Mittwoch, 29. Juni 2016

[Rezension] Those Girls. Was dich nicht tötet - Chevy Stevens


Those Girls. Was dich nicht tötet
Autorin: Chevy Stevens
Übersetzerin: Maria Poets
Taschenbuch: 464 Seiten
Erschienen am 23. Juni 2016
Verlag: FISCHER Taschenbuch

Inhalt
Die Schwestern Jessica, Courtney und Danielle Campbell sind 14, 16 und 17 Jahre alt und leben auf einer Farm in Kanada. Ihre Mutter ist verstorben, ihr Vater arbeitet wochenlang auf Ölfeldern und misshandelt die Mädchen, wenn er nach Hause kommt. Doch um nicht getrennt und erneut in Pflegefamilien untergebracht zu werden, verschweigen die Mädchen, was er tut. Als die Situation eines Abends eskaliert, beschließen sie, Richtung Vancouver aufzub
rechen. Doch auf dem Weg in die Stadt geraten sie in einen noch schlimmeren Albtraum…

Meinung
Ich habe letztes Jahr mit „That Night“ meinen ersten Thriller von Chevy Steveny gelesen, der mich begeistern konnte. Deshalb habe ich mich sehr über die Nachricht gefreut, dass mit „Those Girls. Was dich nicht tötet“ nun ein weiterer Thriller-Einzelband der Autorin erscheint. Das Cover wirkt geheimnisvoll-abstrakt und passt von der Aufmachung sehr gut zu den anderen Büchern der Autorin.

Auf den ersten Seiten wird der Leser gleich mitten in die Handlung geworfen. Er lernt die Schwestern kennen, als sie gerade die Stadt verlassen. Die Atmosphäre ist äußerst angespannt und ich fragte mich gleich, wie es zu dieser Situation gekommen ist. Um das zu erklären, springt die Handlung einige Tage in die Vergangenheit und schildert auf etwa 60 Seiten die Ursachen. Schonungslos werden die Misshandlungen der Mädchen durch ihren Vater beschrieben – er weiß sowohl mit Worten als auch mit Schlägen ernste Verletzungen zuzufügen, die mich schockiert haben.

Wieder in der Gegenwart angekommen geraten die Schwestern gleich in den nächsten Albtraum. Diese Szenen übertreffen die vorherigen noch einmal deutlich in ihrer Brutalität und Abscheulichkeit. Für mich waren diese Schilderungen hart an der Grenze von dem, was ich zur Unterhaltung lese. Lange fragte ich mich, warum ich mich durch all diese Szenen lesen muss. Wo will die Autorin mit ihrer Geschichte hin? Ich bangte und hoffte mit den Schwestern. Gleichzeitig blieb ich fest verankert in der Rolle der distanzierten Beobachterin, denn das zufällige Zusammentreffen der Ereignisse wirkte auf mich unrealistisch, die Schilderungen zu extrem und unwirklich.

Etwa auf der Buchhälfte gibt es einen Bruch in der Erzählung. Nach diesem wurde gleich deutlich klarer, welche Richtung die Autorin mit ihrer Geschichte anstrebt. Die zweite Buchhälfte hat mir insgesamt mehr gefallen und hier ist es mir auch besser gelungen, mich in verschiedene Charaktere hineinzuversetzen. Endlich gab es eine echte Handlung und nicht nur eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten. Auch aus psychologischer Sicht fand ich das Buch interessant, denn die Schwestern gehen mit dem Erlebten völlig unterschiedlich um und ich kam ins Grübeln, was bestimmte Ereignisse in Menschen auch langfristig auslösen können. Leider war für mich bald vorhersehbar, wie die Geschichte enden wird. Ich hätte mir eine etwas komplexere Handlung gewünscht. Dennoch wurde es nicht langweilig. Ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt, da ich möglichst schnell wissen wollte,  ob ich mit meiner Ahnung richtig lag und wie alles für „diese Mädchen“ ausgeht.

Fazit
„Those Girls. Was dich nicht tötet“ ist nichts für schwache Nerven. Ein Großteil der Buchseiten ist mit grausamen Ereignissen gefüllt, die drei junge Mädchen durchleben müssen. Ich bangte mit den Schwestern und fand es spannend, zu beobachten, welche unterschiedlichen Wirkungen das Erlebte auf die drei hat. Leider konnte ich mich nicht ganz auf die Handlung einlassen. Von mir gibt es deshalb knappe drei Sterne für Chevy Stevens neuesten Thriller.


Montag, 27. Juni 2016

[Juli-Neuerscheinungen] Auf diese Bücher freuen wir uns

Hallo liebe Leser,

heute möchten wir Euch unsere Must-Reads und weitere interessante Neuerscheinungen des Büchermonats Juli zeigen.

Hanna freut sich auf...

Mein Juli wird etwas entspannter als die mit Neuerscheinungen vollgepackten Vormonate. Darauf freue ich mich schon sehr, denn in den letzten Wochen sind einige heiß ersehnte Bücher auf dem SuB liegen geblieben, von wo ich sie hoffentlich jetzt befreien kann. Drei neue Must Haves für mich bringt der Monat aber mit sich:
"Gläsernes Schwert" von Victoria Aveyard ist die von mir heiß ersehnte Fortsetzung von "Die rote Königin". Meine Rezension zum ersten Band ist einer der erfolgreichsten Blogposts und jede Woche gibt es Suchanfragen zu "Die rote Königin Band 2". Jetzt ist es endlich so weit, und ich freue mich riesig darauf!
"Totensommer" von Trude Teige klingt nach einem spannenden Sommerkrimi, und da es mich diesen Sommer nach Skandinavien verschlägt möchte ich mich etwas darauf einstimmen.
Bei "Survive. Du bist allein" von Alexandra Olivia konnte mich die Beschreibung ebenfalls überzeugen und ich bin schon neugierig auf dieses Thriller-Debüt.

Ingrid freut sich auf...

   

Die Bücher im Einzelnen:





  • Helen Simonson: Der letzte Sommer, Dumont Verlag - eine Liebesgeschichte in England während des 1. Weltkriegs
  • Till Raether: Fallwind, Rowohlt Polaris - der dritte Band der Krimireihe rund um den Hamburger Kommissar Adam Danowski
  • Marlene Röder: Cache, Fischer KJB - ein bezaubernder Liebesroman ab 14 Jahren
  • J.L.Carr: Ein Monat auf dem Land, Dumont Verlag - eine Wiederentdeckung eines englischen Klassikers



  • Ist für Euch etwas dabei? Auf welche Neuerscheinungen im Juli freut ihr euch?

    Liebe Grüße
    Hanna & Ingrid

    Samstag, 25. Juni 2016

    [Rezension Hanna] Der Horizont in deinen Augen - Patricia Koelle


    Der Horizont in deinen Augen
    Autorin: Patricia Koelle
    Taschenbuch: 608 Seiten
    Erschienen am 23. Juni 2016
    Verlag: FISCHER Taschenbuch

    Die Reihe

    Ostsee-Trilogie

    Band 1: Das Meer in deinem Namen (Rezension)
    Band 2: Das Licht in deiner Stimme (Rezension)
    Band 3: Der Horizont in deinen Augen

    Inhalt

    Ylvi ist in Westberlin aufgewachsen und träumt von einer Karriere als Architektin. In der Nacht des Mauerfalls lässt sie sich von der entrückten Atmosphäre anstecken. Während alle nach Westberlin drängen, erkundet sie mit einem Fremden namens Theo das verborgene Land im Osten und zeugt eine Tochter. Theo sieht sie nie wieder und lässt ihren Mann im Glauben, Remy sei sein Kind. Jahre später und nach einer Phase des Umbruchs kommt Ylvi einem Geheimnis auf die Spur, das ihre Eltern jahrzehntelang gehütet haben. Es geht um ihre Mutter und ihre wahre Herkunft. Um mehr darüber zu erfahren, macht sie sich gemeinsam mit Remy von Teneriffa auf nach Ahrenshoop an der Ostsee…

    Meinung
    In den letzten beiden Monaten habe ich die Bücher „Das Meer in deinem Namen“ und „Das Licht in deiner Stimme“ gelesen, die mich absolut begeistert haben. Deshalb habe ich mich riesig gefreut, dass mit „Der Horizont in deinen Augen“ nun der vielversprechende Abschluss der Ostsee-Trilogie erschienen ist. Ich war absolut neugierig, ob auch das dritte Bernsteinschiff nach Ahrenshoop zurückkehrt und welche Geschichte es mit sich bringt.

    Zu Beginn des Buches lernt man als Leser die neue Protagonistin Ylvi kennen. Man begleitet sie in der Nacht des Mauerfalls, in der sie mit einem Fremden ein Kind zeugt, und in den Jahren darauf. Sie zeigt ihre liebende und beschützende Seite als Mutter, entdeckt ihre Begeisterung fürs Gärtnern und kämpft in ihrer Ehe um Respekt. Ylvi ist mir schnell vertraut geworden und ich hoffte mit ihr, dass sie die Kraft findet, sich durchzusetzen und das zu tun, was sich richtig anfühlt.

    Abwechselnd zu Ylvis Geschichte erfährt man endlich mehr über die junge Myra. Ich fand es schön, nun auch in ihre Vergangenheit blicken zu dürfen und zu erfahren, wer der Vater ihrer Tochter ist und woher ihre Abneigung gegen Männer stammt. Hier erwartet den Leser eine traurig-schöne Geschichte, die mir Myra noch einmal näher gebracht hat.

    Sowohl Ylvis als auch Myras Geschichte konnte mich fesseln und so zogen die Jahre in beiden Handlungssträngen, in denen ich die Charaktere durch Höhen und Tiefen begleitete, in rasender Geschwindigkeit vorbei. Etwa auf der Buchhälfte war es dann so weit: Ylvi lüftet das Geheimnis über ihre Herkunft, das ihre Eltern lange gehütet haben, und macht sich zusammen mit Remy auf den Weg nach Ahrenshoop. Über dieses Heimkehren habe ich mich wie schon im zweiten Band riesig gefreut und hier hat sich die Geschichte noch einmal selbst übertreffen können.

    Ich fand es toll, wie mit Ylvis und Remys Ankunft in Ahrenshoop ein weiteres wichtiges Puzzlestück an seinen Platz gefallen ist. Auch Carly und Tiryn trifft man wieder, die sich rührend darum bemühen, die beiden willkommen zu heißen. Doch Ylvi ist sich höchst unsicher, ob sie am richtigen Platz gelandet ist. Wird sich bei ihr doch noch ein Gefühl von Heimat einstellen, oder wird sie bald weiterziehen? Ylvi bringt zudem einige offene Fragen mit, und so erwartet den Leser noch eine ganze Reihe an wirklich schönen Überraschungen vor inzwischen vertrauter Kulisse und in einer zauberhaften Atmosphäre, die mich ganz in die Geschichte abtauchen ließ. Bis zur letzten Seite und dem rundum perfekten Abschluss hat mich dieses Buch begeistern können.

    Fazit
    „Der Horizont in deinen Augen“ ist der rundum gelungene Abschluss der Ostsee-Trilogie, in welcher Ylvi auf den Spuren ihrer Herkunft nach Ahrenshoop an der Ostsee reist. Wie auch die ersten beiden Bände der Trilogie hat mich die Geschichte fesseln und verzaubern können. Damit hat sich die Reihe einen Platz unter meinen absoluten Lieblingen gesichert. Ich kann euch die Reihe nur absolut ans Herz legen – Wegträum-Garantie inklusive!


    [Rezension Hanna] Versprich mir, dass es großartig wird - Judith Pinnow

     

    Versprich mir, dass es großartig wird
    Autorin: Judith Pinnow
    Paperback: 432 Seiten
    Erschienen am 25. Mai 2016
    Verlag: FISCHER Krüger

    Inhalt
    Franzi und Lena waren einst beste Freundinnen – damals, an der Schauspielschule in New York. Doch irgendwann nach der Taufe von Franzis erster Tochter Mia haben die beiden sich aus den Augen verloren. Lena hat Karriere als Schauspielerin gemacht, während Franzi als rechte Hand in der Firma ihres Mannes eingestiegen ist. Dreizehn Jahre nach ihrer letzten Begegnung nimmt Lena wieder Kontakt zu Franzi auf und wirbelt damit ihr Leben gehörig durcheinander. Franzi beginnt sich zu fragen, ob die letzten Jahre so verlaufen sind, wie sie es sich gewünscht hat – und ob es zu spät ist, um bestimmte Träume zu verwirklichen.

    Meinung
    Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich, weil ich spontan eine Lesung der Autorin besucht habe. Die vorgelesenen Textstellen haben mich sehr neugierig darauf gemacht, mehr über Franzi und Lena zu erfahren. Gleich zu Beginn erlebt man das Telefongespräch mit, in dem sich Lena zum ersten Mal nach dreizehn Jahren wieder bei Franzi meldet. Dieses kurze Gespräch, verbunden mit der Frage, ob sie sich bald treffen sollen, weckt in Franzi gleich eine ganze Reihe an Emotionen und Erinnerungen.

    Franzi hat Lena auf der Schauspielschule in New York kennengelernt, doch nur Lena hat den Durchbruch als Schauspielerin geschafft. Franzi hingegen hat mit ihrem Bernd eine Familie gegründet, zwei Kinder zur Welt gebracht und ist in seiner Firma eingestiegen. Die Leben der beiden sind im Laufe der Jahre immer unterschiedlicher geworden, und Franzi denkt viel darüber nach, wie sie an den Punkt gekommen ist, an dem sie heute steht. Sie gesteht sich ein, auch etwas neidisch auf Lenas Erfolg zu sein und zweifelt daran, ob es für sie das Richtige ist, in einem Fernsehinterview für Lenas neue Serie über ihre Freundschaft zu berichten.

    Bald treffen sich Franzi und Lena tatsächlich wieder. Schon seit dem Telefonanruf kamen bei Franzi immer neue Erinnerungen hoch, doch das tatsächliche Wiedersehen ist noch einmal viel intensiver. Toll fand ich, dass die beiden ehrlich zueinander sind und bald auch miteinander darüber diskutieren, warum sie sich zu bestimmten Zeitpunkten wie entscheiden haben. Vorsichtig beginnen die beiden, ihre alte Freundschaft wieder aufzubauen.  Auch Franzis beste Freundin Jo, die mit drei Kindern als Osteopathin für Pferde arbeitet, ist eine wichtige Unterstützung in ihren Überlegungen. Der Autorin gelingt es gut, die Kontraste darzustellen. Ich konnte Franzis Gedankengänge nachvollziehen und war gespannt darauf, ob sie Konsequenzen aus ihren Überlegungen ziehen wird.

    Am meisten gefreut habe ich mich auf die Rückblicke, die von Franzis und Lenas gemeinsamer Zeit in New York berichten. Hier wurde ich nicht enttäuscht, die Erinnerungen waren für mich echte Highlights an eine unbeschwerte, verrückte Zeit, in der die beiden von Augenblick zu Augenblick gelebt und nicht allzu lang über Konsequenzen nachgedacht haben. Ob Momente im Schauspielunterricht, Hau-Ruck-Umzüge mit dubiosen Taxifahrern oder nächtliche Ausflüge in einen ominösen Club – jede dieser für Franzi kostbaren Erinnerungen konnte mich bestens unterhalten.

    Zum Ende hin gibt es leider deutlich weniger New York-Szenen, was ich schade fand. Das Buch ging aufregend los, wird dann aber lange Zeit etwas ruhiger, denn Franzi dreht Runde um Runde in ihrem Gedankenkarussell auf dem Weg zu einer weitreichenden Entscheidung. Auch wenn ich neugierig war, zu welchem Schluss sie kommen wird, dauerte mir dies insgesamt zu lang. In der Zwischenzeit tritt jedoch Lena immer stärker in das Leben der Familie, was ich schön fand. Zum Ende hin wird es dann noch einmal turbulent und die letzten Seiten waren ein ganz toller Abschluss für die Geschichte von Franzi und Lena.

    Fazit
    „Versprich mir, dass es großartig wird“ erzählt die Geschichte von Franzi, die nach dreizehn Jahren Funkstille wieder von ihrer ehemals besten Freundin Lena hört. Seit ihrer gemeinsamen Zeit auf der Schauspielschule in New York haben sich ihre Leben sehr unterschiedlich entwickelt, und genau das bringt Franzi ins Nachdenken. Eine interessante Geschichte für alle, die sich ebenfalls fragen, ob es Zufall oder die Konsequenz vieler kleiner Entscheidungen ist, die Menschen zu bestimmten Punkten im Leben bringen.


    Freitag, 24. Juni 2016

    [Rezension Ingrid] Schweigen ist Goldfisch von Annabel Pitcher


    Titel: Schweigen ist Goldfisch
    Autorin: Annabel Pitcher
    Übersetzerin: Susanne Hornfeck
    Erscheinungsdatum: 25.05.2016
    Verlag: Sauerländer (Link zur Buchseite des Verlags)
    rezensierte Buchausgabe: Hardcover

    Tess ist 15, als eines Tages plötzlich ihre Welt stillsteht. Im Arbeitszimmer ihres Vaters Jack liest sie durch Zufall einen Post von ihm, aus dem hervorgeht, dass er nicht ihr leiblicher Vater ist. Vielleicht hat sie es schon aufgrund ihres eigenen Äußeren geahnt, doch jetzt sieht sie es bestätigt. Nach dem ersten Schock beginnt bei ihr die Aufarbeitungsphase dieser Tatsache. Als sie kurze Zeit später wieder einmal von Jack gerügt wird, beschließt sie zu schweigen und spricht von diesem Moment an nicht mehr. Nicht mehr mit ihren Eltern, nicht mehr mit ihrer besten Freundin und auch nicht mehr mit ihren Lehrern. Doch kann ihr Schweigen ihr dabei helfen, ihren leiblichen Vater zu finden?

    „Schweigen ist Goldfisch“ von Annabel Pitcher ist ein Roman über eine Phase im Leben, die jeder von uns durchläuft, in der die Ablösung von den Eltern erfolgt und die Findung zu sich selbst. Der Roman ist in der Ich-Form aus der Sicht der Protagonistin geschrieben und so nimmt der Leser auf direkte Weise Anteil an der Gefühlswelt von Tess in den Momenten, in denen sie gemobbt wird. Er bekommt Einblick in die Probleme, die Tess aufgrund ihres kräftigen Körperbaus mit Hang zum Übergewicht hat. Außerdem ist sie groß, so dass sie insgesamt auf andere maskulin wirkt und mit entsprechenden Bemerkungen verspottet wird. Mit inneren Werten kann man in ihrer Altersgruppe weniger punkten. Doch Tess ist hilfsbereit und eine treue Freundin, allerdings zieht sie auch Grenzen.

    Als sie nun erfährt, dass Jack nicht ihr leiblicher Vater ist, fällt für sie ein Puzzlestein an seinen Platz. In einer ersten Reaktion denkt Tess daran, ihr Zuhause zu verlassen und in der Stadt ihr Glück zu suchen. Sie ist sich ihres jugendlichen Alters aber bewusst, zögert und findet nicht den richtigen Zeitpunkt für den Absprung. Der Leser ist erleichtert, doch Tess findet einen anderen Mechanismus um den Kummer ihrer Seele zu verschließen und daher verstummt sie.

    Ich habe mich gefragt, wie es überhaupt so weit kommen konnte, wieso die Eltern der Protagonistin ihr nicht die Wahrheit gesagt haben oder warum Tess nicht nach ihrer Erkenntnis zu ihren Eltern geht, um sie damit zu konfrontieren. Meine Fragen wurden im Laufe des Romans weitestgehend beantwortet, wobei mir die Rolle der Mutter nur unzureichend dargestellt war. Der Vater von Tess ist Schauspieler, aber ohne Beschäftigung in diesem Bereich. Er hat auch keinen qualifizierten Schulabschluss und jobbt jetzt nebenher, immer noch auf eine große Karriere hoffend. Ihm bleibt genug Zeit, sich um Tess zu kümmern, die aber lieber alleine klar kommen möchte. Seine eigenen Wünsche in Bezug auf Freunde und schulischen Erfolg überträgt der Vater auf Tess und setzt ihr entsprechende Verhaltensregeln. Natürlich rebelliert Tess dagegen. Von ihren Altersgenossen werden die Regeln ihrer Eltern wahrgenommen und dadurch sinkt sie noch weiter in deren Ansehen, statt in der Gunst zu steigen wie Jack hofft. Auf ihre manchmal hilflose Art und Weise wurde mir Tess im Laufe der Geschichte sympathisch.

    Nach außen hin verstummt sie zwar, doch ihr Gedankenkarussell dreht sich dadurch nur umso schneller. So sucht sie sich etwas mit dem sie sich, wenn auch nur auf erdachte Weise austauschen kann. Ihre Wahl fällt durch Zufall auf eine kleine Taschenlampe in Form eines Fischs. Hier ergibt sich der Bezug zum Titel des Buchs. In der inneren Auseinandersetzung mit diesem Gegenstand begegnet der Leser einem feinfühligen, intelligenten Mädchen, das nach Vertrauen und Wahrheit sucht und erkennen muss, dass Schweigen nicht für alle Probleme eine Lösung bietet und auch Nachteile und Konsequenzen mit sich bringt.

    „Schweigen ist Goldfisch“ ist ein Buch über Elternliebe, Treue, Freundschaft, Selbstfindung, aber auch geprägt von großen Erwartungen, Enttäuschungen und Mobbing. Die Idee, sich im Alter von Tess einen Gegenstand als Ansprechpartner zu wählen ist sicher nicht neu, aber der kleine Fisch in Form einer Taschenlampe amüsant und geduldig. Gerne empfehle ich dieses Buch an Jugendliche ab 14 Jahren weiter.

    Mittwoch, 22. Juni 2016

    [Neuzugänge Hanna] Fanstastisch, spannend, romantisch und literarisch

    Hallo liebe Leser,

    seit Anfang des Monats haben mich sechs tolle Bücher erreicht, die ich euch gern zeigen möchte:


    "Der Horizont in deinen Augen" ist das Finale der Ostsee-Trilogie von Patricia Koelle. Nachdem ich die Reihe erst vor kurzem entdeckt und dann die ersten beiden Bände begeistert verschlungen habe, freue ich mich nun riesig auf den Abschluss.
    "Liebe mit zwei Unbekannten" von Antoine Laurain hab ich mir ertauscht, weil mir "Der Hut des Präsidenten" so gut gefallen hat.
    "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells ist eine wasliestdu.de-Prämie - ich hatte Glück und war schnell genug. Ich bin schon ganz neugierig, wie mir das Buch gefallen wird.


    Mit "Red Rising. Im Haus der Feinde" von Pierce Brown geht die Trilogie nach langem Warten endlich weiter und ich freue mich darauf, wieder in die dystopische Welt von Darrow einzutauchen.
    "Those Girls. Was dich nicht tötet" ist ein neuer Thriller von Chevy Stevens. Mir hat letztes Jahr "That Night" so gut gefallen, dass ich unbedingt mehr von der Autorin lesen wollte.
    "Flawed. Wie perfekt willst du sein?" von Ceciala Ahern habe ich als Vorab-Exemplar erhalten. Das Buch erscheint erst am 29. September und ist der erste Teil einer Dilogie. Der zweite Band wird dann schon im November erscheinen. Ich freue mich sehr, dass ich es schon jetzt lesen darf. Auf meine Rezension müsst ihr dann leider noch bis zum ET warten.

    Kennt ihr schon eins der Bücher oder wollte es auch noch lesen?

    Liebe Grüße
    Hanna

    Dienstag, 21. Juni 2016

    [Rezension Hanna] Opposition. Schattenblitz - Jennifer L. Armentrout


     

    Opposition. Schattenblitz
    Autorin: Jennifer L. Armentrout
    Übersetzerin: Anja Malich
    Hardcover: 416 Seiten
    Erschienen am 29. April 2016
    Verlag: Carlsen
    Die Reihe

    Band 1: Obsidian. Schattendunkel (Rezension)
    Band 2: Onyx. Schattenschimmer (Rezension)
    Band 3: Opal. Schattenglanz (Rezension)
    Band 4: Origin. Schattenfunke (Rezension)
    Band 5: Opposition. Schattenblitz
    Band 0: Oblivion. Lichtflüstern (ET: 22. Dezember 2016)

    Inhalt
    Katys Leben ist endgültig aus den Fugen geraten: Eine unüberschaubare Anzahl Lux ist mit feindlichen Absichten auf der Erde gelandet und Daemon hat sich ihnen angeschlossen. Gemeinsam mit Archer, Luc und Beth hält sie sich versteckt. Doch Beth ist schwanger, und ihr geht es zunehmend schlechter. Archer und Katy wagen sich für sie in die Öffentlichkeit, was sich schnell als schlechte Idee herausstellt. Sie werden gefangen genommen und erleben mit, wie die Lux Dutzende Menschen töten, um ihre Gestalt anzunehmen. Haben Daemon, Dee und Dawson sich tatsächlich unwiederbringlich der Seite der Invasoren angeschlossen? Und kann die Lux-Armee jetzt noch aufgehalten werden?

    Meinung
    Auf das Erscheinen des Finales der Lux-Reihe habe ich mich riesig gefreut. Nachdem mir „Origin“, der vierte Band der Reihe, bislang am besten gefallen hat, war ich gespannt, wie es nach der Lux-Invasion für Katy und Daemon weitergehen wird. Das Buch endete mit einem Bruch zwischen Katy und Daemon, der sich den Invasoren angeschlossen hat. Mir brannte die Frage unter den Nägeln, ob diese Trennung wohl endgültig ist, weshalb ich mich neugierig in die Geschichte stürzte.

    Die Atmosphäre ist zu Beginn verständlicherweise hoffnungslos und keiner weiß so richtig, wie es nun weitergehen soll. Schon bald kommt aber wieder Tempo in die Handlung und der Leser wird Zeuge von erschreckenden Szenen, in denen die Lux viele Menschen töten. Dieses Buch ist insgesamt recht brutal, immerhin sind Aliens damit beschäftigt, die Welt an sich zu reißen. Die Handlung bleibt aber bei Katy, Daemon und ihren Erlebnissen, sodass man vom landes- und weltweiten Geschehen nur Bruchstücke mitbekommt.

    Katy und Daemon treffen zum Glück schon bald wieder aufeinander. Es hat mir wieder großen Spaß gemacht, die Schlagabtäusche der beiden zu verfolgen. Dass die beiden im Angesicht des Weltuntergangs kaum mehr die Finger voneinander lassen können und Daemon bei Katys Anblick quasi nur noch an das Eine denkt, war auf Dauer allerdings auch ein bisschen anstrengend. Ein echtes Highlight waren hingegen die vielen sarkastischen Kommentare verschiedener Personen, die im Angesicht der Katastrophe mehr als genug Anlässe haben, ihren schwarzen Humor zu zeigen. Besonders tun sich hier auch die Origins Archer und Luc hervor. Sie gewinnen in diesem Buch noch mal an Bedeutung und ich hätte sie nicht missen wollen.

    Die Handlung bietet sowohl actionreiche Kämpfe als auch Verschnaufpausen für die Charaktere, in denen sie über ihre nächsten Schritte nachdenken und das Geschehen beobachten. Es gab immer wieder überraschende Wendungen, welche die Karten neu mischten und ganz neue Wege und Möglichkeiten eröffnen. Schließlich steuert alles auf ein großes Finale hin. Aus diesem hätte die Autorin aber noch mehr machen können. Einige Einzelkämpfe, in denen sich die liebgewonnenen Charaktere beweisen müssen, werden ausführlich beschrieben, vom wirklich großen Kampf bekommt man dann aber wenig mit. Auch warum die Invasion überhaupt in dieser Art und zu diesem Zeitpunkt stattgefunden hat wurde mir zu spät und zu kurz erklärt. Der Epilog war dann aber wieder ganz nach meinem Geschmack und ist für mich ein total gelungenes Ende einer fantastischen Reihe, die zu lesen mir viel Spaß gemacht hat.

    Fazit
    „Opposition“ ist der fünfte und letzte Band der Lux-Reihe, in welcher nicht nur für Katy und Daemon, sondern für die ganze Welt alles auf dem Spiel steht. Ein hohes Tempo und immer neue, überraschende Wendungen haben mich unterhalten können. Aus dem Showdown hätte die Autorin aber mehr herausholen können. Deshalb fand ich das Finale etwas schwächer als den vierten Band, der mein Liebling bleiben wird. Für Jugendliche und junge Erwachsene, die Lust auf eine fantastische Liebesgeschichte haben, führt eigentlich kein Weg an dieser Reihe vorbei!

    Sonntag, 19. Juni 2016

    [Glückstour] Interview mit Petra Hülsmann & Gewinnspiel


    Hallo liebe Leser,

    in den letzten beiden Tagen sind die liebe Marie von wortmalerei.org und ich für euch kreativ geworden, um euch das Buch "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" von Petra Hülsmann schmackhaft zu machen - wir hoffen, es hat euch Spaß gemacht!

    Was bisher geschah
    Pünktlich zum Erscheinen des Buches habe ich meine Rezension zu "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" veröffentlicht und euch vom inzwsichen dritten Buch der Autorin vorgeschwärmt.

    Am Freitag konntet ihr bei Wortmalerei mehr zum Thema Upcycling und der Protagonistin Isabelle erfahren. Marie hat selbst zwei Upcycling-Ideen ausprobiert, deren Ergebnisse sie euch vorstell.

    Gestern habe ich euch den Koch Jens vorgestellt, mit dem Isabelle gleich zu Beginn des Buches aneinander gerät. Trotzdem kreuzen sich die Wege der beiden immer wieder. Zwei Gerichte, die Jens in seinem Restaurant, dem Tiels, ausprobiert, habe ich für euch nachgekocht.

    Interview mit Petra Hülsmann
    Marie und ich haben der Autorin Petra Hülsmann einige Fragen zu ihren neuen Buch gestellt. Unten finder ihr meine Fragen an die Autorin. Schaut heute auch auf wortmalerei.org vorbei, um Maries Fragen an Petra zu lesen!

    Isabelle isst am liebsten ihre Tagessuppe beim Vietnamesen und hat beim besten Willen keine Lust auf kulinarische Experimente. Probierst Du selbst gern Neues aus oder serviert man Dir in deinem Stammrestaurant schon ungefragt Dein Lieblingsgericht?

    Was das angeht, bin ich anders als Isabelle. Ich probiere gerne Neues aus, sowohl wenn ich selber koche als auch im Restaurant. Ich habe zwar meine Lieblings- und Stammgerichte, die ich immer wieder koche oder bestelle, aber es gibt so viele tolle Rezepte und Gerichte, dass es doch schade wäre, immer dasselbe zu essen. In meinem Lieblingsrestaurant mache ich es zum Beispiel so: Ich bestelle immer die gleiche Vorspeise, die ist so gut, dass ich dafür sterben könnte. Aber ich nehme jedes Mal ein anderes Hauptgericht. So habe ich beides: Mein Lieblingsgericht und etwas Neues.

    Wer kocht, der muss hinterher auch aufräumen – diesen Grundsatz hat Jens‘ Schwester Merle noch nicht so ganz verinnerlicht. Wie sieht Deine Küche nach dem Kochen aus?

    Ich achte schon darauf, während des Kochens Ordnung zu halten und räume z. B. benutzte Küchenutensilien und Gemüseabfälle sofort weg. Ansonsten versinkt man im Chaos und hat keinen Überblick und Platz mehr für alles Weitere, was man noch so zubereiten muss. Wenn ich also nur ein ganz normales Abendessen koche, sieht die Küche hinterher gut aus. Allerdings wird das Ordnung halten irgendwann auch schwierig, wenn ich mehrere Gänge koche und sehr viel gleichzeitig machen muss. Ich bemühe mich zwar immer, ein System zu behalten, weil es das das Ganze viel einfacher macht, aber irgendwann komme ich da nicht mehr gegen an und habe, ganz ähnlich wie Merle, ein Timing-Problem. Und dann kann es nach dem Kochen auch schon mal aussehen wie Sau.

    Im Buch hat Jens erst vor kurzem sein eigenes Restaurant eröffnet, während Isabelle noch immer vom eigenen Blumenladen träumt. Was für ein Geschäft würdest Du eröffnen, wenn Du freie Wahl hättest?

    Ich könnte mir ein Buchcafé gut vorstellen (ich glaube, davon träumt insgeheim fast jede Autorin J). Oder aber Bücher kombiniert mit anderen Dingen, die ich sehr mag: Schokolade, schöne Dekoartikel, Wein. Das wäre genau mein Ding.
    Vielen lieben Dank an Petra für die interessanten Antworten!

    Gewinnspiel

    Ihr habt so richtig Lust auf das Buch bekommen, es aber noch nicht im Regal stehen? Dann habe ich eine gute Nachricht für euch: Im Rahmen der Buchaktion verlose ich einmal "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" von Petra Hülsmann!


    Wenn Du teilnehmen willst, dann schreib bitte einen Kommentar unter diesem Beitrag und...

    1. Beantworte wie Petra die folgende Frage: Probierst Du gern neue Gerichte aus oder serviert man Dir in deinem Stammrestaurant schon ungefragt Dein Lieblingsgericht?

    2. Hinterlasse außerdem Deine Mailadresse, damit ich Dich im Gewinnfall kontaktieren kann (alternativ kannst Du diese an mail@buchsichten.de schicken oder Deinen wasliestdu/Lovelybooks-Namen angeben).


    Das Gewinnspiel läuft bis zum 26. Juni 2016, danach gebe ich den Gewinner bekannt.

    Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen hat Sonja (zauberblume). Herzlichen Glückwunsch!

    Das Kleingedruckte:
    Teilnahmeberechtigt sind alle Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr solltet über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich das Einverständnis eurer Erziehungsberechtigten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Für evtl. Verlust auf dem Postweg übernehme ich keine Haftung. Mit der Teilnahme an diesem Gewinnspiel erklärt ihr euch einverstanden, dass ich uren Namen für die Gewinner-Bekanntgabe auf unserem Blog veröffentlichen und eure Adresse für den Versand des Gewinns an den Verlag weitergeben darf. Nach der Gewinnerbekanntgabe habt ihr 48 Stunden Zeit, euch bei mir zu melden. Ansonsten müssen wir neu auslosen.

    Zweite Gewinnchance!
    Marie von Wortmalerei verlost ein weiteres Exemplar von "Glück ist, wenn man trotzdem liebt"! Verpasst nicht eure zweite Gewinnchance:


    Ich hoffe, dass Euch unsere Aktion gefallen hat und wir Euch das Buch schmackhaft machen könnten. Ich drücke Euch die Daumen für die Verlosung!

    Liebe Grüße
    Hanna

    Samstag, 18. Juni 2016

    [Glückstour] Von herzhaften und süßen Speisen und einem Kerl zum Anbeißen


    Hallo liebe Leser,

    herzlich Willkommen zur Glückstour, die ich gemeinsam mit der tollen Marie von wortmalerei.org auf die Beine gestellt habe, um die Veröffentlichung des dritten Buchs von Petra Hülsmann, „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“, mit euch zu feiern! Warum ich euch nur raten kann, es unbedingt zu lesen, solltet ihr unbedingt in meiner Rezension nachlesen.


    Gestern hat Marie euch Von Upcycling, DIY und einer ziemlich organisierten Protagonistin berichtet, sich von den Upcycing-Ideen des Buches inspirieren lassen und zwei Ideen selbst umgesetzt. Heute möchte ich euch das Buch und ganz speziell Jens, einen der wichtigsten männlichen Charaktere, im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen!

    Wer ist eigentlich Jens?
    Jens Thiel ist Koch und hat erst vor kurzem gegenüber vom Blumenladen, in dem Isabelle arbeitet, sein eigenes Restaurant, das Thiels, eröffnet. Isabelle ist darüber gar nicht begeistert, denn bislang gehörte das Geschäft Mr. Lee, der ihr dort täglich die Tagessuppe serviert hat. Schließlich springt Isabelle über ihren Schatten und will das neue Restaurant wenigstens einmal ausprobieren. Doch die Auswahl ist so gar nicht nach ihrem Geschmack und so endet ihre Mittagspause in einer hitzigen Auseinandersetzung mit Jens. Ein denkbar schlechter Start für die beiden - doch es soll nicht bei dieser einen Begegnung bleiben...Was ihr sonst noch über Jens wissen solltet, hat er für euch notiert:


    Damit ihr euch besser vorstellen könnt, was im Thiels so auf den Tisch kommt, habe ich zwei der Gerichte, die Isabelle dort serviert werden, nachgekocht.

    Pasta mit Mangoldsoße

    Bei ihrem ersten Besuch im Thiels serviert Jens Isabelle nach einigem Hin und Her eine Pasta mit Mangold-Pesto. Isabelle bewundert den kleingehackten Mangold, der gemeinsam mit Kirschtomaten und gerösteten Pinienkernen serviert wird – und isst aus Protest doch keinen Bissen.

    Ich habe nach einem möglichst ähnlichen Rezept gesucht und mich schließlich für dieses hier entschieden. Zusätzlich dekoriert habe ich das Gericht mit gerösteten Pinienkernen. Mit Knoblauch und Käse ergänzt hätte man die Soße sicherlich auch zum Pesto machen können, ich bin aber bei der puren Mangoldsoße geblieben. Und so sah es nachher aus – mein erster Versuch mit Mangold und es hat mir sehr gut geschmeckt!


    Schokoladenmalheur

    Eins verspreche ich euch: Spätestens wenn ihr das Buch gelesen und dann auch noch das Rezept auf den letzten Seiten entdeckt habt, werdet ihr eine unbändige Lust darauf verspüren, selbst ein Schokoladenmalheur zu backen. Um euren Appetit darauf noch größer zu machen, zeige ich euch gern mein Ergebnis. Das Rezept verrate ich euch an dieser Stelle nicht, ihr findet es ganz hinten im Buch. :-) Ich habe etwas herumexperiment, bis das Malheur so war, wie ich es haben wollte: Außen rundum fest und innen flüssig. Meine Souffléförmchen sind offensichtlich sehr dick, sodass mein Malheur im Ofen bei 230 Grad ganze 8 ½ Minuten brauchte.


    Malheur in the making
    Et voilà - außen fest, innen flüssig. Soooo lecker!
    Ich hoffe, ich konnte euch Appetit auf Jens und das Buch machen! Schaut unbedingt morgen noch einmal bei mir und Marie vorbei, denn wir beide haben Petra noch einige Fragen stellen dürfen. Und vielleicht haben wir ja auch noch etwas für euch im Gepäck? ;-)

    Liebe Grüße
    Hanna

    Freitag, 17. Juni 2016

    (Ingrid) Autorenvorstellung und Interview mit Till Raether

    Copyright: Stephanie Brinkkoetter

    Weitere Informationen über Till Raether und seiner Krimiserie rund um den Hamburger Hauptkommissar Adam Danowski findet ihr hier:

    Internetseite von Till Raether: https://tillraether.wordpress.com/



    1. Band: "Treibland": http://www.rowohlt.de/paperback/till-raether-treibland.html

    2. Band: "Blutapfel": 
    http://www.rowohlt.de/paperback/till-raether-blutapfel.html

    Rezension "Blutapfel": 
    http://www.buchsichten.de/2015/07/rezension-till-raether-blutapfel.html 

    3. Band "Fallwind" (erscheint am 22.07.2016): 
    http://www.rowohlt.de/paperback/till-raether-fallwind.html

    Eine Livelesung mit Till Raether vom 13.06.2016 im Rahmen der Krimiwoche, in dem der Autor Ausschnitte aus allen drei Büchern liest, findet ihr unter folgendem Link: https://www.youtube.com/watch?v=e_-iw05s71s



    Lieber Herr Raether,

    zuerst möchte ich Sie kurz unseren Lesern vorstellen:

    Till Raether wurde 1969 in Koblenz geboren und ist größtenteils in Berlin aufgewachsen. Zunächst besuchte er die Deutsche Journalistenschule in München, studierte später Amerikanistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin und als Austauschstudent in New Orleans/USA. Heute lebt er mit seiner Ehefrau und zwei Kindern in Hamburg und arbeitet dort als freier Autor u.a. für die Zeitschriften Brigitte, Brigitte Woman, Brigitte Mom und das Süddeutsche Zeitung Magazin. Der erste Band seiner Krimiserie rund um den Hamburger Hauptkommissar Adam Danowski mit dem Buchtitel „Treibland“ erschien 2014 und wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Am 22.07.2016 wird nach dem im vergangenen Jahr veröffentlichten „Blutapfel“ mit „Fallwind“ bereits der dritte Fall beim Verlag Rowohlt Polaris erscheinen.

    • Wie viel Till Raether steckt in Ihrer Serienfigur Adam Danowski? Finden sich Familienmitglieder, Freude und Bekannte als Charaktere in Ihren Kriminalromanen wieder?

    Freunde, die mich schon sehr lange kennen, finden, Adam Danowski ist sehr wie ich. Ich streite das ab. Aber vielleicht haben sie recht und er ist sowas wie eine ungefilterte, sozusagen naturtrübe Version von mir. Wenn, dann nicht absichtlich. Und wenn andere sich als Romanfiguren wiedererkennen, bin ich immer erstaunt. Ich denk mir das alles mühevoll aus, und dann glaubt jemand, ich hatte ihn einfach porträtiert? Vielleicht sollte ich es in Zukunft einfach machen, das spart einem Arbeit, glaube ich.

    • Die Inhaltsangabe von Fallwind deutet darauf hin, dass Sie diesmal mit der Angst vor geschlossenen Räumen (Klaustrophobie) spielen. Greifen Sie in Ihren Krimihandlungen bewusst bekannte Ängste auf oder sind es eigene Ängste, die Sie in Ihren Stoffen verarbeiten?

    Definitiv eigene Ängste. Ich beschäftige mich ja recht lange mit den jeweilgen Themen, noch länger als die Leserinnen und Leser, darum muss mich das schon einige Monate lang emotional fesseln. Und das funktioniert nur, wenn ich über meine eigenen Ängste schreibe. Ich hasse Höhe („Fallwind“), Enge („Blutapfel“), Eingesperrtsein und Schwimmen, wo Schiffe unterwegs sind („Treibland“). Langsam wird es allerdings ein bisschen schwierig, mir gehen die Ängste aus. Wenn ich weiter so verschwenderisch damit umgehe, muss ich eines Tages einen Krimi über meine tiefe Abneigung gegen Noisette-Schokolade schreiben.

    • Für Ihre ersten beiden Teile der Krimiserie sind Sie mit einem Kreuzfahrtschiff gefahren und haben einen Kabelschacht im Elbtunnel erkundet. Sind sie für die Recherche des dritten Bands ein Windrad hochgestiegen?

    Hm. Sagen wir so: Das hätte ich nicht gedurft, zumindest nicht im Offshore-Bereich. Also würde ich mit einer bejahenden Antwort alle, die mir dabei geholfen haben, in Schwierigkeiten bringen. Und ich war in einem Schulungszentrum für Windkrafttechniker, in dem ich die Komponenten einer Windkraftanlage besucht habe.

    • Sind Sie ein disziplinierter Schreiber oder lassen Sie sich gerne mal beispielsweise vom Internet ablenken?

    Ich lasse mich sehr gern von allerhand ablenken, vom Internet sowieso, insbesondere von Fernsehserienstreams und Psychotests wie „Bist du Katy Perry oder Taylor Swift?“ (Ergebnis: Taylor Swift! Warum?). Bis zu dem Punkt, an dem der Abgabetermin so nahe rückt, dass ich die Zahl der zu erreichenden Seiten durch die Zahl der verbleibenden Tage teile und dann jeden Tag sehr diszipliniert und dabei durchaus glücklich genau so viel schreibe, wie ich muss.

    • Wie gestalten Sie Ihre Freizeit? Haben Sie Hobbies?

    Ich spiele minimalistisch Bassgitarre in einer Band, die Les Labiles heißt. Wir nennen es Stadion-Pop. Manchmal treten wir in kleinen Hamburger Kneipen vor Freunden und Stammgästen auf. In gewisser Weise betrachte ich auch die Kinder als Hobby, wenn auch als sehr kostspieliges. Jedenfalls gestalten sie meine Freizeit.

    • Vom Autor eines Beziehungsberaters über den Versuch, Männergefühle zu erklären, hin zum Krimi. Sind Sie als Buchautor in diesem Metier angekommen? Oder werden wir Sie noch als Autor in anderen Genres lesen dürfen? Gibt es ein oder mehrere Genres in denen wir nie etwas von Ihnen lesen werden?

    Ja, ich glaube, ich bin jetzt angekommen. Wenn der Krimi mich lässt, bleibe ich noch ein bisschen. Einen Science-fiction-Roman würde ich gern mal schreiben, aber wer soll das lesen. Ich glaube, für einen Liebesroman fehlt mir die Geduld, und für einen Familienroman die Fantasie.

    • Welche weiteren Schreibpläne haben Sie? Werden sie die Serie um Kommissar Adam Danowski fortsetzen?

    Ja, der vierte Danowski ist in Vorbereitung. Vielleicht gibt es vorher eine Unterbrechung und etwas anderes, aber ich bin noch nicht fertig mit Adam. Und er nicht mit mir. Mein Meerschweinchen-Krimi hingegen liegt auf Eis.

    Ich bedanke mich ganz herzlich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!

    Ihre Ingrid Eßer



    Donnerstag, 16. Juni 2016

    [Rezension Ingrid] Die Witwe von Fiona Barton


    Titel: Die Witwe
    Autorin: Fiona Barton
    Übersetzerin: Sabine Längsfeld
    Erscheinungsdatum: 27.05.2016
    Verlag: Wunderlich (Link zur Buchseite des Verlags)
    rezensierte Buchausgabe: Klappbroschur (Leseexemplar)


    „Die Witwe“ ist der Debütroman der Engländerin Fiona Barton. Die titelgebende Figur ist eine der Protagonisten in diesem Buch. Jean Taylor erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form. Sie ist die Witwe von Glen, dem vorgeworfen wurde, ein kleines Mädchen entführt und eventuell missbraucht zu haben. Die Frage stellt sich, inwieweit Jean über die Aktivitäten ihres Mannes Bescheid weiß. Bisher hat sie vorbehaltlos zu ihm gestanden. Wie viel weiß sie über die Geschehnisse und wird sie nach Glens Tod die stets von ihm geleugnete Tat aufklären?

    Zahlreiche Szenenwechsel fokussieren drei weitere Personen, die ebenfalls eine wichtige Rolle im Roman spielen. Zum einen ist es die Journalistin Kate Waters, die für ihre Zeitung eine Topstory wittert und diese exklusiv haben möchte. Detective Bob Sparkes ist versessen darauf, den Fall aufzuklären, mit Glen Taylor als Täter. Schließlich spielt auch die Mutter der verschwundenen Bella eine große Rolle. Trifft sie eine Schuld am Verschwinden ihrer Tochter? Vertuscht ihre Verzweiflung nur ihre Unaufmerksamkeit ihrer Tochter gegenüber während der Zeit der Tat? Die Kapitel wechseln zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, die vier Jahre vorher beginnt und dann kontinuierlich fortgeführt wird. Jedes Kapitel ist mit dem entsprechenden Datum übertitelt, so dass man direkt weiß, in welcher Zeit man sich befindet.

    Jean Taylor ist fast zwanzig Jahre mit ihrem Mann verheiratet, als dieser von der Polizei in Bezug auf den Fall Bella verdächtigt wird. Die beiden haben sich lange ein Kind gewünscht, doch Glen war nicht bereit weitere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, um sich diesen Wunsch zu erfüllen. Die ihrem Mann ergebene, die Dinge manchmal naiv betrachtende Jean zieht es überhaupt nicht in Erwägung, dass Glen einem Kind etwas angetan haben könnte. Seit der Verdächtigung spielt sie eine Nebenrolle in den Ermittlungen, gerät aber ins Fadenkreuz als ihr Ehemann bei einem Unfall direkt neben ihr auf der Straße stirbt. Die Autorin, die selbst als Gerichtsreporterin tätig war, spiegelt ihre eigenen Beobachtungen im Gerichtssaal in dieser Figur wieder. Fiona Barton beschäftigte immer wieder die Frage, wie viel eine Ehefrau über das Verbrechen ihres Mannes wissen kann. Die geschilderten Szenen im Prozess wirken authentisch, das Verhalten und die Interaktion der Personen realistisch.

    Auch die Ausarbeitung der übrigen Charaktere ist sehr gut gelungen, einzig die Verbissenheit von Detective Sparkes ist leicht übertrieben. Die stockenden Ermittlungen übertragen sich auf die Handlung, so dass es beim Fortschreiten der Geschichte in der Mitte des Buches zu einer leichten Länge kommt. Neben den spannenden Ermittlungen und dem interessanten Ablauf eines Prozesses erfährt der Leser ebenfalls wie es gelingt, an eine Títelstory zu gelangen. Kate Waters hat sich über die Jahre ihrer journalistischen Tätigkeit gewisse Eigenschaften angeeignet allen voran Freundlichkeit, besondere Aufmerksamkeit, Mitgefühl und Preisgabe kleiner Details aus ihrem Privatleben, die sie dazu einsetzt, die zu Interviewenden für sich einzunehmen. Sie sollen ihr gegenüber den Kollegen einen Vorteil bringen.

    Fiona Barton konnte mich mit ihrem Roman fesseln und zum Mitfiebern bewegen. Bis Detective Sparkes den Fall aufklärt, wusste auch ich nicht Bescheid, was tatsächlich mit Bella passiert ist. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung für dieses gelungen Debüt.

    Mittwoch, 15. Juni 2016

    [Rezension Ingrid] Denn mir entkommst du nicht von Christine Drews


    Titel: Denn mir entkommst du nicht
    Autorin: Christine Drews
    Erscheinungsdatum: 13.05.2016
    Verlag: Bastei Lübbe (Link zur Buchseite des Verlags)
    rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch


    „Denn du entkommst mir nicht“ ist der vierte Band in der Kriminalromanreihe von Christine Drews mit den Münsteraner Kommissaren Charlotte Schneidmann und Peter Käfer und ihren Teamkollegen. Charlotte ist gerade erst aus der Elternzeit zurück im Beruf als sie zur Fundstelle einer weiblichen Leiche gerufen wird, der bestialisch mit einem Messer in den Unterleib gestochen wurde. Schnell wird vermutet, dass der anonyme Anrufer, der den Leichenfund gemeldet hat, der Täter sein könnte. Zunächst wird ein Sexualdelikt vermutet, später führt eine Spur auch in die Drogenszene. Eifersucht kann ebenfalls als Motiv nicht ausgeschlossen werden.

    Viele kleine Hinweise führen in verschiedenste Richtungen. Obwohl mehrere Tatverdächtige schnell gefunden sind, reichen die Beweise nicht aus, um einen Täter zu überführen. Stets im Hintergrund steht der begründete Verdacht des ermittelnden Teams, dass der Mörder erneut aktiv werden könnte. Die Autorin lässt den Leser an den Gedankengängen von Charlotte teilhaben. Er rückt nah heran an ihre Überlegungen, welche der Spuren am erfolgversprechendsten sind, und vor allem, welche Gefühle sie plagen, wenn sie sich von ihrem kleinen zweijährigen Sohn verabschieden muss, um zur Arbeit zu fahren. Denn neben der Krimihandlung darf der Leser auch am Privatleben der beiden Protagonisten teilnehmen.

    Christine Drews schildert nicht nur die Ermittlungen, sondern verschaffte mir als Leser einen Vorteil vor den Kommissaren, weil ich vom ersten Kapitel an wusste, dass der anonyme Anrufer, der den Leichenfund gemeldet hat, nicht der Mörder ist. Weitere Szenenwechsel führen immer wieder zu ihm. Diese Nebenhandlung bringt ein weiteres Spannungselement dadurch ein, weil man hofft, dass diese sympathische Figur eines früheren Kriminellen es schafft, sich aus dem Tatverdacht zu befreien.

    Ich habe bisher keinen der vorigen Bände gelesen und die Autorin hat auch nicht viel darüber verraten. Jedoch war es mir ohne Probleme möglich, der Handlung zu folgen, weil Christine Drews an passenden Stellen entsprechende Hintergrundinformationen gegeben hat. Der Krimi liest sich leicht und flüssig. Die Ermittlungen schreiten zügig voran ohne Längen, wenn auch schon mal das Glück und der Zufall bei den Überlegungen zum Vorgehen im Fall behilflich waren. Der Spannungsbogen ist anhaltend und endet in einem furiosen Finale, das förmlich nach einer Fortsetzung schreit.

    Ich fühlte mich durch das Buch sehr gut auf spannende Weise unterhalten, zumal ich einige der Handlungsschauplätze persönlich kenne. Gerne gebe ich eine Empfehlung an Leser des Genres Krimi.


    Dienstag, 14. Juni 2016

    [Rezension Hanna] Denn du entkommst mir nicht - Christine Drews


    Inhalt
    Antonio Gomez ist gerade auf seiner allabendlichen Joggingrunde im Aaseepark Münster unterwegs, als ihn jemand anrempelt, blendet und anschließend davonläuft. Irritiert folgt er der Spur seines Angreifers ins Unterholz und macht eine grausame Entdeckung: Eine verblutete Frau, die er nur allzu gut kennt. Die von ihm anonym alarmierte Polizei setzt die frisch aus der Elternzeit zurückgekehrte Charlotte Schneidmann und ihren Kollegen Peter Käfer auf den Fall an. Die Fakten deuten nicht auf ein klassisches Mordmotiv hin: Das Opfer wurde entführt, dann aber im Wald ermordet, und es liegt kein Sexualdelikt vor. Die Ermittler arbeiten unter Hochdruck an der Klärung der Identität von Opfer und Anrufer, doch ihnen läuft die Zeit davon: Der Täter scheint erneut aktiv zu werden…

    Meinung
    Die ersten Seiten des Kriminalromans haben mich gleich packen können, denn ich wurde gleich Zeugin, wie eine ermordete Frau von einem Mann aufgefunden wird, der sie offensichtlich kennt. Meine Neugier, woher das Opfer und der Mann sich kennen, war gleich geweckt. Außerdem ist der Täter offensichtlich eine dritte Person – wie hängt das alles zusammen?

    Das inzwischen etablierte Ermittlerduo Charlotte Schneidmann und Peter Käfer macht sich schon bald an die Ermittlungen und beginnt, verschiedene Spuren zu verfolgen. Kann das Opfer identifiziert werden? Was ist ihre Geschichte? Und wer steckt hinter dem anonymen Anruf? In solidem Tempo geht es voran und es gibt stetig neue Erkenntnisse, durch welche sich mögliche Motive und Täter ergeben. Charlotte und Peter fand ich erneut sympathisch und ich fand es schön, dass es auch wieder Einblicke in ihr Privatleben gibt, wobei sie in diesem Band sehr knapp ausfielen.

    Während die Ermittlungen zunächst relativ sachlich und faktengetrieben ablaufen sorgen kleine Einschübe dafür, dass für den Leser die Bedrohlichkeit der Situation greifbar wird. Der Täter ist noch immer aktiv, er scheint es auf Antonio sowie auf eine weitere Frau abgesehen zu haben. Kann der Fall rechtzeitig gelöst werden, bevor erneut Schlimmes geschieht?

    Christine Drews versucht, sich während der Geschichte in Sachen Dramatik kontinuierlich zu steigern. Die Ermittler kommen selbst in zunehmend brenzlige Situationen. Hier hat die Autorin mich leider etwas verloren, denn ich fand die Reaktionen einiger Personen, mit denen die Ermittler in Kontakt kommen, recht unglaubwürdig. Diese sind jedoch die Basis für den weiteren Handlungsverlauf, weshalb ich mich auf die folgenden Entwicklungen nicht mehr so recht einlassen konnte. Nichtsdestotrotz musste ich auf den letzten Seiten noch einmal absolut mitfiebern. Das Buch endet mit einem großen Knall inklusive Cliffhanger, weshalb ich am liebsten sofort weitergelesen hätte.

    Fazit
    „Denn du entkommst mir nicht“ ist ein weiterer spannender, in Münster angesiedelter Fall für das Ermittlerduo Charlotte Schneidmann und Peter Käfer. Eine grausam ermordete Frau, bei welcher die klassischen Tötungsmotive schnell ausgeschlossen sind, lässt die beiden bald wieder unter Hochdruck ermitteln. Auch wenn ich das Verhalten einiger Charaktere nicht ganz schlüssig fand, hat mich dieser neue Fall für das Ermittlerduo gut unterhalten können. Ich vergebe vier Sterne.


    Freitag, 10. Juni 2016

    [Rezension Hanna] Glück ist, wenn man trotzdem liebt - Petra Hülsmann


    Glück ist, wenn man trotzdem liebt
    Autorin: Petra Hülsmann
    Taschenbuch: 416 Seiten
    Erschienen am 10. Juni 2016
    Verlag: Bastei Lübbe

    Inhalt
    Isabelle liebt ihren Job im Blumenladen. Und sie liebt Routine. Seit elf Jahren hat sie jeden Mittag eine Suppe bei Mr Lee gegenüber gegessen. Doch nun hat dort das Thiels eröffnet, ein schickes und überhaupt nicht asiatisches Restaurant. Statt Nudelsuppe will man sie dort nötigen, Mangold oder Spargel zu probieren. Ein absolutes No Go für Isa, das gleich zu erhitzten Diskussionen mit dem Restaurantbesitzer Jens führt. Nie wieder wird sie einen Fuß ins Thiels setzen! Diesen Vorsatz bricht Isa aber dank Jens‘ dickköpfiger Halbschwester Merle schon nach kurzer Zeit. Bald muss sie sich fragen, ob sie ihren ersten Eindruck von Jens doch noch einmal überdenken will. Aber wann wird sie endlich einem Mann begegnen, bei dem es schon im ersten Augenblick BÄMM macht?

    Meinung
    Ich habe mich riesig auf das inzwischen dritte Buch aus der Feder von Petra Hülsmann gefreut. Die Buchbeschreibung hat mich sofort neugierig gemacht. Ich war gespannt, die strukturierte Isabell kennenzulernen und zu erfahren, wie sie auf den Bruch in ihrer Routine reagiert. Das ist auch gleich auf den allerersten Seiten Thema, denn ihre Chefin animiert sie, statt der Fertigsuppe zum Mittagessen dem neuen Restaurant wenigstens mal eine Chance zu geben.

    Das erste Aufeinandertreffen von Isabell und Jens hat mich bestens unterhalten können. Isabelle präsentiert sich von ihrer starrsinnigsten, hochnäsigsten Seite und versucht, Jens begreiflich zu machen, dass der Kunde doch König ist und er ihr nun bitte eine Nudelsuppe machen soll. Herrlich! Jens bleibt bei der ganzen Sache total gelassen und hat sich damit meine Sympathien gleich sichern können. Doch auch Isabelle mit all ihren kleinen Macken ist mir schnell ans Herz gewachsen. Jedes Aufeinandertreffen dieser beiden so unterschiedlichen Personen hat großen Spaß gemacht und ich las mich gut gelaunt durch die Seiten in der Hoffnung, dass es möglichst bald zur nächsten gemeinsamen Szene kommen wird.

    Parallel zu ihren Wortgefechten mit Jens begibt sich Isabelle auf die Suche nach der großen Liebe. Kann der Friedhofsgärtner Tom ihr Herz gewinnen? Oder ist sie der Person, bei der es BÄMM macht, schlichtweg noch nicht begegnet? Eine große Rolle spielt außerdem ihre Arbeit im Blumenladen. Hier lebt sie ihre Kreativität nicht nur beim Binden von Sträußen aus, sondern setzt beim Upcycling alter Dinge immer wieder neue Deko-Ideen in die Tat um. Wie gerne würde sie den Laden eines Tages übernehmen! Aber kann sich der kleine Laden gegen die wachsende Konkurrenz behaupten?

    Mir hat die allmähliche Wandlung, die Isabelle dank vieler so von ihr nicht geplanter Ereignisse durchmacht, sehr gefallen. Sie lernt, dass man sich auch mal auf etwas Neues einlassen und alte Gewissheiten über Bord werfen muss. Die Vorhersehbarkeit der Handlung konnte meine Lesefreude nicht im Geringsten trüben. Die Geschichte ist so unterhaltsam und herzerwärmend geschrieben, dass ich einfach nicht genug bekam und sie beinahe in einem Rutsch durchgelesen habe. Nicht unerwähnt bleiben soll das erneute Auftreten von Knut – diesmal in einer noch bedeutenderen Rolle, jippieh! Auch kann ich euch versichern, dass ihr während und nach der Lektüre das dringende Bedürfnis nach einem schokoladigen Dessert nicht loswerdet. Bis hin zum filmreifen Ende wurde ich durch viele kleine schöne Dinge unterhalten, die dieses Buch zu meinem neuen Liebling von Petra Hülsmann und einem echten Lesehighlight gemacht haben.

    Fazit
    „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“ erzählt in leichtem Ton die Geschichte von Isabelle, deren tägliche Routine durch die Eröffnung eines neuen Restaurants nebenan durcheinandergewirbelt wird. Petra Hülsmann erzählt mit Witz und Charme und lässt die Protagonistin eine Entwicklung durchlaufen, die zu begleiten mir als Leserin großen Spaß gemacht hat. Mit diesem Buch hat Petra Hülsmann sich noch einmal selber übertroffen, weshalb es von mir eine riesengroße Leseempfehlung gibt!