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Donnerstag, 11. Mai 2017

[Rezension Ingrid] Mein Freund Pax von Sara Pennypacker


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Titel: Mein Freund Pax
Autorin: Sara Pennypacker
Übersetzer: Birgitt Kollmann
Illustrator: Jon Klassen
Erscheinungsdatum: 15.03.2017
Verlag: Sauerländer (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag

Im Buch „Mein Freund Pax“ schreibt die US-Amerikanerin Sara Pennypacker über die Freundschaft eines ungewöhnlichen Paars. Der zwölfjährige Peter hat vor fünf Jahren einen sehr jungen Fuchs im Bau seiner getöteten Mutter gefunden und aufgezogen. Er hat ihm den Namen Pax gegeben, nach einer Marke für Rücksäcke wie Peter im Roman erklärt. Die beiden sind nahezu unzertrennlich. Jetzt aber rückt ein Krieg immer näher und sein Vater meldet sich zum Dienst an der Front. Peter muss für ein halbes Jahr zu seinem Großvater, der 300 Kilometer entfernt wohnt. Pax kann dahin nicht mit, daher wird Peter von seinem Vater angewiesen ihn an einer Straße auszusetzen, im für den Fuchs unbekannten Gelände. Sehr bald merkt Peter, dass das nicht richtig war, packt einige Sachen zusammen und begibt sich auf die Suche. Allerdings hat er nicht über die Gefahren seines Abenteuers nachgedacht und bald schon wird seine weitere Reise durch eine Verletzung behindert, während Pax in der ungewohnten Freiheit ums Überleben kämpft.

Peter ist ein sympathischer Charakter. Er wird zwar schnell wütend, doch eher ungewollt. Seine Sorge um den Fuchs lässt ihn fürsorglich wirken. Bei der Wahl des Namens für seinen tierischen Freund hat er nicht an Frieden gedacht, aber die gesamte Erzählung steht unter diesem Oberbegriff. Obwohl der Roman in der Gegenwart spielt, legt die Autorin bewusst nicht fest, um welchen Krieg es sich handelt. Durch die Meldung des Vaters zum Kriegsdienst wird Peter direkt damit konfrontiert. Seine Suche nach Pax wird schließlich zu einer Suche nach Frieden, während er die Auswirkungen der Kämpfe auf die Natur erlebt, mehr über die Grausamkeiten der Handlungen erfährt und die Folgen der Erlebnisse im Einsatz von der hilfsbereiten, aber zurückgezogen lebenden Vola erzählt bekommt. Die Geschichte ist auch eine Auseinandersetzung mit der Frage nach der Schuld, die man durch eigenes Verhalten verursachen kann.

Peters Suche ist zunächst das vom Vater angeordnete Ende einer langen Freundschaft und wird schließlich zu einem Weg für Peter an den Erlebnissen zu reifen. Durch seine Erfahrungen und die Antworten auf Fragen, die er stellt, beginnt er verschiedene Dinge zu begreifen. Auch das Verhalten seines Vaters ordnet er neu ein.

Jedes zweite Kapitel widmet Sara Pennypacker dem Rotfuchs Pax. Er hat noch nie gejagt und daher auch noch nie frisch Erlegtes gefressen. Doch seine Instinkte lassen ihn nicht im Stich. Glaubhaft schildert die Autorin, wie Pax die Bekanntschaft zu seines Gleichen findet ohne dabei seine Hoffnung, Peter wieder zu finden, aufzugeben. Der Text wird ergänzt von passenden schwarz weißen Zeichnungen des kanadischen Illustrators Jon Klassen.

Sara Pennypackers Roman ist geeignet für Kinder ab 10 Jahren, aber ihre Geschichte spricht auch ältere Leser und Erwachsene an. Vor dem Hintergrund einer besonderen Freundschaftsbeziehung kommen die Gräuel des Kriegs in vielen Facetten zum Ausdruck. Ich empfehle Eltern, das Buch zu lesen und es mit jüngeren Kindern zu diskutieren. Lesenswert ist es auf jeden Fall!