Samstag, 13. Februar 2016

[Rezension Hanna] Infernale - Sophie Jordan


Infernale
Autorin: Sophie Jordan
Übersetzerin: Ulrike Brauns
Hardcover: 384 Seiten
Erscheint am 15. Februar 2016
Verlag: Loewe

Inhalt
Davina Hamilton führt ein perfektes Leben: Sie hat einen Freund, um den sie beneidet wird, eine tolle beste Freundin, spielt mehrere Instrumente und bereits eine Zusage für das Juilliard, ein renommiertes Musikkonservatorium. Doch dann bricht ihr Leben in kürzester Zeit zusammen: Ihr Test auf das sogenannte „Mördergen“ HTS ist positiv. Die Kriminalität in Amerika ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen, und die Mehrheit der Verbrechen wird von Trägern des Gens verübt. Davy muss ihre Schule verlassen, das Juilliard zieht seine Zusage zurück, ihre Freundin will sie nicht mehr sehen und sie steht ab sofort unter strenger Beobachtung: Sollte sie ein Verbrechen begehen, dann erhält sie ein markantes Halstattoo, das sie als Trägerin markiert. Für Davy spitzt sich die Lage zunehmend zu. Wird sie beweisen können, dass in ihr mehr steckt als eine geborene Verbrecherin?

Meinung
Ich habe das Buch überraschend erhalten, und das Cover hat meine Neugier gleich wecken können. Ich finde die Farben des Covers sehr schön und habe mich gleich gefragt, warum das abgebildete Mädchen eine Markierung am Hals trägt. Gleich auf der ersten Seite des Buches wird kurz erklärt, was das HTS-Gen ist und warum immer mehr Menschen darauf getestet werden. Mit diesem dystopischen Ausgangsszenario im Kopf lernte ich Davy in ihrem perfekten Leben kennen.

Zu Beginn des Buches hatte ich Schwierigkeiten, mich in Davy hineinzuversetzen. Auf mich machte sie einen oberflächlichen Eindruck. Dennoch konnte ich nachvollziehen, wie schrecklich sie sich fühlen musste, als ihr in kürzester Zeit ihr Leben weggenommen wird. Gemeinsam mit ihr ärgerte ich mich über die Ungerechtigkeiten, die sie immer wieder erlebt. Am meisten verletzt es sie, dass all ihre Freunde sich von ihr abwenden. Gleichzeitig machen ihre abgedruckten Gedanken aber deutlich, dass sie sich genauso verhalten hätte, wenn ihre beste Freundin die Diagnose erhalten hätte. Im Laufe des Buches wird Davy aber zunehmend taffer und hat mir besser gefallen.

Im ersten Teil des Buches begleitet man Davy dabei, wie sie ihr bekanntes Leben hinter sich lässt und sich an eine gänzlich neue Umgebung mit neuen Regeln gewöhnen muss. Nun verbringt sie die meiste Zeit mit anderen HTS-Trägern. Besonders der markierte Sean fasziniert sie. Er erfüllt jedes Klischee eines Bad Boys, der sie immer wieder aus brenzligen Situationen rettet. Auch den ruhigeren Gil lernt sie allmählich besser kennen. Auch wenn das Tempo zügig ist, habe ich nicht so recht verstanden, wo die Autorin mit ihrer Geschichte hinwill. Zugleich hatte ich Schwierigkeiten damit, mich auf das Setting einzulassen. Warum erhalten straffällig geworden HTS-Träger ein Tattoo, das sich mit einem Rollkragenpullover verdecken lässt, aber keine Tracker oder sonstige Mittel, um sie zu überwachen? Warum sperrt man sie in einen Käfig und lässt sie dann unbewacht durch die Schule laufen? Über solche Fragen stolperte ich immer wieder.

Im zweiten Teil des Buches macht die Geschichte eine 180-Grad-Wendung und geht in eine ganz neue Richtung. Mit einer haarsträubenden Begründung bleiben neben Davy auch Sean und Gil Teil der Geschichte. Diesen zweiten Teil fand ich spannender als den ersten und es gelang mir besser, mich auf die Geschichte einzulassen. Davy findet sich in einer wahren Schlangengrube wieder und ich war neugierig, wie sie sich schlagen wird. Dabei ist Sean stets zur Stelle, um sie zu retten. Das wurde mir irgendwann aber zu viel, viel lieber hätte ich Davy Dinge aus eigener Kraft erreichen sehen. Vom ruhigen Gil hätte ich hingegen gerne mehr gelesen, er hat mir sehr gut gefallen. Wie auch im ersten Teil spitzt sich die Lage erneut unaufhörlich zu und die Geschichte endet in einem Cliffhanger, der mich neugierig auf den zweiten Teil der Dilogie machte.

Fazit
„Infernale“ nimmt den Leser mit in eine dystopische Welt, in welcher ein Gentest sagt, ob eine Person mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gefährlicher Verbrecher ist. Auch bislang unauffällige, intelligente Jugendliche wie Davy werden durch die Diagnose im Nu Opfer von ausgeprägter Stigmatisierung. Doch was macht ein Verbrechen wahrscheinlicher: Das HTS-Gen selbst oder die Behandlung in Folge der Diagnose? Wenn ihr euch auf die Suche nach Antworten auf diese Frage begeben wollt, dann greift zu diesem Buch. Für mich war „Infernale“ eine unterhaltsame Lektüre mit einigen Schwächen, weshalb ich drei Sterne vergebe.

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    das ist die erste mittelmäßige Rezi, die ich zu dem Buch lese. Bei mir darf das Hörbuch einziehen und ich bin schon gespannt.

    LG
    Sonja

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