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Mittwoch, 4. September 2013

[Rezension] Die Erben der alten Zeit - Das Amulett von Marita Sydow Hamann

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Titel: Die Erben der Alten Zeit - Das Amulett (Band 1 von 3)
Autorin: Marita Sydow Hamann
Erscheinungsdatum: 29.05.2013 (als gebundes Buch)
Verlag: Grassroots Edition
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783200030831
Preis: 19,80 Euro




„Die Erben der alten Zeit - Das Amulett“ von Marita Sydow Hamann ist zunächst als ebook und jetzt als Hardcover mit Schutzumschlag bei Grassroots Edition erschienen als erster Teil einer Trilogie. Es handelt sich hierbei um eine HighFantasygeschichte mit Science Fiction-Elementen in einem der Erzählstränge. Insgesamt umfasst die Geschichte 601 Seiten. Auf den ersten Seiten des Buchs findet sich eine Übersichtskarte über den Planeten Godheim zu dem auch der Ort Vanaheim gehört. Dort spielt der Hauptteil der Handlung in diesem Band der Saga. Im Anhang des Buchs sind eine Übersicht verschiedener Runen und eine Danksagung der Autorin zu finden. Im Hintergrund des Covers ist ein nebliger Wald, im Vordergrund drei Stücke eines entzwei gebrochenen weißen Steins, zwei davon mit Runen verziert, zu sehen. Beide Bildelemente stehen im Zusammenhang mit dem Roman.


Charlotta Johansson, genannt Charlie, lebt als 14-jährige im Kinderheim und hat alles für ihre Flucht vorbereitet hat. Ihr Weg in die Freiheit führt sie aber zunächst zum Sozialamt, wo sie ihre Akte stiehlt um das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften. Den Unterlagen liegt ein Umschlag bei, der einen Quarzstein an einem Lederband enthält: ein Amulett, das jedoch Bruchkanten aufweist. Schnell findet sie heraus, dass der Stein Wärme ausstrahlt, wenn sie Körperkontakt mit ihm hat. In einem Waldstück wird sie plötzlich von Nebel umhüllt und nachdem sie weiter gegangen ist steht sie auf einer sonnenbeschienen Wiese. Doch die Bäume und die Waldtiere kommen ihr verändert vor. Dann begreift sie, dass sie nicht mehr an ihrem Heimatort ist! Charlotta lernt im Folgenden die für sie wundersame Welt von Vanaheim kennen und findet mit Biarn, Tora und Kunar gute Freunde. Leider ist diese sagenhafte Welt rückschrittlich und auch frauenfeindlich, so dass sie sich als Jungen ausgibt. Ein Magier namens Oden hat die Gewaltherrschaft über Godheim. Er scheint die Anwesenheit des Amuletts in seinem Land zu spüren. Doch wieso ist Charlie hier? Sie fühlt ungeahnte Kräfte in sich erwachen. Welche Aufgabe kommt ihr zu und welche Bedeutung spielt das zerbrochene Amulett? In einem weiteren Erzählstrang, der jedoch nicht ganz so ausführlich behandelt wird, begegnet der Leser der jungen Frau Sora, die ebenfalls ein Amulettstück besitzt. Sora kommt aus einer mittelalterlichen Zeit. Es scheint, als ob sie aus einem über 14.000 jährigen Schlaf erwacht ist und sich nun in einer Euripides genannten Welt wiederfindet. Hier hat im Vergleich zu ihrer eigenen Zeit die Technik riesige Fortschritte gemacht. Die Einigkeit der Menschen wird durch ein Gesellschaftssystem gelenkt, das auf Gerechtigkeit beruht. Auch sie hat Freunde gefunden. Aber sie stellt sich die gleichen Fragen wie Charlotta. 


Die Geschichte funkelt vor ganz vielen frischen Einfällen der Autorin. Die Basis ihrer Fabulierkunst basiert auf griechischer und nordischer Mythologie, die sie für ihre Zwecke nach Belieben abändert und zu der sie mit Fantasie sehr viel Neues hinzuerfindet. Dabei erklärt sie die verschiedensten Dinge so, dass es einfach zu verstehen ist wie beispielsweise die Zeitumrechnung zwischen der Erde und Godheim. Daher ist das Buch auch bereits für jugendlichere Leser bestens geeignet. Nach einer eher ruhigen Einführung in die fremde Welt von Vanaheim  bei der man als Leser bereits ins Staunen gerät, wird die Geschichte dann richtig spannend und bleibt es dank zahlreichen mysteriöser Elemente, aber auch durch neue Wendungen bis zum Schluss. Die Autorin hat mit Charlotta und Sora unterschiedliche Charaktere geschaffen, die ich beide sehr sympathisch fand. Bei den Freunden der beiden war ich mir zunächst nicht sicher, ob man ihnen wirklich vertrauen kann. Auf beiden Erzählebenen fehlt es auch nicht an einem bösen Gegenspieler. Die Erzählung wird immer wieder durch kursiv gesetzte Abschnitte unterbrochen in denen Frau Hamann die Gedanken und damit auch Erinnerungen der Protagonistinnen mitteilt, wodurch man sich als Leser besser in diese Personen hineinversetzen kann. 


„Die Erben der Alten Zeit – Das Amulett „ist eine Geschichte zwischen dem hier und jetzt, einer Fantasyzeit und einer technisierten Welt von morgen. Zum Ende des Buches bleiben noch sehr viele Dinge offen die Lust darauf machen, auf jeden Fall die Fortsetzung(en) zu lesen! Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und daher empfehle ich es gerne weiter.