Mittwoch, 26. September 2012

Rezension zu Stefanie Ross - Fatale Bilanz

Ein Bankmanager gerät ins Visier der Ermittlungen



 ~ Inhalt ~


Auf dem Hamburger Rödingsmarkt werden Schüsse auf den Bankmanager Joachim Kranz abgegeben. Auch zwei Polizisten sind zufällig vor Ort, können den Schützen aber nicht finden. Übernommen wird der Fall von Sven Klein, der im Wirtschaftsdezernat des Hamburger LKA arbeitet. Kurze Zeit später fällt ihm vor dem Haus des Managers eine Frau auf, die mit ihrer Hand imaginäre Schüsse abgibt. Sie stellt sich als ehemalige Mitarbeiterin Kranz‘ heraus, die allen Grund hat, ihren Ex-Chef zu hassen. Rasch von jeglichem Verdacht befreit, bietet sie ihre Mithilfe an. Auch die Arbeit ihres Mannes, der als Wirtschaftsprüfer auf der Suche nach Unregelmäßigkeiten in einer Reederei ist, führt bald zu der Bank, in der Kranz arbeitet. Bald laufen alle Fäden zusammen…

~ Meinung ~


Auf 340 Seiten hat Stefanie Ross einen temporeichen Krimi geschaffen, in dem ein Höhepunkt auf den nächsten folgt. Zu Beginn existieren zahlreiche Handlungsstränge, welche sich jedoch im Verlaufe des Romans zu einem verdichten, der es in sich hat: Immer stärker geraten die Ermittler selbst ins Visier der Kriminellen. Es kommt zu spannenden Szenen, zwischen denen nicht viel Zeit zum Verschnaufen bleibt!

Trotz des mittleren Buchumfangs tauchen in diesem Buch zahlreiche Charaktere auf, vor allem auf der Seite der Ermittler. Diese sind alle grundverschieden, und so kommt es auch zwischen den verschiedenen Charakteren, die an der Aufklärung des Falls beteiligt sind zu Reibereien, Missverständnissen und Geheimnissen. Dies führte oft zu amüsanten Szenen, welche die Handlung stark aufgelockert haben. Stellenweise hatte ich allerdings aufgrund der Masse der Charaktere meine Mühe, mir zu merken, welcher Charakter welchen Hintergrund hatte und in welchen Beziehungen alle zueinander stehen. Außerdem fand ich es wenig nachvollziehbar, dass in bedrohlichen Situationen einige Charaktere, die über keine offiziellen Befugnisse verfügen, mitgenommen wurden und ihre Handlungen damit in Richtung Selbstjustiz gingen. Die Seite der Verdächtigen und Kriminellen hingegen ist recht übersichtlich gestaltet und die Hierarchie der Personen konnte gut nachvollzogen werden.

~ Fazit ~


„Fatale Bilanz“ ist ein temporeicher und spannender Hamburg-Krimi. Das Thema Wirtschaftskriminalität wird verständlich erklärt, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, sodass die Spannung im Vordergrund steht. Zahlreiche Charaktere sorgen für Abwechslung und verursachen amüsante Reibereien. Insgesamt kann ich das Buch daher nicht nur an Hamburg-Fans weiterempfehlen, sondern auch an all die, die sich für einen Kriminalroman interessieren, der im Wirtschaftsmilieu spielt. 



~ Weitere Informationen zum Buch ~


Broschiert: 344 Seiten
Preis: 12,00 Euro
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2012
Verlag: Sutton Verlag


Dienstag, 25. September 2012

[Rezension Hanna] Cynthia Hand - Unearthly. Heiliges Feuer



  Inhalt


Der zweite Teil der Unearthly-Trilogie setzt kurz nach den Ereignissen des ersten Bandes ein. Claras muss feststellen, dass sie die erste Vision im Zusammenhang mit ihrer Aufgabe als Engel missinterpretiert und nicht vollständig erfüllt hat. Doch während sie sich noch fragt, ob das nun alles war, taucht eine neue Vision auf: In wenigen Monaten wird sie sich auf einem Friedhof befinden. Doch wer stirbt? Und was ist Claras Rolle in dieser Situation? Gemeinsam mit ihren Freunden versucht sie, mehr über das Engeldasein und ihre Aufgabe herauszufinden.

Meinung


Das Cover des zweiten Teils ist wie auch schon das erste ein echter Hingucker. Dieses nahezu schwarz-weiße Cover gefällt mir sogar noch besser, da sich so die Haare des Mädchens auf dem Cover (das vermutlich Clara darstellen soll) auffallend vom Hintergrund abheben. Warum der zweite Teil „Heiliges Feuer“ heißt, ist mir jedoch nach wie vor unklar, ich habe im Buch kein Feuer gefunden. Oder soll das ein Synonym für den im Buch so oft erwähnten „Himmlischen Glanz“ sein?!

Dank des recht nahtlosen Anschlusses an die Ereignisse in Teil 1 habe ich schnell wieder in die Geschichte hineingefunden und mich an die verschiedenen Charaktere erinnert, die jedoch nur ganz kurz vorgestellt werden – man sollte den ersten Band unbedingt vorher gelesen haben! Der Haupterzählstrang berichtet vor allem von Claras Versuchen, mehr über ihre Aufgabe und die neue Vision in Erfahrung zu bringen. Von ihrem Engelfreunden erhält sie dabei tatkräftige Unterstützung. Der Alltag mit Schulbesuchen und Freundschaften zu Nicht-Engeln tritt dabei deutlich in den Hintergrund, ihre Treffen mit Tucker bleiben das einzige Erzählenswerte außerhalb der Engelwelt.

Claras Vision zeigt, wie auch schon im Klappentext angekündigt, dass bald jemand sterben wird. Allmählich fokussiert sich die Geschichte auf diesen Aspekt, nach und nach offenbaren sich mehr Details über Claras neue Vision. Ich möchte euch vorwarnen: Es wird ziemlich traurig, damit hatte ich in einem Buch dieser Art nicht gerechnet.  Die Bedeutung und Umstände der Vision werden jedoch plausibel erklärt, was meine Enttäuschung über die dramatischen Züge des Buches etwas mildern konnte.

Die Romantik kommt in diesem Buch trotz allem nicht zu kurz. Erneut findet Clara sich in einem Liebesdreieck zwischen Tucker und Christian wieder. Amüsante Verweise auf Liebesdreiecke in Filmen (insbesondere Twilight) zeigen dabei, dass die Autorin sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Claras Zwiespalt war jedoch nachvollziehbar – oft denke ich in Situationen dieser Art „Entscheid dich jetzt einfach, liebe Protagonistin!“, bei Clara ist das jedoch gar nicht so einfach. Der Leser kann sich in diesem Buch auf romantische Szenen freuen, die manchmal auch ein kleines bisschen kitschig werden, mir aber gefallen haben.

Fazit


Insgesamt hat der zweite Teil der Unearthly-Trilogie stark an den ersten angeschlossen. Sympathische Charaktere, Claras Suche nach der Bedeutung ihrer Visionen und amüsante sowie romantische Szenen konnten mich überzeugen. Lediglich die Entwicklung des Buches ins Dramatische anstatt ins Spannende habe ich nicht erwartet und war deshalb ein wenig enttäuscht. Trotzdem: Wer Teil 1 gelesen hat und begeistert war, der sollte unbedingt mit diesem Band fortfahren!



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Taschenbuch: 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2012


Sonntag, 23. September 2012

[Rezension Hanna] Jussi Adler-Olsen - Verachtung


Serie: Carl Mørck, Sonderdezernat Q

Buch 1: Erbarmen
Buch 2: Schändung
Buch 3: Erlösung
Buch 4: Verachtung











Inhalt 


1985: Nete Rosen, Frau eines angesehenen Direktors, trifft auf einem Empfang auf den Gynäkologen Curt Wad. In aller Öffentlichkeit verkündet er, dass Nete einst die Besserungsanstalt in Sprongø
 besuchte und mit zahlreichen Männern Geschlechtsverkehr hatte. Da Nete dies nicht leugnet, trennt sich ihr Ehemann kurz darauf von ihr. Erneut auf sich allein gestellt, schwört sie Rache an allen, die für das Unglück, das ihr wiederfahren ist, verantwortlich sind.
2010: Carl Mørck stößt im Sonderdezernat Q auf den Fall der 1987 als vermisst gemeldeten Rita Nielsen. Ein Selbstmord, mit dessen Begründung die Akte damals geschlossen wurde, kann schnell ausgeschlossen werden. Bald müssen die Mitarbeiter des Sonderdezernats feststellen, dass in besagten Zeitraum auffällig viele Menschen verschwunden sind…

  Meinung


Ich habe bereits die ersten drei Bände der Serie gelesen und wurde auch von diesem Buch nicht enttäuscht. Erneut wechseln sich Kapitel über Vergangenheit und Zukunft ab, deren Zusammenhänge dem Leser allmählich klar werden. In der Vergangenheit wird dabei Netes Geschichte erzählt, die mich berührt und schockiert hat. Ihre Kindheit zeigt beispielhaft, welches Schicksal viele von der Gesellschaft ausgestoßene Frauen in der Mitte des letzten Jahrhunderts in Dänemark erwartete, ihr Racheplan ist waghalsig und nervenaufreibend. In der Gegenwart begegnet der Leser erneut Mørck, Assad und Rose, die nichts von ihrem eigentümlichen Charme eingebüßt haben und erneut mit ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden hervorstechen. Zum Ende der Geschichte hin wurde das Buch ein echter Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

  Fazit


Wie auch seine Vorgänger konnte mich der vierte Fall für Carl Mørck begeistern. Erneut verwebt Adler-Olsen Gegenwart und Vergangenheit zu einer spannenden Geschichte. Wer die ersten drei Bände gelesen hat, sollte unbedingt auch dieses Buch lesen!

  

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Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

Samstag, 22. September 2012

[Rezension Hanna] Stefan Nink - Donnerstags im Fetten Hecht


  Inhalt


Jeden Donnerstag treffen sich Siebeneisen, Wipperfürth und Schatten im fetten Hecht zu einer Runde Tipp-Kick. Doch diese Routine wird eines Tages durch eine sensationelle Nachricht von Schatten durchbrochen: Er hat geerbt! Und zwar gleich 50 Millionen! Die Sache hat nur einen Haken. Es gibt noch sieben weitere Erben, und nur wenn diese gefunden werden und ihr Erbe annehmen wollen, wird es ausgezahlt. Schatten sieht sich aufgrund seines Körpergewichtes jedoch nicht in der Lage, die in der ganzen Welt verstreuten Erben zu suchen. An seiner Stelle begibt sich daher Siebeneisen, der die Welt bisher vor allem aus sämtlichen National Geographic-Heften kennt, auf die Suche, die ihn zu skurillen und beeindruckenden Orten auf der ganzen Welt führt…

Meinung


Das Cover ist in einem knalligen Orange gehalten, das gut zu diesem humorvollen Buch passt. Der Titel deutet zwar nicht darauf hin, dass sich der größte Teil des Buches um Siebeneisens Weltreise dreht, spielt dafür aber auf das einzige Kontinuum im Buch an: Der Fette Hecht wird im Laufe der Zeit zur Kommandozentrale, von der aus Schatten und Wipperfürth die Erben suchen und Siebeneisens Reise organisieren.

Mit der Ankündigung von Schattens Erbschaft und Siebeneisens Zustimmung, sich auf die Reise zu begeben, ist dem Autor der Start in die Geschichte gut gelungen. Siebeneisens Reise ins australische Outback zu einem Boxzirkus ist bereits skurril, wird aber nach und nach von immer unglaublicheren Geschichten übertroffen, von denen ich an der Stelle nicht mehr verraten möchte. Nur so viel: Es lohnt sich! Ich habe viele neue Dinge über Länder und Völker auf der ganzen Welt erfahren und Orte, von denen ich schon einiges gehört habe, gemeinsam mit Siebenstein „live“ erlebt. Einzig das Thema „Geister“, welches auf einer Station von Siebeneisens Reise auftaucht und sich anschließend in Form einer ansonsten sehr sympathischen Reisebegleitung im Buch etabliert, hat mich etwas gestört, da die sonstigen Beschreibungen auf realen Tatsachen beruhten.

Fazit


„Donnerstags im Fetten Hecht“ ist ein Roman voller Humor, der mich gut unterhalten konnte. Gemeinsam mit Siebeneisen reist der Leser zu den verschiedensten Orten auf der ganzen Welt und erlebt so manches Abenteuer. Wer gerne humorvolle Romane liest, dem empfehle ich, sich von Siebeneisens Reiselust packen zu lassen!


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Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Limes Verlag
Link zur Buchseite des Verlags


Freitag, 21. September 2012

Rezension zu Julie Otsuka - Wovon wir träumten



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Titel: Wovon wir träumten
Autorin: Julie Otsuka
Verlag: mare Verlag
Erscheinungsdatum: 10.12.2012
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Verlag: mare Verlag

ISBN: 9783866481794
Preis: 18,00 Euro




"Wovon wir träumten“ von Julie Otsuka ist als Hardcover im mare Verlag erschienen. Das Cover zeigt im oberen Bereich eine japanische Kirschblüte die als ein allgemein bekanntes Symbol für die japanische Kultur steht. Um einen Ausschnitt aus der japanischen Geschichte geht es in diesem Roman. Die Autorin erzählt von japanischen Auswanderinnen, die Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA ausreisten. Dort warteten bereits die aufgrund von Fotos der Heiratsvermittler ausgewählten, japanischen Männer mit denen sie bereits verheiratet sind auf sie. Auf den Fotos sind gut gekleidete Männer zu sehen und entsprechend ist die Erwartung der Japanerinnen, deren Wissen über Amerika sehr gering ist, an ihre zukünftige Lebenssituation recht hoch. Doch für die meisten ist die Enttäuschung bei der Ankunft groß, da die Japaner Niedriglohnarbeit meist auf den Feldern verrichteten. So folgen sie ihren Männern und arbeiten als Erntehelfer, als  Hausmädchen und in Wäschereien. Einige von ihnen verkaufen auch ihren Körper. Doch die meisten schaffen es eine Familie zu gründen und sich eine heile Welt aufzubauen, bis der zweite Weltkrieg beginnt und Japan Kriegsgegner der USA wird.

Das Buch verwendet eine ganz eigene Sprache. Es ist in der Wir-Form geschrieben und bezieht sich dadurch immer auf die Menge aller japanischen Auswanderinnen zu der beschriebenen Zeit. Als Stilmittel benutzt Julie Otsuka durchgehend Aufzählungen. Zu jedem Thema sei es Reise, Ankunft oder dem Leben in Amerika führt die Autorin die Möglichkeiten auf die die unterschiedlichen Schicksale genommen haben mit nicht immer positivem Verlauf. Das ist das Tragische an der Geschichte. Doch mit jedem neuen Abschnitt gibt es auch wieder Beispiele die dem Leser eine gute Entwicklung aufzeigen, ohne dass die Autorin näher und durchgehende auf einzelne Personen eingeht.
Das Buch hat mir einen Ausschnitt aus der japanischen Geschichte erzählt von dem ich bisher nichts gehört hatte. Daher war es für mich sehr interessant und hat mir, auch aufgrund seines ungewöhnlichen Schreibstils, hervorragend gefallen.
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