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Freitag, 22. November 2024

Rezension: Agatha Christie Classics: Hercule Poirots Weihnachten - Ein Poirot-Krimi als Comic gestaltet von Isabelle Bottier und illustriert von Callixte


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Agathe Christie: Hercule Poirots Weihnachten
Ein Poirot-Krimi
Autorin: Agathe Christie
Gestaltung: Isabelle Bottier
Illustrationen: Callixte
Übersetzung aus dem Französischen: Thomas Schöner
Erscheinungsdatum: 01.10.2024
Verlag: Carlsen Comics (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover
ISBN: 9783551804266
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Der Klassiker der berühmten Krimiautorin Agatha Christie „Hercule Poirots Weihnachten“ ist im Verlag Carlsen Comics als Graphic Novel für Erwachsene erschienen. Das Szenario wurde von Isabelle Bottier gestaltet, während Callixte die Zeichnungen erstellt hat. Bisher habe ich den zugrundeliegenden Roman nicht gelesen, so dass ich die Handlung nicht vergleichen kann. Auf dem Vorsatz des Buchs wird eine schön in Szene gesetzte Übersicht mit den Handlungsorten der verschiedenen Hercule Poirots Krimis der erfolgreichen, längst verstorbenen britischen Schriftstellerin gegeben. Die vorliegende Geschichte spielt im Herrenhaus Gorston Hall im englischen Longdale.

Der betagte Unternehmer Simeon Lee lässt kurz vor Weihnachten seine Familie zusammenkommen. Es versammeln sich der älteste Sohn George mit seiner verschwenderischen Angetrauten, der unterwürfige Alfred mit seiner Frau, der seiner Mutter nachtrauernde David mit Ehefrau Hilda sowie den bisher des Hauses verbannten Harry. Hinzu gesellen sich noch die allseits bisher unbekannte Enkelin des Hausherrn, deren Mutter inzwischen in Spanien verstorbenen ist und der Sohn eines Geschäftsfreunds von Simeon Lee. Einige Zeit, nachdem der Unternehmer verkündet hat, dass er sein Testament ändern werde, wird er in seinem Zimmer ermordet aufgefunden. Die Tür ist von innen verschlossen. Zwischen umgestürzten Möbeln findet die Enkelin ein Stück Gummi, das zu einem wichtigen Beweisstück wird.

Der Krimi spielt an wenigen Tagen in einem begrenzten Umfeld. Jeder der Anwesenden, einschließlich des alterssichtigen Butlers und eines zufällig anwesenden Polizeibeamten könnte einen Grund gehabt haben, dem despotischen Simeon Lee das Leben zu nehmen. Hercule Poirots wird nur deshalb hinzugerufen, weil er einem guten Freund einen Gefallen tun möchte. Die Titelfigur beobachtet, achtet auf Details und spricht mit den Anwesenden, so wie man es auch aus anderen Fällen von ihm kennt. Obwohl die Illustrationen nur jeweils einen statischen Moment wiedergeben können, spiegeln sich im Minenspiel und den dargestellten Gesten die Gefühle der Personen wider, so dass Wut, Entrüstung, Erstaunen und Erschrecken klar zu erkennen sind. Im Finale versammelt sich der erweiterte Kreis der Familie. Der belgische Privatdetektiv bringt seine Argumente überzeugend vor. Während es in der kriminellen Handlung bereits Wendungen gab, sorgt das Ende mit der Entlarvung des Täters für eine besondere Überraschung.

Als Leserin verfolgte ich die Missgunst der Familienmitglieder und sammelte die vorgebrachten Motive ebenso wie die Alibis für das Verbrechen. Auf diese Weise konnte ich miträtseln, wer die Tat verübt hat. Gerne empfehle ich diese umgearbeitete, gekürzte Fassung des Krimiklassikers an Lesende von Kriminalromanen weiter.

Samstag, 14. Januar 2017

[Rezension Hanna] Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Originaldrehbuch - J.K. Rowling

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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Originaldrehbuch
Autorin: J.K. Rowling
Übersetzerin: Anja Hansen-Schmidt 
Hardcover: 304 Seiten
Erschienen am 14. Januar 2017
Verlag: Carlen
Inhalt
Der Zauberer Newt Scamander reist in New York ein. Im Gepäck hat er einen magischen Koffer voller Tierwesen, um die er sich kümmert. Dieser wird ihm schon bei seinem ersten Gang durch die Stadt zum Verhängnis: Ein Niffler, der mit Vorliebe alles Glänzende in seine Bauchtausche stopft, bricht aus dem Koffer aus und geht ausgerechnet in einer Bank auf die Jagd. Beim Einfangen verwechselt Newt seinen Koffer mit dem eines No-Majs, und dann wird auch noch eine Mitarbeiterin des magischen Kongresses auf seine Verstöße gegen Zaubereiartikel aufmerksam. Unterdessen hinterlässt ein unbekanntes Wesen eine Spur der Verwüstung in der Stadt…

Meinung
Den Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ habe ich im Dezember im Kino gesehen. Über die Ankündigung, dass das Originaldrehbuch veröffentlicht wird, habe ich mich deshalb sehr gefreut. Ich finde es zwar schade, dass J.K. Rowling keinen Roman daraus gemacht hat. Dennoch hatte ich große Lust darauf, mit dem Buch noch einmal in die magische Welt einzutauchen. Die Aufmachung des Buches finde ich total gelungen. Es ist einfach ein echter Hingucker, und zwar sowohl außen als auch innen. Das Designstudio MinaLima hat hier ganze Arbeit geleistet und konnte mich bei der Lektüre mit seinen schönen, schwarz-weißen Illustrationen der Tierwesen begeistern.

Im Buch sind alle Dialoge des Films plus Regieanweisungen abgedruckt. So war ich schnell wieder mitten in der Geschichte und erlebte erneut Newts unterhaltsame Ankunft in New York. Ich fand es hilfreich, zuerst den Film gesehen zu haben. Zum Beispiel hatte ich die Miene des Zollbeamten, der einen Blick in Newts auf „muggelgerecht“ eingestellten Koffer wirft, noch gut in Erinnerung. Dadurch war die Szene beim Lesen noch viel unterhaltsamer. Aus den kurzen Regieanweisungen wird erst durch Mimik und Gestik der Schauspieler, den Kulissen und Animationen eine lebendige, fesselnde Geschichte. Hat man diese noch im Kopf, dann ist das Drehbuch eine tolle Erinnerungshilfe.

Besonders gut fand ich, dass mir durch die Regieanweisungen noch mal Kleinigkeiten aufgefallen sind, die ich im Film gar nicht bemerkt habe oder schon wieder vergessen hatte. Außerdem enthalten die Anweisungen immer wieder Charakterisierungen bestimmter Figuren, zum Beispiel „ein wichtigtuerischer Paragrafenreiter“, die mich zum Schmunzeln brachten. Fans entdecken so noch einmal neue Seiten am Film, die das zweite Anschauen noch interessanter machen.

Auch zur Handlung selbst möchte ich noch ein paar Worte verlieren: Ich fand New York als Schauplatz klasse, denn so erfährt man endlich mal etwas über die Welt der Zauberer auf der anderen Seite des großen Teichs. Das magische Amerika ist deutlich konservativer als England, und die anderen Regeln und Begrifflichkeiten fand ich interessant. Newts Geschichte wird durch die ausgebüxten Tierwesen schnell rasant und amüsant. Mit dem No-Maj Jacob und den Hexen Tina und Queenie hat die Autorin sympathische Nebencharaktere mit amüsanten Ecken und Kanten geschaffen.

Am meisten gefallen haben mir alle Szenen, die sich rund um die Tierwesen drehten. Hier kann der Film mit spektakulären Animationen punkten. Schade fand ich hingegen, dass den Liebesgeschichten nicht so viel Platz eingeräumt wird. Außerdem wurde die unterhaltsame, lockere Geschichte an einen bestimmten Punkt plötzlich sehr ernst und es werden Entscheidungen getroffen, die mich schockierten. Der krasse Wechsel kam für mich zu schnell. Nachdem ich mich darauf eingestellt hatte, konnte mich das erhöhtes Tempo und eine große Überraschung noch mal so richtig fesseln. Das Ende war bittersüß und lässt einiges offen, vermutlich bereits mit Blick auf die geplanten Fortsetzungen.

Fazit
Das Originaldrehbuch von „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist bestens dazu geeignet, nach dem Anschauen des Films noch einmal in dessen magische Welt abzutauchen. Mit den Bildern im Kopf konnte ich die Szenen nochmals durchleben und in den Regieanweisungen schmökern, die immer wieder interessante Details oder Interpretationen boten. Leser sollten allerdings ihre Erwartungen richtig stecken: Das ist kein neuer Roman, sondern ein Drehbuch mit Illustrationen. Ein Drehbuch, das bei allen Potterheads nicht im Regal fehlen sollte!

Mittwoch, 3. August 2016

[Rezension Hanna] Gläsernes Schwert - Victoria Avevard


Gläsernes Schwert. Die Farben des Blutes, Band 2
Autorin: Victoria Aveyard
Übersetzerin: Birgit Schmitz
Hardcover: 576 Seiten
Erschienen am 1. Juli 2016
Verlag: Carlsen

Die Reihe

Die Farben des Blutes

Band 1: Die rote Königin (Rezension)
Band 2: Gläsernes Schwert
Band 3: Goldener Käfig
Band 4: ? (engl. War Storm, erscheint vsl. 2018 in den USA)

Inhalt
Nach ihrer Flucht aus der Knochenarena wird Mare von König Maven gejagt, dem Mann, der ihr Vertrauen auf grausame Weise missbraucht hat. Begleitet wird sie von Cal, Farley, Kilorn und ihrem totgeglaubten Bruder Shade. Durch Mavens Verrat ist das alte Versteck der scharlachroten Garde unbrauchbar geworden, doch mit Müh und Not können die Verbündeten sich in einen anderen Stützpunkt der Rebellen retten. Der dort befehlende Oberst ist von Mare und Cal allerdings nicht besonders angetan und verweigert seine Unterstützung, Mare beim Auffinden der Neublüter zu helfen. Kann Mare trotzdem ihre Pläne verwirklichen?

Meinung
Das Buch ist von der ersten Seite an rasant und katapultiert den Leser mitten hinein in eine Verfolgungsjagd auf Leben und Tod. Da ich den ersten Teil vor einem guten Jahr gelesen habe, musste ich meine Kenntnisse noch einmal kurz auffrischen, wie es überhaupt zu dieser Jagd kam, doch im Nu war alles wieder da und ich stürzte mich voller Vorfreude in die Handlung. Die Action kommt wirklich nicht zu kurz und nach dem ersten großen Kampf war ich froh, kurz Luft zu holen und gemeinsam mit der Protagonistin die Lage zu sondieren.

Für Mare sieht es nach den jüngsten Ereignissen wirklich nicht gut aus. Mehrfach ist sie knapp dem Tod entronnen und darf sich nun gemeinsam mit Cal den Titel des Staatsfeindes Nr. 1 teilen, weshalb sie in Verborgenen agieren muss. Dennoch will sie unbedingt die anderen Neublüter, also Rote mit silbernen Fähigkeiten wie sie selbst, vor Maven retten. Bald formiert sich ein Team aus Verbündeten, das sich gemeinsam auf die Mission begibt. Die Zusammensetzung dieses Teams hat mir sehr gut gefallen. Den besonnenen Kilorn mag ich sehr, und Shade lockerte immer wieder die Atmosphäre auf. Auch Farleys sarkastische Art und Cals pragmatisches Vorgehen machten die Handlung interessant.

Mit Mare selbst erlebte ich in diesem Buch meine Hochs und Tiefs. Auf der einen Seite ist sie tough, lässt sich nicht unterkriegen und will ihre Pläne um jeden Preis umsetzen. Doch dann gibt es immer wieder Phasen, in denen sie sich selbst bemitleidet. Wieder und wieder betont sie, dass sie jetzt nicht mehr die Diebin aus den Stilts ist und auch nicht mehr die adelige Mareena, aber sie nie wieder wirklich frei sein kann, weil jeder sie als Blitzewerferin kennt. Dennoch hatte ich Respekt vor Mare, denn schließlich rappelt sie sich immer wieder auf und setzt auch unmöglich Erscheinendes um.

Die magische Welt der Reihe hat mir erneut sehr gut gefallen und es war interessant, weitere Neublüter mit bislang unbekannten Fähigkeiten kennenzulernen. Diese durften ihr Können auch gleich einsetzen, denn es wird heftig gekämpft in diesem Band. Immer wieder müssen sich Mare und ihre Freunde ihren Feinden entgegenstellen, dabei wird wenig geredet und viel verletzt und getötet. Als Actionliebhaberin kam ich hier voll auf meine Kosten. Trotzdem ich mir dazwischen etwas mehr positive Emotionen und Liebe gewünscht. So schläft Mare mehrfach neben einem Mann, betont dann aber, dass sie dabei viel zu müde für irgendetwas ist, und auch die Gefühle der beiden zueinander kommen nie explizit zur Sprache. Negative Gefühle wie Marens Wut auf Maven und ihre Trauer um die Gefallenen sind hingegen stets präsent, sodass die Atmosphäre insgesamt düster ist.

Die Reihe soll einmal vier Bände umfassen, und so hat die Autorin in diesem Band genug Zeit, sich einer großen Thematik zu widmen, ohne eine erneute 180-Grad-Wendung der Ereignisse vorzunehmen. Mir hat diese Phase von Mares Geschichte viel Spaß gemacht, auch wenn die Handlung hier und da noch etwas straffer hätte sein können. Zum Ende hin bietet die Autorin ein mitreißendes Finale, bei dem noch einmal alle Register gezogen werden und ich das Buch vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ein gemeiner Cliffhanger macht schließlich klar, dass Mares Kampf nun in eine neue Phase übergeht, auf deren Erzählung wir aber leider noch etwas warten müssen – in den USA ist Band 3 für 2017 angekündigt.

Fazit
„Gläsernes Schwert“ ist eine actiongeladene Fortsetzung, in der Mare für die Rettung der Neublüter und ein Erstarken der Rebellion kämpft. Dank unterhaltsamer Verbündeter, mit denen sie unterwegs ist, wird die düstere Atmosphäre immer wieder kurzzeitig aufgehellt und die Seiten verflogen im Nu. Ein bisschen weniger Selbstmitleid auf Mares Seite und eine etwas straffere Erzählung wären das i-Tüpfelchen gewesen. Insgesamt hat mir diese Fortsetzung viel Spaß gemacht und ich freue mich schon riesig auf den nächsten Teil der Reihe!


Dienstag, 21. Juni 2016

[Rezension Hanna] Opposition. Schattenblitz - Jennifer L. Armentrout


 

Opposition. Schattenblitz
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzerin: Anja Malich
Hardcover: 416 Seiten
Erschienen am 29. April 2016
Verlag: Carlsen
Die Reihe

Band 1: Obsidian. Schattendunkel (Rezension)
Band 2: Onyx. Schattenschimmer (Rezension)
Band 3: Opal. Schattenglanz (Rezension)
Band 4: Origin. Schattenfunke (Rezension)
Band 5: Opposition. Schattenblitz
Band 0: Oblivion. Lichtflüstern (ET: 22. Dezember 2016)

Inhalt
Katys Leben ist endgültig aus den Fugen geraten: Eine unüberschaubare Anzahl Lux ist mit feindlichen Absichten auf der Erde gelandet und Daemon hat sich ihnen angeschlossen. Gemeinsam mit Archer, Luc und Beth hält sie sich versteckt. Doch Beth ist schwanger, und ihr geht es zunehmend schlechter. Archer und Katy wagen sich für sie in die Öffentlichkeit, was sich schnell als schlechte Idee herausstellt. Sie werden gefangen genommen und erleben mit, wie die Lux Dutzende Menschen töten, um ihre Gestalt anzunehmen. Haben Daemon, Dee und Dawson sich tatsächlich unwiederbringlich der Seite der Invasoren angeschlossen? Und kann die Lux-Armee jetzt noch aufgehalten werden?

Meinung
Auf das Erscheinen des Finales der Lux-Reihe habe ich mich riesig gefreut. Nachdem mir „Origin“, der vierte Band der Reihe, bislang am besten gefallen hat, war ich gespannt, wie es nach der Lux-Invasion für Katy und Daemon weitergehen wird. Das Buch endete mit einem Bruch zwischen Katy und Daemon, der sich den Invasoren angeschlossen hat. Mir brannte die Frage unter den Nägeln, ob diese Trennung wohl endgültig ist, weshalb ich mich neugierig in die Geschichte stürzte.

Die Atmosphäre ist zu Beginn verständlicherweise hoffnungslos und keiner weiß so richtig, wie es nun weitergehen soll. Schon bald kommt aber wieder Tempo in die Handlung und der Leser wird Zeuge von erschreckenden Szenen, in denen die Lux viele Menschen töten. Dieses Buch ist insgesamt recht brutal, immerhin sind Aliens damit beschäftigt, die Welt an sich zu reißen. Die Handlung bleibt aber bei Katy, Daemon und ihren Erlebnissen, sodass man vom landes- und weltweiten Geschehen nur Bruchstücke mitbekommt.

Katy und Daemon treffen zum Glück schon bald wieder aufeinander. Es hat mir wieder großen Spaß gemacht, die Schlagabtäusche der beiden zu verfolgen. Dass die beiden im Angesicht des Weltuntergangs kaum mehr die Finger voneinander lassen können und Daemon bei Katys Anblick quasi nur noch an das Eine denkt, war auf Dauer allerdings auch ein bisschen anstrengend. Ein echtes Highlight waren hingegen die vielen sarkastischen Kommentare verschiedener Personen, die im Angesicht der Katastrophe mehr als genug Anlässe haben, ihren schwarzen Humor zu zeigen. Besonders tun sich hier auch die Origins Archer und Luc hervor. Sie gewinnen in diesem Buch noch mal an Bedeutung und ich hätte sie nicht missen wollen.

Die Handlung bietet sowohl actionreiche Kämpfe als auch Verschnaufpausen für die Charaktere, in denen sie über ihre nächsten Schritte nachdenken und das Geschehen beobachten. Es gab immer wieder überraschende Wendungen, welche die Karten neu mischten und ganz neue Wege und Möglichkeiten eröffnen. Schließlich steuert alles auf ein großes Finale hin. Aus diesem hätte die Autorin aber noch mehr machen können. Einige Einzelkämpfe, in denen sich die liebgewonnenen Charaktere beweisen müssen, werden ausführlich beschrieben, vom wirklich großen Kampf bekommt man dann aber wenig mit. Auch warum die Invasion überhaupt in dieser Art und zu diesem Zeitpunkt stattgefunden hat wurde mir zu spät und zu kurz erklärt. Der Epilog war dann aber wieder ganz nach meinem Geschmack und ist für mich ein total gelungenes Ende einer fantastischen Reihe, die zu lesen mir viel Spaß gemacht hat.

Fazit
„Opposition“ ist der fünfte und letzte Band der Lux-Reihe, in welcher nicht nur für Katy und Daemon, sondern für die ganze Welt alles auf dem Spiel steht. Ein hohes Tempo und immer neue, überraschende Wendungen haben mich unterhalten können. Aus dem Showdown hätte die Autorin aber mehr herausholen können. Deshalb fand ich das Finale etwas schwächer als den vierten Band, der mein Liebling bleiben wird. Für Jugendliche und junge Erwachsene, die Lust auf eine fantastische Liebesgeschichte haben, führt eigentlich kein Weg an dieser Reihe vorbei!

Samstag, 6. Februar 2016

[Rezension Hanna] Wie Schnee so weiß - Marissa Meyer


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Wie Schnee so weiß
Autorin: Marissa Meyer
Übersetzerin: Bettina Arlt
Hardcover: 848 Seiten
Erschienen am 29. Januar 2016
Verlag: Carlsen
Link zur Buchseite des Verlags

Die Reihe
Luna-Chroniken

Band 1: Wie Monde so silbern (Rezension)
Band 2: Wie Blut so rot (Rezension)
Band 3: Wie Sterne so golden (Rezension)
Band 4: Wie Schnee so weiß

Inhalt
Prinzessin Winter ist die Stieftochter von Levana, der bösen Königin von Luna. Sehr zum Missfallen von Levana wird Winter vom lunarischen Volk um ihre Schönheit beneidet. Daran ändern auch die Narben in ihrem Gesicht nichts, zu denen Levana sie zwang. Doch ihren Zauber einzusetzen kommt für Winter schon lange nicht mehr in Frage. Als Folge beginnt sie immer wieder zu halluzinieren – ein Zustand, aus dem ihr nur Jacin befreien kann, ein Wächter der Königin, den sie von klein auf kennt und liebt. Währenddessen schmiedet die totgeglaubte Prinzessin Selene gemeinsam mit ihren Freunden Pläne, um Levana zu stürzen. Als der Druck auf die Königin steigt, will sie Winter ermorden lassen. Kann Winter sich selbst und ihre große Liebe Jacin retten? Und werden Prinzessin Selenes Pläne erfolgreich sein?

Meinung
Wie lange habe ich auf dieses Buch hingefiebert! Endlich ist mit „Wie Schnee so weiß“ der vierte und letzte Band der Luna-Chroniken erschienen. Als ich im Dezember 2013 Cinder kennen lernte, hat mich die Reihe vom Fleck weg begeistern können. Mit jedem Band kamen neue, märchenhafte Charaktere dazu, die im Sturm mein Herz eroberten und die gemeinsam für eine bessere Zukunft kämpften. Nachdem es bereits im dritten Band ein kurzes Kennenlernen mit Winter gab, war ich nun gespannt, die Letzte im Bunde der Märchenfiguren kennenzulernen und gleichzeitig zu erfahren, wie es für die anderen Charaktere weitergeht.

Gleich zu Beginn des Buches lernt man die neue Protagonistin Winter ausführlicher kennen. Wieder einmal muss sie an Levanas Seite Prozesse verfolgen, deren Urteil nicht selten lautet, dass der Angeklagte sich selbst umbringen muss. Schnell verstand ich, in welch grauenhafter Welt Winter gefangen ist und wie wenige Freiräume sie selbst als Prinzessin hat. Als Levana dann Winters großer Liebe Jacin den Prozess macht, wird es gleich hochspannend: Wie wird das Urteil lauten? Winter gewann ich schnell lieb, denn auch wenn ihre ständigen Halluzinationen sie etwas eigen haben werden lassen und sie manchmal merkwürdiges Zeug plappert, beweist sie doch in entscheidenden Momenten ihren Mut und stellt sich selbst immer an zweite Stelle.

Bald erfährt man auch, wie es den anderen Charakteren ergangen ist. Alle aus den Vorgängerbänden bekannten Charaktere sind auch dieses Mal wieder dabei. Kein Wunder also, dass das Buch so dick geworden ist: Es ist aus über zehn verschiedenen Perspektiven geschrieben. Dabei gelingt es der Autorin bestens, dem Leser einen guten Überblick über die Ereignisse an den verschiedensten Schauplätzen zu geben. Auf dem Weg zu ihrem großen Ziel, Levana zu stürzen, werden die Freunde immer wieder getrennt und zusammengeführt, feiern kleine Erfolge und müssen mit Rückschlägen umgehen. Dabei konnte mich Marissa Meyer wieder einmal damit beeindrucken, wie mühelos sie die wichtigsten Elemente der adaptierten Märchen in das futuristische, dystopische Szenario integriert.

Die Geschichte entwickelte eine Sogwirkung, die mich durch die Seiten fliegen ließ. Kampf und Action wechseln sich mit ruhigeren Szenen ab, während Atmosphäre nicht an Anspannung verliert und die drängende Frage im Raum steht, wie es unter den schwierigen Bedingungen weitergehen soll. Auch wenn durch die Tatsache, dass es sich bei der Reihe noch immer um ein Märchen handelt, die grobe Richtung vorgegeben ist, bangte ich mit den Charakteren. Denn auf dem Weg zur Revolution geht die Autorin mit den Nebencharakteren nicht gerade zimperlich um. So mancher von ihnen sein Leben lassen, was aber nicht zu detailliert beschrieben wird. Im Vordergrund stehen vielmehr Mut und die Bereitschaft, für das zu kämpfen, was man liebt. Kurz vor dem Schluss wurde es mir ein bisschen zu künstlich dramatisch, doch das hat die Autorin mit einem richtig schönen Ende wieder gutmachen können. Eine absolute Lieblingsreihe!

Fazit
„Wie Schnee so weiß“ ist der gelungene Abschluss der Luna-Chroniken. Was mit einer Begegnung zwischen der Mechanikerin Cinder und Prinz Kai auf dem Marktplatz von Neu-Peking anfing, endet nun in einem spektakulären Finale, in dem gleich vier Märchenfiguren um ihr Happy End und gegen die böse Königin kämpfen. Diese Reihe sollte jeder Fantasy- und Märchenfan gelesen haben!

Dienstag, 5. Januar 2016

[Rezension Hanna] Origin. Schattenfunke - Jennifer L. Armentrout


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Origin. Schattenfunke
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzerin: Anja Malich
Hardcover mit 448 Seiten
Erschienen am 18. Dezember 2015
Verlag: Carlsen

Die Reihe

Band 1: Obsidian. Schattendunkel (Rezension)
Band 2: Onyx. Schattenschimmer (Rezension)
Band 3: Opal. Schattenglanz (Rezension)
Band 4: Origin. Schattenfunke
Band 5: Opposition. Schattenblitz (ET 29. April 2016


Inhalt
Nach ihrem Eindringen in Mount Weather konnten alle entkommen – alle, nur Katy nicht. Sie befindet sich in den Fängen von Daedalus und muss nun erleben, was Beth und Dawson bislang nur angedeutet haben, wenn sie über ihre Erfahrungen sprachen. Doch ist Daedalus wirklich so böse? Sergeant Dasher und Dr. Roth versuchen, Katy vom Gegenteil zu überzeugen. Doch wie viel von dem, was die beiden erzählen, ist wahr? Wird Katy ihnen glauben? Und was hat Daedalus mit ihr vor?
In der Zwischenzeit kann sich Daemon nicht damit abfinden, Katy zurückzulassen. In seiner Not schließt er ein gewagtes Bündnis und macht sich an die Umsetzung eines irrwitzigen Plans. Hat er eine Chance, Katy wiederzusehen?

Meinung
Nachdem „Opal“ mit dem bislang fiesesten Cliffhanger der Reihe endete, musste ich unbedingt wissen, wie es in „Origin“ weitergeht. Die drängendste Frage, was nach ihrer Gefangenname durch Daedalus mit Katy passiert, wird zum Glück gleich beantwortet. Eine Flucht scheint für Katy unmöglich, doch die ersten Tage sind gar nicht so grauenhaft wie befürchtet. Doch die Frage, wie lange das so bleibt, hing wie eine Gewitterwolke über den Ereignissen und ich wartete und bangte mit Katy auf den Moment hin, in dem es so richtig unangenehm werden würde.

Während dieser Ruhe vor dem Sturm wird Katy immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Daedalus richtige und wichtige Ziele verfolgt und gemeinsam mit ihr geriet ich ins Schwanken. Ist tatsächlich alles schlecht, was Daedalus tut? Sehr gut fand ich, dass Katy nicht nach wenigen Seiten einbricht und alles glaubt, was ihr erzählt wird. Vielmehr hinterfragt sie trotz ihrer schwierigen Situation alles kritisch und beweist Stärke und Mut. In „Opal“ habe ich noch ihre naive Art kritisiert. Von dieser ist nun nichts mehr zu merken und Katy hat mich mit ihrem Verhalten wieder überzeugen können.

In diesem vierten Band ist der Fokus auf Katy und Daemon noch stärker als in den Vorgängerbänden. Andere Charaktere spielen in diesem Buch nur untergeordnete Rollen. Ich hoffte mit Daemon, dass er Katy bald wiedersehen kann, koste es, was es wolle. Doch während es so aussieht, als hätte Daemon eine wenn auch geringe Chance, wird die Handlung mit jedem Kapitel düsterer. Dieser Band übertrifft seine Vorgänger noch einmal in den Schilderungen von gefährlichen Ereignissen und Kämpfen. Diese actionreiche Seite der Serie gefällt mir noch besser als zahlreiche Flirtszenen, bei denen die Handlung auf der Stelle tritt. Absolut romantisch wird es trotzdem, auch hier erreicht das Buch neue Höhen und setzt damit die Kirsche auf das Sahnehäubchen der Handlung.

Auch wenn ich von Dee entgegen meiner Hoffnungen wieder wenig lesen durfte, hat mir dieser Band noch einmal besser gefallen als seine Vorgänger. Das liegt vor allem am hohen Actionanteil, bei dem die Gefühle zwischen Katy und Daemon trotzdem nicht zu kurz kommen und für so manche emotionale Szene sorgen. Die Autorin hat ein für mich gelungenes Verhältnis gefunden. Zum Ende hin geht es noch einmal richtig zur Sache und Jennifer L. Armentrout wäre nicht sie, wenn die letzte Szene nicht wieder in einem gewaltigen Cliffhanger enden würde. Nun freue ich mich riesig auf den finalen Band der Serie, „Opposition“, der im April erscheinen wird.

Samstag, 6. Juni 2015

[Rezension Hanna] Die rote Königin - Victoria Aveyard



Inhalt
Mare lebt in einer Welt, die strikt nach Silbernen und Roten getrennt ist. Die Silbernen verfügen allesamt über besondere Fähigkeiten und haben die Roten, Menschen ganz ohne besondere Talente, zu Untertanen gemacht. Ihren Namen leiten sich von der Farbe ihres Blutes ab. Mare ist eine Rote und wird in wenigen Monaten eingezogen und an die Front des seit Jahrzehnten andauernden Krieges geschickt, so wie es allen Roten ohne feste Arbeit ab achtzehn Jahren ergeht. Doch dann passieren gleich mehrere unglaubliche Dinge. Unverhofft erhält sie Arbeit in der Sommerresidenz des Königs. Als sie dort in Gefahr gerät, zeigen sich bei ihr vor den Augen des ganzen Hofes besondere Fähigkeiten. Mare wird daraufhin als verschollene und von Roten aufgezogene Silberne ausgegeben, um eine Rebellion zu verhindern. Doch die scharlachrote Garde, deren Ziel die Freiheit für alle Roten ist, erstarkt zunehmend…

Meinung
Das Cover von „Die rote Königin“ finde ich absolut gelungen. Die Farben Rot und Silber gehen ineinander über, während im Hintergrund ein Mädchen, vermutlich Mare, zu erkennen ist. Das symbolisiert in meinen Augen sehr schön, dass Mare zugleich Rote und Silberne ist und zwischen den beiden Welten steht.

Bevor Mare sich diesem Dilemma jedoch gegenübersieht, lernt der Leser sie in den ersten Kapiteln als ganz normale Rote kennen, deren Leben sich nicht sonderlich von dem anderer Roter unterscheidet. Sie lebt in Armut, unterstützt ihre Familie durch Diebstähle und muss wie ihre Brüder bald zur Front, da sie keine Arbeit hat und bald achtzehn Jahre alt wird. Schnell fand ich mich in Mares Leben zurecht und wartete neugierig darauf, welche Ereignisse wohl den Buchtitel rechtfertigen und dazu führen, dass alles anders wird als gedacht.

Diese Ereignisse lassen auch nicht allzu lange auf sich warten. Zum einen plant Mare, gemeinsam mit ihrem Freund Kilorn und mithilfe des Untergrundes zu fliehen. Kurz darauf scheitert einer ihrer Diebstahlversuche, doch überraschenderweise zeigt sich das Opfer an ihr interessiert und verschafft ihr Arbeit. Bei beiden Ereignissen bewunderte ich vor allem Mares Kühnheit und fieberte mit ihr mit, welche Konsequenzen ihr Handeln haben wird.

Das Buch nimmt sich Zeit, den Leser mit Mares Welt vertraut zu machen. Gemeinsam mit ihr lernt man neue Orte kennen und erfährt schließlich auch mehr über die Welt der Silbernen. Mit der Enthüllung von Mares besonderen Fähigkeiten nimmt das Buch an Tempo auf. Mit einem Schlag findet sich Mare in einer Welt aus Lügen und Intrigen wieder, in der alle außer ihr das Spiel perfekt beherrschen. Hier lernt man die unterschiedlichsten Charaktere kennen, von herzlich über arrogant bis zu bösartig ist alles dabei. Doch der erste Eindruck kann täuschen! Gleichzeitig erstarkt auch der Widerstand, die scharlachrote Garde, und Mare muss entscheiden, wie sie dessen Aktivitäten gegenübersteht.

Mit jeder Seite konnte mich das Buch stärker fesseln. Mühelos gelingt es der Geschichte, gleichzeitig ein hohes Tempo anzuschlagen und den Leser soweit über Mares Welt aufzuklären, dass man die Zusammenhänge begreift. In welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, fand ich recht undurchschaubar, denn Mare weiß selbst nicht so recht, welche Pläne andere für sie gemacht haben. Daher gibt sie ihr bestmöglichstes, in der Welt der Silbernen zu überleben und gleichzeitig ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. Immer wieder kommt es zu Spannungshöhepunkten, in denen ihre Enthüllung, das Leben ihrer Freunde oder ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht. Das konnte nur noch durch das Finale getoppt werden, in welchem die Autorin die Spannung noch einmal steigern konnte und ich noch stärker als zuvor um das Schicksal der Charaktere, die mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen sind, bangen musste. Auf den letzten Seiten zeichnet sich ab, welche Richtung der zweite Teil einschlagen wird, auf den ich mich daher schon jetzt freue!

Fazit
In „Die rote Königin“ erwartet den Leser eine Welt, die strikt nach Roten und Silbernen getrennt ist. Doch Mare, eine Rote mit den Fähigkeiten einer Silbernen, sprengt dieses starre Konzept. Euch erwarten Lügen und Intrigen, Freundschaft und Loyalität, gefährliche und kühne Pläne und der Kampf um Freiheit. Der gut durchdachte Weltentwurf und eine tempo- und actionreiche Handlung konnten mich begeistern. Ein echtes Highlight in der Welt der High Fantasy!

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Titel: Die Farben des Blutes, Band 1: Die rote Königin
Autorin: Victoria Aveyard
Übersetzerin: Birgit Schmitz

Hardcover: 512 Seiten
Erscheinungsdatum: 28. Mai 2015
Verlag: Carlsen Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

Mittwoch, 13. Mai 2015

[Rezension Hanna] Opal. Schattenglanz - Jennifer L. Armentrout



Inhalt
Seit Dawsons überraschender Rückkehr und Wills Verschwinden leben Katy und Daemon in einem Zustand angespannter Erwartung. Für den Moment ist die Gefahr gebannt und sie können ihre Zweisamkeit genießen. Doch die Situation ist kompliziert. Sie wissen, dass jederzeit das VM auftauchen oder Will zurückkehren könnte. Außerdem ist Dawson ohne Beth nicht mehr der Alte, und er will sie um jeden Preis retten, koste es, was es wolle. Dee hingegen hat sich seit Adams Tod gänzlich von Katy zurückgezogen. Schließlich taucht jemand auf, mit dem Katy wirklich nicht gerechnet hätte, und schlägt einen unglaublichen Deal vor...

Meinung
Der zweite Band der Lux-Reihe endete mit der großen Überraschung, dass Dawson freigelassen wurde. Nun brannte ich natürlich darauf, ihn in „Opal“ näher kennenzulernen. Inwiefern stimmen die Geschichten, die Katy bislang über ihn gehört hat, mit dem Dawson überein, auf den sie trifft?

Gleich das erste Kapitel gibt hier Antworten, denn Dawson überrascht Katy kurz nach seiner Rückkehr in ihrem Schlafzimmer. Doch er will tatsächlich nur reden und präsentiert sich so ganz anders als erwartet. Die Trennung von Beth hat ihn schwermütig und abweisend gemacht. Kann sein impulsives Verhalten für die anderen Lux zur Gefahr werden? Durch Dawson wird frischer Wind in die Geschichte gebracht. Auch wenn er sich im Hintergrund hält, hat er doch massiven Einfluss auf die Pläne der anderen und war für mich deshalb eine interessante Person, die ich gerne näher kennenlernen wollte.

Fans von Katy und Daemon werden in diesem Band voll auf ihre Kosten kommen. Auch wenn die hitzigen Wortgefechte zwischen den beiden schon bekannt sind, macht es noch immer Spaß, die beiden zusammen zu erleben. Katy ist nun nicht mehr im Liebesdreieck gefangen und gefiel mir dadurch schon wieder viel besser. Zwischen ihr und Daemon knistert es ordentlich, hier hat die Autorin einen für ein amerikanisches Jugendbuch zufriedenstellenden Mittelweg zwischen Prüderie und Offenheit gefunden.

Bezüglich aller Luxangelegenheiten tritt die Handlung leider sehr lange auf der Stelle, es gibt weder nennenswerte Fortschritte noch Rückschläge. Einzelne überraschende und schockierende Momente sorgten dafür, dass die Spannung nicht gänzlich verloren ging, dennoch geschah mir über weite Strecken des Buches einfach zu wenig Neues. Zum Ende des Buches hin dann kommt endlich wieder Schwung in die festgefahrene Situation.

Während der Leser in diesem Band ganz viel Daemon bekommt, tritt Dee leider noch weniger in Erscheinung als im zweiten Band. Schade, denn ich habe sie zu Beginn der Buchreihe sehr liebgewonnen. Hoffentlich sieht man bald wieder mehr von ihr! Es gibt außerdem einige Wiedersehen mit schon bekannten Charakteren. Hier verhält sich Katy sehr naiv, wofür ich nur begrenzt Verständnis aufbringen konnte. Insgesamt konnte ich ihr Verhalten aber schon besser nachvollziehen als im Vorgängerband. Ich bin nun sehr gespannt, wie sie sich weiterentwickeln wird. Das Buch endet erneut mit einem fiesen Cliffhanger, der ahnen lässt, dass Katy noch einiges bevorsteht. Ob sie daran wachsen oder zerbrechen wird?

Fazit
In „Opal. Schattenglanz“ werden vor allem Fans von Katy und Daemon auf ihre Kosten kommen. Zwischen den beiden fliegen die Funken, während die gesamte Luxsituation eher festgefahren ist und alle in einen Zustand angespannter Erwartung versetzt. Katy hat mir deutlich besser gefallen als im zweiten Band, während die Spannung ein bisschen nachgelassen hat. Insgesamt hält das Buch daher das Niveau seiner Vorgänger von guten vier Sternen. Wer die ersten beiden Bände bereits kennt, der sollte unbedingt weiterlesen!

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Titel: Opal. Schattenglanz
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzerin: Anja Malich
Hardcover: 464 Seiten
Erscheinungsdatum: 24. April 2015
Verlag: Carlsen Verlag
Handlungszeit: Gegenwart
Handlungsort: Ketterman, West Virginia (USA)
Link zur Buchseite des Verlags

Montag, 24. November 2014

[Rezension Hanna] Onyx. Schattenschimmer - Jennifer L. Armentrout



Inhalt
Seit Katy von Daemon geheilt wurde, existiert zwischen den beiden ein Band, das Katy in den Wahnsinn treibt. Sie hat keine Lust auf eine Beziehung, die auf nur künstlichen Gefühlen beruht, denn ohne das Band hätte Daemon sicherlich noch immer nicht das geringste Interesse an ihr. Nach einer heftigen Erkrankung, für die sie sogar ins Krankenhaus musste, wartet bei ihrer Rückkehr eine Überraschung auf sie: Es gibt einen neuen Mitschüler, Blake, der offen zeigt, dass er Interesse an ihr hat. Er ist süß und normal, und damit vielleicht genau der Richtige für Katy. Daemon glaubt jedoch nicht daran und wettet stattdessen, dass sie ihm bis Neujahr ihre Liebe gestehen wird. Katy muss sich entscheiden: Daemon oder Blake?

Meinung
Das Buch beginnt mit dem mittlerweile bekannten und geliebten Schlagabtausch zwischen Daemon und Katy, sodass ich mich schnell wieder in der Geschichte zurechtfinden konnte. Von dem Band, das seit der Heilung zwischen den beiden existiert, ist Katy mehr als genervt. Dieses ist ganz offensichtlich die Ursache dafür, dass sie sich zunehmend zu Daemon hingezogen fühlt und es ihm nicht anders geht. Diesen künstlichen Gefühlen möchte sie einfach nicht nachgeben. Dieser nimmt es mit dem bekannten Sarkasmus hin und bleibt beharrlich. Die Szenen zwischen den beiden sind wieder herrlich unterhaltsam, doch Daemon tat mir bald tatsächlich ein bisschen Leid. Mal weist Katy ihn ab, um dann doch schwach zu werden und ihm Hoffnung zu machen, ihm dann aber gleich wieder zu sagen, dass dies nur ein Ausrutscher war.

Als neuen Charakter lernt man in diesem Band Blake kennen, der von Beginn an großes Interesse an Katy zeigt. Katy fühlt sich geschmeichelt und stimmt einem Date zu. Während sie sich einredet, dass diese normale Beziehung eine Chance hat, konnte mich Blakes Charakter nicht dazu bewegen, dass Team Daemon zu verlassen. Das Hin und Her zwischen Blake und Daemon nimmt den Großteil der ersten Buchhälfte ein, und trotz vieler Situationskomik zog es sich für mich ein wenig hin. Im Gegensatz dazu verbringt Katy sehr wenig Zeit mit Dee, deren heitere und treue Art ich vermisst habe.

In der zweiten Buchhälfte wurde es dann endlich wieder interessanter, denn ein große Geheimnisse werden aufgedeckt und alle Charaktere müssen sich mit den Konsequenzen auseinander setzen. Vor allem Katy muss herausfinden, was die Neuigkeiten für sie bedeuten und entscheiden, was sie eigentlich will. Viele Fragen werden gleichzeitig aufgeworfen und dann nach und nach beantwortet. Auch das Tempo wird zunehmend angezogen, denn bald befinden sich Katy und alle, die ihr lieb sind, in Gefahr. Es kommt zu hochspannenden Momenten, in denen nicht selten Leben auf dem Spiel stehen. Kaum glaubt man, dass das Schlimmste überstanden ist, da wartet auch schon die nächste unangenehme Überraschung. Auch wenn ich über Katys Verhalten weiterhin den Kopf schütteln musste, konnte ich das Buch aufgrund der hohen Spannung nur noch schwer beiseitelegen. Vor allem Daemon gefiel mir richtig gut und hat sich zu meiner absoluten Lieblingsfigur entwickelt. Der fiese Cliffhanger am Ende, in dem noch eine richtig große Bombe platzt, lässt mich ungeduldig auf den April 2015 zurück, in dem der dritte Teil erscheinen wird.

Fazit
„Onyx. Schattenschimmer“ startet ruhig und thematisiert vor allem das Liebesdreieck zwischen Katy, Daemon und Blake. Dieses zog sich ein wenig, konnte aber vor allem durch Daemons Sarkasmus unterhalten. In der zweiten Buchhälfte wird es wieder spannend und actionreich und den Leser erwarten zahlreiche Überraschungen. Wer „Obsidian“ mochte, der sollte unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, wie es mit Katy und den Lux weitergeht!

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Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Erscheinungsdatum: 21. November 2014
Verlag: Carlsen Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

Montag, 3. November 2014

[Rezension] Sally Gardner - Zerbrochener Mond


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Titel: Zerbrochener Mond
Autorin: Sally Gardner
Übersetzer: Ingo Herzke
Erscheinungsdatum: 01.08.2014
Verlag: Carlsen Verlag
rezensierte Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Handlungsort: (Fantasy)Zone 7 in England
Handlungszeit: 1956 (dystopisch)



Im Buch „Zerbrochener Mond“ schafft die englischen Autorin Sally Gardner eine erdachte Szenerie, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1956 spielt. Ein totalitäres System mit einer Präsidentin an der Spitze hat die Macht übernommen. Die erste Mondlandung steht unmittelbar bevor. Der 15-jährige Standish Treatwell lebt bei seinem Großvater in Zone 7 bei den Unreinen. Standishs Eltern sind eines Tages verschwunden. Er ist Legastheniker und wird von vielen als dumm angesehen. Außerdem fällt er schon rein äußerlich durch zwei verschiedenfarbige Augen auf. 

Als eines Tages die Familie Lush ins Nachbarhaus zieht, wird deren Sohn Hector sein bester Freund. Beide träumen von einem Flug zum Juniper und sie planen und basteln, um diesen Traum umzusetzen. In der Schule wird Standish von den Klassenkameraden gemobbt, von seinem Lehrer bekommt er für die kleinsten Vergehen eine Prügelstrafe. Einer der düsteren Ledermantelmänner der Regierung möchte mit ihm sprechen. Werden Sie ihn nun fortschicken auf eine weit entfernte Schule für unreine Kinder, vielleicht ohne Wiederkehr? Und dann reift in Standish ein unglaublicher Plan. Wird er die Welt von dem totalitären System befreien können?

Da die Autorin selbst Legasthenikerin ist und mit 14 erst schreiben gelernt hat, weiß sie genau, wie Standish sich fühlen muss, wenn er von den Menschen seiner Umwelt deswegen unterbewertet wird. Ihre eigenen Erfahrungen hat sie in dieser Figur umgesetzt. Vielleicht hat auch sie davon geträumt entgegen der Meinung der Leute einmal etwas ganz Erstaunliches vollbringen zu können. In diesem Buch gibt sie Standish die nötige Kreativität, die ein Held benötigt.

Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben und der Leser bleibt daher stets an der Seite des Protagonisten. Standish nimmt eher mit Erstaunen die ständig wachsende Furcht seines Großvaters wahr. Bewusst werden ihm Informationen über das Verschwinden der Personen in seinem Umfeld vorenthalten. Doch mit und mit baut er sich aus Andeutungen, Beobachtungen und schließlich Erfahrungen seine eigene Vorstellung zusammen, wo diese zu finden sind und hieraus erwächst sein großer Plan. 

Die Erzählung ist in schlichter Sprache geschrieben, jedoch mit einigen Personifikationen, so bezeichnet er beispielsweise seinen Großvater als Silberfuchs und die Regimetreuen als Blattläuse. Schade finde ich es, dass der „madige Mond“ wie der Originaltitel übersetzt heißt und wie es auch das Cover wiedergibt in der deutschen Ausgabe nicht beibehalten wurde. Auf den Innenseiten des Buchs gibt es auf fast jeder zweiten Seite eine Illustration, die sich zu einer Story entwickelt. Dabei beginnt alles mit einer Fliege, so wie die Erzählung mit Standish beginnt. Mehr möchte ich hierzu nicht verraten, denn es macht einen Teil des Besonderen an diesem Buch aus. Wegen der Beschreibung einiger gewaltsamer Szenen halte ich das Buch für jüngere Jugendliche nicht geeignet. Die politische Situation in seiner Einbindung zum Großen und Ganzen wird erst von älteren zu verstehen sein. 

Der Roman ist schockierend in seiner Auswirkung, gleichzeitig aber auch Hoffnung gebend. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung, auch für Erwachsene. Für die ungewöhnliche Darstellung des Themas, welche Auswirkungen ein anderer Ausgang des Zweiten Weltkrieg haben könnte, erhält das Buch von mir 4,5 Sterne, die auf 5 aufrunde.


Donnerstag, 2. Oktober 2014

[Rezension Hanna] Wie Sterne so golden - Marissa Meyer



Inhalt
Cress ist die beste Programmiererin von ganz Luna. Seit Jahren versteckt sie die lunarischen Raumschiffe vor den Radaren der Erde und installiert Spionagesysteme für Königin Levana. Doch sie ist eine Hülle, verfügt also nicht über die Macht der Lunarier, andere zu manipulieren. Deshalb wird sie seit sieben Jahren von der Thaumaturgin Sybil in einem Satelliten gefangen gehalten. In dieser Zeit hat sie beschlossen, die Erde so gut es geht vor Levana zu schützen. Sie hat dafür gesorgt, dass Cinder Kai vor der Bedrohung durch Luna warnt. Und natürlich weiß sie, wo sich das Raumschiff befindet, auf der Cinder und ihre Freunde sich gerade verstecken – sie selbst sorgt dafür, dass es unentdeckt bleibt. Als Cinder erneut Kontakt mit Cress aufnimmt, ist für diese die Chance gekommen, ihrem Satelliten endlich zu entkommen.

Meinung
Einen kleinen Vorgeschmack auf Cress gab es schon im ersten Teil der Luna-Chroniken, und seither habe ich mich sehr auf diesen Teil gefreut, in dem sie im Mittelpunkt der Geschichte steht. Nachdem mich Cinder und Scarlet schon begeistern konnten, ist mir auch Cress im Nu ans Herz gewachsen. Im Programmieren macht ihr niemand etwas vor, doch gleichzeitig wirkt sie scheu, gutgläubig und strahlt in vielen Situationen eine so kindliche Freude aus, dass ich sie am liebsten in den Arm nehmen wollte.

Sehr bald wird ihre Geschichte enger mit der von Cinder und ihren Freunden verknüpft, die gerade planen, wie sie Kais Hochzeit mit Levana verhindern können. Leider geht bald so einiges schief und die Charaktere finden sich in verschiedenen brenzligen Situationen wieder. Während Cress im Mittelpunkt steht, wechselt die Perspektive regelmäßig zu den anderen, bereits bekannten Charakteren. Daraus ergibt sich ein komplexes Handlungsgeflecht, dank dessen die Bücher der Reihe auch immer dicker werden. Hut ab für Marissa Meyer, die dabei einen kühlen Kopf bewahrt und dafür gesorgt hat, dass auch ich als Leserin mühelos den Überblick behalten konnte!

Auch Rapunzel, ähm Cress natürlich, bekommt natürlich einen „Prinzen“, denn wir befinden uns zwar in der Zukunft zwischen Cyborgs, Androiden und Lunariern, aber irgendwie ist es ja immer noch eine Adaptation von inzwischen drei Märchen. Cress‘ Erwählter ist allerdings doch ein bisschen anders, als sie sich ihn vorgestellt hat. Die beiden fand ich zusammen unglaublich süß – meine Güte, in dieser Reihe wimmelt es langsam vor Traumpaaren! – und auch wenn ihre Liebesgeschichte vielleicht ein klitzekleines bisschen weniger spektakulär ist als die von Scarlet und Wolf, hat sie mir gefallen.

Zum Ende des Buches hin machen sich die Charaktere an ihren bislang wohl gewagtesten Plan, und so stieg die Spannung kontinuierlich an. An verschiedenen Schauplätzen kommt es zu Szenen, die mich den Atem anhalten ließen. Wird alles gut gehen? Das ist doch absolut unmöglich! Schließlich gab es noch ein kurzes Kennenlernen mit der Protagonistin des vierten und damit letzten Bandes, und ich habe die starke Vermutung, dass man auch ihren Prinzen schon kennt. Auch wenn mich ihr erster Auftritt vor allem irritiert hat, freue ich mich nun riesig auf den Abschluss der Geschichte – wenn doch nur schon Herbst 2015 wäre!


Fazit
„Wie Sterne so golden“ konnte meine hohen Erwartungen absolut erfüllen. Die neue Protagonistin Cress ist mir gleich ans Herz gewachsen und ist mit ihrem Charakter und ihren Fähigkeiten eine tolle Ergänzung für das bisherige Team. Gefährliche Missionen warten auf die Charaktere, und so mancher muss bald ums Überleben kämpfen. Für tolle Charaktere und die spannungsgeladene und vielschichte Handlung kann ich nur 5 Sterne vergeben. Ich liebe diese Buchreihe!


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Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Erscheinungsdatum: September 2014
Verlag: Carlsen Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

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