Montag, 12. Mai 2014

[Rezension] Marie Pellissier - Die tödliche Tugend der Madame Blandel

Titel. Die tödliche Tugend der Madame Blandel
Autorin: Marie Pellissier
Webseite der Autorin: www.mariepellissier.de
FB-Seite der Autorin: https://www.facebook.com/pages/Marie-Pellissier/432626750202248?fref=ts
Erscheinungsdatum: 12.05.2014
Verlag: Diana Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Ausgabe: Taschenbuch (Leseexemplar)
Handlungsort: Paris
Handlungszeit: Gegenwart

Interview mit der Autorin Marie Pellissier auf unserem Blog: KLICK!
 
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Webseite der Autorin zum Buch im Internet: www.mariepellissier.de und auf facebook:  KLICK!


Gleich durch das Cover wird klar, wohin der Roman den Leser entführt: nach Paris. Symbolisiert wird dies durch zwei kleine Eiffeltürme am unteren Rand des Titelbilds. Unter einer Lupe sind einige Straßen der Stadt auf einer Karte zu erkennen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Klappen des Buchs hinweisen, hinter denen sich jeweils ein Stadtplanausschnitt von Paris verbirgt. So kann man die Wege der Protagonistin Lucie Ferreira durch die Stadt auf dem Plan verfolgen. Ein Macaron-Keks, ein Kaffeefleck und Rotweintropfen, die wie Blut auf einem Batisttuch zu sehen sind, vervollständigen das Cover und vermitteln beim Anschauen einen Hauch Frankreich. Der Titel nimmt Madame Vanessa Blandel in den Fokus, deren Verhalten ihren Bekannten und Verwandten gegenüber möglicherweise zu ihrem Tod geführt hat.

In Paris wird aus der Seine die Leiche der Vanessa Blondel geborgen. Sie hatte ihre Wohnung seit ungefähr einem Jahr am Place des Vosges 3, dort, wo Lucie seit über 40 Jahren als Hausmeisterin tätig ist. Aber Lucie konnte in dieser Zeit nie ein vertrautes Verhältnis zu ihr so wie zu den anderen Hausbewohnern aufbauen. Als sie eines Tages gebügelte Wäsche in Abwesenheit der Bewohnerin zurück bringt, sieht sie die Unordnung im Schlafzimmer. Sie räumt auf. Nachdem sie zunächst vom Verschwinden Madame Blandels und schließlich in der Zeitung von dem Fund im Fluss erfahren hat, wird ihr der Zusammenhang deutlich und sie begreift, dass sie eventuell wichtige Hinweise in der Wohnung vernichtet hat und dafür zur Verantwortung gezogen werden kann. Ihre einzige Chance einer Strafe zu entgehen erscheint ihr die Möglichkeit, der Polizei zuvorzukommen und einen Mörder zu finden. 

Lucie und ihr Ehemann Antonio sind beide gebürtig aus Portugal. Sie haben sich in ihrem Leben eingerichtet, sind bodenständig, gläubig und hilfsbereit. Antonio denkt bisweilen an sein Rentendasein, das er gerne in einem eigenen, ländlich gelegenen Häuschen verbringen möchte. Doch trotz einiger Wehwehchen kommt für Lucie ein Aufgeben ihrer Arbeit als Gardienne bisher nicht in Frage. Dass Vanessa tot aufgefunden wurde und sie nun durch ihre Aufräumaktion Beweise vernichtet haben könnte, verstört sie zutiefst. In ihrem Bemühen den Faux Pax auszumerzen, indem sie sich selbst auf die Suche nach einem Mörder begibt, setzt sie sich über ihre eigenen Wertempfindungen hinweg, Dazu scheint es ihr unumgänglich, bestimmte Sachverhalte zu vertuschen. Offiziell wird mit der Aufklärung des Falls Kommissar Legrand beauftragt, der sich auf seinem neuen Arbeitsplatz in Paris erst noch seine Meriten verdienen muss. Ihm zur Seite steht eine Praktikantin, die ihm mit ihren eigenen Ergebnissen immer wieder in die Quere. 

Die Autorin offenbart erst mit und mit, wie es zum Tod von Vanessa kam. Lange Zeit bleiben verschiedene Möglichkeiten bezüglich der Todesursache und des Grundes offen. Ich mochte es sehr, auf diese Weise mit zu rätseln. Die Spannung steigt zum Schluss noch einmal deutlich an. Zeitweilig stehen jedoch nicht die Ermittlungen, sondern Lucies Leben im Mittelpunkt der Erzählung, was sich aber auch durch ihre Bekanntschaft als Nachbarin und Hausmeisterin von Vanessa ergibt. Lucie fängt mit Leichtigkeit die Sympathien der Leser ein. Sie und Kommissar Legrand sind zwei völlig gegensätzliche Ermittler, die hier aufeinandertreffen. Es ist amüsant zu erleben, wie beide sich versuchen gegenseitig einzuschätzen und wie es Lucie gelingt dem Kommissar, immer noch einen Schritt voraus zu sein. Ich könnte mir vorstellen, dass die beiden in weiteren Fällen aktiv werden.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Autorin beschreibt nicht nur das Geschehen, sondern auch manchen Gedankengang der jeweils  handelnden Person. Phrasen in französischer Sprache, deren Bedeutung sich aus dem Zusammenhang ergeben, bauen neben dem Schauplatz Paris zusätzlich ein französisches Ambiente auf. Auf ihrer facebook-Seite zum Buch stellt Marie Pellisier Fotos von den Originalschauplätzen ein und erklärt weitere Zusammenhänge. 

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und gerne empfehle ich es an Krimifans weiter, die Ermittlungen auf klassische Weise ohne viel Blutvergießen schätzen.

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