Sonntag, 18. Dezember 2016

[Rezension Ingrid] Von Beruf Schriftsteller von Haruki Murakami


Titel: Von Beruf Schriftsteller
Autor: Haruki Murakami
Übersetzerin: Ursula Gräfe
Erscheinungsdatum: 13.10.2016
Verlag: Dumont Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Vielen Dank an den Dumont Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

„Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami ist das erste Buch, das ich von diesem japanischen Autor gelesen habe. Schon vielfach sind mir seine Romane im Buchhandel aufgefallen. Grundsätzlich interessiere ich mich für den Werdegang einer berühmter Persönlichkeit und durch seine Erfolge rechne ich Haruki Murakami dazu. Daher bekam ich Lust den Mensch hinter den Büchern näher kennenzulernen und das vorliegende Buch gab mir dazu die Gelegenheit. Schlicht, ohne Überflüssiges erscheint das Cover des Buches und spiegelt damit den Schreibstil des Autors wider nach dem dieser bereits zu Beginn seiner Karriere gesucht hat.

In 11 Essays erfuhr ich mehr zu Themen aus der literarischen Welt und auch zur Person Haruki Murakamis. Der Autor, dessen Werke inzwischen in 50 verschiedenen Sprachen erscheinen und dessen Leserzahlen mit jedem Buch steigen, schreibt zunächst über seine Anfänge als Schriftsteller. Nach seinem Studium eröffnete er gemeinsam mit seiner Frau ein Lokal, wozu die beiden einiges an Geld aufnehmen mussten. Die ersten Jahre waren hart, Schulden mussten abgearbeitet werden. Doch es lief immer besser und an einem Tag, wenige Monate vor seinem 30. Geburtstag, hatte Haruki Murakami ein Schlüsselerlebnis das dazu führte, dass er sich neben seiner anstrengenden Tätigkeit dem Verfassen eines Erzähltextes widmete. Mit diesem Text in seiner Urfassung war er jedoch noch nicht zufrieden, doch er diente ihm dazu einen persönlichen Stil zu finden. Noch vor Ablauf eines Jahres wurde die Endfassung des Textes für einen Nachwuchspreis nominiert.

In einem weiteren Essay widmet sich der Autor kritisch eben jenen Literaturpreisen und deren Nutzen für die Preisträger. Doch vor allem schreibt er im Folgenden in seinen Abhandlungen sehr persönlich über die Gestaltung seines Arbeitsalltag als Schriftsteller zu der die Themensuche genauso gehört wie die Ausformulierung von Charakteren. Haruki Murakami folgt einem strengen Tagesrhythmus zu der neben dem Schreibprozess auch sportliche Betätigung gehört. Er schreibt von seiner Liebe zu Musik und Film, die er auch immer wieder bewusst in seine Romane einfließen lässt, über die Gründe ins Ausland zu ziehen und über den Umgang mit Kritiken zu seinen Romanen. Die Essays sind so geschrieben, als ob der Autor sie einem Publikum vorträgt. Sie sind über einen längeren Zeitraum hinweg entstanden und haben ihm dazu gedient, über seine Arbeit nachzudenken und sich einen Überblick zu verschaffen, wie im Nachwort zu lesen ist.

Mit diesem Buch habe ich einen zurückhaltenden, unprätentiösen Autor kennengelernt, der seiner Tätigkeit diszipliniert nachgeht. Sicher hat auch die japanische Gesellschaft in der Haruki Murakami aufgewachsen und lange Zeit gelebt hat seinen Charakter mit geprägt und genau das finde ich so faszinierend beim Lesen des Buchs eines ausländischen Autors. „Von Beruf Schriftsteller“ hat mir Einblicke in Leben und Werk von Haruki Murakami gegeben und sicher werde ich demnächst einen Roman von ihm lesen und sehen ob sich das Bild, das ich mir über seinen Schreibstil gebildet habe, darin wiederfindet. Das Buch ist geeignet für Leser des Autors, die am Lebensweg von Haruki Murakami interessiert sind und Freunde von Biographien. 

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