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Samstag, 4. März 2017

[Rezension Hanna] Wir fliegen, wenn wir fallen - Ava Reed


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Wir fliegen, wenn wir fallen
Autorin: Ava Reed
Hardcover: 304 Seiten
Erschienen am 17. Februar 2017
Verlag: Ueberreuter

Inhalt
Yara und Noel haben es beide nicht leicht. Seit Yaras Eltern vor wenigen Monaten gestorben sind, lebt sie bei ihrer Tante Em. Und Noels alleinerziehende Mutter ist schon vor langer Zeit verschwunden. Auch wenn die beiden sich nicht leiden können, verbindet sie doch eine Person: Phil, Noels Großvater, dem Yara im Pflegeheim jeden Tag vorliest. Doch dann stirbt Phil und hinterlässt den beiden eine Liste mit zehn Dingen, die sie in seinem Namen tun sollen. Dinge, die eine Reise um die halbe Welt nötig machen. Yara und Noel raufen sich zusammen und nehmen die Liste in Angriff. Dabei merken sie bald, dass sie ihre Meinung über den jeweils anderen noch einmal überdenken sollen.

Meinung
„Wir fliegen, wenn wir fallen“ fällt mit seinem pinken Pusteblumen-Cover gleich ins Auge. In Kombination mit dem Titel erwartete ich eine traurige, zugleich aber auch schöne und berührende Geschichte. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Yara und Noel geschrieben, die beide von familiären Schicksalsschlägen geprägt wurden. Yaras Eltern sind erst kürzlich verstorben, das kann sie noch immer gar nicht so richtig wahrhaben und verarbeiten. Noel ist hingegen schon lange allein, er hat in der Zeit eine harte Schale aufgebaut und gibt den Rebell, der niemandem vertraut.

Nach einem kurzen Kennenlernen der Protagonisten geschieht auch schon das Ereignis, das den weiteren Verlauf des Buches bestimmt: Phil stirbt, und sowohl Yara als auch Noel verlieren eine der wichtigsten Personen in ihren Leben. Es kommt zu sehr berührenden Szenen, die zeigen, wie wichtig er für die beiden war. Doch schnell schaut das Buch auch wieder nach vorn und gibt den Protagonisten mit Phils Liste eine neue Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Eher widerwillig raufen die beiden sich zusammen und beschließen, die Aufgabe gemeinsam in Angriff zu nehmen. Auch wenn keiner der beiden so richtig begeistert ist stecken sie doch bald mitten in den Reisevorbereitungen.

Ich fand es sehr schön, wie die beiden sich Schritt für Schritt ins Abenteuer wagen. Zuerst erfüllen sie Punkte der Liste, für die sie in Deutschland bleiben können. Das ganze läuft nicht so reibungslos wie gewünscht. Zum einen sind die beiden noch nicht hundertprozentig bei der Sache, zum anderen zeigt es, dass auch gut klingende Vorhaben in der Realität einen Haken haben können.

Schließlich geht es für die beiden ins Ausland zu interessanten Orten, auf die ich mich schon beim ersten Lesen der Liste gefreut habe. Die Autorin hat sich tolle Zielorte überlegt, ein Mix aus klassisch und besonders. Auch hier gelingt den beiden nicht alles auf Anhieb, wodurch die Geschichte authentisch bleibt. Die beiden kämpfen unterdessen weiterhin gegen ihre Dämonen der Vergangenheit. Doch durch die Aufgaben lernen sie zunehmend, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und nach vorn zu schauen.

Die beiden wachsen nicht nur an den Herausforderungen, sondern auch das Verhältnis zueinander entwickelt sich weiter. Aus anfänglicher Skepsis wird Akzeptanz und bald noch mehr. Hier findet die Autorin genau die richtigen Worte, unkitschig und mit süßen und rauen Momenten. Die beiden scheinen wie füreinander gemacht zu sein und ich habe mich sehr gerne durch die Szenen gelesen, in denen die beiden zunehmend Vertrauen zueinander aufbauen und von ihren Gefühlen überwältigt werden. Doch es ist nicht alles heile Welt, die beiden durchleben emotional und in Bezug auf ihre Aufgaben doch Hochs und Tiefs, so dass die zügig erzählte Geschichte interessant blieb bis hin zu einem wunderschönen Ende.

Fazit
„Wir fliegen, wenn wir fallen“ erzählt die Geschichte von Yael und Noah, die beide einen familiären Schicksalsschlag verarbeiten müssen. Als sie dann auch noch ihre gemeinsame Bezugsperson Phil verlieren, schickt der sie mithilfe seines Testaments um die halbe Welt. Ich habe die beiden sehr gerne begleitet, interessante Orte entdeckt und erlebt, wie sie an ihren Aufgaben wachsen und sich das Verhältnis zueinander wandelt. Eine wirklich schöne und authentische Geschichte, die berührt und gleichzeitig Lust auf Abenteuer macht!