Sonntag, 17. Januar 2016

[Rezension Hanna] Mojito-Nächte - Kerstin Sgonina


Titel: Mojito-Nächte
Autorin: Kerstin Sgonina
Taschenbuch: 336 Seiten
Erschienen am 1. September 2015

Inhalt
Die neunundzwanzigjährige Emmi wohnt in Berlin und ist mit ihrem Leben relativ zufrieden: Sie verdient ein bisschen Geld als Servierkraft in einer Großküche und führt eine imaginäre Beziehung mit Ryan Gosling. Ihre große Leidenschaft aber ist das Kochen, und jeden Montag lädt sie ihre beiden besten Freundinnen zum kulinarischen Mädelsabend ein. Ihre Kochlehre hat sie allerdings abgebrochen – zu sehr ist diese mit den Erinnerungen an einen Mann verknüpft, an den sie nicht mehr denken möchte. Doch plötzlich ändert sich ihr Leben radikal: Sie verliert aus heiterem Himmel ihren Job und trifft gleichzeitig einen faszinierenden Mann, der ganz und gar nicht fiktiv ist. Wird Emmi ein Neuanfang gelingen?

Meinung
Die Protagonistin Emmi lernt man zu Beginn des Buches in ihrem gewohnten Umfeld kennen. Ihre Tage haben schon seit mehreren Jahren eine Routine, mit der sie sich arrangiert hat. Schnell merkt man als Leser aber, dass Emmis Leben zwar ganz okay ist, sie aber in Beruf und Liebe durchaus etwas Besseres verdient hätte. Immerhin hat sie zwei sehr gute Freundinnen, die ihr in jeder Lebenslage zur Seite stehen: Annabelle wird als DJane immer beliebter, trotzdem arbeitet sie weiterhin tagsüber in einer Videothek. Terese ist im Gegensatz zu den beiden Singles schon länger mit Hase aka Peter glücklich und arbeitet als Stewardess. Die drei gehen gemeinsam durch dick und dünn, trinken dabei gerne mal einen Mojito und verspeisen vor allem bergeweise Emmis selbstgemachtes Essen.

Die Unterstützung durch ihre beiden Freundinnen braucht Emmi schon nach wenigen Seiten dringend, denn der Verlust ihres Jobs wirft sie gehörig aus der Bahn. Ich fand es reichlich unlogisch, dass ein Mitarbeiter nach fünf Jahren aufgrund eines fallengelassenen Tellers sofort entlassen werden kann. Auch Emmis Verhalten während der Jobsuche traf bei mir auf Unverständnis. Kann man sich wirklich so naiv benehmen und mit mehr Glück als Verstand sogar damit durchkommen? In ihrem neuen Job ist Emmi dann natürlich gleich ein Naturtalent. Das alles fand ich ziemlich klischeehaft und konnte währenddessen auch mit Emmi nicht wirklich warm werden.

Im weiteren Verlauf wurde die Geschichte dann aber doch besser und konnte mich zunehmend unterhalten. Emmis Leidenschaft für das Kochen nimmt eine immer wichtigere Rolle ein. Die Autorin ließ mich Emmis Begeisterung spüren und ich hoffte gemeinsam mit Emmi, dass sie aus diesem Hobby mehr machen kann. Wohin die Liebe Emmi führen wird war zwar absolut vorhersehbar, doch es war amüsant, Emmi in so manches Fettnäpfchen treten zu sehen. Ich hätte mir allerdings noch mehr Szenen zwischen ihr und einem ganz bestimmten Mann gewünscht… dieser kam zwischen Kochen, Mojitos und Job dann doch zu kurz. Zum Ende hin läuft dann alles zusammen, es werden kleine Geheimnisse gelüftet und es gab einige schöne Überraschungen. Nach einem eher mauen Start hat das Buch damit für mich doch gelungen geendet.

Fazit
In „Mojito-Nächte“ begleitet der Leser die Protagonistin Emmi bei einem Neustart ihres Lebens. Ein neuer Job und vielleicht auch endlich ein neuer Mann? Unterstützung erhält sie durch ihre beiden besten Freundinnen. Der Roman bedient sich reichlich an gängigen Klischees: Sex and the City meets Verliebt in Berlin. Nach einem faden Start besserte sich das Buch dann aber vor allem, indem Emmis Kochleidenschaft zunehmend in den Mittelpunkt rückt und die Autorin das ganze doch irgendwie versöhnlich enden lässt. Alles in allem bekommt das Buch von mir knappe drei Sterne.


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