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Montag, 23. Juni 2014

[Rezension] Rebecca Michéle - Im Schatten der Vergeltung

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Titel: Im Schatten der Vergeltung
Autorin: Rebecca Michéle
Erscheinungsdatum (des Printbuchs): 15.07.2014
Verlag: edition oberkassel 
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
Handlungsorte: Cornwall/England und Schottland
Handlungszeit: 1780-1786

  • Interview mit der Autorin Rebecca Michéle: KLICK!
„Im Schatten der Vergeltung“ von Rebecca Michéle ist ein historischer Roman, der in den Jahren 1780 bis 1782 in Cornwall und Schottland spielt und sich mit den Folgen der Niederschlagung des zweiten Jakobitenaufstands befasst. Im Vordergrund des Covers steht eine junge Frau mit aufmüpfigem Blick, die Arme verschränkt, bereit sich zu widersetzen. So agiert auch die 16-jährige Frederica, Nachkommin eines Landadligen in Cornwall, die nach ihrer Vorstellung unbedingt den Sohn vom nachbarschaftlichen Anwesen heiraten möchte. Doch nicht nur, dass dessen Mutter andere Pläne für ihren Sohn hat, sondern auch die Vergangenheit ihrer eigenen Mutter Maureen steht ihrem Schicksal im Weg.

Maureen ist 33 Jahre, schottischer Herkunft und aus einfachen Verhältnissen stammend. Als junges Mädchen hat sie sich in einen englischen Lord verliebt und ist diesem nach Cornwall gefolgt. Dadurch kam es zum Bruch mit ihrem Elternhaus. Eines Tages erreicht sie überraschend ein Brief ihrer Mutter aus Schottland, in der diese sie bittet, ihrem sterbenskranken Vater ein paar Zeilen zu widmen. Stattdessen macht Maureen sich auf ins ferne Schottland. Sie kommt zu spät, ihr Vater ist inzwischen verstorben. Maureen gelingt es, sich ihrer Mutter anzunähern. Schließlich erzählt Laura ihrer Tochter das Geheimnis ihrer Herkunft. Denn sie wurde in einem schändlichen Handel an drei Engländer für eine Nacht gegeben, von denen jeder der Vater von Maureen sein könnte. Maureen ist schockiert. Maureens Mann Philipp befürchtet aus diesem Skandal Konsequenzen für seine Karriere und die Heiratschancen seiner Tochter. Plötzlich steht Maureen ganz allein. In ihr wächst der Wunsch nach Vergeltung an den Vergewaltigern ihrer Mutter. Sie macht sich auf die Suche.

Spannend und unterhaltsam erzählt Rebecca Michéle mit leichter Feder diese historische Geschichte vor ernstem Hintergrund. Deutlich spürbar baut sie den damals schwelenden Konflikt zwischen Engländern und Schotten in ihre Erzählung ein. Maureen ist des Lesens und Schreibens mächtig, was für eine Frau aus einfachen Verhältnissen im 18. Jahrhundert nicht üblich war. Gerne liest sie Bücher und aktuelle Zeitschriften. Erst mit der Zeit wird ihr bewusst, wie wichtig es für die Schotten ist ihre ursprünglichen Bräuche wieder ausüben zu dürfen, die durch die Restriktionen der Engländern im kulturellen und politischen Bereich stark eingeschränkt wurden.

Der Roman ist von Beginn an spannend und kann die Spannungskurve auch durch unerwartete Wendungen bis zum Schluss halten. Einige Male kommt Maureen auch der Zufall zu Hilfe. Erst auf den letzten Seiten klärt sich für den Leser, ob Maureen auf ihrer Suche nach ihrem biologischen Vater fündig geworden ist.  Der historische Hintergrund wurde sehr gut recherchiert, die Figuren agieren zeitgemäß. Die Sprache der Personen miteinander ist höflich, aber nicht zu übertrieben und daher leicht zu lesen. Liebe, Hass, Rache, Ränkespiele, der Leser hofft und leidet mit Maureen, aber auch mit ihrer Tochter Frederica. Zwischendurch wechselt auch mal der Schauplatz des Geschehens zwischen England und Schottland. Die Settings sind so beschrieben, dass man sich die Szenen gut vorstellen kann. Das Buch zu lesen macht einfach Spaß und daher erhält es von mir auch eine Leseempfehlung an Freunde historischer Romane.