Mittwoch, 13. Juli 2016

[Rezension Ingrid] Mörderische Pläne von Noah Fitz


Titel: Mörderische Pläne
Autor: Noah Fitz
Erscheinungsdatum: 01.03.2016
Verlag: Createspace Publishing
rezensierte Ausgabe: Taschenbuch

Aufgrund vieler guter Bewertungen im Internet, ohne diese jedoch im Einzelnen gelesen zu haben, hatte ich mich darauf gefreut, das Buch „Mörderische Pläne“ von Noah Fitz zu lesen. Jedoch war ich nach dem Lesen sehr enttäuscht, dazu im Folgenden mehr.

Der Klappentext gab noch wenig darüber her, um welches Thema der Krimi sich drehen würde. In einer Wohnung wird eine Frau ermordet aufgefunden, unweit des Tatorts liegt ein schwer verletzter Mann. Der ermittelnde Kommissar Breuer zieht den freiberuflich tätigen Psychologen Dr. Hornoff zu den Ermittlungen hinzu. Dieser findet in der Wohnung Spuren von einem Kind, dessen Verbleib ungeklärt ist.

Die Erzählung wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt. Einerseits von Dr. Hornoff, andererseits von dem jungen Moldawier Alexander. Eine Schlepperbande hatte ihn zusammen mit seiner Mutter, dem oben erwähnten Opfer, und seiner Schwester die Flucht aus seinem Heimatland ermöglicht. Schließlich wird im weiteren Verlauf die Geschichte noch aus einer dritten allgemeineren Sicht geschildert, die nur dann zu Hilfe genommen wird, wenn die beiden anderen Figuren in der aktuellen Szene nicht anwesend sind. Das wirkte auf mich sehr bemüht, zumal diese Sicht erst nach etlichen Seiten zum ersten Mal vom Autor genutzt wird. Die beiden Ich-Erzählungen fand ich verwirrend und ohne zu viel von dem weiteren Verlauf der Geschichte vorweg nehmen zu wollen, ist meiner Meinung nach die Erzählung durch Alexander unpassend.

Das Buch enthält viele Grammatik, Rechtschreib- und Logikfehlern und Wortwiederholungen in kurzem Abstand. Ich denke, dass hier weder lektoriert noch testgelesen wurde. Unverständlich war mir die Rolle des Profilers Dr. Hornoff, da kein einziges Täterprofil erstellt wurde und seine Mitarbeit auch durch die Spurensicherung übernommen werden konnte. Interessant war zwar, dass mir Einblick in sein Privatleben gegeben wurde, seinen Umgang mit seinem Sohn konnte ich jedoch nicht gutheißen, da für mich körperliche Unversehrtheit meiner Familie im Vordergrund steht. 

Unverständlich ist mir stellenweise auch das Verhalten von Alexander, der von seiner Mutter nur das rudimentärste Deutsch gelernt hat und dann doch Kenntnisse zeigt, die darüber hinausgehen. Hier hätte man vielleicht eher auf Piktogramme zurückgreifen können.

Nach den ersten Seiten deutete sich an, dass der Krimi den Verkauf von Organen zum Thema haben würde. In der Konstruktion der Geschichte ist durchaus Potential enthalten. Die Sprache ist durchgehend einfach gehalten. An einigen Stellen, die recht verschwommen dargestellt wurden, hätte ich mir eine bessere Recherche und Ausführung gewünscht. Im Wesentlichen flacht die Spannung nach der ersten Szene deutlich ab und steigt später nur gelegentlich wieder an. Das aus den ersten Kapiteln sich ergebende Ziel, das Kind zu finden, verliert später an Bedeutung. Wichtig ist schließlich nur das Auffinden des Drahtziehers im Organerkauf. Das Ende fand ich unglaubwürdig, so wie einige dargestellte Szenen vorher auch.

Wegen der oben beschriebenen Mängel, aber aufgrund der erkennbar guten Ansätze über ein ernstes Thema vergebe ich zwei Sterne. 

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