Dienstag, 26. September 2017

[Rezension Hanna] Coldworth City - Mona Kasten


Coldworth City
Autorin: Mona Kasten
Taschenbuch: 320 Seiten
Erschienen am 1. September 2017
Verlag: Knaur TV

Inhalt
Raven ist eine Mutantin und drei Jahre zuvor der gefährlichen Organisation AID entkommen, indem sie ihren Tod und den ihres Bruders vorgetäuscht hat. Die AID verspricht Mutanten, ihnen zu helfen, führt in ihren Laboren aber grausame Experimente an ihnen durch. Seither lebt Raven mit ihrem Bruder unter falschem Namen und legt nachts mit ihrem Fähigkeiten Verbrechern das Handwerk. Als etwas schief geht, wird sie von Wade gerettet, der ihr anbietet, für den Untergrund zu arbeiten und dort zu trainieren. Raven ist skeptisch und willigt ein, einen Monat lang zu bleiben. Bald machen sie eine schockierende Entdeckung…

Meinung
Ich mag Geschichten über Menschen mit besonderen Kräften und war von Beginn an neugierig, wie die Autorin das Thema umsetzt und welche Kräfte die Protagonistin hat. Davon erhält man gleich im ersten Kapitel eine Kostprobe. Raven arbeitet in einer Bar, wo sie Verbrecher aufspürt und auskundschaftet, um sie auf frischer Tat zu ertappen. Doch diesmal ist ein Mutant dabei, der Raven fast in die Knie zwingt. Nach diesem rasanten Einstieg freute ich mich auf mehr.

Kurz darauf nimmt jemand zu Raven Kontakt auf, um ihr ein Angebot zu unterbreiten. Sie ist mehr als skeptisch und will nicht mehr darüber wissen, denn bislang sind sie und Knox bestens allein zurecht gekommen. Ein erster dramatischer Höhepunkt bringt sie dazu, Wade und dem Untergrund eine Chance zu geben. Ich erlebte Raven als stark und selbstbewusst, wobei sie verschiedene Schwachstellen hat, die sie selbst kennt: ihr Bruder Knox, die Zeit bei der AID und eine Kraft, die tief in ihr schlummert. Sie wurde mir schnell sympathisch und ich fieberte mit, ob sie die richtigen Entscheidungen trifft. Wade hingegen gibt dem Leser zu Beginn Rätsel auf. Er zieht sich oft zurück, gleichzeitig bewundern ihn die anderen Mutanten ein wenig, denn er ist im Kampf der stärkste von ihnen. Erst nach und nach erfährt man, was dahinter steckt.

Das Buch bietet eine gute Mischung aus actionreichen Kämpfen, in denen die verschiedenen Kräfte zum Einsatz kommen, und ruhigeren Momenten. Die verschiedenen Mutanten verfügen hauptsächlich über klassische Superhelden-Fähigkeiten, zum Beispiel Unsichtbarkeit, Elektrizität, Heilkräfte und Telekinese. Mit Ravens unterdrückter Kraft kommt eine interessante neue und nicht ganz berechenbare Komponente hinzu. Zwischen den Kämpfen bleibt Zeit, um die Charaktere besser kennenzulernen, mehr über das Leben im Untergrund und die Haltung der Gesellschaft gegenüber Mutanten zu erfahren und beim Schmieden von Plänen dabei zu sein.

Die Enthüllung einer großen Verschwörung bringt nach einiger Zeit neuen Schwung in die Geschichte. In dieser Zeit entwickelt sich auch eine vorsichtige Liebe, deren Verlauf gut zu den Charakteren und dem Päckchen, das sie jeweils zu tragen haben, passt. Der grundsätzliche Verlauf blieb allerdings recht vorhersehbar, wenn man einige Superhelden-Geschichten kennt. Zum Schluss hin wird es noch mal dramatisch und spannend. Der Showdown hätte für mich dann noch etwas ausführlicher sein dürfen. Es ging alles plötzlich ganz schnell, wobei ich den Schluss sehr passend fand.

Fazit
In „Coldworth City“ ist Raven als geheim agierende Mutantin lange allein zurecht gekommen, bis ein Vorfall sie dazu bringt, sich vorübergehend dem Untergrund anzuschließen. Die Mischung aus Action und Story fand ich sehr gelungen. Gleichzeitig hätte ich mir noch weniger Vorhersehbarkeit und einen ausführlicheren Showdown gewünscht. Ich vergebe vier Sterne. Wer Superhelden-Geschichten mag, dem kann ich „Coldworth City“ empfehlen!


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