Freitag, 24. Januar 2020

Rezension: Eine fast perfekte Welt von Milena Agus



Rezension von Ingrid Eßer

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Titel: Eine fast perfekte Welt
Autorin: Milena Agus
Übersetzerin: Monika Köpfer
Erscheinungsdatum: 24.01.2020
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband (Leseexemplar)
ISBN: 9783423282116
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Der Roman „Eine fast perfekte Welt“ der Italienerin Milena Agus ist eine Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg. Ester, ihre Tochter Felicita und ihr Enkelsohn Gregorio sind die Figuren, die im Mittelpunkt der Geschichte stehen. „Eine fast perfekte Welt“ ist es, in der sie leben und nach ihrem jeweils eigenen Traum vom Glück suchen.

Raffaele, der Verlobte von Ester, kehrt nach seinem Einsatz bei der Marine im Krieg und seiner Gefangenschaft äußerlich stark verändert in sein Dorf auf Sizilien zurück. Doch Ester hält zu ihm und als seine Frau begleitet sie ihn nach Genua, später nach Mailand, weil er dort Arbeit findet. Ihre gemeinsame Tochter Felicita freut sich über den Beschluss, zurück nach Sizilien zu ziehen. Jahre später sucht sie sich eine Wohnung in Cagliari, um ihren Sohn ohne Einmischung vom Rest der Familie zu erziehen. Felicita liebt die multikulturelle Gesellschaft und die Nähe zum Meer. Gregorio hat musikalisches Talent und die enge Wohnung seiner Mutter bietet ihm wenig Möglichkeit zum Üben. Er erhofft sich sein Glück jenseits des Ozeans in New York.

Ester nimmt ihre Mutter als unglücklich wahr. Die Arbeit ist hart und eintönig und Ester äußert sich mehrfach gegenüber ihrem Verlobten, dass sie nicht weiß, aus welchem Grund man in dem kleinen Ort auf Sizilien leben sollte. Doch als sie in Genua lebt, erkennt sie, dass auch hier wieder etwas zu ihrem persönlichen Glück fehlt. Milena Agus zeigt in ihrem Roman, dass Zufriedenheit schwierig zu erreichen ist. Immer neue Erwartungen und Vorstellungen von einem noch perfekteren Ort finden wir dort, wo wir mit neuen Eindrücken konfrontiert werden. Im Hintergrund steht die Frage, woran wir unser Glück messen können und wie weit wir bereit sind zu gehen, um unsere Selbstverwirklichung umzusetzen.

Die Autorin nennt keine Jahreszahlen, doch die zeitliche Einordnung kann anhand des Alters der Charaktere erfolgen. Die Kapitel des Romans sind meist ziemlich kurz. Manchmal hätte ich mir gewünscht, mehr über einen einzelnen Charakter zu erfahren. Die Figuren sind interessant gestaltet, doch ich empfand es als eher unrealistisch, dass mehrfach kindliche Einzelgänger einen bei Gleichaltrigen angesehenen besten Freund haben, von dem sie in Schutz genommen werden, weil das leider relativ selten anzutreffen ist.

Der Grundton des Romans ist melancholisch, die Schicksale sind bewegend. Die Autorin verdeutlicht unterschiedliche Meinungen und zeigt, dass das Handeln einer Person, die von ihrem Tun überzeugt ist, von einer anderen als Fehler angesehen werden kann.

Milena Agus widmet sich der großen Frage unseres Lebens danach, wer wir sein wollen. Sie schafft es, mit einer schlichten Sprache starke Gefühle auszudrücken. „Eine fast perfekte Welt“ bringt zum Ausdruck, dass unser Glück so vielseitig sein kann, dass es sich für jeden auf eine andere Weise ausdrückt und daher auch auf unterschiedlichste Arten erreicht werden kann. Der Roman lässt Raum zum Hoffen und Träumen, ich empfehle ihn gerne weiter.

Mittwoch, 22. Januar 2020

Rezension: Tage des Lichts - Ulrike Renk


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Tage des Lichts
Autorin: Ulrike Renk
Broschiert: 576 Seiten
Erschienen am 21. Januar 2020
Verlag: Aufbau

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Voller Sorge wartet Ruth in England auf eine Nachricht, ob ihre Eltern und ihre Schwester aus Deutschland ausreisen durften. Ob das Kabel mit der Genehmigung aus England rechtzeitig angekommen ist? Unterdessen schuftet Ruth weiter auf dem Hof in Frinton-on-Sea, wo sie als Hilfe angestellt ist. Ihre herrschsüchtige Arbeitgeberin Olivia lässt sie kaum zur Ruhe kommen. Doch Ruth ist dringend auf die Anstellung angewiesen. Noch lieber würde sie weiteren Abstand zwischen sich und die Nazis bringen und mit ihrer Familie nach Amerika auswandern, doch aufgrund der begrenzten Aufnahmezahlen pro Jahr wird das noch einige Zeit dauern. Solange muss sie in England zurechtkommen.

Das zweite Buch der Reihe endete damit, dass Ruth Ausreisegenehmigungen für England an ihre Familie hat kabeln lassen. Damit beginnt für sie eine Phase der Ungewissheit, denn man kann sich nicht sicher sein, ob solche Nachrichten wirklich rechtzeitig in den richtigen Händen ankommen.

Das Buch spannt den Leser erst einmal auf die Folter und berichtet von Ruths Arbeiten auf dem Hof, während sie auf eine Nachricht wartet. Ihre Arbeitgeberin Olivia, die man schon im zweiten Band kennenlernen konnte, ist eine unglaublich anstrengende und nervige Person. Sie scheucht Ruth herum und lässt sie neben dem Nötigen auch allerlei zeitraubende und sinnlose Tätigkeiten ausführen, während sie ihr die freie Zeit verweigert, die ihr eigentlich zusteht. Erst nach über 100 Seiten erhält Ruth endlich eine Nachricht von ihrer Familie.

Das Buch zog sich für mich leider ziemlich in die Länge. Ruths Leben und Arbeiten auf dem Hof wird in aller Ausführlichkeit beschrieben und ihre Konflikte mit Olivia laufen immer ähnlich ab. Ruth putzt, kocht, kümmert sich um die Tiere, muss Fleisch verarbeiten und sich um die kleine Jill kümmern. Diese Beschreibungen nahmen für meinen Geschmack zu viel Raum ein. Währenddessen war ich neugierig, wie es für ihre Eltern und ihre Schwester weitergeht. Darüber erfährt man aber vergleichsweise wenig.

Der Schwerpunkt dieses Bandes liegt auf der Zeit kurz vor und nach dem Kriegseintritt Englands. Dies wird hier aus Perspektive der Menschen geschildert, die sich in England aufhalten, sodass man einen Eindruck von ihren Sorgen und ihrer Haltung zum Agieren der Nazis auf dem europäischen Festland erhielt. Zum Ende hin wurde das Buch noch mal interessanter, weil sich für Ruth neue Perspektiven auftun.

Insgesamt hat mich „Tage des Lichts“ über weite Strecken mit Beschreibungen des Hoflebens ziemlich gelangweilt. Ich hätte es besser gefunden, wenn der geplante Mittelband nicht in zwei Bände aufgeteilt und stattdessen straffer erzählt worden wäre. Einzig mein grundsätzliches Interesse an Ruths Schicksal, das auf einer wahren Geschichte beruht, hat mich weiterlesen lassen. Im August erscheint der vierte und letzte Band der Reihe, „Träume aus Samt“ den ich in der Hoffnung lesen werde, dass dieser in Sachen Tempo noch einmal ordentlich zulegt.

Sonntag, 12. Januar 2020

Rezension: Annika Rose und die Logik der Liebe - Tracey Garvis Graves


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Annika Rose und die Logik der Liebe
Autorin: Tracey Garvis Graves
Übersetzerin: Corinna Vierkant-Enßlin
Broschiert: 320 Seiten
Erschienen am 30. Dezember 2019
Verlag: Knaur HC

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Annika Rose hat sich in ihrem Leben als Bibliothekarin in Chicago gut eingerichtet. Doch dann begegnet sie eines Tages im Supermarkt Jonathan, den sie in New York wähnte. Die beiden haben sich seit 10 Jahren nicht gesehen, als ihre Beziehung aus Gründen, an die Annika nicht zurückdenken will, endete. An Annikas Versprechen, ihn bald anzurufen, glaubt Jonathan nicht so recht. Doch Annika hat in den letzten Jahren weiter an ihren Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen gearbeitet. Was ist damals zwischen den beiden vorgefallen? Können sie wieder zusammenfinden?

Titel und Cover des Buches versprechen eine schöne Liebesgeschichte und ich war neugierig, Annika und Jonathan kennenzulernen. Die beiden treffen sich nach langer Zeit im Supermarkt wieder, eine Situation, die Annika in der nächsten Sitzung mit ihrer Therapeutin analysiert. Schnell merkt man, dass sie Probleme damit hat, zwischenmenschliche Interaktionen richtig zu deuten und angemessen zu reagieren.

Danach springt das Buch zehn Jahre in die Vergangenheit. Annika ist Studentin an der University of Illinois, nachdem sie zu Schulzeiten lange zu Hause unterrichtet worden ist. Der Start an der Uni war schwierig für sie. Nur dank ihrer Mitbewohnerin Janice und der Entdeckung des Schachclubs hat sie durchgehalten. Als sie im Schachclub gegen den Neuzugang Jonathan spielen soll, stört sie das massiv in ihrer Routine, denn eigentlich spielt sie entweder mit Eric oder geht wieder nach Hause. Als Ich-Erzählerin macht Annika dem Leser begreiflich, was ihr an der Interaktion mit anderen so schwer fällt und warum sie sich auf bestimmte Weise verhält, durch die sie als sonderbar gilt. Ich fand diese Einblicke interessant und lernte Annikas Art zu Denken und zu Fühlen mit jedem Kapitel besser kennen.

Die Mehrheit der Kapitel ist aus Annikas Sicht erzählt, doch auch Jonathan kommt zu Wort und erzählt, wie es ihm nach der erneuten Begegnung mit Annika ergeht. Er ist nach wie vor fasziniert von ihr und erwartet nicht, dass sie sich für ihn verbiegt. Dennoch stellt er erfreut fest, dass sie weiter an sich gearbeitet hat, um soziale Situationen souveräner zu meistern. Gerne möchte er darüber reden, was damals vorgefallen ist, doch hier blockt Annika ab. Auch als Leser muss man sich gedulden, um Antworten zu erhalten.

Stattdessen erfährt man alles über das Kennenlernen und der gemeinsamen Zeit der beiden an der Uni und wie sie nun versuchen herauszufinden, in welchem Verhältnis zueinander sie 10 Jahre später stehen möchten. Die beiden harmonieren toll miteinander und es gibt viele schöne und romantische Szenen. Doch nicht jeder akzeptiert Annikas Andersartigkeit, weshalb das Buch immer wieder ernstere Töne anschlägt. Zum Ende hin werden die offenen Fragen beantwortet. Gleichzeitig wird das Buch sehr dramatisch und wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden, sodass ich die letzten 60 Seiten in einem Rutsch lesen musste.

Für mich ist „Annika Rose und die Logik der Liebe“ eine gelungene Liebesgeschichte fernab von Kitsch. Annika ist eine bezaubernde Protagonistin, die mir ihre Art zu Denken begreiflich machen konnte und deren Andersartigkeit ich zu schätzen lernte. Ich habe sie gern durch Höhen und Tiefen begleitet und mitgefiebert, ob es eine Zukunft für sie und Jonathan geben kann. Sehr gern empfehle ich das Buch weiter

Freitag, 10. Januar 2020

Rezension: Unter den hundertjährigen Linden von Valérie Perrin


Rezension von Ingrid Eßer

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Titel: Unter den hundertjährigen Linden
Autorin: Valérie Perrin
Übersetzerinnen aus dem Französischen: Katja Hald und Elsbeth Ranke
Erscheinungsdatum: 04.11.2019
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783426226933
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In ihrem zweiten Roman „Unter den hundertjährigen Linden“ lässt die Französin Valérie Perrin die fiktive Protagonistin Violette Toussaint von ihrem Leben erzählen. Im Vergleich zu ihrem Debüt ist auffällig, dass ebenfalls eine Frau mit Koffer auf dem Cover zu sehen ist, doch die beiden Geschichten sind gänzlich verschieden und so hat auch die Umschlaggestaltung eine andere Bedeutung und steht hier für den Neuanfang, den die Protagonistin nach einem Schicksalsschlag wagt.

Violette ist seit etwa 20 Jahren Friedhofswärterin in dem kleinen Ort Brancion-en-Chalon in der Region Bourgogne-France-Comté und liebt ihre Tätigkeit auf dem Friedhof, der beschattet wird von den an den Wegen stehenden hundertjährigen Linden. Ich hatte zu Beginn des Romans den Eindruck, dass sie mit ihrem Leben zufrieden ist. Doch bereits auf den ersten Seiten deutet Violette an, dass es eine Zeit in ihrem Leben gab, in der sie sehr unglücklich war, was bei mir die Frage nach dem Grund dafür aufwarf. Aufgewachsen ist sie bei Pflegefamilien und im Heim. Später hatte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann jahrelang eine Stelle als Schrankenwärterin in der Region Grand Est inne. Die Tätigkeit als Friedhofswärterin hat sie von ihrem verschwundenen Mann Philippe Toussaint übernommen. Durch die Erwähnung des Weggangs von Philippe wurde meine Neugier darauf geweckt zu erfahren, warum und wohin er gegangen ist und ob er überhaupt noch lebt.

Eines Tages erscheint ein Kommissar aus Marseille bei Violette. Aber Julien Seuls Anliegen ist es nicht, eine Straftat aufzuklären, sondern die Asche seiner Mutter im Grab ihres Geliebten, den Julien nicht kennt, beizusetzen. Im Tagebuch seiner Mutter erfährt er von ihrer Liebe.

Valérie Perrin versteht es auch in ihrem zweiten Roman leise Töne anzuschlagen und dabei Lebensgeschichten berührend zu erzählen. Violette, die in ihrer Kindheit die Liebe ihrer Eltern vermisst hat, bindet sich schon früh an Philippe. Um die Beziehung aufrecht zu erhalten ist sie bereit, seine Eigenheiten zu akzeptieren. Er scheut vor Arbeit zurück, lieber tourt er stunden- und tagelang mit seinem Motorrad. Für Violette ist es wichtig, ein Zuhause zu haben. Sie liebt Lesen und gute Musik. Nach einem Schicksalsschlag verändert sie sich. Statt ihre Wut zuzulassen, beginnt sie Fragen zu stellen und begibt sich auf neue Wege. Als Friedhofswärterin erscheint sie als Frau mit zwei Gesichtern. Nach außen hin ist sie ihrem Beruf verpflichtet diskret, distanziert und dunkel gekleidet, doch wenn sie im Haus allein ist, genießt sie helle Farben und das Licht. Sie beeindruckte mich als Leser mit ihrem Wissen über die Verstorbenen auf „ihrem“ Friedhof und vielen Bewohnern des Orts.

Nur zögerlich erzählt Valérie ihr Leben im Rückblick, denn sie hat die Vergangenheit ruhen lassen. Aber durch die Begegnung mit Julien wird ihr bewusst, dass sie immer noch verheiratet ist und zunehmend kommen die Erinnerungen zurück. Das Tagebuch von Juliens Mutter gibt den Anstoß zur Erzählung einer langen weiteren Geschichte, die die Autorin in den Roman einflechtet. Sie konnte mich aber nicht näher ergreifen, vielleicht weil sie mich immer wieder von den Geschehnissen rund um Valérie wegführte und es dadurch zu Längen kommt.

In ihrem Roman „Unter den hundertjährigen Linden“ schreibt Valérie Perrin über Liebe und Trauer, Verlust und Lebensfreude und zeigt auf, wie nah diese im Leben beieinanderliegen. Ihre Protagonistin Violette hat einige schwere Zeiten auf ihre eigene Art und Weise gemeistert und sich einen für sie passenden Rahmen gesucht in dem sie glücklich ist. Gerne empfehle ich das Buch an Leser weiter, die eine Hoffnung im Herzen auf schöne Zeiten mit sich tragen. 

Dienstag, 7. Januar 2020

Rezension: Der Store von Rob Hart


Rezension von Ingrid Eßer

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Titel: Der Store
Autor: Rob Hart
Übersetzer: Bernhard Kleinschmidt
Erscheinungsdatum: 02.09.2019
ISBN: 9783453272309
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Rob Hart nahm mich in seinem Roman „Der Store“ mit in eine nicht allzu weit entfernte Zukunft. Die Geschichte nimmt die drei Protagonisten Gibson, Paxton und Zinnia in den Mittelpunkt. Gibson Wells ist der reichste Mensch Amerikas, er hat vor einigen Jahren ein Unternehmen für elektronischen Einzelhandel und Cloud-Computing, „Cloud“ genannt, gegründet. Mittels Drohnenlieferung hat er das Verkehrsproblem gelöst hat und sich dadurch in eine entscheidende Vorrangstellung am Markt bringen können. Das Unternehmen ist zunehmend gewachsen. Die Niederlassungen, oft angesiedelt in verlassenen Städten, verfügen über eigenen Wohnraum für die Arbeitnehmer und über Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Das Jobangebot ist umfangreich, doch wer hier beschäftigt ist, muss sich an die vorgeschriebenen Regeln halten und wird einem ständigen Bewertungssystem unterworfen. Wer sich nicht konform verhält, wird gekündigt.

Paxton und Zinnia lernen sich bei einem Einstellungstest kennen. Sie haben sich aus ganz unterschiedlichen Gründen beworben. Ein Arbeitsplatz wird ihnen vom System aufgrund ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse zugeordnet, so dass Paxton bei der Security Beschäftigung findet und Zinnia als Packerin. Doch eigentlich ist Zinnia aus einem ganz anderen Grund hier. Sehr detailliert beschreibt der Autor das Bewerbungsverfahren, die Aufnahme der neuen Arbeitnehmer, die Unterbringung, die Arbeitsaufgaben und die kurze Freizeit. Bis auf wenige Ausnahmen ist jeder Tag ein Arbeitstag.

Gibsons Perspektive werden von Rob Hart als Blogeinträge dargestellt, so dass Gibson in der Ich-Form erzählt. Er findet, dass er Großes geleistet hat und ist sehr stolz darauf. Angeblich nimmt er Kritik sehr ernst, weiß aber auch jegliche Einwände von anderen gleich zu beschwichtigen. Erstaunt war ich über einige seiner Ansichten wie beispielsweise, dass die Sicherheit eines Arbeitsplatzes zur Nachlässigkeit der Arbeitnehmer führt. Steht sein Ruf auf dem Prüfstand, ist es für ihn meist nur eine Frage des Geldes, um politisch hoch zu greifen und sich im Anschein der wirtschaftlichen Entwicklung weitere Vorteile für sein Unternehmen zu sichern. Vor allem diese Kapitel des Buchs brachten mich zum Nachdenken und sicher haben die heutigen Globalplayer durchaus das Potential sich ähnlich wie „Cloud“ zu entwickeln.

Zinnia und Gibson verabreden sich in ihrer Freizeit und kommen sich langsam näher. Beide haben in der abgeschlossenen Umgebung des Unternehmens, das einen eigenen Kosmos bildet, ihre persönlichen Probleme, die auch bei einem so durchdachten System wie „Cloud“ es sein möchte, nicht verhinderte werden können. Durch ihre eigene Arbeit und im Gespräch mit Kollegen werden sie auf immer mehr Nachteile ihrer Zugehörigkeit zum Unternehmen „Cloud“ aufmerksam. Durch die unterschiedlichen Perspektiven der drei Protagonisten setzt Rob Hart bewusst die Sicht der Arbeitnehmer beispielhaft der des Arbeitgebers gegenüber.

Das Geheimnis von Zinnia und die Krankheit von Gibson bauen zu Beginn des Romans Spannung auf, die durch die Alltagsroutine leicht verloren geht, dann aber durch eine Entwicklung nochmal ansteigt. Eine unerwartete Wendung zum Ende hin konnte mich überraschen, doch der Schluss wirkt unentschlossen und lässt einiges offen. Lesenswert ist der Roman auf jeden Fall, vor allem, weil er sich damit auseinandersetzt und bewusst macht, welchen Preis wir bereit sind für einen Arbeitsplatz zu zahlen und welche Macht ein Unternehmen durch seine Vorrangstellung erhalten kann, daher empfehle ich das Buch gerne weiter.

Freitag, 3. Januar 2020

Rezension: Die Zeuginnen von Margaret Atwood


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Die Zeugninnen
Autorin: Margaret Atwood
Übersetzerin: Monika Baark
Hardcover: 576 Seiten
Erschienen am 10. September 2019
Verlag: Berlin Verlag

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Agnes ist in Gilead aufgewachsen und weiß, dass Tabitha nicht ihre leibliche Mutter ist. Was sie jedoch nicht weiß ist, was aus dieser geworden ist. Als Tochter eines Kommandanten besucht sie eine Schule der Tanten, wo sie Dinge lernt, die man als zukünftige Ehefrau beherrschen sollte. Dazu gehört sticken und beten, aber nicht lesen und schreiben. Daisy hingegen kann sich kaum vorstellen, ein solch beengendes Leben in einem totalitären Staat zu führen. Sie lebt in Kanada, wo ihre Eltern einen Secondhand-Shop betreiben. Doch durch ein dramatisches Ereignis ändert sich ihr Leben von einen Tag auf den anderen, und sie muss entscheiden, ob sie sich auf eine wichtige Mission begeben will. In Gilead zieht unterdessen Tante Lydia, eine der vier Gründerinnen der Tanten, die Fäden in einem komplexen und gefährlichen politischen Spiel.

Nachdem mich „Der Report der Magd“ erst vor kurzem begeistert hat, war „Die Zeuginnen“ für mich ein Must Read, da ich unbedingt mehr über Gilead erfahren wollte. Diesmal wechseln sich drei Perspektiven beim Erzählen ab: Eine Tante, eine Tochter auf dem Weg zur Ehefrau und ein Teenager aus Kanada, dem Land, in das immer wieder Frauen aus Gilead flüchten.

Während man beim Report der Magd zunächst nichts über Gilead wusste, nicht einmal den Namen des Staates, und diese Informationen nur stückweise erhielt, schafft diese Geschichte dem Leser einen einfacheren Zugang. Man erfährt früh die wichtigsten Dinge über die Personen und begleitet sie in ihrem Alltag. Wer den Vorgänger gelesen hat, kann mit diesen Informationen an Bekanntes anknüpfen, das Buch ist aber auch ohne Vorkenntnisse lesbar.

Ich fand es spannend, aus neuen Perspektiven auf die Vorgänge in Gilead zu schauen. Wie auch die Magd erzählt Tante Lydia einiges über die Anfänge des Staates und ihr Leben davor, was ich interessant fand. Agnes und Daisy hingegen können sich nicht an eine Welt ohne Gilead erinnern und nehmen viele Dinge als selbstverständlich hin. Während Tante Lydia und Agnes aus dem Altag von Gilead berichten, kommt im Handlungsstrang von Daisy bald Spannung auf und ich bangte mit, ob ihre Mission erfolgreich sein wird. Auch in den anderen Handlungssträngen wird die Situation zunehmend brenzlig, und schließlich läuft alles auf einen entscheidenen Moment hinaus.

„Die Zeuginnen“ liefert rund fünfunddreißig Jahre nach „Der Report der Magd“ viele Antworten auf Fragen, die man sich bei der Lektüre gestellt hat. Das Buch gibt Informationen sehr viel expliziter preis als sein Vorgänger und fühlte sich dadurch beim Lesen mainstreamiger an. Die drei Perspektiven beleuchten die Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln und die Handlung konnte mich zunehmend packen. Weil mir die Grundidee bekannt war hat mich dieser Band nicht ganz so mitreißen können wie sein Vorgänger. Dennoch finde ich die Fortsetzung sehr gelungen und spreche eine klare Leseempfehlung aus!

Dienstag, 31. Dezember 2019

Rezension: Licht über dem Wedding von Nicola Karlsson


Rezension von Ingrid Eßer

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Titel: Licht über dem Wedding
Autorin: Nicola Karlsson
Erscheinungsdatum: 01.03.2019
rezensierte Buchausgabe: signiertes Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband
ISBN: 9783492059411
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Nicola Karlsson hat mit „Licht über dem Wedding“ einen ausdrucksstarker Roman über die Bewohner des titelgebenden Stadtbezirks in Berlin geschrieben. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Hannah Hoch sowie Wolf Hermann und seine Tochter Agnes. Sie wohnen im selben Hochhaus, Wolf und Agnes im Erdgeschoss, Hannah mit einer Freundin im zehnten Stock.

Wolf ist ein Mittvierziger, hat sein Studium abgebrochen und sich als ungelernter Tischler mit allen möglichen Jobs über Wasser gehalten bis er immer mehr dem Alkohol verfallen ist. Agnes ist inzwischen 15 Jahre alt. Ihre Mutter hat die Familie vor zehn Jahren verlassen und sich nicht mehr gemeldet. Hannah ist Anfang 20, interessiert sich nicht mehr für ihr Studium, sondern bloggt über Mode. Meistens postet sie sich selbst in der ihr zugesandten Kleidung, die sie vor konträren Hintergründen inszeniert, um den besonderen Chic des Outfits herauszustellen. Erst nach und nach ergibt sich ein Gesamtbild, das die Drei in eine eigenwillige Verknüpfung bringt und sie in ihrer je eigenen Gedankenwelt zeigt, durch die ihre Handlungen geleitet sind.

Agnes wirkt so, wie in einer Welt zwischen Kind und Erwachsenem gefangen. Früh wird sie selbständig, sieht ihr Kinderzimmer als Rückzugsort, dessen Zutritt ihrem Vater stillschweigend verboten ist. Schon mit 13 Jahren hat sie einen festen Freund, der gemeinsam mit seinen Freunden, alle einiges älter als sie, ihre Peergroup bildet. Ich erlebte Agnes in ständiger Abwehrhandlung, immer zu schnellen Schlägen und Tritten bereit, wenn sie sich angegriffen fühlt, meist ausschließlich durch Worte. Sie ist auf der permanenten Suche nach Respekt, nach Freundschaft, nach Vertrauen und fragt sich letztlich, was ihr als Persönlichkeit fehlt, um als Tochter und Freundin mit Liebe angenommen zu werden.

Wolf fühlt sich als Versager. Der zunehmende Alkoholgenuss verursacht bei ihm gelegentliche Bewusstseinsaussetzer. Er weiß, dass er sich selbst damit schadet und sich aktiv Hilfe suchen muss. Seine von ihm gefühlte eigene Schwachheit führt ihn dazu, sich noch mehr dem Alkohol hinzuwenden, um seine Sorgen zu vergessen. Von Anfang an hoffte ich für ihn, dass er einen Weg finden wird, diese Abwärtsspirale zu durchbrechen.

Hannah hielt ich zunächst für durchaus clever, auch wegen der Art und Weise auf die sie Geld verdient. Doch schnell zeigte sich, dass sie ihr eigenen Sorgen hat. Schon als Kind hat sie bemerkt, dass kleine Lügen Bestrafungen verhindern können. Doch leider ist diese Angewohnheit nicht unbemerkt geblieben. Ihr Verhalten hat sie bisher nicht geändert und so begegnen ihren Aussagen nicht nur ihre Freunde, sondern auch ihre Familie mit einer gewissen Skepsis in Bezug auf deren Wahrheitsgehalt. Auch sich selbst gegenüber versucht sie eine Wirklichkeit zu schaffen, die zwar für eine augenblickliche Lösung sorgt, aber nicht für eine dauerhafte.

Alle drei Protagonisten suchen nach einem Anker, an dem sie sich festhalten können und der ihnen über die Wellen des Lebens hilft. „Licht über dem Wedding“ ist eine unangenehme Geschichte, die in einem Berliner Bezirk spielt, in dem Schwäche nicht sein darf. Sie ist eng verbunden mit Alkohol und Joints, mit unterschiedlichen Ansichten über Besitz, mit Machtspielen und Gewaltanwendung. Der Roman stimmt nachdenklich darüber, wie viel Vater, wie viel Mutter der Mensch braucht und ob eine Lücke im Elternsein ersatzweise zu füllen ist. Gerne empfehle ich den einfühlsam geschriebenen Roman, in den die Autorin auch eigene Erfahrungen hat einfließen lassen und der Raum für Hoffnung lässt, uneingeschränkt weiter.

Freitag, 27. Dezember 2019

Rezension: Irgendwann wird es gut von Joey Goebel


Rezension von Ingrid Eßer

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Titel: Irgendwann wird es gut
Autor: Joey Goebel
Übersetzer: Hans M. Herzog
Erscheinungsdatum: 27.02.2019
Verlag: Diogenes (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover Leinen mit Schutzumschlag
ISBN: 9783257070590
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Im Buch „Irgendwann wird es gut“ versammelt der US-Amerikanische Autor Joey Goebel zehn Kurzgeschichten. Alle Erzählungen spielen Mitte der 1990er in der Kleinstadt Moberly in Kentucky, durchaus vergleichbar mit vielen anderen Kleinstädten, nicht nur in den USA. Moberly liegt am Ohio River und dort sind an einigen Stellen fantastische Sonnenuntergänge zu beobachten. Dennoch sind viele Bewohner unzufrieden. Sie sind die Protagonisten in den Geschichten und sie sind alle auf ihre eigene Weise einsam.

Einige von ihnen sind einsam, weil sie niemanden haben mit dem sie sich austauschen können, andere haben sich bewusst zurückgezogen, weil sie glauben, Gründe zu haben, nicht mit anderen in Kontakt treten zu wollen. Wieder andere sind zweisam einsam, wobei sich ihre Einsamkeit im Kopf abspielt, weil sie ihre Sorgen und Probleme, ihr Vorstellungen und Wünsche nicht mit anderen teilen möchten. Es sind schmale Korridore auf denen sich die einzelnen Hauptfiguren bewegen und auf denen sie mit Gesten und Worten den Kontakt zur Welt um sie herum aufrechterhalten und teilweise auch versuchen, ihn auszubauen in dem Bemühen, es anderen gleichzutun. Nicht immer enden ihre Anstrengungen mit Erfolg, aber Joey Goebel hält immer eine Türe zur Hoffnung hin offen.

Die Geschichten spielen innerhalb eines Jahres und sind im zeitlichen Ablauf sortiert. Sie sind in sich abgeschlossen, aber in den folgenden Erzählungen treten einige Charaktere als Randfiguren wieder auf oder werden selbst zum Protagonisten. Eigentlich müsste man nach dem Lesen wieder von vorne beginnen, um alle Querverbindungen zu entdecken. Joey Goebel beschreibt Figuren, wie sie in jeder Stadt zu finden sind. Es stattet sie liebevoll mit besonderen Eigenschaften aus, nicht jede von ihnen ist unbedingt sympathisch zu nennen. Einige agieren argwöhnisch und reagieren empfindsam.

Der Autor erzählt mit großem Einfühlungsvermögen. Manche der Protagonisten sind Jugendliche, also in einem Alter in dem Joey Goebel selbst zu der Zeit war, in der seine Erzählungen spielen. Ihre Wünsche und ihre Träume von denen sie glauben, dass sie sie in Moberly nicht verwirklichen können, ihren Umgang mit Klassenkameraden, das Erwachen ihrer Interessen verbunden mit dem damaligen Zeitgeist stellt der Autor mit großer Empathie dar. Aber auch seine übrigen Figuren sind realistisch gestaltet. Als Leser konnte ich sie mir als Teil jeder Kleinstadt gut vorstellen. Ich mochte diese bewegenden, nachdenklich stimmenden Geschichten sehr und empfehle das Buch gerne weiter.

Montag, 23. Dezember 2019

Rezension: Sterbekammer - Romy Fölck



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Sterbekammer
Autorin: Romy Fölck
Hardcover: 430 Seiten
Erschienen am 30. September 2019
Verlag: Bastei Lübbe

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Die Polizistin Frida arbeitet seit kurzer Zeit bei der Mordkommission in Itzehoe, während ihr Kollege Bjarne Haverkorn sich noch von der Rauchvergiftung erholt, die er erlitten hat. Eines Nachts steht eine Nachbarin vor der Tür des Hofes, auf dem Frida mit ihren Eltern lebt, und bittet sie, nach Josef Hader zu sehen. Der Bewohner der nahegelegenen Deichmühle geht nicht an die Tür, während sein Hund frei herumläuft. Frida entdeckt den alten Mann tot am Fuß seiner Treppe, es scheint sich um einen tragischen Unfall zu handeln. Doch als Frida am nächsten Tag zur Mühle zurückkehrt, um die Katze zu füttern, entdeckt sie unter der Küche den Zugang zu einer geheimen Kammer. Alles deutet darauf hin, dass hier über längere Zeit eine Frau festgehalten wurde. Doch was ist mit ihr passiert?

Im Prolog des Buches wird der Leser Zeuge der Entführung einer Frau im Jahr 2010. Danach springt die Handlung in die Gegenwart, wo schon nach kurzer Zeit der tote Josef Hader und die leerstehende Kammer unter seiner Küche entdeckt wird. Die Spurensicherung wird schnell aktiv, während die Nachbarn des Verstorbenen nur wenig über ihn sagen können, da er die Leute gern von seinem Grund verscheucht hat. Frida muss sich im Team und vor allem gegenüber ihres neuen Chefs erst noch beweisen und stürzt sich in die Ermittlungen, während Bjarne Haverkorn fast genesen ist und die letzten freien Tage viel Zeit mit seiner Tochter Henni verbringt, die er erst seit kurzem kennt.

Bei den Ermitlungen hangelt sich das Team der Mordkommission von einem Indiz zum nächsten, denn insgesamt gibt es nur wenige Anhaltspunkte. Dazwischen erfährt man wie auch schon in den ersten beiden Bänden der Reihe viel über das Privatleben von Frida und Bjarne. Frida powert sich zusammen mit Jo beim Boxtraining aus und ihr Vater überlegt, ob er den Hof verkaufen muss. Bjarne hat seiner Frau unterdessen noch immer nichts von Henni erzählt. Neugierig las ich weiter, da ich unbedingt wissen wollte, was mit der Frau aus der Kammer geschehen ist. Mir hat dieser dritte Fall besser gefallen als seine Vorgänger. Der Spannungsbogen war gelungen und das Verhalten der Charaktere war für mich gut nachvollziehbar. Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung für alle Krimi-Fans!

Samstag, 21. Dezember 2019

Rezension: Der Report der Magd - Margaret Atwood


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Der Report der Magd
Autorin: Margaret Atwood
Übersetzerin: Helga Pfetsch
Taschenbuch: 416 Seiten
Erschienen am 3. April 2017
Verlag: Piper

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Seit ihrer Zeit bei den Tanten im Roten Zentrum zieht die Erzählerin, deren aktueller Name Desfred lautet, jeden Tag aufs neue ihre rote Kleidung an, die sie als Magd ausweist. Oft denkt sie an die Zeit zurück, in der sie einen Mann, ein Kind und einen Job hatte, bei dem sie Geld verdient hat. Davon ist nichts geblieben, seit eine neue Regierung an der Macht ist. Diese hat sie zur Magd gemacht und einem Kommandanten zugewiesen, in dessen Haushalt sie lebt. Verstößt sie gegen die Gesetze oder erfüllt ihre Pflicht nicht, dann drohen ihr ein Leben als Unfrau in den Kolonien oder gar eine Errettung am Galgen.

Mich konnte das Buch von der ersten Seite an packen. Die Erzählerin fesselte mich mit ihren Worten und löste in mir den Wunsch aus, mehr über ihr Schicksal zu erfahren. Zu Beginn gibt es viele offene Fragen, denn sie nimmt den Leser ohne große Vorrede mit in ihr Leben. Warum ist sie eine Magd, und was heißt das überhaupt? Was ist aus ihrer Familie geworden? Hat sie eine Wahl? Stück für Stück erfährt man mehr über die Hintergründe und das ganze Ausmaß des totalitären Systems, in welchem die Erzählerin gefangen ist, offenbart sich. Ich bangte und hoffte mit ihr auf eine Verbesserung ihrer Lage und wurde mit Situationen konfrontiert, die mich ins Nachdenken brachten, welche Entscheidung ich wohl getroffen hätte. 

Desfred ist keine Heldin, sondern ein Opfer des Systems wie viele andere, und ihre Geschichte konnte mich berühren und entsetzen. „Der Report der Magd“ ist eine absolut gelungene Dystopie, die ein Bild der Zukunft zeichnet, das niemals Realität werden darf und das gleichzeitig gar nicht so unmöglich erscheint. Ganz große Leseempfehlung!
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