Sonntag, 31. Januar 2016

[Vorfreude auf] Kate Morton - Das Seehaus

Quelle: Diana Verlag, Link)

Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, auf das ich mich außerordentlich freue. In den Wochen vor der Leipziger Buchmesse präsentieren die Verlage sehr gerne die "Flagschiffe" ihres aktuellen Programms und natürlich sind hier sehr, sehr viele sehr gute Bücher zu finden. Aber "Das Seehaus" von Kate Morton ist für mich etwas ganz besonderes. Es ist nach drei Jahren das erste Buch der Bestsellerautorin, deren Roman "Der verborgene Garten" ich regelrecht verschlungen habe. Frau Morton hat sich also viel Zeit zum Schreiben genommen und das kann doch eigentlich nur einen neuen Bestseller bedeuten ...

Kate Morton, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf, studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane "Das geheime Spiel", "Der verborgene Garten", "Die fernen Stunden" und "Die verlorenen Spuren" verkauften sich in 38 Ländern insgesamt über zehn Millionen Mal. Auch in Deutschland eroberte sie ein Millionenpublikum, alle Romane sind SPIEGEL-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Australien und England. (Quelle: Diana Verlag, Link zur Webseite)


Es ist aber für mich auch ein besonderes Buch, weil ich gemeinsam mit Hanna die Autorin auf der Frankfurter Buchmesse persönlich kennenlernen durfte. Sie ist eine bezaubernde und natürlich Person, die auch Interesse für ihre Leser hat und wir daher ein abwechslungsreiches kleines Gespräch spontan führen konnten. Dabei entstand das nachfolgende Foto. Vielen Dank an Julia Jerosch für diese tolle Aufnahme!






Doch nun möchte ich euch den Inhalt des Buchs nicht vorenthalten. Die folgende Inhaltsangabe habe ich der Verlagsseite zum Buch entnommen (Link zur Buchseite des Verlags):


Eine Mittsommernacht am See, die noch jahrzehntelang ihre Schatten wirft

Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.

Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …




Ich finde, das hört sich doch sehr gut an. Ich liebe Bücher mit Geheimnissen <3 Wie mir das Buch gefallen hat, darf ich euch allerdings erst zum Erscheinungstermin am 29.2.2016 verraten. Vielleicht möchtet ihr aber erfahren, wie es den englischsprachigen Lesern gefällt, weil das Buch in Englisch schon erschienen ist? Dann schaut euch doch mal im Internet nach dem Roman "The Lake House" um. Na, überzeugt? 

Und hier habe ich noch einen Trailer für euch, bei dem die Autorin selbst ein wenig über ihr Buch plaudert. Genauso sympathisch haben wir Kate Morton kennengelernt :) 


(Quelle des Trailers: Diana Verlag, Link zum Trailer)


Und es gibt noch etwas, über das Hanna und ich uns freuen: Morton kommt zur Präsentation ihres Buchs nach Deutschland und zwar nicht nur zur Leipziger Buchmesse, sondern unter anderem nach Düsseldorf und wir sind dabei !!! Es wird eine von Margarete von Schwarzkopf moderierte deutsch-englische Lesung sein, bei der Esther Schweins, die das Hörbuch von "Das Seehaus" eingesprochen hat, die deutschen Parts lesen wird. Wir freuen uns ganz doll :))





Wenn ihr Interesse an einer Lesung habt, findet ihr nachfolgend in Kurzform die Termine (Quelle: Diana Verlag, Link zur Terminseite):

15.03. Düsseldorf, 20.15 h Mayersche Droste
16.03. Mannheim, Thalia
17.03. Berlin, Buchhandlung Hugendubel (Moderation hier: Karla Paul)
18.03. Erfurt, Buchhandlung Peterknecht
19.03. Leipziger Buchmesse, Signierstunde 15.00-15.30 Uhr
19.03. Leipzig, 20.15 h Buchhandlung Hugendubel
 

Wäre das Buch etwas für euch? Freut ihr euch schon auf den Roman?

Liebe Grüße
Eure Ingrid

Samstag, 30. Januar 2016

[Februar-Neuerscheinungen] Auf diese Bücher freuen wir uns

Hallo liebe Leser,

heute möchten wir Euch unsere Must-Reads und weitere interessante Neuerscheinungen des Büchermonats Februar zeigen.

Hanna freut sich auf...

Bevor im März meine Wunschliste explodiert, geht es im Februar genau wie im Januar mit zwei Must Reads etwas ruhiger zu. "Für immer Hollyhill" ist der Abschluss der Hollyhill-Trilogie. Zwei Jahre sind seit Band 2 vergangen und ich freue mich jetzt sehr auf den Reihenabschluss.
"Falling Kingdoms: Londernde Macht" von Morgan Rhodes ist der dritte Band der Reihe. Die ersten zwei Bände habe ich Ende 2013 und Anfang 2014 als Klappenbroschur mit ganz anderem Cover gelesen und fand die Geschcihte richtig gut. Jetzt wurden die Bände als Taschenbücher mit neuen Covern aufgelegt und es geht endlich weiter. Auf der einen Seite ärgere ich mich, dass ich mal wieder eine Reihe habe, deren Bände nicht zusammenpassen. Auf der anderen Seite hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass überhaupt weiter übersetzt wird und freue mich sehr auf diesen dritten Band.

Ingrid freut sich auf...

Im Februar freue ich mich auf eine bunte Mischung Bücher über Freundschaft, Liebe, Leid, Hass, aber auch mit Spannungsinhalten.


...
Weitere interessante Bücher:


Ist für Euch etwas dabei? Auf welche Neuerscheinungen im Februar freut ihr euch?

Liebe Grüße
Hanna & Ingrid

Mittwoch, 27. Januar 2016

[Rezension Ingrid] Liv Marit Weberg - Zum Glück bemerkt mich niemand ... dachte ich


Titel: Zum Glück bemerkt mich niemand
Autorin: Liv Marit Weberg
Übersetzer: Hinrich Schmidt-Henkel
Erscheinungstermin: 19.02.2015
Verlag: Sauerländer (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover

In ihrem Debütroman „Zum Glück bemerkt mich niemand … dachte ich“ verarbeitet Liv Marit Weberg das eher selten aufgegriffene Thema Schüchternheit. Sie bringt ihre eigenen Erfahrungen dabei ein und arbeitet vorwiegend mit dem Stilmittel der Hyberbel. Bereits der Titel des Buchs spiegelt sich darin wieder und er wirkt gleichzeitig so sarkastisch wie große Teile der Erzählung gemeint sind. Das Cover deutet an, dass das Buch sich vorwiegend an junge Mädchen richtet, aber die Geschichte ist auch interessant für junge und junggebliebene Erwachsene. Die zartgeblümte Wand als Hintergrund des Titels passt zum Mauerblümchen das davor steht und sich hinter einem großen Windrad verbirgt. Genauso ist die Protagonistin Anne Lise, die sich gelegentlich auch schon mal auf ihre ungewöhnliche Art auf den Boden legt um sich den Blicken anderer Personen zu entziehen – wie sie selber glaubt.

Anne Lise hat sich nach ihrem Schulabschluss dazu entschlossen, Entwicklungspolitik zu studieren. Ihre geschiedenen Eltern helfen ihr dabei, ihre wenigen Besitztümer in einer winzigen Wohnung in der Nähe der Hochschule von Oslo unterzubringen. Doch am ersten Tag ihres Studiums verirrt sie sich auf dem Gelände und trifft erst verspätet auf ihre Erstsemestergruppe. Statt sich vorzustellen, flüchtet Anne Lise. Dabei läuft sie mittenrein in Tore. Daraus entsteht der Beginn der ersten Beziehung in Anne Lises Leben. Tore, ebenfalls Student, hat nach ihren aus der Schüchternheit geborenen teils seltsam anmutenden Regeln zu spielen und es ist klar, dass das nicht gut gehen kann. Statt zu studieren, igelt sie sich ein. Und plötzlich ist Anne Lise ohne Studium, ohne Freund im weit von zu Hause entfernten Oslo und auch das Geld wird knapp. Sie erkennt, dass es Zeit wird zu handeln und sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Aber dazu muss sie ihre vielgeliebte kleine Wohnung verlassen.

Der Leser begleitet Anne Lise auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens jenseits vom gewohnten Schülerdasein und raus aus dem geborgenen Heim. Sie liest sehr gern und viel und all ihr Wissen über das, was man als Student zu erwarten hat und wie man sich verhalten sollte, weiß sie aus Büchern. Denn ihr Leben in Gesellschaft war bisher geprägt man sehr wenigen Freundschaften und ihr Umgang mit Gleichaltrigen ist holprig und ungeübt. Doch hier zeigt sich, wie die Autorin in übersteigerter Form schildert, dass theoretisches Wissen als Sozialkompetenz nicht ausreicht. Das wahre Leben hält sich nicht an Richtlinien. In jeder Situation, die nicht nach Anne Lises Vorstellungen abläuft, gerät sie aus der Fassung und beginnt mit irgendwelchen schon oft angewendeten Überbrückungstaktiken wie beispielsweise Themenwechsel. Auch über Freundschaft und Liebe und wie man sich beim Verliebt sein verhält hat sie gelesen. Ihr erster Auftritt auf diesem Parkett ist nicht überzeugend und zeigt auf, dass man sich verlieben nicht durch theoretischen Wissen erlernen kann. Das Handeln von Anne Lise ist erfrischend anders, absolut lustig und oft zu schräg um real zu sein.

Obwohl den Eltern Anne Lises Schüchternheit und der Umgang damit durchaus bekannt sein sollte, lassen sie sich auf Nachfragen bemerkenswert schnell von ihr telefonisch beschwichtigen. Die räumliche Entfernung kommt Anne Lises sehr entgegen, damit sie so leben kann wie von ihr gewünscht. Doch irgendwann platzt ihre Seifenblase. Doch auch hier lässt Liv Marit Weberg ihre Protagonistin in abwegige Situationen laufen und auf Personen treffen, die zwar Anne Lises Problem erkennen, dieses aber falsch einordnen. Diese verhält sich zunehmend leider immer naiver.

Die Erzählung ist geprägt von kurzen Kapiteln und Überschriften die in den Text übergehen. Anne Lise erzählt in der Ich-Form und nur so kann der Leser an ihren Gedanken an die gelernten, vermeintlich richtigen Verhaltensweisen und Gefühlswirrungen teilhaben.

Obwohl das Buch sicher eine übertriebene Wirklichkeit darstellt, habe ich mich köstlich amüsiert. Mir hat das Buch gut gefallen und ich freue mich darauf die Fortsetzung bald in den Händen zu halten. 


Montag, 25. Januar 2016

[Rezension Ingrid] Fleur Smithwick - Wo du auch bist



Titel: Wo du auch bist
Autorin: Fleur Smithwick
Übersetzerin: Gabriele Weber-Jaric
Erscheinungsdatum: 14.12.2015
Verlag: Diana Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Ausgabe: Taschenbuch mit Klappen

Alice ist Mitte 20 und gerade auf der Hochzeit ihres Vaters. An der Seite der jungen Fotografin ist ihr Jugendfreund Rory mit seinem Lebensgefährten. So beginnt der Debütroman der Engländerin Fleur Smithwick „Wo du auch bist“. Auf der Heimfahrt nach der Feier verunglücken Alice und ihre Freunde. Rory überlebt den Unfall nicht. Als Alice nach vielen Tagen aus dem Koma erwacht, sieht sie Sam in ihrem Zimmer sitzen. Sam ist ihr imaginärer Freund aus Kindertagen, der ihr in den Zeiten der Trennung ihrer Eltern über die angespannte Situation hinweg geholfen hat. Darüber liest der Leser im Prolog. Nun ist Sam zurück.

Das Problem von Alice ist es, das niemand außer ihr Sam sehen kann. Als Kind mag das als Spleen durchgehen, als erwachsene Frau wird Alice nun für verrückt gehalten. Sam versucht immer mehr zur Geltung zu kommen und sich auch bei anderen bemerkbar zu machen. Nur wenn Alice mit ihm allein ist, kann er Dinge bewegen. Sam will, dass sich das ändert und wird im Laufe der Zeit immer aggressiver und zorniger. Als Jonathan, der Bruder von Rory, Alice zunehmend Aufmerksamkeit widmet, wird Sam eifersüchtig und veranlasst ihn zu groben Handlungen. Über bestimmte Dinge die in dieser Zeit geschehen, ist sich Alice nicht sicher, ob sie von Sam ausgeführt wurden. Eines Tages wird sie selbst einer schweren Tat verdächtigt …

Nach einem kurzen heiteren Beginn passiert der oben beschriebene schwere Verkehrsunfall. Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben, daher ist es zunächst wenig auffällig, als Alice Sam in ihrem Zimmer trifft, denn für sie ist er ein Mensch aus Fleisch und Blut. Sie kann ihn anfassen, sich an ihn lehnen und überhaupt mit ihm machen was beste Freunde so tun. Er hat das allergrößte Verständnis für sie. Doch eigentlich sagt ihr Verstand ihr, dass sie Sam geschaffen hat. Ihrer Umwelt bleibt ihr Umgang mit Sam nicht verborgen, weil sie sich auch in der Öffentlichkeit mit ihm unterhält.

Die Autorin lässt den Roman sehr lange um das Thema der eingebildeten Person Sam kreisen und es wurde allmählich etwas langweilig, bis schließlich Sam beginnt, sein Dasein nach außen bringen zu wollen. Ab diesem Zeitpunkt verliert Alice scheinbar immer mehr die Kontrolle über ihn und die Geschichte wird zunehmend spannend. Der Leser glaubt beinahe, dass es Sam gelingen wird, real zu erscheinen. Das verleiht der Story einen mystischen Touch.

Die Handlung spielt in der Gegenwart, aber immer wieder schiebt Fleur Smithwick Rückblenden ein, die langsam dazu führen, dass der Leser erfährt, warum Alice sich Sam ausgedacht hat. Desto mehr sie sich nach dem Unfall wieder dem Leben öffnet, desto weniger benötigt sie Sam. Aber wohin soll er gehen? Sie ist von ihren Gefühlen ihm gegenüber hin und her gerissen, denn er war seit dem Unfall immer für sie da. Der Verlust von Rory hat sie in ein tiefes Loch gerissen, dass sich nun erneut vor ihr auftut.

Der Leser leidet an der Seite von Alice mit ihr mit. Sie ist ein liebenswerter Charakter. Neben ihr begegnet man im Buch noch weiteren gutmütigen Menschen und im Kontrast dazu einigen, die mehr Wert auf die Qualität ihres eigenen Lebens legen.

Das Buch ist mehr als ein Liebesroman. Ganz leise ist es eine Auseinandersetzung mit den Grenzen des Seins. Der Abschluss ist mit krimineller Spannung versehen. Das Ende bleibt zur Interpretation offen. Für mich war es ein guter Abschluss, aber es wird nicht jedem gefallen.


[Rezension Hanna] Alles außer irdisch - Horst Evers


Alles außer irdisch
Autor. Horst Evers
Hardcover: 368 Seiten
Erschienen am 24. Januar 2016
Verlag: Rowohlt Berlin

Inhalt
Goiko Schulz ist sechsunddreißig und kann bislang nur wenige Erfolge vorweisen: Er ist Dauerstudent, hat keine Freundin, sondern nur eine besorgte Mutter und die Aufgabe seiner HiWi-Stelle besteht vor allem darin, den Kater seines Professors zu versorgen. Nie hätte er erwartet, dass er sich durch eine Verkettung von unwahrscheinlichen Ereignissen gemeinsam mit der Fahrradkurierin Kira an Bord des Jungfernflugs der Eröffnung des Flughafens BER befindet. Gleich nach der Flughafeneröffnung ein Raumschiff auf die Landebahn knallt. Er selbst sein Flugzeug vor dem Zusammenstoß bewahrt. Und sich plötzlich mit Artenschützern an Bord eines weiteren Raumschiffs befindet, die Zukunft der Menschheit in seiner Hand…

Meinung
Als ich „Alles außer irdisch“ zum ersten Mal sah, war meine Neugier gleich geweckt. Titel und Cover versprechen ein verrücktes Abenteuer, in welchem die unwissende Menschheit mit dem ein oder anderen Außerirdischen in Kontakt kommt. Als großer Fan von Douglas Adams war ich gespannt, was Horst Evers aus dieser nicht ganz unähnlichen Ausgangssituation macht.

Zu Beginn des Buches lernt der Leser zunächst einen russischen Herrn namens Juri kennen, ohne das enthüllt wird, was er mit den folgenden Ereignissen zu tun hat. Danach begegnet man zum ersten Mal dem Protagonisten Goiko und erfährt, wie es überhaupt dazu kam, dass er gemeinsam mit Kira an Bord des Jungfernflugs des Flughafens BER sitzt. An Bord des Flugzeuges geht plötzlich alles ganz schnell. Die Ereignisse überschlagen sich und die zu Beginn fast normal wirkende Geschichte wird mit jeder Sekunde skurriler. Da rettet seine Handyhülle Goiko das Leben, er wird von intelligentem Schleim zu einem Raumschiff gebracht und von sprechenden Kleidungsstücken in Empfang genommen. Nur zu gern ließ ich mich von den sich überschlagenden Ereignissen mitreißen und freute mich auch ein intergalaktisches Abenteuer.

Goiko gewöhnt sich schnell an seinen neuen Aufenthaltsort, auch wenn er eine Weile benötigt, um zu verstehen, wie ausgerechnet er in diese Situation gekommen ist. Damit er und auch der Leser das Wie und Was verstehen, nimmt man sich ausreichend Zeit für umfassende Erklärungen. Das anfängliche Tempo wurde so leider erst einmal wieder aus der Geschichte genommen und aufmerksam las ich mich durch die Hintergründe. Die könnte man komplex nennen, würde nicht immer wieder darauf verwiesen werden, dass Goiko vieles sowieso nicht verstehen würde und man die Erklärung stark vereinfacht hat.

Für mich zogen sich die Erklärungen etwas in die Länge, doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Der Autor hat hier auf intelligente Weise so einiges an Stoff verarbeitet: Da wird vom Finanzsystem über Abo-Fallen, dem freien Willen und dem Klimawandel so ziemlich alles thematisiert. Die Geschichte spielt in der Zukunft, was dem Autor den nötigen Freiraum für allerhand kreative Gedankenexperimente gibt, dessen Ergebnisse er dem Leser in dieser hypothetischen Zukunft präsentiert. Das ist mal völlig absurd, mal durchaus nachvollziehbar, doch vor allem eins: Ziemlich unterhaltsam.

In der zweiten Buchhälfte nimmt die Geschichte ihr Tempo allmählich wieder auf und die Charaktere machen sich an die Umsetzung eines wahnwitzigen Plans. Die Einmischung des anfänglich vorgestellten Juri in die Geschichte bietet noch einmal ungeahnte neue Möglichkeiten. Immer tiefer tauchte ich in die futuristische Welt ab, fieberte mit und hatte meinen Spaß dank immer neuer verrückter Situationen. Bis zum Schluss bleibt das Buch spannend und schließt gelungen, auch wenn längst nicht alle Fragen geklärt wurden.

Fazit
„Alles außer irdisch“ bietet unterhaltsame Science Fiction, in welcher der unbedarfte Goiko sich bald gemeinsam mit Vertretern verschiedenster außerirdischer Arten daran macht, die Menschheit zu retten. Dabei wird auch so manches gesellschaftliche Thema aufgegriffen. Heraus gekommen ist eine skurrile, unterhaltsame und unvorhersehbare Geschichte. Jetzt weiß ich auch, dass kein Mensch was dafür kann, dass BER noch nicht fertig ist. Wenn ihr auch wissen wollt, warum das so ist, dann führt für euch kein Weg an „Alles außer irdisch“ vorbei!

Sonntag, 24. Januar 2016

[Überraschungen] Ob ich das Mördergen habe? Auf jeden Fall habe ich jetzt Tee!

Hallo liebe Leser,

meine Post war in der letzten Zeit etwas langsam, doch heute kann ich Euch endlich zwei Überraschungen zeigen, die bei mir angekommen sind.

Zum einen habe ich die Aufforderung erhalten, mich auf das Homicidal Tendency Syndome - allgemein bekannt als "Mördergen" - testen zu lassen. Der Brief bewirbt das Buch Infernale von Sophie Jordan aus dem Loewe Verlag (ET 15.02.2016). Unter www.infernale-test.de könnt ihr herausfinden, welchem Protagonisten aus diesem Buch ihr am ähnlichsten seid und eine von 3 Loewe GoldCards gewinnen. Als unbedingt mitmachen! Mein Testergebnis findet ihr auf unserem Instagram-Account bzw. unter dem Hashtag #SeiMehrAlsDeineGene .


Zusätzlich trudelte eine ganz schön große Überraschung ein. Ich habe irgendwann im November bei einem Gewinnspiel von Meßmer teilgenommen, bei dem verschiedene Buch & Tee-Pakete verlost wurden. Und ich hatte tatsächlich Glück! Schaut selbst:

Sooo ein großes Paket!?

Überraschung gelungen!

Ausgepackt - Wunschlistenbuch und toller Tee!
Ich bin in letzter Zeit eine richtige Teetrinkerin geworden, weshalb ich mich riesig über die zahlreichen Sorten zum Probieren gefreut habe. Das Highlight ist natürlich "Die Gestirne" von Eleanor Catton. Das Buch hatte ich in der Buchhandlung schon mehrfach in der Hand, doch die Dicke hat mich bislang vom Kauf abgehalten. Nun wurde mir die Entscheidung glücklicherweise abgenommen. Ich hoffe sehr, dass ich bald die Zeit für diesen Wälzer finde, denn er macht mich absolut neugierig!

Liebe Grüße
Hanna


Mittwoch, 20. Januar 2016

[Rezension Ingrid] Heike Franke - Eine Liebe in der Bourgogne



Titel: Eine Liebe in der Bourgogne
Autorin: Heike Franke

Erscheinungsdatum: 03.12.2015
Verlag: Aufbau Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch

An „Eine Liebe in der Bourgogne“ denkt Johanna Keppler, die noch in ihrem Studentenzimmer zur Untermiete in Berlin wohnt, am Anfang des gleichnamigen Buchs von Heike Franke ganz bestimmt nicht. Gerade erst hat sie ihre erste Anstellung im Wahlkampfteam des Bürgermeisters verloren, weil sie ohne böse Absichten ein pikantes Geheimnis ihres Chefs bekanntgegeben hat. Daraufhin fällt es ihr schwer, eine neue Stelle zu finden. Bei einem Streifzug durch die Stadt sieht sie an der Fensterscheibe einer gutsortierten Weinhandlung, die sie von ihrer ersten Arbeitsstelle her kennt, einen Zettel mit einem Stellengesuch. Spontan betritt sie den Laden und kurze Zeit später hat sie einen neuen Job. Weil sie durch einen Studienaufenthalt fließend Französisch spricht, nimmt ihre engagierte Chefin sie mit nach Burgund, damit Johanna dort für sie bei Verhandlungen mit einem Winzer übersetzt.

Luc Béjart kümmert sich um die Vermarktung der Weine, die seine Familie in langer Tradition produziert. Er ist mit der Erbin einer anderen Winzerfamilie vor Ort verlobt. Ihre Verbindung entspricht ganz den Vorstellungen der Familien, die sich dadurch wirtschaftliche Vorteile versprechen. Nachdem er Johanna kennengelernt hat, kommt jedoch sein Entschluss ins Wanken. In der Gegend von Beaune, in der die Familie Béjart lebt, sind Beziehungen zu Deutschland und Deutschen seit dem letzten Krieg sehr umstritten. Bedeutende Handlungsbeziehungen bestehen zu einem anderen Land. Als sich dort Probleme ergeben, die die Existenz der Weinbauern in der Bourgogne bedrohen, bietet Johanna, die Medien und Kommunikation studiert hat, ihre Hilfe an, die sie mittels Internet und Telefon auch aus der Ferne umsetzen kann.

Johanna und Luc sind sich durchaus der besonderen Situation bewusst, die sich durch ihre unterschiedlichen Wohnorte ergeben und dadurch auch längere Phasen räumlicher Trennung über viele Kilometer hinweg mit sich bringen. Hinzu kommen die Verpflichtungen, die sich bei beiden aus der Familie und dem gewählten Beruf ergeben. Johanna ist Luc dabei schon einen Schritt voraus und hat sich bereits aus den Wünschen der Eltern an sie gelöst. Bei ihr schwelt im Verhältnis zu ihrer Mutter noch ein alter Konflikt, von dem ich mir gewünscht hätte, dass Johanna sich im Laufe der Zeit in Richtung Lösung weiterentwickelt hätte.

Luc gibt sich nicht mit der jetzigen Position zufrieden, den das Familienunternehmen einnimmt. Er möchte mit neuen Ideen den Rang sichern und den Verkauf ausweiten. Die Autorin stellt ihm mit seinem Bruder und seiner Schwester zwei Figuren zur Seite, die mehr als er selbst die Gegensätze zwischen Tradition und Moderne wiederspiegeln. Daneben gibt es weitere interessante Charaktere wie beispielsweise Johannas Chefin und ihre Vermieterin.

Der Schreibstil ist angenehm und die Erzählung liest sich flüssig. Heike Franke schafft es dank guter Recherche mit Liebe zu manchem Detail einiges an Wissen über Wein, dessen Anbau, Verkostung und Verkauf zu vermitteln. Die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten wirkt realistisch genauso wie die Auseinandersetzung von Johanna und Luc mit ihren Gefühlen zueinander. Neben ernsten Momenten gibt es genügend heitere Begebenheiten. Durch einige unerwartete Wendungen bleibt offen, ob es ein Happy-End geben wird.

Der Debütroman der Autorin ist kurzweilig und hat mir einige schöne Lesestunden bereitet. Er ist auch bestens geeignet als Lektüre bei einem Besuch im Weinanbaugebiet der Bourgogne.



Montag, 18. Januar 2016

[Rezension Ingrid] Susanna Ernst - Immer wenn es Sterne regnet


Titel: Immer wenn es Sterne regnet
Autorin: Susanna Ernst
Erscheinungsdatum (Print): 01.12.2015
Verlag: Knaur Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch

Eine Liebesgeschichte im Hier und Jetzt verbunden mit einer Romanze in den 1920ern sind die Zutaten des Romans „Immer wenn es Sterne regnet“ von Susanna Ernst. Der Titel passt nicht nur zur Erzählung weil der Leser mehrmals auf Schilderungen von Meteoritenschauern trifft, sondern er steht auch symbolisch für den Hauch von Mystik, der die Geschichte begleitet. Das Cover finde ich wunderschön. Die rote Hintergrundfarbe leuchtet dem Interessenten entgegen, die Sterne funkeln  und kontrastreich hebt sich die Silhouette einer jungen Frau mit einem überdimensionalen Schirm davon ab.

Bevor der Leser den beiden Protagonisten Jeremy, genannt Jerry und Marielle, genannt Mary zum ersten Mal begegnet, lernt er Adam Winterfield kennen. Adam, ein Waisenkind, hat im Herbst 1927 eine Ausbildung zum Schreiner begonnen. Nach seiner Ausbildung möchte er gerne eine eigene Familie gründen. Sein Herz gehört der aus wohlsituierten Kreisen stammenden Gracey. Doch deren Familie ist gegen eine Verbindung. Beide suchen nach einer Möglichkeit, Kontakt zu halten und so greift Adam zu Stift und Papier.

Der erfolgreiche Anwalt Jeremy lebt und arbeitet in Seattle/USA, wo er auch aufgewachsen ist, ebenso wie die fast 30 jährige Sekretärin Mary, die aber jetzt im über 300 km entfernten Norden von Idaho lebt. Jerry hat sich gerade von seiner Freundin getrennt, Mary trauert seit Jahren einer von Beginn an hoffnungslosen Liebe nach. Beide treffen sich auf Anraten ihrer Freunde bei einem Blind Date im wörtlichen Sinne in einem Dunkelrestaurant in Seattle und sind sich auf Anhieb sympathisch – bis Licht die Szenerie erhellt und sie feststellen, dass sie sich von Schulzeit an kennen. Leider erinnert Mary sich nicht gerne daran zurück und flüchtet auf schnellstem Weg aus dem Lokal.

Wieder zu Hause zurück begibt sie sich auf einen Trödelmarktbummel und entdeckt dabei einen alten Sekretär. Mit dem Verkäufer Eliah wird sie sich schnell handelseinig. Sie fühlt sich auf merkwürdige Art von ihm angezogen. In den Schubladen des Sekretärs entdeckt sie ein Geheimfach mit Briefen von Adam Winterfield. Sie ist ergriffen von seiner Liebe zu Gracey und fragt sich, ob es ein Happy End gegeben hat und ob es vielleicht Nachkommen der beiden gibt. Eine Spur führt sie nach Seattle, aber von dort ist sie ja gerade erst geflüchtet … In der Zwischenzeit bleibt auch Jerry nicht untätig, denn er ist von Jugendtagen an in Mary verliebt, hat sie aber aus den Augen verloren. Auch er begibt sich seinerseits auf die Suche: nach Mary!

Eigentlich könnte es eine alltägliche Liebesgeschichte mit einem komplizierten Hintergrund sein, doch dieser Roman ist sehr viel mehr als das. Die Autorin verwebt damit eine historische Romanze und sorgt für eine ganze Reihe märchenhaft anmutender. Die Geschichte nimmt immer wieder neue Wendungen und die frischen Ideen Susanne Ernsts sprudeln nur so vor sich hin. Der Roman liest sich leicht und flüssig. Neben emotionalen Momenten gibt es auch immer wieder szenischen Humor. Einige Kapitel enden mit kleinen Cliffhangern was die Spannung, ob beide ihr Ziel erreichen werden, erhöht. Es macht einfach Spaß das Buch zu lesen!

Die Charaktere der Protagonisten sind sehr gut entwickelt. Im Laufe der Zeit erfährt man immer mehr über deren Jugend und die gemeinsame Schulzeit, die angefüllt ist von Ereignissen, von denen beide geprägt wurden. Die Figur des Eliah dagegen bleibt im Dunkeln. Das ist bewusst so eingesetzt und verleiht der Story einen Hauch von Magie.

Die Erzählung wird im Wechsel aus der Sicht von Mary und Jerry geschildert, jeweils in der Ich-Form, aber nur mit kleinen Überschneidungen. So erhält der Leser die Möglichkeit an den Gefühlen und Gedanken von beiden teilzunehmen. Ich finde das eher ungewöhnlich, aber sehr nützlich um die Handlungsweisen der beiden Protagonisten nachvollziehen zu können. Obwohl der jugendliche Jerry sich mit seinem Verhalten Mary gegenüber dem Leser nicht als Sympathieträger empfiehlt, konnte ich im Laufe der Geschichte Verständnis dafür aufbringen und so wurde er immer liebenswerter.

„Immer wenn es Sterne regnet“ liest sich direkt ins Herz. Dafür gibt es von mir die Höchstzahl an Sterne!


[Rezension Hanna] Der Hut des Präsidenten - Antoine Laurain


Der Hut des Präsidenten
Autor: Antoine Laurain
Übersetzerin: Claudia Kalscheuer
Hardcover: 240 Seiten
Erschienen am 18. Januar 2016
Verlag: Atlantik

Inhalt
Paris, 1986: Daniel Mercier beschließt eines Tages, sich ein Abendessen in einer vornehmen Brasserie zu gönnen. Seine Frau und sein Sohn sind bei den Schwiegereltern zu Besuch, und so sitzt Daniel ganz allein am Tisch. Da werden drei Herren an den Nebentisch geführt, und einer von ihnen ist kein geringerer als der amtierende Staatspräsident Francois Mitterrand. Gebannt lauscht Daniel dem Tischgespräch. Als der Präsident nach dem Essen seinen Hut vergisst, nimmt Daniel ihn kurzerhand an sich. Kurz darauf gelingt es ihm dank des Hutes, seiner festgefahrenen beruflichen Laufbahn neuen Schwung zu geben. Doch bald wechselt der Hut erneut den Besitzer und bleibt auch auf den folgenden Köpfen, die er ziert, nicht ohne Wirkung.

Meinung
Gleich zu Beginn des Buches lernt man Daniel Mercier kennen, der seiner Frau und seinem Sohn erklärt, warum sich der Hut des Staatspräsiden in seinem Besitz befindet. Gemeinsam mit den dreien blickt man auf den vorherigen Abend zurück und erfährt, wie der Hut zum ersten Mal seinen Besitzer gewechselt hat. Bei der Schilderung dieses Vorfalls bringt der Autor dem Leser Daniels Faszination für den Präsidenten nahe und machte es damit nachvollziehbar, warum er diesen Diebstahl begeht. In der Gegenwart entfaltet der Hut schon bald seine Wirkung und beeinflusst Daniel positiv in seinem Verhalten. Allein zu wissen, dass der Hut des Präsidenten auf seinem Kopf sitzt, gibt ihm das nötige Selbstbewusstsein, das er so lange gesucht hat.

Dem Autor ist es gelungen, mir jeden der relativ zügig wechselnden Besitzer des Hutes in kürzester Zeit sympathisch werden zu lassen. Ich erfuhr, was die Charaktere antreibt und wonach sie sich sehnen. Bei jedem von ihnen hat der Hut eine andere positive Wirkung. Mal geht es um Liebe, mal um den Beruf oder gar Politik. Sehr gut gefallen hat mir, dass man hier mehrfach Zeuge einer ungewöhnlich schnellen Verhaltensänderung wird, die in ihrer Geschwindigkeit vielleicht nicht authentisch gewirkt hätte, wäre da nicht der Hut gewesen. Zu sehen, wie dieser bei jedem eine beinahe magische und gleichzeitig doch völlig nachvollziehbare Wirkung entfaltet, machte für mich den Reiz des Buches aus.

Der Autor gibt kurze Einblicke in das Leben von fünf völlig verschiedenen Menschen. Der schwarze Filzhut bleibt der rote Faden in dieser Erzählung, doch bald entstehen auch lockere Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren. In einige Charaktere konnte ich mich noch etwas besser hineinversetzen als in andere, insgesamt hat es mir aber Spaß gemacht, jeden von ihnen zu begleiten. Charakterlich und thematisch ist sicherlich für jeden Leser etwas dabei, das ihn unterhalten kann. Die Geschichte vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit mit gelegentlichem Tiefgang, durch welches ich mich bei der Lektüre rundum wohlfühlte und die Seiten viel zu schnell verfliegen ließ. Zum Ende hin wird noch einmal ein Bogen über alle Charaktere gespannt, durch welchen die Erzählung für mich gelungen ausklang.

Fazit
Habt ihr schon mal einen Hut aufgesetzt und Euch wie ein völlig neuer Mensch gefühlt? Egal, ob das der Fall ist oder nicht, ihr solltet unbedingt „Der Hut des Präsidenten“ lesen, um zu erfahren, wie es den Charakteren in genau dieser Situation ergangen ist. Antoine Laurain konnte mich bestens unterhalten, indem er mir verschiedene Personen nahe brachte, deren Leben durch einen ganz besonderen Hut eine entscheidende Wendung nimmt. Ich kann euch deshalb nur empfehlen, das Buch zu kaufen und den Hut auf seiner Reise zu begleiten!

Sonntag, 17. Januar 2016

[Rezension Hanna] Mojito-Nächte - Kerstin Sgonina


Titel: Mojito-Nächte
Autorin: Kerstin Sgonina
Taschenbuch: 336 Seiten
Erschienen am 1. September 2015

Inhalt
Die neunundzwanzigjährige Emmi wohnt in Berlin und ist mit ihrem Leben relativ zufrieden: Sie verdient ein bisschen Geld als Servierkraft in einer Großküche und führt eine imaginäre Beziehung mit Ryan Gosling. Ihre große Leidenschaft aber ist das Kochen, und jeden Montag lädt sie ihre beiden besten Freundinnen zum kulinarischen Mädelsabend ein. Ihre Kochlehre hat sie allerdings abgebrochen – zu sehr ist diese mit den Erinnerungen an einen Mann verknüpft, an den sie nicht mehr denken möchte. Doch plötzlich ändert sich ihr Leben radikal: Sie verliert aus heiterem Himmel ihren Job und trifft gleichzeitig einen faszinierenden Mann, der ganz und gar nicht fiktiv ist. Wird Emmi ein Neuanfang gelingen?

Meinung
Die Protagonistin Emmi lernt man zu Beginn des Buches in ihrem gewohnten Umfeld kennen. Ihre Tage haben schon seit mehreren Jahren eine Routine, mit der sie sich arrangiert hat. Schnell merkt man als Leser aber, dass Emmis Leben zwar ganz okay ist, sie aber in Beruf und Liebe durchaus etwas Besseres verdient hätte. Immerhin hat sie zwei sehr gute Freundinnen, die ihr in jeder Lebenslage zur Seite stehen: Annabelle wird als DJane immer beliebter, trotzdem arbeitet sie weiterhin tagsüber in einer Videothek. Terese ist im Gegensatz zu den beiden Singles schon länger mit Hase aka Peter glücklich und arbeitet als Stewardess. Die drei gehen gemeinsam durch dick und dünn, trinken dabei gerne mal einen Mojito und verspeisen vor allem bergeweise Emmis selbstgemachtes Essen.

Die Unterstützung durch ihre beiden Freundinnen braucht Emmi schon nach wenigen Seiten dringend, denn der Verlust ihres Jobs wirft sie gehörig aus der Bahn. Ich fand es reichlich unlogisch, dass ein Mitarbeiter nach fünf Jahren aufgrund eines fallengelassenen Tellers sofort entlassen werden kann. Auch Emmis Verhalten während der Jobsuche traf bei mir auf Unverständnis. Kann man sich wirklich so naiv benehmen und mit mehr Glück als Verstand sogar damit durchkommen? In ihrem neuen Job ist Emmi dann natürlich gleich ein Naturtalent. Das alles fand ich ziemlich klischeehaft und konnte währenddessen auch mit Emmi nicht wirklich warm werden.

Im weiteren Verlauf wurde die Geschichte dann aber doch besser und konnte mich zunehmend unterhalten. Emmis Leidenschaft für das Kochen nimmt eine immer wichtigere Rolle ein. Die Autorin ließ mich Emmis Begeisterung spüren und ich hoffte gemeinsam mit Emmi, dass sie aus diesem Hobby mehr machen kann. Wohin die Liebe Emmi führen wird war zwar absolut vorhersehbar, doch es war amüsant, Emmi in so manches Fettnäpfchen treten zu sehen. Ich hätte mir allerdings noch mehr Szenen zwischen ihr und einem ganz bestimmten Mann gewünscht… dieser kam zwischen Kochen, Mojitos und Job dann doch zu kurz. Zum Ende hin läuft dann alles zusammen, es werden kleine Geheimnisse gelüftet und es gab einige schöne Überraschungen. Nach einem eher mauen Start hat das Buch damit für mich doch gelungen geendet.

Fazit
In „Mojito-Nächte“ begleitet der Leser die Protagonistin Emmi bei einem Neustart ihres Lebens. Ein neuer Job und vielleicht auch endlich ein neuer Mann? Unterstützung erhält sie durch ihre beiden besten Freundinnen. Der Roman bedient sich reichlich an gängigen Klischees: Sex and the City meets Verliebt in Berlin. Nach einem faden Start besserte sich das Buch dann aber vor allem, indem Emmis Kochleidenschaft zunehmend in den Mittelpunkt rückt und die Autorin das ganze doch irgendwie versöhnlich enden lässt. Alles in allem bekommt das Buch von mir knappe drei Sterne.


Samstag, 16. Januar 2016

[Neuzugänge Hanna] Vom SuB-Abbau zur SuB-Explosion

Hallo liebe Leser,

kurz vor Silvester habe ich Euch noch ganz stolz berichtet, dass ich nur neun Bücher, die bei mir im Jahr 2015 eingezogen sind, ungelesen mit ins neue Jahr nehme. Von diesen sind inzwischen auch schon 3 1/2 gelesen. Das hat mich letzte Woche dazu veranlasst, mal wieder kräftig für Buchnachschub zu sorgen. Das Ergebnis sind 13 Bücher... für meine Verhältnisse eine echte Exposion. Aber seht selbst:


"Der Hut des Präsidenten" von Antione Laurain ist meine aktuelle Lektüre. Das Buch erscheint am Montag, sodass ihr auch nicht mehr lange auf meine Rezension warten müsst. "Alles außer irdisch" habe ich eben von der Postfiliale abgeholt. Mein Freund findet Horst Evers klasse und deshalb werde ich dem Autor nun auch mal eine Chance geben und sein neuestes Werk lesen, das am 22. Januar erscheint.


Diese Bücher habe ich bei Arvelle erstanden. Auslöser dafür war, dass "Winterzauber wider Willen" von Sarah Morgan verfügbar war, über das ich schon sehr viel Gutes gehört habe. Ich habe mir das vorletzte Exemplar gesichert bevor es auch schon wieder ausverkauft war. Dazu kam der Sherlock Holmes-Roman "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz. Vom Autor kenne bisher nur "Der Fall Moriarty", weil mir das so gut gefallen hat musste nun auch der Vorgänger her. Dann habe ich mir noch "Die Wasserweber" von Kai Meyer geholt, den dritten Teil der Wellenläufer-Trilogie, die mit den neueren Covern des Loewe-Verlags schon lange auf meiner Wunschliste steht.


Damit der dritte Teil nicht allein im Regal steht, habe ich mir per Tauschticket und Booklooker gleich noch die ersten beiden Bände, "Die Wellenläufer" und "Die Muschelmagier", organisiert, an die man deutlich leichter kommt als an den letzten Teil. Nun steht die ganze Trilogie im Regal und ich finde sie total schön! Sind das nicht tolle Cover?


Von Tauschticket gab es auch noch weitere Bücher. "Girl on the Train" habe ich schon seit einer Weile im Blick und jetzt auch endlich die Chance genutzt, es zu ertauschen. "Entenblues" ist der zweite Teil der Erwin Düsedieker-Reihe, der mir noch fehlte. Außerdem habe ich mir "Night School. Und Gewissheit wirst du haben" gekauft, da ich neugierig bin, wie die Reihe ausgeht.


Im März ist die Leipziger Buchmesse, und entsprechend viele Bücher, die ich unbedingt lesen möchte, werden im März erscheinen. Din alle zeitnah zu lesen könnte eine Herausforderung werden. ;) Ich freue mich deshalb sehr, drei absolute Wunschtitel schon jetzt lesen zu dürfen: "Nur ein Tag" von Gayle Forman, "Silent Scream" von Angela Marsons und "Drei mal wir" von Laura Barnett. Meine Rezensionen darf ich allerdings erst zum jeweiligen Erscheinungstermin veröffentlichen, hier müsst ihr leider noch eine ganze Weile warten.

Kennt ihr schon eins der Bücher oder wollt es auch noch lesen?

Liebe Grüße
Hanna

Mittwoch, 13. Januar 2016

[Rezension Ingrid] Hera Lind - Die Frau, die zu sehr liebte




Titel: Die Frau, die zu sehr liebte - Roman nach einer wahren Geschichte
Autorin: Hera Lind 
Erscheinungsdatum: 09.11.2015
Verlag: Diana Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch



Unglaublich, aber wahr ist die Geschichte von Linda aus Frankfurt, der „Frau, die zu sehr liebte“ über die Hera Lind den gleichnamigen Roman geschrieben hat.

Linda ist Mitte 40. Sie hatte eine schwierige Kindheit, hat aber dennoch Betriebswirtschaft studiert. Seit langen Jahren ist sie mit dem Dermatologen Jochen verheiratet und hat mit ihm gemeinsam zwei Kinder im Teenageralter. Nebenbei schreibt sie die Rechnungen für die Arztpraxis ihres Mannes. Die Ehepartner respektieren einander, jedoch ist die Liebe etwas in die Jahre gekommen. Da begegnet sie im Garten einer Freundin dem Nachbarn auf der Suche nach seiner Tochter. Frank ist erfolgreicher Banker. Auch in seiner Ehe ist die Liebe abgekühlt. Schon beim ersten Gespräch zwischen Linda und Frank springt ein Funken über. Beide finden einen Grund sich wiederzusehen und so beginnt eine heiße, romantische Liebesgeschichte, die darin mündet, dass Linda und Frank ihre Ehepartner verlassen und mit den Kinder gemeinsam ein großes Haus beziehen.

Linda ist finanziell nicht abgesichert. Sie ist sich dessen bewusst. Bei Streitigkeiten steckt sie grundsätzlich zurück damit bald wieder Frieden einkehrt. Doch im Laufe der Monate und Jahre wird Frank in gewissen Situationen immer aufbrausender, so dass das Miteinander immer schwieriger wird. Ganz nebenher erfährt sie immer mehr über die Hintergründe dafür. Und irgendwann begreift Linda, dass sie sich nicht alles gefallen lassen muss.

Die Autorin hat sich von Linda selbst die Begebenheiten erzählen lassen. Die zu Beginn nicht ungewöhnliche Liebesgeschichte steigert sich im Tempo bis zum Ende. Durch die Ich-Form der Erzählung bleibt der Leser an der Seite von Linda und lacht, weint, hasst und liebt mit ihr. Der Schluss liest sich wie ein spannender Krimi. Bei mir kamen Zweifel auf, ob die Schilderungen wahr sein können, zu unglaublich ist der Fortgang von Lindas Beziehung zu Frank. Daher habe ich mit wenigen Suchbegriffen wie beispielsweise Habgier, Frankfurt und dem Namen des Spiels dem Linda und Frank im Roman frönen, entsprechende Zeitungsberichte im Internet gefunden. Und ja, es ist wahr. Lediglich Namen und Orte hat Hera Lind verfremdet.


Der Schreibstil ist angenehm und daher lässt das Buch sich flüssig lesen, so verging die Zeit wie im Flug. Die Autorin füllt die Erzählung von Linda mit passenden Dialogen. Mit viel Einfühlungsvermögen hat sie die Geschichte der klugen Frau, die auf der Suche nach Anerkennung war und ihren Gefühlen gefolgt ist aufgezeichnet und mit Leben gefüllt. Linda hat Wertschätzung und Anerkennung gesucht und verloren. Hera Lind versteht es mit einer unglaublichen Story mitten aus dem Leben den Leser bestens zu unterhalten. Linda wünsche ich alles Gute für ihre Zukunft. Klare Leseempfehlung!

Dienstag, 12. Januar 2016

[Rezension Hanna] Jenseits des Schattentores - Beate Teresa Hanika und Susanne Hanika


Jenseits des Schattentores
Autorinnen: Beate Teresa Hanika und Susanne Hanika
Hardcover: 480 Seiten
Erschienen am 24. September 2015
Verlag: FISCHER Sauerländer
Bildquelle Cover: http://www.fischerverlage.de/media/fs/15/u1_978-3-7373-5246-8.39622731.jpg

Inhalt
Aurora Perrini war fünf Jahre alt, als ihre Mutter in einer Nacht das Haus verlassen hat und nicht mehr zurückgekommen ist. Seither gibt es nur noch sie und ihren Vater, der behauptet, ihre Mutter sei tot. Doch das kann Aurora nicht so recht glauben. Inzwischen ist Aurora siebzehn, als ihr Vater ihr überraschend mitteilt, dass sie Rom verlassen soll. Wütend verlässt sie das Haus, findet eine Anzeige zur Wohnungsbesichtigung und ist plötzlich mitten drin in einem düsteren Abenteuer. Sie muss einer Auftragsmörderin beim Entsorgen einer Leiche helfen, einen Jungen mit vorgehaltener Waffe zur Kooperation zwingen und flieht gemeinsam mit den beiden vor der Mafia ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Beobachtet wird sie dabei von der Göttin Persephone, welche die Ereignisse interessiert beobachtet und die es in den Fingern juckt, dem Schicksal ein wenig auf die Sprünge zu helfen.

Meinung
Aufgrund eines Urlaubs in Rom bin ich auf der Suche nach einem Buch, das in der Stadt spielt, auf „Jenseits des Schattentores“ aufmerksam gemacht worden. Neugierig darauf, ob das Buch die Atmosphäre der Stadt einfangen konnte und welches Abenteuer Aurora erwartet, machte ich mich an die Lektüre. Schon die ersten Seiten sind temporeich, denn Aurora muss vor den Carabinieri fliehen, gerät in Streit mit ihrem Vater und in der angeblich zu besichtigenden Wohnung liegt eine Leiche, die sie zu entsorgen helfen soll. Schnell war ich mitten in der Geschichte und fragte mich genau wie Aurora, was eigentlich hinter all dem steckt.

Das Buch macht keine großen Zeitsprünge, sondern erzählt auf fast 500 Seiten die Erlebnisse von etwa zwei Tagen. Die Erzählperspektive ist ungewöhnlich: Die Göttin Persephone berichtet in der Ich-Perspektive davon, wie sie Aurora durch eine zauberhafte Kugel beobachtet. Auroras Erlebnisse werden dabei aus der dritten Person geschildert, sodass man das Gefühl hatte, ihre Erlebnisse durch Persephones Augen zu verfolgen. Diese Idee hat mir sehr gut gefallen. Besonders interessant wurde es immer dann, wenn Persephone selber eingreift und so manche Wendung des Schicksals herbeiführt. Bald merkt die Göttin sogar, dass die Ereignisse sie selbst mehr betreffen, als sie gedacht hätte. Wie wird sie darauf reagieren?

Aurora mochte ich von Beginn an. Sie zögert mit ihren Entscheidungen nicht, sondern tritt beherzt auf und lässt sich nicht einschüchtern. Dennoch habe ich nicht ganz nachvollziehen können, wie sie beim Anblick der Leiche, dem Umgang mit der Waffe und allem folgenden so cool bleiben kann. Durch die Schilderungen in der dritten Person behielt sie etwas unnahbares, ebenso ging es mir mit Luna und Leon. Bei allen dreien hätte ich mir einen tieferen Einblick in ihre Gefühle gewünscht und was sie antreibt. Nur bei Persephone erfährt der Leser dank der Ich-Perspektive mehr, sodass ich die gequälte Göttin am Besten verstanden habe.

Während Aurora sich durch Rom bewegt, wurde die Stadt vor meinem inneren Auge lebendig. Die Autorinnen haben die Atmosphäre der Stadt gelungen eingefangen und nehmen den Leser mit in interessante Stadtviertel und zu so mancher Sehenswürdigkeit. Diese Schilderungen sind aber stets mit der Handlung verknüpft und nicht zu detailreich. Trotzdem lässt das Tempo im Mittelteil etwas nach. Zwar begreift Aurora allmählich, worum es im Kern überhaupt geht, doch eine Weile kommen die Charaktere auf der Suche nach einer Lösung nur schwer voran und sind gefangen in einem Katz-und-Maus-Spiel. Im letzten Drittel liegen dann aber fast alle Karten auf dem Tisch, das Ziel ist klar und ich bangte mit Aurora um das Gelingen ihres Plans. Im großen Finale laufen alle Fäden zusammen und es gab noch einige tolle Überraschungen. Auch wenn der Ausklang für mich noch ein kleines bisschen länger hätte sein dürfen, hat mir das Ende gefallen.

Fazit
„Jenseits des Schattentores“ nimmt den Leser mit in ein Rom, das auch die Götter im Blick haben. Völlig ahnungslos findet sich Aurora plötzlich in mitten in einem düsteren Abenteuer wieder. Alle, die Rom mögen, werden die Schilderungen der Stadt begeistern können. Die Handlung hat mich trotz kleinerer Kritikpunkte mitfiebern lassen. Für mich ist das Buch eine gelungene Mischung aus Fantasy und Spannungsroman, das ich gerne weiterempfehle!

Mittwoch, 6. Januar 2016

[Rezension Ingrid] Ellen Marie Wiseman - Die dunklen Mauern von Willard State



Titel: Die dunklen Mauern von Willard State
Autorin: Ellen Marie Wiseman
Übersetzerin: Sina Hoffmann
Erscheinungsdatum: 09.11.2015
Verlag: Piper Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Leseexemplar


Ellen Marie Wiseman erzählt in ihrem Roman „Die dunklen Mauern von Willard State“ die Geschichte von zwei jungen Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten leben. Clara ist in behüteten Verhältnissen der 1920er Jahre aufgewachsen, Isabelle hat eine turbulente Jugend in den ersten Jahren der 1990er erlebt. Soweit sind sie sehr unterschiedlich, doch das Schicksal lässt Isabelle auf den Lebensweg von Clara aufmerksam werden. Sie ist davon so bewegt, dass sie ihn weiter verfolgen möchte. Ob sie dabei erfolgreich ist, erfährt der Leser am Ende des Buchs.

Der Roman beginnt im Jahr 1995. Auf dem Cover ist ein altes Foto der psychiatrischen Anstalt Willard State Asylum zu sehen. Hier soll die 17jährige Isabelle Stone, genannt Izzy, an der Seite ihrer Pflegemutter Peg, die die Kuratorin des örtlichen Museums ist, den Inhalt dort lagernder Koffer ehemaliger Insassen dokumentieren. Seit ihre Mutter vor zehn Jahren ihren Vater erschossen hat, fühlt Izzy sich zum ersten Mal in einer Pflegefamilie wohl. Sie beginnt ihr letztes Highschooljahr und wird als neue Mitschülerin von ihren Klassenkameraden gemobbt. Nicht nur in der Familie, sondern auch in der Schule ist Izzy um Harmonie bemüht, aber nachdem sie ohne Erlaubnis in den Besitz des Tagesbuchs der früheren Anstaltsinsassin Clara Cartwright gekommen ist, lassen deren Erlebnisse sie nicht mehr los. Um mehr über Clara zu erfahren, muss sie gegen die Weisungen Pegs handeln.

Der Leser begleitet Izzy dabei, wie sie lernt, Ängste zu überwinden, Freunde zu finden und sich ihnen gegenüber zu öffnen. Sie beginnt, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und weitreichende Entscheidungen selbst zu treffen. Jede Lüge, sei sie auch nur aus der Not geboren, tut ihr weh, denn sie weiß, dass sie sich damit die Zuneigung ihrer Pflegeeltern verscherzen kann. Sie hat ein schweres Trauma in ihrer Kindheit erlitten und versucht durch physischen Schmerz den psychischen zu überdecken. In ihrer neuen Klasse begegnet sie einem Mädchen, das genauso verletzt ist wie sie. Doch deren Verhalten ihren Freunden gegenüber heißt sie nicht gut und gerät dadurch selbst in den Fokus. Ihr Mut, Stellung zu beziehen, bringt ihr Sympathien und Freunde, verschärft aber natürlich gleichzeitig den Konflikt. Gleichzeitig beschäftigt sie sich mit dem Leben von Clara, die in herrschaftlichem Hause aufgewachsen ist, aber nicht die Freiheit besessen hat, ihren Lebensweg selbst zu bestimmen. Ihr Vater spielt seine Macht aus, die ihm durch sein Vermögen gegeben ist und seine Tochter verfügt über keine Möglichkeiten sich einer Einweisung in die psychiatrische Klinik zu widersetzen.

Auch ich war fasziniert von der fiktiven Story in der realen Umgebung der Nervenheilanstalt. Dank der guten Recherche der Autorin und der bildhaften Beschreibung konnte ich mir das Leben von Clara in der Institution entsprechend vorstellen. Es ist unglaublich und verstörend, welche Möglichkeiten es gab, gesunde Menschen mit einer Krankheit zu behaften und sie gegen ihren Willen festzuhalten.

Durch die Beschäftigung mit der Geschichte Claras beginnt Izzy über ihr eigenes Verhältnis zur Mutter und ihre Versäumnisse in der Vergangenheit nachzudenken. Erst dadurch beginnt Isabelle sich mit ihrem eigenen Schicksal mit Herz und Verstand auseinanderzusetzen. Claras Geschichte lässt sie erkennen, dass es auch für sie trotz des Stigmatas ihrer Herkunft eine Zukunft geben wird, die bestimmt ist durch ihren Willen, ihren Leistungen und ihrer Integrität.

Ellen Marie Wiseman schafft es, die beiden Handlungsstränge gekonnt miteinander zu verknüpfen. Ich war fasziniert von beiden Geschichten und unglaublich traurig über das Schicksal Claras, das sie sicher tausendfach mit realen Menschen teilt. Gerne gebe ich dem Buch meine Leseempfehlung.

Dienstag, 5. Januar 2016

[Neuzugänge Ingrid] Ein guter Anfang im neuen Jahr!


Hallo ihr da draußen!

In den letzten Tagen sind einige Bücher bei mir eingetrudelt, die ich euch gerne vorstellen möchte, denn ich bin bei allen sehr auf den Inhalt gespannt:

1) "All die verdammt perfekten Tage" von Jennifer Niven verspricht eine tragische, romantische, gleichzeitig aber auch amüsante Liebesgeschichte zu sein. Mal schauen, ob das Buch meinen Erwartungen gerecht wird. Ich werde natürlich berichten.

2) "Ein sterbender Mann" von Martin Walser" ist der Roman über einen Verrat, aber anders als man zunächst glaubt. Ein dem Tode naher Mann passiert etwas, das ihn dazu bringt ab sofort leben, leben und leben zu wollen. Klingt doch besser, als der Titel aussagt?

3) "Die Nacht schreibt uns neu" von Dani Atkins ist hoffentlich eine genauso begeisternde Liebesgeschichte wie der erste Roman der Autorin "Die Achse meiner Welt", den ich Klasse fand.

4) "Wo du auch bist" von Fleur Smithwick ist ein Genremix aus Krimi und Lovestory, außerdem soll es ein unerwartetes Ende geben. Hört sich gut an, ich bin gespannt.

Kennt ihr schon eins der Bücher oder ist etwas für eure Wunschliste dabei?

Liebe Grüße
Ingrid

[Rezension Hanna] Origin. Schattenfunke - Jennifer L. Armentrout


Origin. Schattenfunke
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzerin: Anja Malich
Hardcover mit 448 Seiten
Erschienen am 18. Dezember 2015
Verlag: Carlsen

Die Reihe

Band 1: Obsidian. Schattendunkel (Rezension)
Band 2: Onyx. Schattenschimmer (Rezension)
Band 3: Opal. Schattenglanz (Rezension)
Band 4: Origin. Schattenfunke
Band 5: Opposition. Schattenblitz (ET 29. April 2016


Inhalt
Nach ihrem Eindringen in Mount Weather konnten alle entkommen – alle, nur Katy nicht. Sie befindet sich in den Fängen von Daedalus und muss nun erleben, was Beth und Dawson bislang nur angedeutet haben, wenn sie über ihre Erfahrungen sprachen. Doch ist Daedalus wirklich so böse? Sergeant Dasher und Dr. Roth versuchen, Katy vom Gegenteil zu überzeugen. Doch wie viel von dem, was die beiden erzählen, ist wahr? Wird Katy ihnen glauben? Und was hat Daedalus mit ihr vor?
In der Zwischenzeit kann sich Daemon nicht damit abfinden, Katy zurückzulassen. In seiner Not schließt er ein gewagtes Bündnis und macht sich an die Umsetzung eines irrwitzigen Plans. Hat er eine Chance, Katy wiederzusehen?

Meinung
Nachdem „Opal“ mit dem bislang fiesesten Cliffhanger der Reihe endete, musste ich unbedingt wissen, wie es in „Origin“ weitergeht. Die drängendste Frage, was nach ihrer Gefangenname durch Daedalus mit Katy passiert, wird zum Glück gleich beantwortet. Eine Flucht scheint für Katy unmöglich, doch die ersten Tage sind gar nicht so grauenhaft wie befürchtet. Doch die Frage, wie lange das so bleibt, hing wie eine Gewitterwolke über den Ereignissen und ich wartete und bangte mit Katy auf den Moment hin, in dem es so richtig unangenehm werden würde.

Während dieser Ruhe vor dem Sturm wird Katy immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Daedalus richtige und wichtige Ziele verfolgt und gemeinsam mit ihr geriet ich ins Schwanken. Ist tatsächlich alles schlecht, was Daedalus tut? Sehr gut fand ich, dass Katy nicht nach wenigen Seiten einbricht und alles glaubt, was ihr erzählt wird. Vielmehr hinterfragt sie trotz ihrer schwierigen Situation alles kritisch und beweist Stärke und Mut. In „Opal“ habe ich noch ihre naive Art kritisiert. Von dieser ist nun nichts mehr zu merken und Katy hat mich mit ihrem Verhalten wieder überzeugen können.

In diesem vierten Band ist der Fokus auf Katy und Daemon noch stärker als in den Vorgängerbänden. Andere Charaktere spielen in diesem Buch nur untergeordnete Rollen. Ich hoffte mit Daemon, dass er Katy bald wiedersehen kann, koste es, was es wolle. Doch während es so aussieht, als hätte Daemon eine wenn auch geringe Chance, wird die Handlung mit jedem Kapitel düsterer. Dieser Band übertrifft seine Vorgänger noch einmal in den Schilderungen von gefährlichen Ereignissen und Kämpfen. Diese actionreiche Seite der Serie gefällt mir noch besser als zahlreiche Flirtszenen, bei denen die Handlung auf der Stelle tritt. Absolut romantisch wird es trotzdem, auch hier erreicht das Buch neue Höhen und setzt damit die Kirsche auf das Sahnehäubchen der Handlung.

Auch wenn ich von Dee entgegen meiner Hoffnungen wieder wenig lesen durfte, hat mir dieser Band noch einmal besser gefallen als seine Vorgänger. Das liegt vor allem am hohen Actionanteil, bei dem die Gefühle zwischen Katy und Daemon trotzdem nicht zu kurz kommen und für so manche emotionale Szene sorgen. Die Autorin hat ein für mich gelungenes Verhältnis gefunden. Zum Ende hin geht es noch einmal richtig zur Sache und Jennifer L. Armentrout wäre nicht sie, wenn die letzte Szene nicht wieder in einem gewaltigen Cliffhanger enden würde. Nun freue ich mich riesig auf den finalen Band der Serie, „Opposition“, der im April erscheinen wird.

Montag, 4. Januar 2016

[Januar-Neuerscheinungen] Auf diese Bücher freuen wir uns

Hallo liebe Leser,

heute möchten wir Euch unsere Must-Reads und weitere interessante Neuerscheinungen des Büchermonats Januar zeigen.

Hanna freut sich auf...

Seit Monaten warte ich auf die Veröffentlichung von "Wie Schnee so weiß", den Abschluss der Luna-Chroniken. Und auch Arno Strobels neues Buch muss ich unbedingt lesen.

Ingrid freut sich auf...


Der neue Walser. Der Titel klingt düsterer, als der Klappentext vom Inhalt verspricht. Ich bin gespannt!

...
Weitere interessante Bücher:


Ist für Euch etwas dabei? Auf welche Neuerscheinungen im Januar freut ihr euch?

Liebe Grüße
Hanna & Ingrid