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Sonntag, 10. April 2022

Rezension: A Song of Wraiths and Ruin - die Spiele von Solstasia von Roseanne A. Brown

 


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A Song of Wraiths and Ruin
Autorin: Roseanne A. Brown
Übersetzerin: Diana Bürgel
Broschiert: 512 Seiten
Erschienen am 1. April 2022
Verlag: Knaur TB

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Alle fünfzig Jahre kommen die Menschen des Königreichs Sonande in der Hauptstadt Ziran zusammen, um das Erscheinen von Bahias Komet zu feiern. In der Woche, in der dieser am Himmel sichtbar ist, findet dort das legendäre Solstasia-Turnier statt. Malik ist mit seinen beiden Schwestern heimlich aus dem Eshran-Gebirge nach Ziran gekommen, um dort Arbeit zu finden. Doch für den Rest des Königreichs sind die Eshrans Abschaum, die nicht einmal in die Stadt gelassen werden. Ein hilfreicher Wunsch stellt sich bald als Verben heraus. Plötzlich sieht sich Malik gezwungen, die Thronerbin Karina zu töten, bevor das Turnier endet. Diese hat bis heute den Tod ihrer Schwester Hanane, die ihrer Mutter eigentlich auf den Thron folgen sollte, nicht verwunden. Bald überschlagen sich die Ereignisse, und Karina schmiedet einen gefährlichen und grausamen Plan, der darauf hinauslaufen könnte, dass sie Malik ermorden muss.

„A Song of Wraiths and Ruin“ ist der erste Teil einer Dilogie und optisch ein echter Hingucker. Das Highlight der Ausstattung ist für mich der grün-golden gemusterte Buchschnitt. Die Vorderseite zeigt außerdem die Thronerbin Karina, die wie alle Mitglieder der Alahari-Familie durch ihr silbernes Haar auffällt. Bei ihren heimlichen Streifzügen durch die Stadt muss sie dieses verbergen, um nicht sofort erkannt zu werden. Die Rückseite zeigt Malik, einen Eshran, der eine kräftezehrende Flucht hinter sich hat und mit seinen Schwestern in der Hauptstadt auf Arbeit hofft, um seine in der Heimat gebliebene Familie unterstützen zu können.

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Malik und von Karina geschrieben. Zu Beginn der Geschichte laufen die Vorbereitungen auf das Solstasia-Turnier. Maliks größte Sorge ist, ob er und seine Schwestern mit gefälschten Papieren Zutritt zur Stadt erhalten, während Karina wenig Lust auf Pflichten hat, die als Thronerbin während des Turniers auf sie warten. Viel lieber widmet sie sich der Musik und schleicht sich in zwielichtige Wirtshäuser, um dort mit ihrer Oud aufzutreten.

Mich als Leserin erwartete eine komplexe Welt, in die ich allmählich hineinfand. Es gibt Geister, Magie und alte Legenden, bei denen sich die Frage stellt, wie viel davon wahr ist. Bald schon überschlagen sich die Ereignisse. Malik muss einem mächtigen Wesen einen Blutschwur leisten und Karina töten, um seine Schwester zu retten. Karina hingegen entdeckt ein uraltes Ritual, für das sie ebenfalls jemanden ermorden muss, um ihr eigenes Schicksal zu ändern. Plötzlich stehen sie beide ungeplant im Mittelpunkt des Solstasia-Turniers.

Ich ließ mich von der Geschichte mitreißen und erwartete mit Neugier das Aufeinandertreffen von Malik und Karina. Der Verlauf blieb unvorhersehbar und auch wenn ich mich über Entscheidungen der Charaktere gelegentlich wunderte fühlte ich mich insgesamt sehr gut unterhalten. Je weniger ihr im Voraus von der Geschichte wisst, desto mehr Überraschungen werdet ihr erleben. Für mich ist „A Song of Wraiths and Ruin“ ein gelungenes Fantasy-Spektakel, das mit einer komplexen Welt, emotionalen Szenen und spannenden Entwicklungen zu überzeugen weiß.