Autorinnen: Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek
Erscheinungsdatum: 28.11.2025
Verlag: between Pages by Piper
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783377902733
Die beiden Autorinnen Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek
haben in ihrem historischen Kriminalroman „Der Blutmensch zu Köln“ ein
tatsächliches Verbrechen aus Holstein im Jahr 1866 aufgegriffen, es fiktiv
aufgearbeitet und es nach Köln in den August des Jahres 1847 verlegt. Dort
verbrennt ein Gutshof zu Schutt und Asche, zwischen denen die Leichen des
Bauern, der Bäuerin, von fünf Söhnen und einer Tochter sowie von zwei Knechten
und einer Magd gefunden werden. Sehr bald steht fest: die Opfer wurden erschlagen,
bevor das Feuer ausbrach, nur ein Sohn überlebt verletzt.
Das fünfzehnjähriges Dienstmädchen Ida gerät unter den
Verdacht, die Taten gemeinsam mit ihrem Liebsten begangen zu haben. Ihr Motiv
soll Rache gewesen sein, denn sie wurde am Tag des Verbrechens von ihrem
Dienstherrn entlassen. Die Redakteurin Mathilde von Tabouillot wird auf den
Fall aufmerksam und wittert darin eine Chance, sich mit einer
aufsehenerregenden Berichterstattung zu profilieren. Sie glaubt ebenso an die
Unschuld der Magd wie Sergeant Hans Baudewin, der Ida verhaften musste. Beide
wenden sich an die Kanzlei des erfahrenen Anwalts Dr. Venedey, der die
Verteidigung der Magd übernimmt und dabei von seinem Rechtsreferendar Bas Sello
unterstützt wird.
Der Kriminalfall ist gut konstruiert und überzeugend inszeniert.
Als Anwältinnen gelingt es Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek, juristische
Zusammenhänge und die damalige Rechtslage verständlich und anschaulich zu
vermitteln. Grundlage hierfür ist ihre sorgfältige Recherche, die sich
keineswegs auf rechtliche Aspekte beschränkt. Sie verstehen sich auch darin,
das Köln des Jahres 1847 aufleben zu lassen und dabei ein detailreiches Bild
der Stadt mit ihren historischen Gebäuden und ihrem damaligen Erscheinungsbild zu
zeichnen.
Für humorvolle Momente sorgen die Autorinnen immer wieder,
indem sie die rheinische Lebensart durch Dialoge im örtlichen Dialekt, dem
rheinischen Singsang, authentisch zum Ausdruck bringen. Für alle, die das
Kölnische Platt nicht beherrschen folgt immer eine geschickt in den Text
eingearbeitete Übersetzung.
Auch Namensgebung der handelnden Personen wurde passend zu Zeit
und Ort gewählt, selbst der französische Nachname der Redakteurin fügt sich
stimmig in den historischen und regionalen Kontext ein und basiert auf einem
wahren Hintergrund. Die Figur der Mathilde haben die beiden Autorinnen in
Anlehnung an eine bekannte Frauenrechtlerin mit gleichem Namen gestaltet.
Aufgrund der geschickten Konstruktion des fiktiven Falls mit der zentralen Frage, ob Idas Unschuld bewiesen werden kann und wenn nicht, ob sich der oder die wahren Täter finden lassen, wird die Spannung bis zum Schluss hochgehalten, Die Geschichte ist als Reihe angelegt und der nächste Fall „Der Bonbonmord zu Köln“ ist bereits erschienen.









