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Freitag, 14. August 2026

Rezension: Erzählen, was ist von Katrin Eigendorf

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Erzählen, was ist: Berichten am Limit
in einer Zeit der Kriege
Autorin: Katrin Eigendorf
Erscheinungsdatum: 26.01.2026
Verlag: S. Fischer
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783103976991

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Die aus Tönisvorst in Nordrhein-Westfalen stammende und heute in Berlin lebende Katrin Eigendorf gewährt in ihrem Buch „Erzählen, was ist“ nicht nur Einblicke in ihre journalistische Arbeit, sondern auch teils in ihr Privatleben, soweit dieses mit ihrem Beruf verbunden ist. Bereits der Untertitel „Berichten am Limit in einer Zeit der Kriege“ spiegelt wider, worin die Berichterstattung der Autorin hauptsächlich besteht: über die Brennpunkte der Welt zu berichten.

In neun Kapiteln nimmt die Autorin ihre Leserinnen und Leser mit nach Afghanistan, Russland, Israel und in die Ukraine. Dabei beschreibt sie nicht nur die Situation, die sie während ihrer Aufenthalte vor Ort erlebt, sondern erzählt ebenso, wie es ihrer Meinung nach zum jeweiligen Konflikt gekommen ist. Außerdem erläutert wie, welche fachlichen und persönlichen Kompetenzen sie im Laufe der Jahre hinweg erworben hat, um Ereignisse sachlich und wahrheitsgemäß darzustellen.

Karin Eigendorf hat sich mit der Zeit ein Netzwerk an Kontakten aufgebaut, auf die sie vertrauen kann. Es ist ihr wichtig, dass diejenigen, mit denen sie zusammenarbeitet verlässlich sind. Die Schilderungen mancher Situation sind tief bewegend etwa, als sie das Schicksal der Frauen in Afghanistan beschriebt. Zugleich macht das Buch immer wieder bewusst, welchen erheblichen Gefahren Eigendorf, ihr Team und viele andere Journalistinnen und Journalisten bei ihren Einsätzen ausgesetzt sind.

Für ihre Reportagen wurde die Autorin vielfach ausgezeichnet, obwohl sie auch Kritik hinnehmen musste. In diesem Zusammenhang setzt sie sich mit der Frage auseinander, wie sich Begebenheiten auf unterschiedliche Weise darstellen lassen und wie schwierig es mitunter ist, Wahrheit von gezielter Desinformation zu unterscheiden. Dem Titel ihres Buches folgend sieht sie es als ihre journalistische Verpflichtung an, in Konflikten alle Seiten zu Wort kommen zu lassen, was sich nicht immer leicht verwirklichen lässt. Mit Einfühlungsvermögen und beruflicher Erfahrung gelingt es ihr, auch zu schwierigen Gesprächspartnern Zugang zu finden. Darüber hinaus reflektiert sie, ob Journalismus überhaupt neutral sein kann.

„Erzählen, was ist“ ist ein lesenswertes Buch für alle, die sich mit einer fundierten Berichterstattung nicht nur ein Bild der Konfliktregionen unserer Zeit machen möchten, sondern auch verstehen wollen, welche Entwicklungen zu den jeweiligen Konflikten geführt haben. Zugleich vermittelt Katrin Eigendorf einen eindrucksvollen Einblick in ihre verantwortungsvolle und viel zu oft gefährliche Arbeit als Reporterin in Krisengebieten