Samstag, 19. November 2016

[Rezension Ingrid] Wir Kassettenkinder von Stefan Bonner und Anne Weiss



Titel: Wir Kassettenkinder - Eine Liebeserklärung an die Achtziger
Autoren: Stefan Bonner und Anne Weiss
Erscheinungstermin: 04.10.2016
Verlag: Knaur Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch

„Wir Kassettenkinder – Eine Liebeserklärung an die Achtziger“ von Stefan Bonner und Anne Weiss ist kein trockenes Geschichtsbuch mit einer Faktensammlung historischer Daten, sondern vollgepackt mit liebenswerten und weniger angenehmen Erinnerungen der beiden Autoren an die Zeit von vor etwa 30 Jahren. Für mich ich das Jahrzehnt verbunden mit Abitur, Studium, Ausbildung und Heirat, also ganz schön bewegt.

Die Autoren erzählen in der Wir-Form und aus der Erlebnissicht von Kindern beziehungsweise Jugendlichen, halt so wie die beiden es damals erlebt haben. Allerdings blicken sie in erwachsener Weise vor allem auf die politischen und geschichtlichen Hintergründe. Stefan Bonner ist im Bergischen Land aufgewachsen und Anne Weiss in Bremen. Bis auf einige Randbemerkungen beziehen sich die Erfahrungen daher auf Westdeutschland.

Das Buch gliedert sich nach einer kurzen Einführung in vier Kapitel. Im ersten Kapitel dreht sich alles um den ganz normalen Schulalltag verbunden mit der Freizeitgestaltung durch Bücher und Spiele. Das nächste Kapitel stellt den Leser vor Augen welche sorglosen Jahre die 1980er für Kinder und Jugendliche waren. Die Autoren widmen sich dem damaligen Fernsehprogramm, schildern den Ablauf eines typisch deutschen Urlaubs mit Kindern und die Gestaltung des Weihnachtsfests. Im dritten Kapitel geht es um Politik und Zeitgeschichte. Der verstörteste Moment und völlig unerwartet war sicherlich der Reaktorunfall von Tschernobyl. Ich persönlich erinnere mich sehr gut an den Morgen an dem ich ins Büro kam und von meiner Kollegin davon erfuhr. Umweltaktivismus und Friedensbewegung waren große Themen der Dekade. Der letzte Teil widmet sich der technischen Entwicklung. Schlagwörter hierzu sind Walkman, Videorekorder, Spielekonsole und die dafür benötigten titelgebenden Kassetten.

Das Buch ist in einem leicht lesbaren Plauderton geschrieben. Immer wieder fließen Werbesprüche in ihre Schilderung ein. Wenn auch ihre Ausführungen nicht abschließend sein können, so habe ich mich doch gerne mit in die damalige Zeit nehmen lassen. Die 1980er waren eine intensive Zeit für mich verbunden mit vielen Erinnerungen an schönen und leider auch negativen Erlebnissen. Ausgelöst durch das Gelesene blitzten immer wieder Szenen in meinen Gedanken auf, wie es bei mir im Vergleich zu dem im Buch geschilderten gewesen ist. Und natürlich kannte ich auch den überwiegenden Teil der genannten Musik- und Filmtitel wie auch der Fernsehsendungen.

Das Buch ist nicht nur für den Leser eine Zeitreise in die 1980er sondern bietet auch eine ideale Gesprächsgrundlage zwischen Jung und Alt oder auch für einen gemeinsamen Rückblick, ebenfalls als Geschenk bestens geeignet.

Kommentare:

  1. Das klingt sehr interessant und für mich 90iger Kind ist es auch interessant zu sehen, wie die 80er Jahre waren. :)

    Liebe Grüße ♥

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  2. Huhu Ingrid,
    danke für die schöne Rezi. Ich bin ja ein 80er Kind und habe das Buch auf der Wunschliste. Es klingt echt super!
    Liebe Grüße, Petra

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