingsgenre?

    Ganz eindeutig Lyrik. Er schreibt Gedichte beispielsweise auch zum Entspannen zwischen der Arbeit an seinen Romanen.

Thomas Krüger ist gebürtig aus Löhne in Westfalen und lebt heute in Bergisch Gladbach. Wie bereits erwähnt, schreibt er am liebsten Gedichte und hat auch schon einiges in dieser Richtung veröffentlicht. Auch einige Kinderbücher sind von ihm erschienen. Seit 2007 betreibt er einen eigenen Hörbuchverlag  (Schall & Rauch) und gründete 2011 den Kinderbuchverlag Lausbuch. An einem (schließlich veröffentlichten) Fantasyroman hat er acht Jahre geschrieben. Zur Kriminalromanserie um Erwin und seinen Laufenten fühlte er sich durch seine westfälische Herkunft inspiriert. In diesen Büchern kann er seine Figuren mit den ihm wohl bekannten Eigenschaften der Heimat ausstatten. Beim Erzählen merkte ich, dass Thomas Krüger seine Charaktere selbst wertschätzt und sie mit viel Vergnügen in Sprache umsetzt.

Vielen Dank an randomhouse für die Organisation der Veranstaltung und ein ganz besonders herzliches Dankeschön an den Autor, der mir mit viel Geduld Rede und Antwort gestanden hat, obwohl noch weitere Blogger das Gespräch mit ihm gesucht haben. Zum Abschluss habe ich Thomas Krüger gebeten in unser Signierbuch zu schreiben. Auf meinen speziellen Wunsch hin, hat er auch etwas gezeichnet. Es finde es gelungen und habe mich sehr darüber gefreut.



Eure Ingrid

Donnerstag, 15. Oktober 2015

[Rezension Ingrid] Petra Durst-Benning - Kräuter der Provinz

Titel: Kräuter der Provinz
Autorin: Petra Durst-Benning
Erscheinungsdatum: 14.09.2015
Verlag: blanvalet Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Klappbroschur/Leseexemplar
Handlungsort: Maierhofen (fiktiv)
Handlungszeit: Gegenwart


In ihrem Roman „Kräuter der Provinz“ serviert Petra Durst-Benning ein (Lese-) Geschmackserlebnis der ganz eigenen Art. Der Roman spielt in der Gegenwart. Aus dem beschaulichen Ort Maierhofen im schwäbischen Allgäu sind schon viele junge Leute weggezogen. Einige sind geblieben, wenn auch meist dadurch, dass sie sich ihren Eltern gegenüber verpflichtet fühlen. Im Ort gibt es immer weniger florierende Geschäfte. „Wo soll das nur hinführen?“ fragt sich Therese, die Bürgermeisterin und Inhaberin des Gasthofs „Zur Goldenen Rose“. Gerade hat sie von ihrer schweren Krankheit erfahren, eine Operation ist unumgänglich. Gerne würde sie dem Ort eine Zukunft geben, ob mit oder auch ohne sie selbst. Durch Zufall erfährt sie, dass ihre in Frankfurt lebende Cousine Greta einen Werbepreis erhalten hat. Therese glaubt, dass Greta das Image des Orts mit ihrem Know How verbessern und damit mehr Touristen anlocken könnte. Leider fehlt ihr das Geld, um ihre Cousine zu engagieren. Doch sie hat weder mit den Maierhofenern gerechnet noch mit Greta, die dem Charme des Orts ihrer Kindheit bis heute nachhängt. Und da ist plötzlich die zündende Idee: Maierhofen soll ein Genießerdorf werden!

Schon das Buch in der Hand zu halten gibt ein gutes Gefühl, denn der Kartonumschlag hat eine Rippenstruktur. Der farbliche Hintergrund des Covers steht synonym für das sonnige Gemüt der Maierhofener und strahlt ein Gefühl der Hoffnung aus. Diejenigen die den Roman lesen, werden wissen, was alles erreicht werden kann, wenn man zusammenhält und gemeinsam etwas aufbaut. Dadurch erhält jeder der Dorfbewohner einen kleinen Teil der erreichten Aufmerksamkeit und ein wenig Selbstbestätigung, für viele ist das existenziell. Die Charaktere in diesem Roman dürfen ihre Träume leben. Die Autorin vergisst aber auch nicht die Schattenseiten von öffentlicher Bekanntheit und Ruhm zu beleuchten und einzubauen. Das gerade macht die Geschichte so realistisch. Bei allem Überschwang für eine Idee bringt sie auch Bedenken ein, dass der Erfolg ausbleiben kann. Und ebenso wird nicht verschwiegen, dass Erfolg mit Mühen verbunden ist. Auch dieser Fakt kann zur Stolperfalle werden.

Wer die facebook oder Webseite der Autorin besucht und in ihren Posts liest wird feststellen, wie viel Herzblut die Autorin in Themen gelegt hat die ihr am Herzen liegen wie zum Beispiel regional einkaufen oder vegane Produkte. Obwohl sie wie oben erwähnt in ihrem Buch auch die Ängste auf dem Weg der Verwirklichung der eigenen Träume sieht, besticht die Erzählung durch einen durchgehend locker beschwingten Schreibstil. Sie versteht es die Gegend so zu beschreiben, dass man glaubt, sie vor sich zu sehen und die entsprechenden feinen Gerüche der regionalen Produkte wahrzunehmen. Auch die Chance, die unsere heutigen Kommunikationsmöglichkeiten zum Marketing bieten, bindet Petra Durst-Benning in ihren Roman ein.

Das Buch bietet beste Unterhaltung, während es ganz nebenbei ein wenig nachdenklich stimmt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich wünsche ihm noch viele weitere Leser.

Dienstag, 13. Oktober 2015

[Rezension Hanna] Die Chroniken von Toronia - J. D. Rinehart


Inhalt
König Brutan herrscht in Toronia mit aller Grausamkeit. Doch eine Prophezeiung besagt, dass drei Erben ihn stürzen und als neue Herrscher Frieden ins Königreich bringen werden. Als eine Geliebte des Königs tatsächlich Drillinge zur Welt bringt und zugleich der prophezeite Dreistern am Himmel erscheint, weiß der Zauberer Melchior, dass die Kinder in großer Gefahr sind. Mit einer List kann er die Kinder retten und schickt Männer los, um sie in weit voneinander entfernten Orten aufwachsen zu lassen. Dreizehn Jahre später geraten die Dinge ins Rollen als Gulph, der nichts von seinem Status als Prinz weiß, auf König Brutan trifft. Doch wird sich die Prophezeiung tatsächlich als wahr erweisen?

Meinung
Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem man als Leser von der Prophezeiung und der Geburt der Drillinge erfährt. Nach wenigen Seiten springt das Buch 13 Jahre in die Zukunft und wirft den Leser mitten ins Geschehen. Hier fühlte ich mich zunächst orientierungslos, weil nur wenig über das Königreich Toronia und das Leben dort erklärt wird. Stattdessen muss man es sich aus der Handlung erschließen. Dank der Prophezeiung wusste ich aber, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, sodass ich mich allmählich besser zurechtfand.

Die Handlung springt zwischen den Leben der Drillinge hin und her und so lernt man die völlig unterschiedlichen Leben der Geschwister näher kennen. Der Autor hat sich für alle eine interessante Kindheit ausgedacht. Während Gulph als Schlangenmensch bei einer Gauklertruppe aufwuchs, lebt Tarlan bei einer Hexe und hat riesige Vögel, sogenannte Thorrods, als Freunde. Elodie weiß hingegen als einzige von ihrer Abstammung und behandelt ihr Umfeld deshalb von oben herab. Alle drei sind recht eindimensionale Charaktere, bei denen ich die Tiefe vermisste.

Auch die Handlung ist eher einfach gestrickt und hat mich nicht sonderlich überraschen können. Von der Sprache her richtet sich das Buch hauptsächlich an junge Leser, ausgewiesen ist das Buch für Leser ab 10 Jahren. Gleichzeitig hat der Autor zahlreiche Kämpfe in die Handlung eingebaut, damit Spannung aufkommt. Diese sind teils von einer Brutalität, die für mich nicht zur Zielgruppe passt. Da werden zum Beispiel von Klauen halbierte Menschen und von Schwertern abgetrennte Köpfe im Nebensatz erwähnt und können die jungen Prinzen nicht aus der Fassung bringen.

Generell zeichnet sich das Buch durch ein hohes Tempo aus, sodass es nicht langweilig wurde. Bei all der Action sind mir die zwischenmenschlichen Szenen aber etwas zu kurz gekommen. Die Geschichte funktioniert außerdem nur, weil die Charaktere ständig riesiges Glück haben oder durch einen totalen Zufall genau die richtige Bekanntschaft machen. Eine wirklich neuartige Idee suchte ich vergeblich, vielmehr hat der Autor Ideen aus dieser und jener bekannten Fantasygeschichte vermixt und eine durchschnittliche Geschichte geschaffen, die sich in meinen Augen nicht von der starken Konkurrenz in diesem Genre abheben kann. Ich vergebe knappe drei Sterne an die Drillinge und ihren Versuch, an die Krone zu gelangen und Toronia den Frieden zu bringen.

Buchinfos

Titel: Die Chroniken von Toronia
Autor: J. D. Rinehart
Übersetzerin: Friedrich Pflüger
Hardcover: 416 Seiten
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsdatum: 9. August 2015
Verlag: FISCHER Sauerlänger
Handlungszeit: unbekannt
Handlungsort: fiktives Königreich Toronia
Link zur Buchseite des Verlags

Sonntag, 11. Oktober 2015

[Neuzugänge Ingrid] Was haben diese beiden Bücher gemeinsam?



Liebe FollowerInnen:

sicher ahnt ihr die Antwort auf meine verwegene Postfrage schon. Rein äußerlich stelle ich wenig Gemeinsamkeiten fest, außer vielleicht, dass eine Frau auf beiden Covern zu sehen ist. So unterschiedliche Bücher habe ich selten in einer Woche erhalten. Nun möchte ich euch die beiden neuen Schätze kurz vorstellen:

1. Barbara Wood: "Die Insel des verborgenen Feuers", erscheint am 22.10.2015 bei Krüger (Fischerverlag)

Vor meiner Bloggerzeit habe ich einige Bücher von Barbara Wood gelesen, die mir wegen des mystischen Elements, dass sie beinhalteten, meist gut gefallen haben. Nun freue ich mich auf ein weiteres Buch der Autorin.

Zum Inhalt: Die junge Amerikanerin Emily ist 1820 von Hawaiis Exotik fasziniert und verunsichert zugleich. Ohne es zu wollen, bringt sie Unglück über die Inselbewohner.
Vierzig Jahre später spürt Missionsssschwester Theresa die Schatten, die über dem Paradies liegen. Gelingt es ihr, das geheime Feuer neu zu entfachen und ihr eigenes Glück zu retten?
Barbara Woods neues Epos ist Leidenschaft pur.

2. Aurélie Bastian: "Französisch kochen mit Aurélie - Meine Lieblingsrezepte", erschienen bei Bassermann

Noch von meinem letzten Urlaub in Frankreich inspiriert, dachte ich mir, dass es eine gute Idee wäre, selber zu Hause einmal in dieser Richtung zu kochen. Auf das Buch aufmerksam wurde ich durch eine Einladung des Verlags, der Hanna und mich auf der Frankfurter Buchmesse zu einer Verkostung eingeladen hat, bei der die Autorin kleine Köstlichkeiten zubereiten wird. Wie bei den anderen von mir rezensierten Kochbüchern wird es hier mindestens Fotos von drei nachgekochten Gerichte auf unserem Blog geben, die euch vielleicht inspirieren werden, das Buch selbst zu besitzen.

Zum Inhalt: Die Autorin Aurélie Bastian stellt sich kurz vor und beschreibt ihr Buch so: "Ich stelle in diesem Buch meine liebsten Klassiker vor und habe mir tolle Alternativen und Variationen ausgedacht, damit Ihr sie auch hierzulande kochen könnt. Es wäre doch sinnlos, Rezepte zu zeigen, für die man Zutaten braucht, die man außerhalb Frankreichs nicht einfach bekommt.

Es gibt viele Rezepte, aber genauso wichtig sind die Tipps und Kommentare, Stepfotos, Übersichts- und Austauschtabellen, damit Ihr auch zu hause perfekte französische Speisen zaubern könnt. Es ist also ein Handbuch für die Französische Küche und nicht einfach eine Rezeptsammlung. Viel Spaß und bon Appétit!"

Wären diese Bücher auch etwas für euch?

Eure Ingrid

[Rezension Hanna] Red Rising - Pierce Brown


Die Reihe

Band 1: Red Rising
Band 2: Red Rising. Im Haus der Feinde (ET: 13. Juni 2016)
Band 3: Red Rising. Tag der Entscheidung (ET: 12. September 2016)


Inhalt
Darrow lebt als Pionier auf dem Mars. Als Roter schuftet er in den Minen, um kostbares Helium-3 zu fördern, das für das Terraforming genutzt wird. Wenn dieses eines Tages abgeschlossen ist, werden auch Menschen anderer Farben auf dem Mars leben können. Darrow hat die Oberfläche noch nie gesehen und besitzt nur das Allernötigste, um zu überleben. Als seine Frau Eo für den Traum von „mehr“ stirbt, will auch er nicht weiterleben. Doch eine Rebellengruppe rettet ihn vom Galgen und zeigt ihm, dass sein gesamtes Leben eine Lüge war. Als angebliches Mitglied der Oberschickt soll er nun die Reihen der herrschenden Goldenden infiltrieren, um aus einer mächtigen Position für die Freiheit der Roten zu kämpfen. Im Institut der Goldenen erwarten ihn harte Prüfungen sowie neue Feinde und Freunde. Wird sich Darrow behaupten können?

Meinung
Auf den ersten 100 Seiten des Buches lernt man Darrows Leben als Roter in den Minen des Mars kennen. Schon bei den ersten Beschreibungen seiner Arbeitsbedingungen graute es mir. Er und sein Clan müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen schuften. Nur wenn sie genug Helium-3 fördern, erhalten sie von ihren Aufsehern, den Grauen, ausreichend Nahrung. Diese Art zu leben hat mich erschreckt und ich hoffte, dass es bald Veränderungen zugunsten der Roten geben wird. Bald begann man zu spüren, dass so mancher Roter sich nicht mit diesem Leben abfinden will. Ein Betrug und eine Entdeckung bringen die Dinge ins Rollen und sorgten dafür, dass Darrows Leben sich völlig verändert.

Darrow ist ein zäher und sturer Typ, der sich ein Ziel setzt und dann alles daran setzt, es zu erfüllen – koste es, was es wolle. Oft benimmt er sich dabei geradezu leichtsinnig. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft sein Leben auf Messers Schneide stand und er dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen ist. Das gesamte Buch ist aus seiner Perspektive geschrieben, weshalb ich seine Entscheidungen nachvollziehen konnte. Gleichzeitig war ich nicht immer mit dem Weg einverstanden, für den er sich entschieden hat.

Nachdem Darrow die Minen verlassen hat, beginnt für ihn ein gänzlich neues Leben, das die ersten 100 Seiten wie einen bösen Traum erscheinen lässt. Doch auch sein neues Leben als Mitglied der Oberschicht ist keineswegs einfach. Um eine machtvolle Position zu erlangen, muss er eine Ausbildung im Institut durchlaufen. Dieses erweist sich als echte Schlangengrube. Der Rest des Buches erzählt ausschließlich davon, wie er sich bei den Prüfungen des Institutes schlägt.

Im Institut geht es grausam und brutal zu, denn im Kampf um Macht und eine gute Ausgangsposition für die Zukunft lassen seine Konkurrenten keine Gnade walten. Schnell findet man sich mitten in einem künstlich geschaffenen Krieg wieder. Ausgerenkte Finger, Vergewaltigungen, abgeschnittene Ohren, Stichwunden und andere Verletzungen aller Art sind dabei an der Tagesordnung und werden detailreich beschrieben. Für zarte Gemüter ist diese Geschichte definitiv nichts.

Ich fand es ziemlich erstaunlich, wie aus dem Roten Darrow in so kurzer Zeit eine Person werden konnte, die allen anderen mühelos überlegen ist. Ich fand es unrealistisch, dass Darrows mehr als gewagte Pläne immer dank einer großen Portion Glück aufgehen, er dann aber mehrfach in ähnlich gestellte Fallen tappt. Zudem hätte ich mir noch mehr Handlung gewünscht, die sich nicht um Kriegsstrategie dreht. Die Zeit am Institut zog sich vor allem im Mittelteil zunehmend in die Länge, doch auf einen Schauplatzwechsel wartet man in diesem Trilogieauftakt vergeblich. Zum Ende hin kommt ordentlich Bewegung in die lange festgefahrene Situation und es wurde noch einmal richtig spannend. Schließlich trifft Darrow eine wichtige Entscheidung. Über deren Konsequenzen wird der Leser mehr in der Fortsetzung „Im Haus der Feinde“ erfahren, die ich auf jeden Fall lesen möchte.

Fazit
„Red Rising“ ist eine actiongeladene Dystopie, in der ein ehemaliger Skalve die Reihen der Oberschicht infiltriert. Doch um eine machtvolle Position zu erlangen, muss er eine Ausbildung durchlaufen, die in diesem Trilogieauftakt im Vordergrund steht. Für meinen Geschmack kamen bei einer Menge Action die Handlung und Hintergründe zu kurz. Doch die Frage, wie sich Darrow in diesem künstlich geschaffenen Krieg schlagen wird, hat mich fesseln können. Wenn ihr Dystopien mögt, in denen es kämpferisch so richtig zur Sache geht, dann solltet ihr „Red Rising“ nicht verpassen!

Buchinfos

Titel: Red Rising
Autor: Pierce Brown
Übersetzer: Bernhard Kempen
Klappenbroschur: 576 Seiten
Preis: 12,99 Euro
Erscheinungsdatum: 14. September 2015
Verlag: Heyne Verlag
Handlungszeit: Zukunft
Handlungsort: Mars
Link zur Buchseite des Verlags