Dienstag, 16. Mai 2017

[Rezension Ingrid] Du und Ich - Best friends for never von Hilary T. Smith


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Titel: Du & Ich - Best friends for never
Autorin: Hilary T. Smith
Übersetzerin: Jenny Merling
Erscheinungsdatum: 23.03.2017
rezensierte Buchausgabe: Klappbroschur

Der Roman „Du & Ich – Best friends for never“ von Hilary T. Smith sagt bereits im Titel aus, worum es in diesem Jugendbuch ab 14 Jahren geht. Die Geschichte handelt vom Zerbrechen der Freundschaft zwischen Annabeth und Noe. Beide sind zu Beginn des neuen, ihres letzten Schuljahrs an der Highschool seit drei Jahren befreundet und reden über große Pläne für das gemeinsame Studium an der Northern University. Doch die Freundschaft droht, wie der Luftballon auf dem Cover, schon sehr bald zu zerplatzen nachdem Noe sich in den gleichaltrigen Stephen verliebt hat.

Als Annabeth in ihrem ersten Jahr auf der Highschool auf Noe trifft ist sie 13 Jahre alt. Kurze Zeit vorher hat sie von ihrer Cousine auf wenig einfühlsame Weise erfahren, in welcher Situation ihre Mutter mit ihr schwanger geworden ist. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt und niemand ihrer Familie spricht von ihm. Seitdem fühlt sie sich anderen Jugendlichen nicht gleichwertig. Vom Charakter her ist sie eher schüchtern und unsicher. Als Noe auf sie aufmerksam wird, folgt sie nur allzu gerne deren Wünschen durch kleine Gefälligkeiten, um dadurch die Freundschaft zu intensivieren. Teilweise ändert Annebeth auch ihr Verhalten, die Hinwendung zu vegetarischem Essen ist eine der größten und bedeutsamsten. Und aktuell hat sie sich mit nunmehr 16 Jahren dem Turnsport verschrieben, dem Noe bereits seit langem erfolgreich nachgeht. Doch Noe erobert sich im Laufe der dreijährigen Freundschaft nicht nur einen festen Platz im Leben von Annabeth sondern auch einen sehr großen, der nun durch Noes Beziehung zu Stephen einen ersten Einschnitt erfährt.

Annabeth ist zu dem Zeitpunkt als sie Noe kennen lernt bereits selbst eine Persönlichkeit, aber sie ist sich dessen nicht bewusst. Es gibt einige Dinge, die sie besonders mag wie beispielsweise ihre Liebe zur Natur. Auch Treue gehört zu ihren Charaktereigenschaften. Davon profitiert ihre Freundin. Noe genießt die ihr geschenkte Aufmerksamkeit. Dadurch, dass Noe nun mehr Zeit mit Stephen verbringt, zieht Annabeth sich zurück und beobachtet das Verhalten ihrer Freundin und macht sich Gedanken über ihre Freundschaft, die manchmal eher einseitig aussieht. Noe ist nicht immer aufrichtig zu ihrer Freundin. Sie leidet seit langer Zeit an einer Essstörung und arglos hat Annabeth ihr sogar geholfen diese zu verbergen.

Ihre Freundschaft hat aber auch Gutes für Annabeth gebracht, denn Noe hat sie aus einer gewissen Lethargie geholt, sie motiviert und angetrieben und sie vom Grübeln abgehalten. Nun fühlt sie sich allein gelassen und sucht nach einer Möglichkeit die Lücke zu füllen. Von einem wenig älteren Jungen lässt sie sich verführen und in eine ungewollte Lage bringen. Eher unbewusst hat sie nach Liebe und Aufmerksamkeit gesucht und muss nun feststellen, dass sie sich reichlich naiv hat ausnutzen lassen. Doch diese Einsicht führt sie auch dazu über ihre eigenen Grenzen hinaus zu gehen. Nicht nur sie selbst ist dabei, ihre Einstellungen zu ändern und andere Meinungen zuzulassen.

Der Roman wird von Annabeth in der Ich-Form erzählt und so konnte ich ihren Gedanken nicht nur zu ihrer Freundin sondern auch zu ihrer Mutter, die eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben ist, folgen. Sehr gut konnte ich dadurch die Veränderungen wahrnehmen, die sich aus ihren Erfahrungen ergibt. Ihr Wandel ist durchgehend positiv und  ich glaube, dass sie ihren weiteren Weg auch ohne Noe meistern wird. Ich hoffe auf eine Fortsetzung der Geschichte.

Die Autorin hat eine glaubhafte, ergreifende Freundschaftsgeschichte geschrieben. Sie greift wichtige Themen in diesem Roman auf mit denen Jugendliche sich häufig auseinandersetzen wie Mobbing, Essstörungen, Liebeskummer und Depression. Auch wenn sie vielleicht nicht immer eine ausgereifte Lösung für alle Probleme findet, zeigt sie einen Weg auf damit umzugehen. Mir hat das Buch gut gefallen und darum empfehle ich es gerne nicht nur an junge Leser weiter.

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