Sonntag, 29. November 2015

[Rezension Hanna] Throne of Glass: Erbin des Feuers - Sarah J. Maas



Inhalt

Celaena Sardothien wurde vom König Ardalans nach Wendlyn geschickt mit dem Auftrag, dort den König samt Erben zu ermorden. Doch daran denkt Celaena nach ihrer Ankunft nicht im Traum. Sie will ihre Reise stattdessen nutzen, um mehr über die Macht des Königs und die Wyrdschlüssel herauszufinden. Celaena hofft, dass ihr hier die mächtige Fae-Königin Maeve weiterhelfen kann. Doch diese will, dass Celaena ihre Fähigkeiten als Halb-Fae trainiert, bevor sie Auskunft gibt. Welche Kräfte schlummern wirklich in ihr?

In Ardalan versucht Chaol unterdessen einen Weg zu finden, um Celaena und Dorian zu unterstützen. Dabei findet er unverhofft Verbündete und kommt allmählich einem der größten Geheimnisse des Königs auf die Spur. Unterdessen braut sich in der Feriansschlucht etwas zusammen: Die grausamen Hexen Ardalans sollen sich mit vom König gezüchteten Wesen wieder in die Lüfte erheben.

Meinung
Nach einem grandiosen zweiten Teil der „Throne of Glass“-Reihe habe ich mich riesig auf den nächsten Teil gefreut. Nach anderthalb Jahren des Wartens ging es für mich nun endlich weiter. Leider werden die Bücher nun nur noch als Taschenbücher mit neuem, ans englische Original angelehntem Cover verlegt und passen damit nicht mehr zu meinen Hardcover-Ausgaben. Aber immerhin geht es überhaupt weiter. Voller Vorfreude begab ich mich also zwischen die Seiten und betrat an der Seite Celaenas zum ersten Mal den Boden von Wendlyn.

Auf das Wendlyn der Menschen erhascht man nur einen kurzen Blick, bevor Celaena von einem Boten Maeves abgeholt wird und sich mit ihm in die Berge begibt. In einer Festung der Halb-Fae soll sie ihre Fähigkeiten trainieren. Hier lernt man als Leser eine ganz neue Seite an Celaena kennen. Bislang spielten magische Fähigkeiten in der Reihe eine nur untergeordnete Rolle, da sie in Ardalan nicht mehr gewirkt werden kann. Doch das gilt nicht für Wendlyn, und so erlebt man als Leser nun frei gewirkte Magie.

Der Leser begleitet Celaena dabei, ihre eigenen magischen Fähigkeiten kennen und kontrollieren zu lernen. Das bringt Celaena auch dazu, sich stärker mit ihrer eigentlichen Identität auseinanderzusetzen, die sie jahrelang in sich begraben hat. Ich ging mit ihr durch Höhen und Tiefen und konnte ihren Frust, ihre Skepsis und ihr Zögern gut nachvollziehen. Ich habe mit ihr gelitten, als sie erlaubt, dass immer mehr ihrer Erinnerungen zurück an die Oberfläche drängen und mich gefreut als sie endlich beweisen kann, welche ungeahnte Kraft in ihr steckt. Sie und ihr Trainer sind wortwörtlich wie Feuer und Wind und die sarkastischen Auseinandersetzungen der beiden sorgen immer wieder für unterhaltsame Momente.

Die Beschreibungen von Celaenas Zeit in der Festung der Halb-Fae haben mir in diesem Buch am Besten gefallen, auch wenn die Schilderungen recht ausführlich waren und es im Mittelteil ein paar Längen gab. Doch auch in Ardalan passiert in der Zwischenzeit so einiges. In Rifthold kämpfen Chaol und Dorian sich durch ein dichtes Netz aus Intrigen. Chaol setzt alles daran, um Geheimnissen auf die Spur zu kommen und macht wichtige Entdeckungen, welche sich sicherlich noch als hilfreich erweisen werden.

Als neuer Charakter wird die böse Ironteeth-Hexe Manon in die Geschichte eingeführt, aus deren Sicht man erfährt, was in der Feriansschlucht vor sich geht. Hier ist es der Autorin gelungen, mir die eigentlich verabscheuenswürdige Gestalt, die sich am liebsten von Menschen ernährt, näher zu bringen, sodass ich schließlich mit ihr um ein Gelingen ihrer Pläne gefiebert habe.

Fazit
Der dritte Teil der Reihe beschäftigt sich stärker mit Magie als seine Vorgänger. Gleichzeitig bewegt sich etwas in Ardalan. Rebellen bringen sich in Position, während der König alles daran setzt, seine Macht weiter zu stärken. Durch die drei verschiedenen Handlungsorte – Wendlyn, Rifthold und die Feriansschlucht – erhält man als Leser einen guten Überblick über das Geschehen. Die Autorin legt besonderen Wert darauf, die persönliche Entwicklung der Charaktere ausführlich zu beschreiebn. Für mich hätten die ersten beiden Buchdrittel noch straffer und temporeicher sein dürfen. Insgesamt hat mich die Reihe erneut begeistern können und die Entwicklungen der letzten Seiten haben mich mehr als neugierig auf den vierten Teil gemacht. Für Fans der Reihe ist es Pflicht, auch diesen dritten Teil zu lesen!

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Titel: Throne of Glass: Erbin des Feuers
Autorin: Sarah J. Maas
Übersetzerin: Ilse Layer
Taschenbuch: 656 Seiten
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2015
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
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Freitag, 27. November 2015

[Rezension Hanna] Das Fundbüro der Wünsche - Caroline Wallace


Inhalt
Liverpool, 1976: Seit Martha Lost denken kann, weiß sie, dass sie der Liver Bird vom Lime-Street-Bahnhof in Liverpool ist: Würde sie den Bahnhof verlassen, dann würde er sofort einstürzen. Deshalb lebt und arbeitet Martha von klein auf im Fundbüro des Bahnhofs, der von der Frau betrieben wird, die Martha Mutter nennt. Der Frau, die Martha aufgenommen hat, als sie als Baby bei ihr wie ein Fundgegenstand abgegeben wurde und der sie seit sechzehn Jahren ausgeliefert ist. Martha hat sich mit ihrer kleinen Bahnhofswelt und dessen Bewohnern und Besuchern wie der Cafébesitzerin Elisabeth, dem römischen Legionär und dem Postboten Drac arrangiert. Bis ein Brief und ein unerwartetes Ereignis Martha dazu zwingen, sich der Frage zu stellen, wer sie eigentlich ist. Ist Martha bereit für die Antwort?

Meinung
In „Das Fundbüro der Wünsche“ habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Das Cover signalisiert Leichtigkeit und ein Über-sich-hinauswachsen. Die Koffer spielen auf die Geschichte von Marthas Ankunft am Bahnhof an. Und das Mädchen auf dem Cover kommt meiner Vorstellung der sechzehnjährigen Martha nahe. Dass diese eine ganz und gar ungewöhnliche Protagonistin ist wird schon auf der ersten Seite der Geschichte klar, denn Martha bewegt sich am liebsten in Pirouetten fort. Auch die Tatsache, dass sie den Bahnhof noch nie verlassen hat, ließ mich neugierig darauf werden, was für ein Mensch sie unter diesen Bedingungen geworden ist.

Martha ist ein durch und durch liebenswerter Mensch. Ich hätte sie gerne umarmt und vor all dem Bösen da draußen beschützt. Ihre Adoptivmutter ist ein echtes Ungeheuer und hat so manches mit den bösen Königinnen aus Märchen gemein. Martha hat gelernt, ihre Grausamkeiten nicht an sich heranzulassen. Dennoch haben ihre Lebensumstände sie tief geprägt und aus ihr ein zerbrechliches Wesen gemacht, das stets an das Gute im Menschen glaubt. Als Martha gezwungen wird, die ihr bekannte Routine zu durchbrechen, bangte ich mit, dass sie einen für sich passenden Weg finden wird.

Diese Geschichte lebt von ungewöhnlichen Charakteren, und so lernt Martha bald den römischen Legionär, den Mann aus den Tunneln und die flippige Cafébesitzerin besser kennen. Ich habe jeden Moment mit diesen besonderen Charakteren genossen, die andere wohl als gesellschaftliche Außenseiter bezeichnen würden, denn sie sind erfrischend anders und haben sich damit arrangiert. Sie alle geben Marta Kraft, unterstützen sie und helfen ihr dabei, selbstbewusster zu werden und sich der Welt zu stellen. Hier hat Martha einen langen Weg vor sich und ich bin diesen gern mit ihr gegangen.

Die Kapitel werden immer wieder unterbrochen von Marthas Dialog mit einem geheimnisvollen Briefeschreiber und Kolumnen beziehungsweise Briefen rund um den verschollenen Koffer eines stadtbekannten ehemaligen Roadies der Beatles. Die beiden Themen treiben die Handlung voran, schufen einen regenbogenfarbenen Spannungsbogen und sorgten dafür, dass ich unbedingt weiterlesen musste. Für mich eine perfekte Geschichte, vom märchenhaften Anfang bis zum wunderschönen, rührenden Ende.

Fazit
„Das Fundbüro der Wünsche“ ist eine Geschichte, bei der es mir schwer fällt, die richtigen Worte zu finden. Die wundersame Martha und ihre Freunde muss man einfach selbst kennenlernen, um ihre Besonderheit zu begreifen und nachzuvollziehen, wie anders die Welt aus ihrer Perspektive aussieht. Gebt diesem wundervollen Debüt unbedingt eine Chance und lasst Martha auch euer Leserherz erobern. Für mich ist „Das Fundbüro der Wünsche“ das liebenswerteste Buch des Jahres!

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Titel: Das Fundbüro der Wünsche
Autor: Caroline Wallace
Übersetzerin: Sabine Längsfeld
Klappenbroschur: 352 Seiten
Erscheinungsdatum: 27. November 2015
Verlag: Rowohlt Polaris
Handlungszeit: 1976
Handlungsort: Liverpool
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Donnerstag, 26. November 2015

[Rezension Ingrid] S.K. Tremayne - Eisige Schwestern

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Titel: Eisige Schwestern
Autor: S.K. Tremayne
Übersetzerin: Susanne Wallbaum
Erscheinungsdatum: 04.05.2015
Verlag: Knaur Verlag 
rezensierte Buchausgabe: Klappbroschur
Handlungsort: London und Eilean Torran (Insel der schottischen Hybriden)
                                             Handlungszeit: Gegenwart


Vor einem Jahr ist etwas Schreckliches geschehen. Eines der eineiigen sechsjährigen Zwillinge der Familie Moorcroft ist vom Balkon im Haus der Großeltern gefallen und an den Folgen des Sturzes gestorben. Das ist der Hintergrund des Psychothrillers „Eisige Schwestern“ von S.K. Tremayne. Das tragische Ereignis, das inzwischen ein Jahr zurückliegt, hat den Eltern sehr viel abverlangt. Der Umzug auf eine einsame Insel der schottischen Hybriden, die der Großmutter des Vaters, dem Architekten Angus Moorcroft gehörte, soll ein neuer Anfang für die kleine Familie sein.

Schon seit geraumer Zeit zeigt der verstörte überlebende Zwilling seltsame Veränderungen. Hand in Hand ist sie mit ihrer Schwester gegangen, in der Zeit vor dem Unfall gerne gleich gekleidet wie auf dem Cover. Aufgrund ihrer eisblauen Augen und dem weißblonden Haar hatten sie den Kosenamen „Eisige Schwestern“.  Sie bildeten eine Einheit, haben sich oft in ihrer eigenen Zwillingssprache unterhalten und die Scherze des jeweils anderen nahtlos fortgesetzt.

Doch charakterlich gab es kleine Unterschiede. Und nun verhält sich Kristie nicht mehr wie sie selbst, lacht wie Lydia, ist ruhig wie Lydia und irgendwann behauptet sie Lydia zu sein. Sarah weiß, dass sie ihre Kinder vom Äußeren her nicht unterscheiden konnte, sondern nur an ihren ganz eigenen Verhaltensweisen. Doch jetzt ist sie total verwirrt, denn sie fragt sich, welchen Zwilling denn tatsächlich gestorben ist und welchen sie demzufolge vor sich hat. Auch ihr Mann ist ihr keine Hilfe. Sie beobachtet ihre Tochter umso intensiver, desto beharrlicher diese behauptet, der eigentlich verstorbene Zwilling zu sein. Sarahs nervliche Anspannung nimmt zu, Kleinigkeiten werden zum Stein des Anstoßes und irgendwo liegt in ihr ein verdrängter Gedanke verborgen, der für sie nicht richtig fassbar wird, von dem sie aber selber spürt, dass er das tragische Geschehen erklären könnte.

Die Geschichte baut im Laufe der Zeit eine zunehmend beklemmende Spannung auf. Auch die trostlose Umgebung der einsamen Insel trägt dazu einen Teil bei. Die beiden Protagonisten Angus und Sarah konnten mir leider nicht richtig sympathisch werden, weil immer mehr ihrer kleinen Geheimnisse ans Licht kommen, die Schatten auf ihre Ehe werfen. Das äußere gute Verhältnis deckt unausgesprochene Konflikte zu.

Die meisten Kapitel sind in der Ich-Form aus der Sicht von Sarah erzählt. Scheinbar belanglosen Schilderungen aus ihrem Alltag werden unterbrochen von ihren Gedanken nach der Suche einer Lösung zum Feststellen der Identität ihrer Tochter, während Kristies Verhalten - oder ist es Lydias – immer auffälliger wird. Sie beginnt ihre Rolle als Mutter zu hinterfragen. Hilflos muss sie mit ansehen, wie ihre Tochter sich immer mehr zurückzieht und anscheinend selber nicht mehr weiß wer sie ist. Gleichzeitig fokussiert die Geschichte auch immer mal wieder Angus, allerdings aus einer allwissenden Erzählerperspektive. Dadurch erhält der Leser einige Male einen unterschiedlichen Blick und verschiedene Ansichten auf die gleiche Situation. Es wird ihm dadurch bis zum Schluss aber nicht leichter gemacht sich selbst eine Meinung über den Unfallhergang zu bilden. Das Ende überrascht, auch weil ein Schuss Mystik in die Szenerie eingefügt ist.

Ein gelungener Psychothriller, mit einem ungewöhnlichen Thema, den ich Lesern des Genres gerne empfehle.
Hanna hat das Buch bereits gelesen. Wie es ihr gefallen hat, erfahrt ihr hier: KLICK!

Dienstag, 24. November 2015

[Lesungsbericht Ingrid] Sebastian Fitzek liest aus "Das Joshua-Profil"


Die Karten zur Lesung hatte ich bereits im August gekauft. Am vergangenen Mittwoch war es dann endlich so weit: Sebastian Fitzek las bei der Mayerschen Buchhandlung in Köln. Gemeinsam mit meinem Mann war ich schon zwei Stunden vorher in Köln. Die Zeit bis zur Lesung haben wir dann genutzt um in einem typisch Kölschen Restaurant etwas zu essen und anschließend noch ein wenig zu shoppen. Eine halbe Stunde vor Beginn sind wir dann in die 2. Etage der Mayersche mittels Rolltreppe gefahren. Bereits über die Hälfte der Plätze war besetzt. 380 Karten sind verkauft worden, also war noch genügend Platz. Außerdem hat die Mayersche links und rechts in gewissem Abstand jeweils zwei Fernseher hoch aufgehängt, die das Bild des Lesungstischs eingefangen haben. Ich fand dies eine gute Idee.


Nach der Begrüßung durch einen Mitarbeiter begann die ausverkaufte Lesung nahezu pünktlich. Zunächst äußerte der Autor seine Freude über die vielen Zuhörer, da er auch schon vor sehr viel weniger – sprich 5 - gelesen hat, und das zu einer Zeit als sein Buch das „Amokspiel“ schon auf der Bestsellerliste stand. Sebastian Fitzek ist ein charmanter Plauderer und so hat er im Laufe des Abends lediglich drei kurze Ausschnitte aus „Das Joshua-Profil“ vorgelesen, hauptsächlich hat er jedoch aus dem „Nähkästchen“ geplaudert. Nach einer Charakterisierung seines Protagonisten Max Rhode nannte er verschiedene Gemeinsamkeiten zwischen sich und seinem erfundenen Hauptdarsteller, einem erfolglosen Schriftsteller. Themen seiner kurzen Geschichten war nicht nur sein Alltag als Thrillerautor, sondern auch Anekdoten aus der Zusammenarbeit mit Kollegen wie beispielsweise Michael Tsokos. Außerdem erzählte er, dass ihm auch schon mal Ideen zu einer Komödie kommen. Aber jedes Mal wenn er die Situation dann zu Papier bringen möchte, schmücken seine Gedanken die Szene derart aus, das sich schließlich wieder eine beklemmende Situation ergibt und schon ist er wieder beim Psychothriller.



Neben „Das Joshua-Profil“ hat er unter dem Pseudonym Max Rhode (so heißt der Protagonist), hat er das Buch „Die Blutschule“ veröffentlicht. Dazu ist es gekommen, weil Sebastian Fitzek sich in seinen Hauptcharakter auf die beste Art und Weise hineinversetzen wollte. Daher hat er begonnen das Buch in der Rolle des Max Rhode zu schreiben, zunächst nur den Beginn, aber es später hat es es fertig gestellt. „Die Blutschule“ ist der einzige Bestseller, den der fiktive Max Rhode je geschrieben hat. Zum Verständnis von „Das Joshua-Profil“  muss man „Die Blutschule“ nicht gelesen haben. Ich fand das sehr gut, dass der Autor das kurz erklärt hat. Zum Ende der Lesung hin, las Sebastian Fitzek dann noch eine kurze Passage aus eben jenem Buch seines erfundenen Charakters.


Die Lesung dauerte ungefähr zwei Stunden, die im Fluge vergingen. Gerne war der Autor noch bereit, für alle Anwesenden alles was man ihm vorlegte zu signieren. Da ich strategisch günstig außen rechts saß, war ich eine der ersten am Signiertisch und habe die Gunst der Stunde genutzt, um nicht nur das Buch „Das Joshua-Profil“ sondern auch unser Blog-Signierbuch von Sebastian Fitzek signieren zu lassen. Ganz herzlichen Dank an den Autor und an meinen Bloggerkollegen Philipp von Bookwalk, der in der Nähe stand und schnell noch ein Foto von mir und dem Autor gemacht hat. Es war ein gelungener, amüsanter Abend!

Eure Ingrid

(Fotos: 1x Philip Aschermann, 2x Ingrid Eßer)

Sonntag, 22. November 2015

[Rezension Hanna] Fremd - Ursula Poznanski und Arno Strobel


Inhalt
Joanna lebt allein in ihrem Haus. Doch eines Abends kommt ein Fremder herein und behauptet, ihr Verlobter zu sein. Joanna ist gleich überzeugt davon, es mit einem psychopathischen Einbrecher zu tun zu haben, gegen den sie sich verteidigen muss. Doch trotz ihrer Versuche, den Eindringling vor die Tür zu setzen, bleibt dieser beharrlich und behauptet, gemeinsam mit ihr im Haus zu wohnen. Doch wie kann das sein, wenn es nicht das geringste Anzeichen von seinen Sachen im Haus gibt?

Erik ist unterdessen schockiert darüber, dass seine Verlobte ihn nicht wiedererkennt. Was ist passiert, ist sie verrückt geworden? Verzweifelt unternimmt er Versuche, ihre Erinnerung zurückzubringen. Können die beiden herausfinden, was passiert ist und warum?

Meinung
Als ich das erste Mal hörte, dass Ursula Poznanski und Arno Strobel ein Buch zusammen schreiben, war ich gleich begeistert. Beide gehörten zu meinen Lieblingsautoren und ich war neugierig, wie das Ergebnis dieser Zusammenarbeit aussehen wird. Das Buch konnte mich von der ersten Seite an fesseln, denn die Situation ist wirklich vertrackt: Joanna erinnert sich nicht an Erik und kann auch keinen Beweis dafür finden, dass er bei ihr lebt. Erik hingegen versteht überhaupt nicht, wie Joanna ihn innerhalb eines einzigen Tages vergessen konnte. Meine Neugier war geweckt und ich wollte unbedingt wissen, was dahinter steckt.

Die Idee der beiden Autoren hat sich als erfolgreich erwiesen. Die beiden haben die Kapitel immer abwechselnd geschrieben, Ursula Poznanski aus der Sicht von Joanne, Arno Stobel aus der Sicht von Erik. Diese ständigen Perspektivenwechsel haben für mich den Reiz an der Geschichte ausgemacht, denn ich konnte die Gefühle beider Protagonisten nachvollziehen und stellte mir die drängende Frage, wer von beiden denn nun lügt oder zumindest Teile der Wahrheit verdrängt. Immer neue Wendungen halten die Spannung aufrecht. Wie reagiert Joanne zum Beispiel auf eine Freundin der beiden? Warum verhält sich Eriks Arbeitskollege so komisch? Dahinter muss doch mehr stecken!

Die Vertrauensfrage im Mittelpunkt dieser Geschichte. Immer wieder zweifeln die Protagonisten an ihrem Gegenüber und an sich selbst. Doch die zunehmende Bedrohung von außen zwingt sie zu einer Entscheidung: Werden sie zusammenarbeiten, um das Rätsel zu lüften, oder getrennte Wege gehen? Beide Autoren haben hier bewiesen, dass sie Meister ihres Fachs sind und es verstehen, einen gelungenen Spannungsbogen zu erschaffen. Bei Psychothrillern ist für mich die Auflösung der größte Knackpunkt, der bei mir entscheidend dafür ist, ob ich das Buch zufrieden oder enttäuscht beende. Hier bekommt der Leser einiges an Action geboten und eine Erklärung, die vielleicht nicht hundertprozentig realistisch, aber doch plausibel ist und mir deshalb gefallen hat.

Fazit
„Fremd“ bietet alles, was das Herz eines Psychothriller-Fans begehrt! Durchgängige Spannung, eine düstere Atmosphäre, Zweifel am eigenen und fremden Verstand sowie ein steigendes, gut dosiertes Maß an Action und Gewalt. Wenn ihr Ursula Poznanski und/oder Arno Strobel mögt, dann dürft ihr dieses Buch nicht verpassen. Und auch wenn ihr von beiden Autoren noch nichts gelesen habt und auf der Suche nach Nervenkitzel seid, solltet ihr zu „Fremd“ greifen!

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Klappenbroschur: 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2015
Verlag: Wunderlich (Rowohlt Verlag)
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Donnerstag, 19. November 2015

[Rezension] Die Sturmschwester - Lucinda Riley


Inhalt
Ally d’Aplièse ist eine leidenschaftliche Seglerin, die sich auf einem Boot als Frau unter Männern zu behaupten weiß. Als sie und der bekannte Skipper Theo sich näher kommen, schwebt sie im siebten Himmel. Doch dann erhält sie die Nachricht, dass ihr Adoptivvater gestorben ist. Wie auch den anderen Schwestern hat er ihr Hinweise auf ihre Herkunft hinterlassen. Doch Ally will sich erst einmal auf das Segeln und auf Theo konzentrieren. Dann aber ändert ein einschneidendes Erlebnis ihre Meinung.

Norwegen, 1875: Anna stammt aus einer Bauernfamilie und kann kaum schreiben und lesen. Ihre wenigen Kenntnisse auf diesem Gebiet hat sie durch ihren Nachbarn Jens erworben, der sie gerne heiraten würde. Doch sie sieht in ihm nur einen guten Freund. Als ein Fremder aus der Hauptstadt ihrer Familie einen Besuch abstattet, ändert sich Annas Leben abrupt. In Christiania soll sie unter der Fittiche von Herrn Bayer zu einer professionellen Sängerin ausgebildet werden. Wird sich Anna in dieser völlig neuen Welt zurechtfinden?

Meinung
Der Auftakt von Lucinda Rileys Reihe rund um die sieben Schwestern hat mir sehr gut gefallen. „Die Sturmschwester“ ist nun der zweite Band ich war gespannt, ob die Autorin das Niveau von „Die sieben Schwestern“ halten kann. Der erste Band endete mit einem Aufeinandertreffen von Maia und Ally in Atlantis eine Weile nach Pa Salts Tod und ich erwartete, dass der neue Band an dieser Stelle beginnt. Etwas enttäuscht war ich deshalb, als „Die Sturmschwester“ erst einmal wieder ganz von vorne beginnt und davon erzählt, wie Ally vom Tod ihres Adoptivvaters erfährt und wie sie die Trauerfeier auf Atlantis erlebt. Sicherlich erfährt man durch die neue Perspektive noch mehr darüber, wie Ally das Erlebnis verarbeitet hat, aber für meinen Geschmack gab es hier zu viele Dopplungen und ich will diese Szenen ehrlich gesagt in den nächsten Bänden nicht wieder und wieder aus einer anderen Perspektive lesen.

Zu Beginn des Romans nimmt sich Lucinda Riley ausführlich Zeit, dem Leser Ally vorzustellen, ohne dass diese ernsthaft in Erwägung zieht, ihre Herkunft zu erkunden. Die Geschichte der verliebten Ally plätschert stattdessen vor sich hin und ich fragte mich, was die Autorin damit erreichen will. Auf Seite 133 kommt dann aus heiterem Himmel die absolute Kehrtwende und ich habe ernsthaft in Erwägung gezogen, das Buch auf der Stelle abzubrechen. Was war das denn? Zack bumm, bitte sehr, jetzt hat Ally einen Grund ihre Herkunft zu erkunden. Bevor meine Frustration zu groß wurde sprang die Geschichte dann erst mal in die Vergangenheit.

Die in Norwegen angesiedelte Vergangenheitsgeschichte hat meine Stimmung zum Glück wieder herumreißen können und mich mit in die faszinierende Welt des Theaters und Gesangs genommen. Lucinda Riley bietet hier eine wirklich süße Vom-Bauernmädchen-zum-Großstadtstar-Geschichte. Diese zog sich für mich allerdings zu sehr in die Länge, bevor es endlich zu dramatischen Wendungen kommt und das Ganze interessanter wurde. Das Ende dieses Handlungsstrangs hat mich nicht zufriedenstellen können, hier fehlte mir ein Abschluss aus Annas Perspektive.

Nachdem die Vergangenheitshandlung mir die Lust am Weiterlesen wiedergegeben hatte, konnte ich mich auch mehr mit Allys weiterer Geschichte anfreunden. Ihre Reise zu ihren Wurzeln hat mich unterhalten können und sie trifft auf Menschen, die mir schnell sympathisch wurden. Insgesamt hatte die Gegenwartshandlung für mich leider wenig Substanz, belohnt den Leser aber immerhin mit der Aufdeckung von zwei wirklich interessanten Geheimnissen rund um Allys Herkunft. Über die Geheimnisse von Pa Salt erfährt man in diesem Band hingegen gar nichts und ich habe das unbefriedigende Gefühl, dass das bis zum siebten und letzten Band so bleibt.

Fazit
In „Die Sturmschwester“ steht die zweitälteste der Schwestern, Ally, im Mittelpunkt des Romans. Leider fand ich diesen Band schwächer als den Reihenauftakt. Das Buch hatte für mich so manche Längen und auch wenn ich die Geschichte rührend fand hat sie mich nie hundertprozentig packen können. Wer vom Reihenauftakt begeistert war, der sollte der Sturmschwester aber unbedingt eine Chance geben.

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Titel: Die Sturmschwester
Autorin: Lucinda Riley
Übersetzerin: Sonja Hauser
Hardcover: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 9. November 2015
Verlag: Goldmann Verlag
Handlungszeit: 1875-1876, 1936, 2007
Haupthndlungsort: Norwegen
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[Rezension Ingrid] Barbara Wood - Die Insel des verborgenen Feuers

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Titel: Die Insel des verborgenen Feuers
Autorin: Barbara Wood
Übersetzerin: Veronika Cordes
Erscheinungsdatum: 22.10.2015
Verlag: Fischer Krüger Verlag 
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Handlungsort: Inselkette Hawaii
Handlungszeit: 1820 bis 1868


Eine üppig grüne Landschaft leuchtet dem Leser auf dem Cover des Romans „ Die Insel des verborgenen Feuers“ von Barbara Wood entgegen. Eine junge Frau eilt über eine lange Treppe diesem vermeintlichen Paradies entgegen. Ihre Kleidung entspricht der Zeit in der der Roman spielt. Im Jahr 1820 trifft die aus New Haven in Connecticut stammende Emily, eine der beiden Protagonistinnen des Buchs, in Hilo auf der Insel Hawaii ein. Zur besseren Orientierung gibt es ganz vorne sowie auf der letzten Seite eine Übersichtskarte der Inselwelt Hawaiis.

Emily ist die Frau des Reverends Isaac Stone, der zu einer Gruppe protestantischer Missionare gehört. Sie ist eine der ersten weißen Frauen vor Ort. Während ihr Mann auf der Insel unterwegs ist und dabei auch schon mal mehrere Tage am Stück von zu Hause fernbleibt, sucht sie Kontakt zu den einheimischen Frauen und versucht ihnen die westliche Lebensweise und ihren Glauben näher zu bringen. Doch mit ihrer eigenen distanzierten Art erhält sie wenig Verständnis von den Hawaiianerinnen, die es gewöhnt sind, ihre Gefühle auszuleben. Schon kurz nach ihrer Ankunft macht sie die Bekanntschaft von Kapitän Farrow, der mit der Zeit ungeahnte, für eine verheiratete Frau unpassende Gefühle in ihr auslöst. Fasziniert von den Sitten und Bräuchen der Inselbewohner und getrieben davon, ihre eigenen Ansichten durchzusetzen und damit ihrer Meinung nach mehr Lebensqualität zu vermitteln, wird sie zum Auslöser eines Ereignisses das viel Leid über die Hawaiianer bringt.

40 Jahre später trifft die 19jährige katholische Nonne Theresa in Honolulu auf der Insel O’ahu  ein, um dort als Krankenschwester tätig zu werden. Ohne sich einem Orden anzuschließen, wäre es ihr nicht möglich gewesen ihren Wunschberuf zu erlernen. In Honolulu begegnet sie dem verwitweten Robert Farrow. War der Eintritt in den Orden nur Mittel zum Zweck oder wie sonst soll sie sich ihre zärtlichen Gefühle zu Robert Farrow erklären? Je näher sie die Familienmitglieder kennenlernt, desto mehr erfährt sie von Geheimnissen, die diese verbergen. Während sie mit ihrem eigenen Schicksal hadert, scheint über den Inseln ein Fluch zu liegen, der die Einwohner beständig dezimiert. Theresa sieht einen Zusammenhang zu lange zurückliegenden Ereignissen. Die Zeit wird knapp, eine Lösung zu finden.

Wer die Romane der Autorin kennt weiß, dass sie gerne die Lebenswege von jungen selbstbewussten Frauen, die eine Herausforderung suchen, mit Mystik verbindet. Die Geschichte der hawaiianischen Inseln gibt hierzu einen perfekten Hintergrund. Barbara Wood hat sehr gut recherchiert und die historischen Details in ihre Erzählung eingearbeitet. Allerdings kam es mir letztlich so vor, als ob jede eingeschleppte Krankheit irgendwo Erwähnung findet und sich tragisch im Umfeld von Emily oder Theresa entwickelt. Die Schilderung schreitet zügig voran und enthält immer wieder unerwartete Wendungen, die manchmal auch nur ganz nebenbei einfließen.

Die beiden Protagonistinnen sind eingebunden in die Konventionen der jeweiligen Zeit, bringen aber genug eigenen Willen und Verstand mit, um diese zur Verwirklichung ihres Lebenstraums einzusetzen, wenn auch mit Einschränkungen. Im Gegensatz zu Emily konnte Theresa mir sympathisch werden. Allerdings  hat mich der Roman nicht wirklich berührt. Vielleicht lag es an den vielen unausgesprochenen Geheimnissen, bei denen ich mich gefragt habe, ob man wirklich so lange miteinander leben kann ohne je mit vertrauten Menschen aus der Familie über problematische Situationen ausführlicher zu reden. Dennoch hat mir Barbara Wood mit ihrer Darstellung der historischen Ereignisse einen Denkanstoß dazu geliefert, über die Vereinnahmung der Inseln von Hawaii und anderswo nachzudenken, die sicher nicht nur Vorteile für die Einheimischen mit sich gebracht hat.

Der Roman ist ein „Muss“ für alle Barbara Wood Fans und hat mir einige Stunden unterhaltsame Lektüre geboten.


Montag, 16. November 2015

[Rezension] Aurélie Bastian - Französisch kochen mit Aurélie


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Titel: Französisch kochen mit Aurélie
Autorin: Aurélie Bastian
Erscheinungsdatum: 05.10.2015
Verlag: Bassermann Verlag 
rezensierte Buchausgabe: Hardcover 



Die Französin Aurélie Bastian, die mit ihrer Familie seit fast 10 Jahren in Deutschland lebt, stellt in ihrem Buch „Französisch kochen mit Aurélie“ ihre Lieblingsrezepte der französischen Küche vor. Sie hat es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, in ihren Rezepten deutsche Produkte zu verwenden, die dennoch zum typisch französischen Geschmack des Gerichts führen. Die Autorin liebt es im Familienkreis oder mit Freunden gemeinsam zu essen. Ihre Rezepte sind durchgehend alltagstauglich. Neben den Rezepten zeichnet sich die Autorin auch für die Texte und die Fotos verantwortlich.

Dem Vorwort der Autorin ist ein Inhaltsverzeichnis zum schnelleren Auffinden der Gerichte vorangestellt. Es finden sich Rezepte zu Vorspeisen, kleinen Speisen, Gerichte zu Geflügel, anderem Fleisch, Fisch und Gemüse sowie Anleitungen dazu, ein Dessert herzustellen. Jedes Kapitel im Buch wird von einer Einleitungsseite mit Bildern begleitet die typisch französische Lebensart oder Orte zeigen. Zu jedem Gericht gibt es ein großformatiges Foto bei dem die Speise appetitlich angerichtet ist und die förmlich zum Nachkochen einlädt. Daneben enthält das Buch aber auch bei einigen schwierigeren Zubereitungen oder auch um ein perfektes französisches Baguette zu backen, Schritt für Schritt-Anleitungen mit begleitenden kleineren Bildern. In allem spiegelt sich die Begeisterung der Autorin für die Küche ihrer Heimat wieder.

Jedes Rezept wird mit einer kleinen Plauderei, die ich sehr schätze, eingeleitet. Die Autorin erzählt darin, woher sie das Gericht kennt, zu welchem Anlass sie das Rezept besonders gerne zubereitet oder sie gibt an dieser Stelle schon Anmerkungen zur Zubereitung. Weitere kleine Hinweise auf Variationen, noch mehr Tipps und Informationen zu den zu verwendenden Lebensmitteln erhält der Leser vor der Anleitung. Und zu jedem Rezept steht in einem Rahmen auf schwarzem Hintergrund eine zusätzliche nützliche persönliche Anmerkung. Die Zutaten sind am Rand vollständig aufgelistet. Personenanzahl und Kochzeit vervollständigen die Auflistung. Wird der Backofen zur Zubereitung genutzt ist eine Gradangabe für Ober- und Unterhitze und/oder Umluft aufgeführt. Es ist also alles Bestens beschrieben, so dass nicht nur erfahrene Köche sondern auch Kochanfänger mit diesem Buch leckere Gerichte der französischen Küche zubereiten können.

Schließlich hat die Autorin häufige Fragen und ihre Antworten darauf zusammengetragen, die sich beim Kochen der französischen Speisen ergeben. Sie finden sich im Anschluss an die Rezepte und werden durch die Erklärung einiger fachlichen Begriffe ergänzt. Den Abschluss des Buchs bilden ein paar übersichtliche Tabellen zu Gar- und Bratzeiten sowie die Unterscheidung einiger Arten von Lebensmittel. Selbstverständlich erhält der Leser auf den letzten Seiten ein Verzeichnis der Rezepte einerseits nach Kapiteln, andererseits nach Alphabet wobei sinnvollerweise hier noch die deutschen und die französischen Bezeichnungen der Gerichte gesondert aufgelistet werden.

Insgesamt gesehen ist das Buch ein perfekter Begleiter zur Zubereitung von Gerichten der französischen Küche. Es blieb während der von mir ausprobierten Rezepte keine Frage offen. Der Anspruch, den Aurélie Bastian selber an ihr Buch stellt, nämlich mehr als nur eine reine Rezeptsammlung zu sein, wurde meiner Meinung nach erfüllt. Das Buch ist rundum gelungen. Was aber ganz besonders wichtig für mich ist: alle bisher ausprobierten Rezepte, Quiche lorraine, Poulet aux pommes et au cidre und schließlich Mousse au chocolait (ganz einfach und superlecker) haben mir und meiner Familie sehr gut geschmeckt, weitere werden sicherlich folgen.
Im Folgenden zeige ich euch in Fotos, welche Gerichte ich bisher nachgekocht habe. Vielleicht bekommt ihr nun auch Lust auf solche leckeren Gerichte?

1) Quiche lorraine (Lothringer Speckkuchen)
Die Zutaten


Fertig, um in den Ofen zu schieben!
Der fertige Speckkuchen - Sieht das nicht lecker aus?





















2) Poulet aux pommes et au cidre (Apfel-Hähnchen mit Cidre)

Für die Zubereitung habe ich die Variante mit Hähnchenfilet statt mit einem ganzen Hähnchen gewählt.

Die Zutaten

während des Schnippelns

Das fertige Gericht - sehr lecker! Nach der Empfehlung
von Aurélie haben wir Reis dazu gegessen.














3) Mousse au chocolat (Schokoladenmousse)

Die Bilder sagen mehr als tausend Worte:

Die Zutaten
Hmm, schnell gemacht, superlecker - leider viel zu schnell aufgegessen

Sonntag, 15. November 2015

[Rezension Hanna] Das Vermächtnis des Vaters. Die Clifton-Saga 2 - Jeffrey Archer



Inhalt
New York, 1939: Harry Clifton hat auf hoher See die Identität eines verstorbenen Kameraden angenommen. Er denkt, dass er nur so seine große Liebe freigeben und die Probleme ihrer Familie lösen kann. Doch in New York erwartet ihn eine böse Überraschung. Er wird festgenommen, weil der Mann, in dessen Identität er geschlüpft ist, wegen Mordes gesucht wird. Welches Schicksal erwartet ihn nun?
In England kann Emma unterdessen nicht glauben, dass Harry wirklich tot ist. Mit nur wenigen Anhaltspunkten macht sie sich auf die Suche nach ihm. Ihr Bruder und Harrys bester Freund Giles will unterdessen der Armee beitreten. Doch hat er mit seiner Farbenblindheit überhaupt eine Chance? Und auch Hugo, der Vater der beiden, schmiedet nach der Offenbarung seines Fehltritts wieder neue Pläne.

Meinung
Dieses Buch ist der zweite Band der Clifton-Saga. Der Auftakt der Reihe, „Spiel der Zeit“, konnte mich begeistern, weshalb ich die Fortsetzung so schnell wie möglich lesen musste. Nachdem der erste Band mit einem Cliffhanger endete, steigt die Fortsetzung zum Glück sofort mit der Perspektive von Harry ein und der Leser erfährt, was nach seiner Ankunft in New York geschehen ist. Von Beginn an war ich wieder mittendrin und hoffte gemeinsam mit den Protagonisten, dass sie ihre Ziele erreichen werden und sich selbst und einander im Krieg nicht verlieren.

Auch in diesem Buch wird die Geschichte wieder aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Diesmal begleitet der Leser Harry, Emma, Giles, Hugo und Maisie. Im ersten Band durchlebte man mehrfach dieselbe Zeitspanne und zum Teil auch dieselben Szenen, wodurch man nach und nach besser verstand, wie es zu bestimmten entscheidenden Ereignissen kam. Nun sind die Personen räumlich so weit voneinander entfernt, dass zum Teil wieder dieselbe Zeitspanne beschrieben wird, es aber nicht mehr zu Dopplungen von Szenen kommt. Das machte die Geschichte für mich sogar noch spannender: Die Perspektive wechselt immer in entscheidenden Momenten. Leider wissen auch die anderen Charaktere nicht, wie es der Person ergangen ist. Deshalb brannte ich immer darauf, so lange weiterzulesen, bis die Perspektive wieder zur entsprechenden Person wechselt und ich ihr Schicksal es aus erster Hand erfuhr.

Mit hohem Tempo steuert der Autor seine Leser durch die Seiten und damit durch den zweiten Weltkrieg. Meine Befürchtungen, dass dieses Buch zu kriegslastig wird, haben sich zum Glück nicht bestätigt. Zwar hat der Autor einige Kriegsszenen eingebaut, bietet dem Leser durch Kapitel in New York und England aber auch immer wieder Handlungsszenen, in denen der Krieg zwar spürbar ist, aber nicht im Vordergrund steht. Am Besten gefallen haben mir diesmal Emmas Kapitel, denn gut konnte ich ihr hoffen und bangen bezüglich der Frage nachvollziehen, ob ihr Liebster noch lebt oder nicht. Gleichzeitig zeigt sie, dass sie im entscheidenden Moment ziemlich taff sein kann und sich nicht so leicht unterkriegen lässt.

Diese Serie hat ganz eindeutig eine Sogwirkung. Erneut durchleben alle Charaktere Höhen und Tiefen und das Blatt wendet sich oft im Laufe nur weniger Seiten. Trotz Rückschlägen und auch Todesfällen wurde die Handlung wurde nie so dramatisch, dass beim Lesen die Stimmung gänzlich kippte. So blieb bei mir trotz der dunklen Jahre, in denen die Handlung angesiedelt ist, das Gefühl erhalten, einen Roman zu lesen, dessen Ziel Unterhaltung ist. Im letzten Buchabschnitt kommen die Handlungsstränge des Buchs zu einem Abschluss, der mir sehr gut gefallen hat. Er geht fließend über in den Start einer neuen Thematik, die einen Cliffhanger enthält und sicherlich auch den Auftakt des dritten Bandes, „Erbe und Schicksal“ bestimmen wird.

Fazit
„Das Vermächtnis des Vaters“ ist der unterhaltsame zweite Teil der Clifton-Saga. Harry, Giles und Emma sind inzwischen erwachsen und müssen die wichtige Entscheidung treffen, welchen Weg sie einschlagen wollen. Doch nicht immer liegt diese Entscheidung allein in ihrer Hand. Der tobende Krieg, alte Feindschaften und neue Freunde beeinflussen das Leben der Protagonisten und ließen mich mit ihnen hoffen und bangen. Wer gerne Familiengeschichten liest, für den ist die Clifton-Saga ein Muss!

*Werbung* Weitere Informationen zum Buch

Titel: Das Vermächtnis des Vaters
Autor: Jeffrey Archer
Übersetzer: Martin Ruf
Taschenbuch: 480 Seiten
Erscheinungsdatum: 9. November 2015
Verlag: Heyne Verlag
Handlungszeit: 1939-1945
Link zur Buchseite des Verlags

Montag, 9. November 2015

[Rezension Ingrid] Thomas Krüger - Erwin, Enten & Entsetzen

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Titel: Erwin, Enten & Entsetzen
Autor: Thomas Krüger
Erscheinugnsdatum: 12.10.2015
Verlag: Heyne Verlag 
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
Handlungsort: fiktive Insel Oddinsee
Handlungszeit: Gegenwart


„Erwin , Enten & Entsetzen“ von Thomas Krüger ist der dritte Band einer Serie bei dem der Westfale Erwin Düsedieker und seine Laufenten Lothar und Lisbeth, und inzwischen auch deren Sohn Alfred, bei den Ermittlungen zu dem jeweils vorliegenden Kriminalfall behilflich sind. Diesmal führt die Aufklärung des Falls den in Gummistiefeln durch seine Welt stiefelnden Endfünfziger Erwin an die See, die für ihn ungeheure 500 km entfernt im Norden liegt. Obwohl ich die beiden ersten beiden Bücher der Reihe nicht gelesen habe, konnte ich der Handlung mühelos folgen.

Erwins knapp über 70 Jahre alte Freundin Lina ist auf die Insel Oddinsee  gefahren, um dort ihre Schwester Therese zu besuchen. Nach einem ersten Brief bricht der Kontakt ab. Erwin macht sich große Sorgen. Wenig später wird in der Tageszeitung von einem weiblichen Leichenfund auf der Insel berichtet. Die Tote starb an den Verletzungen eines Pfeils. Er überredet seine Nachbarin Hilde wie auch seinen Freund Arno dazu, ihn nach Oddinsee zu begleiten. Mit dabei sind auch die Laufenten. Vor Ort steigert sich seine Sorge um Lina noch, weil niemand im Haus von Therese anwesend ist. Auch die Feriengäste aus den nebenliegenden Wohnungen haben nichts gesehen und gehört. Nur ungern dringt Erwin in Linas Reich, ihrem Schlafzimmer, ein. Dort findet er Notizen, die für ihn keinen Sinn ergeben. Aber sein gesunder Menschenverstand und seine Freunde bringen eins ums andere im Laufe der Zeit zusammen. Derweil geschehen weitere Morde und die Zeit scheint den Freunden bis zur Aufklärung des Falls davonzurennen.

Bisher ist Erwin nie über die Gegend des fiktiven Bramschebeck in Westfalen hinausgekommen. Doch vor allem durch das Lesen von Büchern ist er zwar der unerfahrene, aber kenntnisreiche Landwirt vom Dorf. Es fällt es ihm zwar schwer, sich auf die Reise zu machen, aber vor allem seine durchsetzungsfreudige Nachbarin Hilde unterstützt ihn dabei tatenreich. Das Zusammenspiel der drei ungewöhnlichen Charaktere Erwin, Hilde und Arno verursacht manch amüsante Situation. Einen wesentlichen Anteil daran haben die Dialoge in westfälischer Mundart zwischen den Dreien. Erwin ist ein Sympathieträger ohne Gleichen. Seine selbstreflektierende, um seine Naivität wissende Art konnte mich für sich einnehmen. Für seine Freunde ist er bereit bis über den Rand seiner Welt hinaus zu gehen. Ich fand es gut, dass die Laufenten respektvoll als Tiere behandelt und nicht zu Ermittlern Sondergleichen aufgebaut wurden.

Der Krimi ist aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers geschrieben. Auf diese Weise erfährt der Leser teilweise wesentlich mehr,  als Erwin in der jeweiligen Szene gerade wissen kann, ohne ihm jedoch bei der Aufklärung des Falls je vorauszueilen. Die Ermittlungen führen hinein in die Welt der Mythologie, in der Erwin und Lina sich durch gemeinsames Lesen auskennen. Der Sprachstil, in der Thomas Krüger schreibt, ist geprägt von kurzen Sätzen und Gedankenausflügen von Erwin mit Liebe zu Details. Teilweise wirkt der Text jenseits der Dialoge sogar lyrisch.

Zur besseren Orientierung erhält der Leser beim Aufklappen des Covers eine Landkarte der Insel Oddinsee mit bemerkenswerter Silhouette. In der Klappe der Rückseite des Buchs findet sich als kleine Zugabe ein Sonett vom Autor.

Gerade weil die Zeit den Ermittlern davonläuft, während die Mordserie nicht abreisst, bleibt die Spannung erhalten. Kurz vor Schluss gibt es ein groß inszeniertes Finale und schließlich noch einmal eine unerwartete Wendung.

Sonntag, 8. November 2015

[Rezension Ingrid] Rachel Weaver - Die Stille unter dem Eis

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Titel: Die Stille unter dem Eis
Originaltitel: Point of Direction
Autorin: Rachel Weaver
Übersetzerin: Yola Schmitz
Erscheinungstermin: 05.10.2015
Verlag: Pendo Verlag 
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband
(Haupt-)Handlungsort: ein Leuchtturm in Alaska
                      Handlungszeit: 2000


„Die Stille unter dem Eis“ ist der Debütroman der US-Amerikanerin Rachel Weaver. Sie führt den Leser ins kalte Alaska zu tiefen Gewässern, Gletschern und einsam gelegenen Orten. Das Cover strahlt genau die Ruhe und Kälte aus, die in der Erzählung wiederzufinden sind.

Anna Richards lernt Kyle McAllin beim Trampen kennen. Nach einem traumatischen Erlebnis in der Vergangenheit ist sie ruhelos unterwegs und lässt sich von Kyle im Truck auf seinem Weg nach Neely in Alaska mitnehmen. Kyle ist Fischer und hält sich vorwiegend dort auf, wo er gerade Arbeit findet, mal in Mexiko, dann wieder in Nordamerika. Mit der Zeit kommen sie sich näher. Wenn Kyle nachts an ihrer Seite schläft findet Anna innere Ruhe. In ihrem zweiten Sommer in Neely, sieht Kyle einen Aushang der Küstenwache. Es wird ein Pächter für einen Leuchtturm gesucht, der abgelegen auf einem Felsen zwei Stunden von der Stadt entfernt steht. Kyle ist begeistert, er kennt den Leuchtturm. Gemeinsam mit Anna unterschreibt er einen Pachtvertrag über neun Monate. Für beide wird die Verpflichtung nicht nur zum Abenteuer, sondern auch zu einer Zerreißprobe für ihre noch junge Liebe.

Rachel Weaver sind die Gegebenheiten in Alaska bestens bekannt. Das macht sich auch in ihrem Buch bemerkbar. Sieschreibt so präzise und klar, dass ich glaubte den Wind um den Leuchtturm stürmen zu hören oder an windstillen Tagen mit Anna die Stille beinahe berühren konnte. Die Protagonistin, die diese Geschichte in der Ich-Form erzählt, schleppt eine schwere Bürde mit sich. Voller Spannung habe ich darauf gewartet, dass sie in ihren Rückblicken zum Punkt des Geschehens kommt, der sie so sehr verängstigt hat. Sie weiß nicht, ob die Auseinandersetzung mit dem Erlebten sie noch mehr traumatisiert oder ihr Erleichterung verschaffen wird. Kyles Fragen weicht sie geschickt aus. Doch mit der Zeit merkt sie, dass auch er etwas aus seiner Vergangenheit vor ihr verbirgt.

Beide finden im Leuchtturm Hinweise auf den letzten Leuchtturmwächter, der hier vor rund zwanzig Jahren lebte. Die Einsamkeit der Umgebung fordert beide täglich neu heraus. Es sind Vorräte für den Winter anzulegen, an dem der Leuchtturm von seiner Umgebung abgeschnitten sein wird. Jeder hängt seinen Gedanken und damit auch seinen Ängsten nach. Doch mit dem Vertrauen zueinander wächst auch die Kritik am jeweils anderen.

Für mich als Leser war es nicht nur eine Frage, ob die beiden es schaffen werden, unter diesen unwirtliche Bedingungen zu überleben, sondern auch, ob beide genug Respekt und Wertschätzung füreinander aufbringen werden, um die Zeit ohne weiteren Kontakt zur Außenwelt durchzustehen.

„Die Stille unter dem Eis“ erzeugt eine subtile Spannung die mitreißend wirkt. Der Roman ist mehr als nur eine Liebesgeschichte, er zwingt die Protagonisten zu einer Auseinandersetzung mit sich, dem Partner und den Schatten der Vergangenheit während sie gleichzeitig nach einer Basis für eine Zukunft suchen. Ich bin tief eingetaucht in die Natur Alaskas und habe mitgefiebert im Kampf gegen Wind und Wellen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und daher empfehle ich es gerne weiter.

Samstag, 7. November 2015

[Lesungsbericht] Ursula Poznanski und Arno Strobel lesen aus "Fremd"


Am 2. November 2015 war es endlich soweit, dass die Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel in den Kreis Heinsberg, genauer gesagt nach Geilenkirchen (mit Betonung auf der 1. Silbe) kamen, um dort aus ihrem Buch „Fremd“ zu lesen. Der Träger der Veranstaltung war die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises. Nach einer Begrüßung durch einen netten, mir aber unbekannten Herrn, der sich leider nicht vorgestellt hat, kam das Autorenduo auf die Bühne. Die beiden waren bester Laune und fanden sofort Kontakt zum Publikum. 

Zu Beginn erfuhren die Zuhörer, dass es nicht möglich wäre, mehr als die ersten beiden Kapitel aus dem Buch vorzulesen, weil sie sonst zu viel vom Inhalt verraten hätten. Da ich „Fremd“ schon eine Woche vor der Lesung zu Ende gelesen habe, konnte ich mir das schon denken. Stattdessen kündigten Frau Poznanski und Herr Strobel an, dass sie den Zuhörern gerne Rede und Antwort stehen würden. Außerdem hatten die beiden noch eine Überraschung im Gepäck, doch dazu später mehr.
Die ungeraden Kapitel im Buch hat die Wienerin Ursula Poznanski geschrieben, die geraden der in der Nähe von Trier wohnende Arno Strobel und demzufolge begann die Autorin mit dem Text. Als Eric in diesem Kapitel in den Dialog mit Joanne tritt, übernahm Herr Strobel diesen Part. Das gab der Lesung einen ganz besonderen Reiz. Entsprechend übernahm Herr Strobel im nächsten Kapitel das Vorlesen, während Frau Poznanski die weiblichen Dialogteile sprach. Während der Lesung war es mucksmäuschenstill im Raum den gut 60 Zuhörer füllten, die gebannt lauschten.

Beim Fragenteil war mein Mann, der mich zur Lesung begleitete, einen Moment schneller damit seine Hand zu heben, um die erste Frage zu stellen. Doch meine Frage wäre die gleiche wie seine gewesen, denn wir wollten gerne wissen, wie es zu der Idee gekommen ist, ein gemeinsames Buch zu schreiben.  Die beiden verrieten uns, dass ihnen der Gedanke dazu bei einem Treffen auf der Leipziger Buchmesse am Abend an der Bar bei einem Glas Wein gekommen ist. Der Idee folgte die Tat, aber zunächst nur aus Spaß an der Sache. Schließlich war es so weit, eine Agentur damit zu beauftragen, einen Verlag für die Veröffentlichung zu suchen. Das ging blitzschnell. Morgens wurden zehn Verlage kontaktiert, am Nachmittag kam es schon zur Zusage. Und ab da gab es eine Deadline für die Abgabe des Manuskripts. Da beide im Wechsel daran geschrieben haben, sollte nun der jeweils andere ein Kapitel innerhalb von etwa 2-3 Tagen verfassen.

Und nun kam die Überraschung, denn die Autoren hatten zwei Ausschnitte aus ihrem damaligen E-Mail-Verkehr mitgebracht, die zeigten, dass es nicht immer leicht war, den Termin für die Abfassung eines Kapitels einzuhalten. Außerdem hatte hier und da einer der beiden die Idee zu einem Cliffhanger zu dem derjenige dann ganz auf den Schreibpartner vertraute, die Geschichte an der Stelle weiter zu entwickeln, ohne selbst eine genaue Vorstellung vom Fortgang zu haben. Eine wirkliches Highlight, denn wo sonst kann man in den E-Mail-Wechsel zweier Autoren hineinlesen! Dazu sehr amüsant, da beide sich gerne liebevoll necken. Der darin enthaltene inhaltliche Austausch zum Buch wurde laut Anmerkung des Autorenduos natürlich entfernt.

So verging die Zeit wie im Fluge, eine Frage reihte sich an die nächste. Arno Strobel hat mir zum Schluss noch eine Antwort auf eine Frage vorweggenommen, die mir schon die ganze Zeit auf den Lippen brannte, denn ich wollte natürlich wissen, ob es eine weitere Zusammenarbeit geben wird. Ja, die beiden schreiben schon an einem neuen Buch – keine Fortsetzung – das im Oktober 2016 erscheinen wird. Ich freue mich schon sehr darauf. Und bis dahin werden auch weitere Bücher der beiden erscheinen, die sie jeweils solo geschrieben haben. Wenn das mal keine guten Nachrichten sind ! J



Im Anschluss an die Lesung gab es für alle Zuhörer die Möglichkeit Bücher der beiden Autoren an einem Stand der örtlichen Buchhandlung zu kaufen. Gerne waren Ursula Poznanski und Arno Strobel zum Signieren bereit. Mein Dankeschön an die Autoren für diese besondere Lesung.

Eure Ingrid

(Fotos: I. und J. Eßer)

[Rezension Hanna] Die 100. Tag 21 - Kass Morgan




Inhalt
21 Tage sind vergangen, seit die 100 auf der Erde gelandet sind. Seit sie von Erdgeborenen angegriffen wurden, von denen niemand etwas ahnte, hat sich die Atmosphäre im Lager deutlich verändert. Hütten wurden zum Schutz errichtet und einige der Jugendlichen machen sich für den Kampf bereit. Aber sind wirklich alle Erdbewohner gefährlich? Was haben sie mit der entführten Octavia gemacht? Währenddessen spitzt sich die Situation auf den Raumschiffen zu. Der Sauerstoff wird zunehmend knapper und die Phoenix hat sich von den anderen Schiffen abgeschottet. Kann Glass sich und die Menschen, die ihr etwas bedeuten, retten?

Meinung
Der erste Band der Reihe endete mit einem fiesen Cliffhanger, dank dem ich den zweiten Teil am liebsten sofort gelesen hätte. Zum Glück wurde der Erscheinungstermin von Januar 2016 auf Oktober vorgezogen. Sobald ich das Buch in den Händen hielt, musste ich sofort loslesen, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es nach dem Angriff der Erdbewohner und der Abschottung der Phoenix weitergeht.

Leider startet das Buch unspektakulärer, als ich es mir erhofft habe. Es beginnt mit der Beerdigung des Jugendlichen, der beim Angriff ums Leben kam. Der Angriff führt zu weiterer Anspannung und Reibereien zwischen den überlebenden 100. Doch die Spannung des Angriffs flacht schnell wieder ab, es wird ruhiger und auf meine drängendsten Fragen gab es weiterhin keine Antwort.

Die Handlung auf der Erde hat Potenzial, das auch im weiteren Verlauf nicht voll ausgeschöpft wird, Immer wieder werden Handlungsstränge spannend begonnen wie die Entführung Octavias oder geheimnisvolle Erkrankungen und dann für meinen Geschmack zu ruhig fortgeführt. Gleichzeitig habe ich mich auch schwer damit getan, mich in die Jugendlichen einzufühlen. Gerne hätte ich noch besser verstanden, was die Ungewissheit, wie es für sie weitergeht, und die fehlenden Antwort auf die Frage, was gerade um sie herum passiert, in ihnen auslöst.

Gut gefallen hat mir, dass es zahlreiche Geheimnisse gibt, die darauf warten, gelüftet zu werden. Es gibt auch wieder einige Rückblicke, welche mich die Charaktere besser verstehen ließen und durch welche dem Leser die Brisanz einiger Geheimnisse erst so richtig bewusst gemacht wird. Einige Auflösungen hebt sich die Autorin für das große Finale auf, doch auch in diesem Mittelteil wird so manches offenbart, das nicht ohne Konsequenzen bleibt.

Am besten gefallen haben mir die Kapitel aus der Sicht von Glass. Sie mag ich von allen Charakteren am meisten. Die Situation auf den Raumschiffen ist dramatischer und spannender als die auf der Erde, weshalb ich mich immer wieder freute, wenn ihr Name über einem Kapitel stand. Die Ausweglosigkeit der Situation auf den Raumschiffen und die Verzweiflung der Menschen hat die Autorin mir gut vermitteln können. Ich habe mit Glass mitgefiebert, ob es ihr gelingen wird, sich, Luke und ihre Mutter zu retten. Ihre Erlebnisse haben mich dazu motiviert, das Buch trotz der eher ereignisarmen Kapitel auf der Erde mit hoher Geschwindigkeit zu lesen.

Fazit
In „Die 100. Tag 21“ spitzt sich die Situation für die Jugendlichen auf der Erde zu, während die zunehmende Sauerstoffknappheit auf den Raumschiffen für dramatische Szenen sorgt. Auf der Erde wurden zwar spannende Entdeckungen gemacht und erste Geheimnisse gelüftet, doch für mich gab es insgesamt zu wenig Action und die Handlung schritt zu langsam voran. Die Ereignisse auf den Raumschiffen haben mich hingegen fesseln und begeistern können. Ich freue mich daher schon sehr auf den finalen Teil „Die 100. Heimkehr“, denn ich bin richtig neugierig, wie die Trilogie enden wird.

*Werbung* Weitere Informationen zum Buch

Titel: Die 100. Tag 21
Autorin: Kass Morgan
Übersetzerin: Michaela Link
Klappenbroschur: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2015
Verlag: Heyne Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

Freitag, 6. November 2015

[Rezension Ingrid] Nina Sahm - Das letzte Polaroid


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Titel: Das letzte Polaroid
Autorin: Nina Sahm
Erscheinungsdatum: 12.10.2015
Verlag: Aufbau Verlag 
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
Handlungsort: Budapest
Handlungszeit: 2011




„Das letzte Polaroid“ ist der Debütroman von Nina Sahm. Die Autorin erzählt darin von einer Freundschaft die im Urlaub zwischen zwei Mädchen im Teenageralter begann und nun nach zehn Jahren zu einer unvorhersehbaren Entwicklung in ihrer Bekanntschaft geführt hat. Über diese lange Zeit der Freundschaft haben Fotos, die mit einer Polaroid-Kamera aufgenommen wurden, die beiden über die räumliche Distanz hinweg begleitet. Die Fotos verblassen langsam wie auf dem Titelbild, doch die Erinnerungen bleiben.

Zu Beginn des 21.Jahrhunderts macht  Anna aus Deutschland mit ihren Eltern Urlaub am Plattensee in Ungarn. Im Nachbarhaus wohnt die gleichaltrige Ungarin Kinga, die ebenfalls mit ihren Eltern von Budapest aus in die Ferien an den Balaton gekommen ist. Ein Tag genügt und es beginnt eine Freundschaft, die für beide einen ganz besonderen Anreiz hat. Kinga findet in Anna jemanden mit dem sie ihre kleinen Geheimnisse teilen kann und Anna lauscht staunend den Ausführungen von Kinga über deren erwachende Liebe. Von Annas Eltern wird die Freundschaft nicht gutgeheißen, doch gegen deren Verbot finden die beiden einen Weg auch weiterhin in Kontakt zu bleiben. Zehn Jahre nach dem Urlaub erhält Anna, in deren Leben sich inzwischen einiges geändert hat, einen Brief von Kingas Mutter, die ihr schreibt, dass Kinga nach einem Unfall im Koma liegt. Kurz entschlossen macht sie sich auf den Weg nach Budapest. Doch aus ihrer Reise wird mehr als ihr Besuch am Krankenbett der Freundin. Immer mehr nimmt sie Plätze ein, die bisher von Kinga ausgefüllt wurden.

Anna ist in einem gut situierten Haushalt aufgewachsen. Ihre Eltern legen sehr viel Wert auf Sauberkeit und Wissenserwerb, doch Liebesbekundungen sind selten. Kingas Eltern sind viel unbesorgter, ihr Umgang miteinander ist herzlicher. Doch Anna hat keine andere Wahl als ihre Eltern nach dem Urlaub nach Hause zu begleiten. Der weitere Kontakt zu Anna ist ihre erste Auflehnung gegen ihre Eltern auf dem Weg zum Erwachsensein und zu ihrer Selbstfindung, ihre Berufswahl ist eine weitere. Lediglich einmal haben Anna und Kinga sich in den ganzen Jahren bis zum Unfall getroffen. Anna, die inzwischen deutlich gereift sein sollte, bewundert Kinga und kommt sogar deren Wunsch nach als sie Anna zu einem ersten Mal verhilft. Die Schilderung fand ich unrealistisch und zu Anna unpassend.

Als Anna spontan nach Budapest reist trifft sie hier auf den Alltag von Kinga, den sie nur aus den Briefen kennt und auf eine Stadt, die sich aktiv in Auflehnung zur gegenwärtigen Regierung befindet, darunter auch der Vater ihrer Freundin. Obwohl Anna in der Ich-Form erzählt, erfährt man als Leser wenig über die Gründe für ihr gegenwärtiges Handeln. Das lässt Platz für eigene Interpretationen. Immer mehr nimmt sie den Platz von Kinga ein. Doch wie in allen menschlichen Beziehungen gibt es immer zwei Personen die für die Fortführung des Miteinanders verantwortlich sind. Es war für mich zwar verständlich, dass Anna Freude daran findet, die Rolle der von ihr bewunderten Kinga einzunehmen, doch dass Kingas Eltern und Kingas Freund sie so eng in ihr Leben holen, kann ich nicht so ohne weiteres nachvollziehen.

Glaubte ich Anna durch ihre Erinnerungen näher zu kommen, so rückte sie durch ihr Handeln in der Gegenwart wieder von mir ab und konnte mir nicht sympathisch werden. Die Randfiguren waren interessant beschrieben. Der Reiz der Geschichte war für mich die wunderbare Freundschaft und der Zusammenhalt der Freundinnen über Grenzen und Jahre  hinweg. Insgesamt eine nette Geschichte, aber für mich kein Highlight.


Sonntag, 1. November 2015

[Rezension Ingrid] Leo Martin - Ich stopp dich!

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Titel: Ich stopp dich! Gefühlsterroristen erkennen und ausschalten - Ein Ex-Agent im Einstz gegen Nervenkiller
Autor: Leo Martin
Erscheinungstermin: 24.08.2015
Verlag: Ariston Verlag 
rezensierte Buchausgabe: Klappenbroschur
Handlungsort: Hamburg
Handlungszeit: Gegenwart


„Ich stopp dich“ heißt das Buch von Leo Martin in dem er Wissen und praktischen Rat mit einer spannenden Geschichte aus dem Agentenmilieu verbindet. Der rote Hintergrund unter dem Titel fängt den Blick des Betrachters ein und führt ihn anschließend zum Untertitel „Gefühlsterroristen erkennen und ausschalten“. Der unter Pseudonym schreibende Autor erklärt  in  der Rolle eines Agenten sein Vorgehen gegen nervige Mitmenschen, die er „Gefühlsterroristen“ nennt. Es sind die Menschen, denen wir im täglichen Leben begegnen und die mit ihrer Art und Weise auf Abneigung stoßen und dadurch oft heftige Reaktionen bei uns auslösen.

Nach einer ersten Einführung ins Thema beginnt der Kriminalfall. In der Wohnung des V-Manns Tichow ist dessen Freund ermordet worden. Tichow weiß nicht warum. Aber der V-Mann hat im Auftrag von Leo Martin einem Mafiaboss etwas entwendet, sieht darin einen Zusammenhang zum Mord und denkt an Rache. Kann Leo Martin ihn stoppen?

Der Autor bindet in der weiteren Erzählung immer wieder einen besonderen Typen eines Gefühlsterroristen in seine Schilderung ein. So bekommt man als Leser schon einmal ein praktisches Beispiel für den jeweiligen Typen den Leo Martin als Nächsten in den Fokus nimmt. Zum Choleriker, Arroganten, Nörgler und vier weiteren Charakteren zeigt der Autor zunächst auf, wie man demjenigen im Normalfall zum Opfer fällt, bevor er punkteweise aufzeigt wie man Typen wie diese aufhält. Am Ende jeden Kapitels gibt er noch einen letzten Hinweis, wie man in möglichen Stresssituationen, die durch Gefühlsterroristen hervorgerufen werden, mit diesen umgeht. Ergänzt werden die Tipps vom Autor mit Auszügen aus einem Agentenhandbuch, die Leo Martin näher erläutert.

Mir hat die Kombination zwischen fiktiver spannender Geschichte und Wissen gut gefallen. Die Umsetzung der Tipps im realen Leben ist sicher nicht einfach und die Reaktionen auf sein Gegenüber situations- und tagesformabhängig. Trotzdem ist es hilfreich, mit diesem Buch passende Ratschläge für kritische Momente zu erhalten, damit man in Erinnerung daran in entsprechenden Situationen darauf zurückgreifen kann.