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Samstag, 26. September 2026

Rezension: Weck den Weihnachtswichtel von Nico Sternbaum


Weck den Weihnachtswichtel
Autor & Illustrator: Nico Sternbaum
Hardcover: 48 Seiten
Erschienen am 23. September 2026
Verlag: Bassermann
Link zur Buchseite des Verlags

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Die Bücher von Nico Sternbaum kommen bei meinem Sohn zuverlässig gut an, weshalb „Weck den Weihnachtswichtel“ bei uns sofort einziehen musste. Zu Beginn des Buches lernen wir Nils, den kleinen Wichtel, kennen. Leider hat er verschlafen, weshalb er erst einmal geweckt werden muss. Anschließend können die kleinen Helfer pusten, schütteln, klatschen, tippen und viele weitere Aufgaben erfüllen, um Nils zu unterstützen.

In bekannter Manier sind die 48 Seiten so gestaltet, dass es auf einer Doppelseite eine Situation mit einer Aufgabe gibt und auf der nächsten Doppelseite sieht man das Ergebnis. Die Illustrationen sind farbenfroh und passend zum Cover und zum Thema überwiegen die Farben grün und rot. Die Vorher-Nachher Gesichtsausdrücke von Nils sind wirklich süß und die Szenen stimmen gelungen auf Weihnachten ein. Bei uns wurde das Buch genauso begeistert aufgenommen wie die vorherigen Bände. Ich empfehle es gerne weiter!

Samstag, 12. September 2026

Rezension: Mila und Mo - Wo ist Teddy? von Rosalind Beardshaw


Mila und Mo: Wo ist Teddy?
Autorin & Illustratorin: Rosalind Beardshaw
Übersetzerin: Maria Höck
Pappbilderbuch: 10 Seiten
Erschienen am 26. August 2026
Verlag: Penguin Junior
Link zur Buchseite des Verlags

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Mila und ihr kleiner Bruder Mo wollen im Wohnzimmer Picknick spielen. Doch dann bemerkt Mila, dass ihr Teddy fehlt – der muss beim Picknick aber dabei sein. Die beiden beginnen, überall zu suchen. Dabei finden sie viel anderes Spielzeug, dass Mo in den Rucksack stopft. Teddy bleibt jedoch verschwunden, und Mo versucht, Mila aufzuheitern. Schließlich bemerken sie, dass er schon die ganze Zeit im Rucksack und bei ihrer Suche dabei war. 

Die beiden Hundekinder sehen mit ihren großen Augen wirklich niedlich aus und laden dazu ein, sich mit ihnen auf die Suche zu begeben. Gleich auf der ersten Seite ist ein Drehrad, das den Inhalt der roten Tasche zeigt, in der Mo als erstes sucht. Ein Auto, ein Dino.. aber kein Teddy. Auf den nachfolgenden Seiten gibt es viele Klappen, hinter denen weiteres Spielzeug entdeckt werden kann. Nicht verstanden habe ich, wieso die sechs Spielzeug-Illustrationen, die beim Drehrad zu sehen sind, für die Klappe beim Spielzeughaufen noch mal verwendet wurden.

Nach dem ersten Lesen wusste mein Sohn, dass der Teddy die ganze Zeit im Rucksack steckt. Seitdem zeigt er überall wo er zu sehen ist auf den geschlossenen Rucksack, aus dem der Arm des Teddys herausschaut. Wieso der Teddy dann jedes Mal, wenn der Rucksack geöffnet wird, nicht zu sehen ist, kann ich leider nicht erklären. Das ausklappbare Herz auf der letzten Seite ist ein schönes abschließendes Highlight. Die Sprache ist sehr einfach gehalten und die Sätze kurz, sodass das Buch für meinen anderthalbjährigen Sohn bereits gut geeignet ist. Ein unterhaltsamer Suchspaß für kleine Entdecker:innen!

Dienstag, 14. Juli 2026

Rezension: Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Der Club der Unbeugsamen
Autorin: Kathryn Stockett
Übersetzerin: Cornelia Holfeder - von der Tann
Erscheinungsdatum: 27.05.2026
Verlag: btb (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783442763351
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In ihrem Roman „Der Club der Unbeugsamen“ nimmt die US-amerikanische Autorin Kathryn Stockett die Lesenden mit nach Oxford im Bundesstaat Mississippi. Die Handlung spielt von Juli bis Oktober 1933, einer Zeit mitten in der „Großen Depression“, der schweren Wirtschaftskrise in den USA, die mit dem Börsencrash 1929 begann und die gesamten 1930er Jahre mit weltweiten Auswirkungen prägte. Der amerikanische Originaltitel „The Calamity Club“ verweist auf die schwierige Lebenssituation der Frauen, die im Fokus der vorliegenden Geschichte stehen und daher einen Club gründen, um ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern. Sie gehen trotz zahlreicher Widerstände ihren Weg, was auch der deutsche Titel aufgreift.

Im Prolog kauft die 24 Jahre alte Birdina „Birdie“ Calhoun, eine der beiden aus der Ich-Perspektive erzählenden Protagonistinnen, in einer Drogerie eine große Menge Präservative und erwähnt dabei ausdrücklich, dass diese nicht für sie bestimmt sind. Dieser rätselhafte Einstieg machte mich neugierig auf den Hintergrund. Zwei Monate zuvor hat Birdie die elfjährige Margot „Meg“ Lefleur kennengelernt, die zweite Protagonistin des Romans. Meg lebt seit eineinhalb Jahren in einem Waisenhaus, nachdem ihre Mutter kurz vor Weihnachten verschwand. Als eines der ältesten Kinder wird sie von der Leiterin des Heims schikaniert.

Im ersten Teil des Buches zeichnet Kathryn Stockett ein eindringliches Bild der Lebensumstände ihrer beiden Hauptfiguren. Sie schildert die unwürdigen Bedingungen im Waisenhaus, in dem Meg aufgrund ihres Verhaltens sogar vom Schulunterricht ausgeschlossen wird. Birdie reist aus ihrem kleinen Heimatort nach Oxford, um dort ihre jüngere Schwester Frances zu besuchen und sie um finanzielle Unterstützung für die Mutter und die Großmutter zu bitten. Während Frances in eine gut betuchte Familie eingeheiratet hat, reicht Birdies Einkommen aus ihrer Tätigkeit im örtlichen Dorfladen kaum für den dreiköpfigen Haushallt, zumal sie für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt wird als ein männlicher Kollege.

Die Bewohner von Mississippi leiden nicht nur unter den Folgen der anhaltenden Wirtschaftskrise, sondern auch unter den gesellschaftlichen Zwängen ihrer Zeit. Verstöße gegen die Prohibition werden streng verfolgt und bestraft, ebenso wie die Einhaltung der Gesetze zur Rassentrennung und gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen. Kathryn Stockett macht eindrucksvoll deutlich, wie tief diese Vorschriften das Leben die Menschen prägen und die Gesellschaft spalten. In der Figur der Waisenhausleiterin findet sich eine zutiefst unsympathische Figur: Diese ist davon überzeugt, dass bestimmte Krankheiten sowie gewisse Denk- und Verhaltensweisen von Frauen unweigerlich zu einer Intelligenzminderung führen. Die Weitergabe dieser Eigenschaften versucht sie radikal zu unterbinden.

Die Autorin verdeutlicht, dass die wirtschaftliche Not sowohl die arme als auch die reiche Bevölkerung trifft, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Besonders alleinstehende, einkommensschwache Frauen verfügen nur über wenige Möglichkeiten, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen und dabei ihre Würde zu bewahren. Den täglichen Kampf für eine solche Unabhängigkeit wird im zweiten Teil des Buches geschildert. Nachdem Birdie die verzweifelte Charlie kennengelernt hat, lässt sie sich auf deren fragwürdigen Vorschlag ein, mit einem als Tanzclub getarnten Unternehmen in kurzer Zeit viel Geld zu verdienen.

Mit „Der Club der Unbeugsamen“ lässt Kathryn Stockett das Mississippi des Jahres 1933 lebendig werden. Einfühlsam versteht sie es, über den familiären Hintergrund ihrer facettenreich gestalteten Protagonistinnen Birdie und Meg sowie weiteren starken Frauenfiguren sowohl die gesellschaftlichen Missstände der Zeit als auch den unermüdlichen Kampf von Frauen gegen Konventionen und für ihre Ziele greifbar zu machen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter. 



Dienstag, 5. Mai 2026

Rezension: Heimatsommer von Petra Durst-Benning

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Heimatsommer
Autorin: Petra Durst-Benning
Erscheinungsdatum: 29.04.2026
Verlag: Blanvalet (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Softcover mit Klappen
ISBN: 9783764508920
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Acht Jahre nach dem letzten Band der Maierhofen-Reihe hat Petra Durst-Benning mit „Heimatliebe“ erneut einen Roman geschrieben, der in der Gegenwart spielt. Die Handlung ist in der etwa dreizehnhundert Einwohner umfassenden, fiktiven Kleinstadt Goldberg angesiedelt. Der Ort liegt im Baden-Württembergischen Remstal und ist von Weinbergen umgeben, die oft innerhalb der Familie über Generationen hinweg bewirtschaftet werden.

Die im Elsass geborene Agnes ist inzwischen 67 Jahre alt. Als junge Frau kam sie als Beiköchin ins Schwabenland, verliebte sich dort in einen angehenden Arzt und gründete mit ihm eine Familie. Noch immer kümmert sie sich um den Weinberg, den ihr Schwiegervater sehr geliebt hat. Ihr Sohn Jean-Claude lernte zunächst Winzer, entschied sich dann jedoch für den Beruf des Kochs. Er liebt seine Freiheit und zieht seitdem von einem Job zum nächsten um die Welt.

Bei einem seiner seltenen Heimatbesuche erfährt Jean-Claude, dass viele Winzer im Ort wegen der zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Lage aufgeben. Als die Stelle des Kellermeisters frei wird, setzen die Goldberger ihre Hoffnung darauf, dass Jean-Claude diese Aufgabe übernimmt. Aber ist er bereit, seine Ungebundenheit für den wenig lukrativ erscheinenden Job aufzugeben?

Petra Durst-Benning versteht es, die gut recherchierten Sorgen der Weinbranche glaubwürdig in die Handlung einzuflechten. Dabei erfährt man nicht nur von steigenden Kosten und Personalmangel, sondern erhält auch Kenntnisse über Weinanbau und -erzeugung. Besonders gelungen ist die Darstellung des Gemeinschaftsgefühls in Goldberg. Die Autorin bringt die Gefühle der handelnden Personen zum Ausdruck, die zwar zusammen nach Lösungen suchen, sich aber auch bewusst sind, dass ihr Anliegen scheitern kann. Einige erfolgversprechende, zeitgemäße Ideen werden in Goldberg umgesetzt, die sich durchaus auch auf andere Regionen übertragen lassen, um den heimischen Tourismus zu stärken. Es sind eine Vielzahl von Personen an den Events und Aktionen beteiligt, die jedoch aufgrund der guten Struktur der Handlung übersichtlich bleiben.

Die Geschichte spielt überwiegend in der Gegenwart, führt aber gelegentlich auch zu den Erinnerungen von Agnes in die 1980er Jahre zurück. Zu dieser Zeit lernt sie nicht nur ihren späteren Ehemann kennen, sondern auch ihre beste Freundin Helene. Deren Tochter Fleur ist bereits vor drei Jahren wieder nach Goldberg gezogen und versucht, vor den Einheimischen ein Geheimnis zu verbergen. Die Tochter von Agnes wiederum ist seit Kindertagen ihre Freundin und inzwischen Landrätin, wodurch man ebenfalls einiges von den Anforderungen dieses Berufs erfährt. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz und das nicht nur bei den jüngeren Figuren.

Mit „Heimatsommer“ ist Petra Durst-Benning ein warmherziger Roman gelungen, der trotz aller Sorgen und Herausforderungen ein Gefühl von Zuversicht vermittelt. Der respektvolle Umgang der Figuren miteinander und ihr gemeinsames Engagement für neue Ideen sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Gleichzeitig regt die Geschichte zum Nachdenken über die Probleme touristisch geprägter Regionen an. Ich fühlte mich bestens unterhalten und vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung.

Samstag, 25. April 2026

Rezension: Hilf den Tierkindern von Nico Sterbaum


Hilf den Tierkindern
Autor & Illustrator: Nico Sternberg
Pappbilderbuch: 22 Seiten
Erschienen am 18. Februar 2026
Verlag: Pengion Junior
Link zur Buchseite des Verlags

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 Das Mini-Mitmachbuch „Hilf den Tierkindern“ von Nico Sternbaum hat ein handliches 15x15 cm Format und lädt die Kleinsten zum Helfen ein. Fünf verschiedene Situationen laden dazu ein, einem oder mehreren Tierkindern zu helfen. Eine Doppelseite zeigt jeweils eine Problemsituation und es wird beschrieben, was zu tun ist. Auf der Folgeseite sind dann die glücklichen Tiere zu sehen, nachdem ihnen geholfen wurde. Man muss rufen, tippen und streicheln. Am Besten gefällt meinem 15 Monate alten Sohn das kleine Schaf, das Stroh am Kopf hat. Hier soll er mit dem eigenen Kopf wackeln, um dem Tierkind zu zeigen, wie es das Stroh wieder los wird. Ein großer Spaß!

Die Mimik der kleinen Tiere finde ich gelungen. Sie blicken zunächst traurig drein und freuen sich dann riesig, wenn das Problem gelöst wurde. Die Illustrationen enthalten wenige Details, sodass der Fokus ganz auf den Tieren liegt. Zu diesen hat mein Sohn gleich eine Verbindung aufgebaut, er freut sich immer wieder darauf, durch das Buch zu blättern und ihnen zu helfen. Sehr gerne empfehle ich das Buch an andere kleine Helfer weiter!


Donnerstag, 19. März 2026

Rezension: Qwert von Walter Moers


Qwert
Autor: Walter Moers
Hardcover: 592 Seiten
Erschienen am 5. November 2025
Verlag: Penguin
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Der Gallertprinz Qwert Zuiopü ist schon mehrfach in ein Dimensionsloch gefallen. Erfreulicherweise sieht die neue Dimension, in der er diesmal gelandet ist, auf den ersten Blick ziemlich harmlos aus. Zu seiner Verwunderung ist er allerdings plötzlich ein Ritter – und zwar nicht irgendeiner, sondern Prinz Kalbluth aus den Abenteuerbüchern, die er in Zamonien so gern gelesen hat. Die Jungfrau in Not, die er kurz darauf retten kann, stellt sich allerdings schnell als Janusmeduse heraus, die den ganzen Kontinent versteinern will. Schon bald stolpert Qwert von einer brenzligen Situation in die nächste. Ganz ohne zu essen und zu schlafen, dafür aber mit seinem tapferen Knappen Oyo Pagenherz und seinem geschickten Reitwürmchen Schneesturm.

Endlich wieder ein neues Buch aus der Feder von Walter Moers! Im vorherigen Roman „Die Insel der tausend Leuchttürme“ ging es zurück nach Zamonien, für meinen Geschmack hatte die Geschichten aber einige Längen. Diesmal befinden wir uns nicht direkt in Zamonien, sondern in einer anderen Dimension dieses Universums. Und Längen sucht man hier vergeblich. Prinz Kalbluth-Romane sind Schundromane aus Zamonien, und Qwert steckt als Protagonist wieder Willen nun mittendrin. Insgesamt erlebt er 43 kurzweilige Abenteuer, zwischen denen absolut keine Zeit zum Verschnaufen bleibt.

Mich konnte das Buch hervorragend unterhalten. Unwahrscheinliche Zufälle sind genauso an der Tagesordnung wie plötzliche Szenenwechsel, und das voller Absicht. Die Geschichte feiert die Fabulierkunst und die Freude an seichter Unterhaltungsliteratur auf gelungene Weise. Fans der Moers-Romane erwartet außerdem ein Wiedersehen mit weiteren, bereits bekannten Charakteren, die es ebenfalls in diese Dimension verschlagen hat. Beim Lesen merkt man, wie viel Freude der Autor selbst daran hatte, diese Geschichte zu Papier zu bringen. Qwert alias Prinz Kalbluth bleibt wirklich überhaupt nichts erspart und ich habe ihn gern durch seine verrückten Abenteuer begleitet, die in bekannter Moers-Manier illustriert sind. Ein Buch für alle, die nach einem fantastischen Roman suchen, der einfach nur Spaß macht!


Dienstag, 3. März 2026

Rezension: Hilf den Fahrzeugen von Nico Sternberg


Hilf den Fahrzeugen
Autor & Illustrator: Nico Sternberg
Pappbilderbuch: 22 Seiten
Erschienen am 18. Februar 2026
Verlag: Pengion Junior
Link zur Buchseite des Verlags

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 „Hilf den Fahrzeugen“ ist ein Mini-Mitmachbuch von Nico Sternbaum in handlichem 15x15 cm Format, das Kleinkinder ab 18 Monaten zum Helfen einlädt. Insgesamt muss fünf verschiedenen Fahrzeugen geholfen werden. Eine Doppelseite zeigt jeweils die Problemsituation und die Aufgabe. Auf der Folgeseite wird dann die Auflösung gezeigt. Man muss schütteln, pusten, tippen und rufen. Die Illustrationen sind einfach gehalten mit Fokus auf die Fahrzeuge, die in ansprechend kräftigen Farben daherkommen. Die Aufgabe ist jeweils besonders hervorgehoben. Auch am Mienenspiel der Fahrer:innen ist klar abzulesen, wann sie Hilfe benötigen und wann ihnen geholfen wurde.

Während mein 13 Monate alter Sohn mit vielen Büchern ab 2 Jahre bereits problemlos zurechtkommt, ist dies ein Buch, in das er noch hineinwachsen kann. Er schaut mir fasziniert zu, wenn ich den Fahrzeugen helfe und schüttelt fleißig beim Hubschrauber, macht aber noch nicht bei jeder Aufgabe mit. Ich habe mich bewusst für dieses Buch entschieden, um zum Beispiel pusten zu üben und freue mich schon darauf, wenn es bei ihm „Klick“ macht und er auch hier mithilft. Ich empfehle das Buch gerne an alle weiter, die Lust auf ein spaßiges Interaktionsbuch haben!


Freitag, 13. Februar 2026

Rezension: Trag das Feuer weiter von Leïla Slimani

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Trag das Feuer weiter
Autorin: Leïla Slimani
Übersetzerin aus dem marokkanischen Französisch: Amelie Thoma
Erscheinungsdatum: 14.01.2026
Verlag: Luchterhand (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783630876481

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Mit ihrem Roman „Trag das Feuer weiter“ beendet Leila Slimani ihre Familientrilogie, die auf wahren Begebenheiten aus dem Leben ihrer Familien beruht. Die Wurzeln der Autorin liegen sowohl in Frankreich wie auch in Marokko. Die überwiegende Handlung des dritten Bands spielt im Nordwesten Afrikas. Die ersten beiden Teile habe ich nicht gelesen. Dank einer kurzen Beschreibung der wichtigsten Figuren habe ich mich gut in die Erzählung eingefunden.

Anfang der 1970er Jahre heiratet die Gynäkologin Aisha, deren Mutter aus dem Elsass stammt, den Finanzökonomen Mehdi. Ihre Tochter Mia wird 1974 geboren. In kurzen Zwischensequenzen erzählt diese aus der Ich-Perspektive in der Gegenwart, in der sie als Schriftstellerin in Paris wohnt. Aufgrund einer Erkrankung empfiehlt ihr ein Arzt, sich auf die Spuren ihrer Vergangenheit zu begeben. Daraufhin reist sie nach Marokko zur noch existierenden Farm ihrer Großeltern Mathilde und Amine, auf der ein Verwalter sich um das Anwesen kümmert.

Die Geschichte von Mias Familie wird in auktorialer Erzählweise geschildert und setzt Mitte der 1970er Jahre ein. In dieser Zeit gelingt es Aisha, Beruf und Mutterschaft miteinander zu vereinbaren. Während ihrer Abwesenheit kümmert sich ein Hausmädchen um Haushalt und die Kinder. Mia lehnt ihre sechs Jahre jüngere Schwester Ines ab, die scheinbar von allen geliebt wird. Sie selbst begehrt gerne mal auf. Bücher eröffnen ihr den Blick auf die Welt. Sie sehnt sich nach Freiheit jenseits ihres privilegierten Elternhauses.

Leïla Slimani vermittelt dem Lesenden eindrucksvoll politische und kulturelle Einblicke in Marokko. Sie stellt die Gegensätze der Denkweisen und gesellschaftlichen Konventionen heraus, ohne diese zu werten. Über die Jahre hinweg wird sichtbar, wie sich das Land verändert und mit ihm auch Mias Familie.

Anfang der 1990er Jahre erleben Mehdi und Mia sowie ihr Großvater Amine einen Culture Clash auf ihre je eigene Weise. Amine ist verstört vom trubeligen New York, das er nur seines Sohns zuliebe besucht. Es wird deutlich, wie schwierig es für ihn ist, sich in dieser fremden Kultur zurechtzufinden, auch weil ihm die Sprachkenntnisse fehlen.

Mehdis berufliche Tätigkeit zwingt ihn dazu, Verhandlungen im Ausland zu führen. Für ihn wird es zum Problem, Marokko als ein Land mit großer Zukunft vorzustellen, um es für Investoren attraktiv zu machen. Derweil beginnt Mia ein Wirtschaftsstudium in Paris und droht am Fehlen der familiären Zuwendung zu scheitern.

In ihrem Roman „Trag das Feuer weiter“ zeigt Leïla Slimani die Suche nach Identität über mehrere Generationen, Religionen und Kontinente hinweg. Sie bindet bedeutende historische Ereignisse ein und verwebt sie mit den persönlichen Schicksalen der Protagonist*innen. Der Roman regt dazu an, über Familie, Herkunft und Selbstverwirklichung nachzudenken. Sehr gerne empfehle ich ihn weiter.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Rezension: Waschen? Kämmen? Aber klar! Fürs Foto wollen wir schickes Haar!


Waschen? Kämmen? Aber klar! Fürs Foto wollen wir schickes Haar!
Autorin: Katja Frixe
Illustratorin: Yvonen Sundag
Pappbilderbuch: 14 Seiten
Erschienen am 11. Februar 2026
Verlag: Penguin Junior
Link zur Buchseite des Verlags

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Der Hase hat Geburtstag und lädt seine Freunde ein, mit ihm zu feiern. Als Geschenk wünscht er sich ein Foto mit ihnen. Sie laufen aufgeregt nach Hause, wo ihnen Familienmitglieder erklären, dass sie sich für das Foto schick machen sollten. Und so wird gebadet, geföhnt und frisiert.

Waschen und kämmen ist für meinen Sohn aktuell eine spannende Angelegenheit. Immer wieder möchte er mit mir "Haare waschen" spielen und versucht, sich mit seiner Babybürste selbst die Haare zu kämmen. Dieses Buch greift das Thema auf unterhaltsame Weise auf. Meerschweinchen, Maus, Hamster und Eichhorn sind ganz schmutzig und struppig und werden zu Hause für die Hasenparty schick gemacht. 

Jede Buchseite hat auf der rechten Seite eine Klappe und zeigt die Vorher-Nachher Situation beim hübsch machen. Die liebevolle Illustrationen zeigen wuselige und ruhigere Familiensituationen. Jedes Tier wird von einem anderen Familienmitglied frisiert - Mama, Papa, Oma und Opa kommen alle zum Zug, was ich schön finde. Hinter der letzten Klappe, welche die Aufstellung zum Foto zeigt, verbirgt sich schließlich eine lustige Überraschung. Ein wirklich schönes Buch rund ums Thema Wäschen, Kämmen und Frisieren für die Kleinsten!



Donnerstag, 25. Dezember 2025

Rezension: Himmelerdenblau von Romy Hausmann

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Himmelerdenblau
Autorin: Romy Hausmann
Erscheinungsdatum: 27.08.2025
Verlag: Penguin
Buchformat: Klappenbroschur
ISBN: 9783328604280
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Das titelgebende Wort des Thrillers „Himmelerdenblau“ wurde von der mit sechszehn Jahren verschwundenen Julie als Kind erfunden und fungiert daher passend an einer Stelle als Safety Word. Die Podcast-erfahrene Autorin Romy Hausmann lässt im Buch in einem entsprechenden Medienformat das Paar Liv und Phil den zwanzig Jahre zurückliegenden Fall der noch immer vermissten Julie neu aufrollen. Die beiden suchen nach einem spektakulären neuen Puzzleteil, dass zu einer endgültige Aufklärung führen könnte.

Liv ist eine von mehreren Figuren, auf die sich der Fokus in ständig wechselnden Perspektiven richtet. Dazu gehört auch Daniel, der damalige Freund der Verschwundenen. Einen besonders breiten Raum nimmt Theo ein, der Vater von Julie. Seine Demenz stellt die Autorin eindrucksvoll und glaubwürdig dar. Sein Stolz beruht darauf, einst der Leiter der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Charité gewesen zu sein.

Romy Hausmann spielt mit den Lesenden, indem sie einige falsche Fährten auslegt. Kaum glaubt man, ein mögliches Szenario der damaligen Ereignisse erkannt zu haben, stellt es sich als Irrweg heraus. Gegen Ende wird eine der handlungstragenden Figuren tot aufgefunden, was nochmals zu einer überraschenden Wendung der Ereignisse führt. Erst auf den letzten Seiten überzeugt die Autorin mit einer Lösung, die man so nicht unbedingt erwartet hätte und die zugleich den Einsatz von Theo für seine Familie betont.

Der Thriller „Himmelerdenblau“ ist aufgrund zahlreicher unerwarteter Entwicklungen nicht nur durchgehend spannend, sondern durch Theos Schicksal auch berührend. Gerne empfehle ich das Buch an alle Lesenden des Genres weiter.

Sonntag, 2. November 2025

Jetzt schon? Schlummerzeit für kleine Tiere von Annette Moser und Sonja Schweiger


Jetzt schon? Schlummerzeit für kleine Tiere
Autorin: Annette Moser
Illustratorin: Sonja Schweiger
Pappbilderbuch: 16 Seiten
Erschienen am 29. Oktober 2025
Verlag: Penguin Junior
Link zur Buchseite des Verlags

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Max Meise, Ella Eichhörnchen, Samu Siebenschläger und Franzi Fuchs haben den ganzen Tag gespielt. Doch dann wird es Abend und damit Zeit, schlafen zu gehen. Einer nach dem anderen wird von einem Elternteil nach Hause gerufen – ins Nest, in den Kobel, in die Baumhöhle und ins Wurzelbett. Erst murren die vier – Jetzt schon? – doch dann sind sie bald eingeschlafen und freuen sich auf den nächsten Tag.

Dieses Pappbilderbuch beginnt mit einer hellen, heiteren Szene, in der die vier kleinen Freunde Verstecken spielen. Auf jeder Seite wird es dunkler, womit schön signalisiert wird, dass es nun an der Zeit ist, schlafen zu gehen. Nacheinander wird jedes Kind mal von Mama, mal von Papa nach Hause gerufen und kuschelt sich in sein Bett. 

Die vier Doppelseiten, auf denen die Tiere ins Bett gehen, sind vom Text her und optisch sehr ähnlich aufbereitet. Dadurch wird gelungen signalisiert: Jeder muss ins Bett, wenn es dunkel wird! Auf den letzten zwei Doppelseiten sieht man dann erst alle aus der Ferne und dann aus der Nähe schlummern. Der Text ist mal in Reimform und mal normal geschrieben, was mich etwas im Vorlese-Fluss stört. Mal liest man mit und dann wieder ohne Rhythmus. Die weichen Zeichnungen gefallen mir sehr gut und machen gemeinsam mit der Geschichte den Kleinsten Lust, das Buch immer wieder als Einschlafgeschichte auszuwählen.

Sonntag, 14. September 2025

Rezension: Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten von Anna Maschik

 


Rezension von Ingrid Eßer


Titel: Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
Autorin: Anna Maschik
Erscheinungsdatum: 10.09.2025
Verlag: Luchterhand (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783630878140

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In ihrem Roman ‚Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten‘ zeichnet Anna Maschik das vielschichtige Porträt einer Familie über mehrere Generationen. Die Erzählung entfaltet sich Schicht um Schicht, wie die Zitrone, die auf dem Cover abgebildet ist. Sie beginnt vor mehr als hundert Jahren mit der dreizehnjährigen Bäuerin Henrike, die nach dem frühen Tod der Mutter den Haushalt für ihren Vater und ihre Brüder führt. Sie leben in einem Dorf im Norden Deutschlands. Um den Hunger der Familie zu stillen, schlachtet sie unerlaubterweise ein Schaf, was anders als bei anderen Arten lautlos vonstatten. Mit dieser Handlung beginnt das Buch und gibt ihm den Titel.

Henrikes Urenkelin Alma tritt als Erzählerin der Geschichte auf. Sie fügt die überlieferten Episoden, die nicht immer chronologisch angeordnet sind, mosaikartig zusammen. Anna Maschik gestaltet ihren Roman abwechslungsreich: Sie verwendet zahlreiche Stilmittel wie beispielsweise Metaphern, Repetitionen und Personifikationen. Durch eingestreuten Realismus erscheinen einige Begebenheiten unrealistisch, aber Alma erzählt so, wie sie es gehört hat. Die Lesenden sind gefordert, das Geschehen nach ihren eigenen Vorstellungen zu deuten. Der lange Schlaf einer Figur lässt auf ihre Bedeutungslosigkeit in dieser Zeit schließen, das Verblassen der Farben wird zum Symbol für ein anhaltendes Gefühl von Trauer. Politische Veränderungen haben spürbare Auswirkungen auf das tägliche Leben der Familien.

Die unbenannten Kapitel sind kurz und bestehen mehrfach nur aus einer Auflistung, mit denen Alma sich Übersichten zu bestimmten Themen schafft und dabei Gegensätze verdeutlicht. Die Sätze sind auf das Wichtigste beschränkt, doch trotz der dadurch entstehenden Lücken erhält man einen guten Einblick in das entbehrungsreiche bäuerliche Leben. Nach der Heirat von Almas Großmutter mit dem Sohn eines Möbelhändlers sind die nun veränderten alltäglichen Herausforderungen ebenso nachvollziehbar geschildert. Über die Generationen hinweg bringt die Autorin zum Ausdruck, dass die Mütter und die Väter sich darüber uneins sind, ob ein weiblicher oder ein männlicher Nachwuchs es leichter im Leben haben wird. Die Frauen haben den Wunsch, ihre Erziehung anders zu gestalten als die eigene Mutter, doch Anna Maschik zeigt, dass sich dennoch gewisse Muster ungewollt ständig wiederholen. Die Ablösung von der vorherigen Generation erweist sich selbst bei räumlicher Distanz als schwierig.

Anna Maschiks Roman „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ ist eine kunstvoll geschichtete Erzählung, die über Jahrzehnte auf das Gefüge einer Familie blickt. Die Belastungen des Alltags, die Freuden und Sorgen, die Liebe und das Leid der Figuren werden spürbar, lassen aber Platz zur eigenen Interpretation. Sehr gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für dieses eindrucksvolle Buch.

Freitag, 27. Juni 2025

Rezension: Glück ist ganz nach meinem Geschmack von Claudia Schaumann


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Glück ist ganz nach meinem Geschmack
Autorin: Claudia Schaumann
Erscheinungsdatum: 19.06.2025
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch mit gestalteten Klappen
ISBN: 9783442495993
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Entsprechend des Romantitels „Glück ist ganz nach meinem Geschmack“ wünscht sich Sarah-Marie Lautenschläger, von ihren FreundInnen liebevoll Sam genannt, sich ein gerne mit ihrem Leben zufrieden sein. Doch in der Geschichte der Autorin Claudia Schaumann kämpft die Protagonisten jeden Tag mit den Herausforderungen ihres Alltags als Grundschullehrerin. Erschwert wird der ohnehin anstrengende Schuldienst durch einen jungen, ehrgeizigen und attraktiven neuen Rektor, der den Unterricht grundlegend verändern will. Sams Eltern haben kein Verständnis dafür, dass sie ihren Beruf aufgeben und stattdessen mit Backen ihren Lebensunterhalt verdienen möchte, denn schließlich ist sie zwar Single, trägt aber auch die Verantwortung für ihre sechsjährige Tochter.

Bei einem Klassentreffen, 25 Jahre nach ihrem Abitur, begegnet Sam ihrem früheren Schwarm Max wieder, der ihre Gefühle nun zu erwidern scheint. In Rückblenden ruft Sam sich die Zeit rund um ihren Schulabschluss ins Gedächtnis, die auch bei mir Erinnerungen weckte. Sams erste Verliebtheit und ihre Unsicherheit im Umgang mit Gleichaltrigen werden dabei sehr einfühlsam geschildert.

Sam ist 43 Jahre alt und befindet sich an einem Wendepunkt, der geprägt ist von Selbstzweifeln. Sie spürt, dass sie noch jung genug ist, etwas in ihrem Leben zu verändern, statt weiter einem Beruf nachzugehen, den sie nicht mit Überzeugung ausübt. Die Autorin schafft Figuren wie die von Sam, mit denen sich die Lesenden gut identifizieren können. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Ava und Charlotte sucht sie nach einer Lösung für ihr Problem, sich zwischen sicherer Verbeamtung und risikobehafteter, aber erfüllender Selbständigkeit zu entscheiden. In ihrem Privatleben lebt sie bisher ihre Unabhängigkeit von einer Beziehung aus. Dennoch kommt immer wieder zum Ausdruck, dass sie sich eine feste Partnerschaft wünscht, obwohl sie bisher häufig auf verschiedene Weise enttäuscht wurde. Claudia Schaumann führt den Lesenden über einige emotionale Höhen und Tiefen von Sam. In die Beschreibung des schulischen Alltags der Grundschullehrerin fließen eigene Erfahrungen der Autorin ein und verdeutlichen sowohl die Belastungen des Berufs als auch die erfüllenden Seiten.

Der Roman überzeugt mit unterhaltsamen Situationen und amüsanten Dialogen sowie authentischen Protagonisten, deren Handeln nachvollziehbar ist. Claudia Schaumann gelingt es zu zeigen, dass man die Lebensmitte einiges an Chancen bietet, sein Leben neu auszurichten. Das Ende ruft nach einer Fortsetzung mit Charlotte als Protagonistin. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung. 

 

Mittwoch, 25. Juni 2025

Rezension: Wild wuchern von Katharina Köller


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Wild wuchern
Autorin: Katharina Köller
Erscheinungsdatum: 26.02.2025
Verlag: Penguin (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783328603924
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Johanna und Marie sind die beiden Protagonistinnen im Roman „Wild wuchern“ von Katharina Köller. Ihre Mütter sind Zwillingsschwestern und ihre Lebenswege könnten kaum unterschiedlicher verlaufen. Marie entspricht dem Idealbild ihrer Mutter als braves, blondes Mädchen. Als sie erfährt, dass Johanna fortan in ihre Klasse gehen wird und sie sich um ihre Cousine kümmern soll, beginnt ein Konflikt, dessen Hintergründe lange im Verborgenen bleiben. Sie offenbaren sich mit der Zeit in Rückblicken. Mich fesselte die Geschichte dadurch, dass ich mehr über dieses Familiengeheimnis aus der Vergangenheit erfahren wollte. Der eigentliche Spannungsbogen entsteht jedoch in der Gegenwart, im Moment des Wiedersehens der beiden Frauen.

Am Anfang des Buchs begegnete ich Marie, die offenbar vor etwas flieht. Die Gründe dafür klären sich ebenfalls erst im Laufe der Erzählung, doch zunächst gibt die Autorin kleine Andeutungen. Marie hat sich als Designerin von Schuhen einen Namen gemacht, ist inzwischen aber seit langem arbeitslos. Mit ihrem in der Modebranche erfolgreichen Ehemann ist sie nach Wien zurückgekehrt. Jetzt aber klettert sie einen Berg in Tirol hinauf. Dort lebt Johanna seit ihrer Jugend als Einsiedlerin in einer Berghütte, die früher dem Großvater der beiden Frauen gehört hat. Jahrelang hatten die Cousinen keinen Kontakt, weil ihre Lebensentwürfe sehr verschieden sind.

Katharina Köller gelingt es eindrucksvoll, die beiden konträren Figuren aufeinandertreffen zu lassen. In Gesprächen und durch Handeln zeigt sich Maries Tatkraft und Entschlossenheit. Johanna hingegen, still und naturverbunden, hat im Einklang mit der Umgebung eine feine Sensibilität entwickelt, die nicht nur Tieren zugutekommt. Marie fällt es schwer, sich der wortkargen Johanna zu nähern und sich mit dem Geruch der Ziegen, der überall präsent ist, zu arrangieren. Gerade daraus wird deutlich, wie tief ihre seelische Erschütterung sein muss, um trotz aller Widerstände bei ihrer Cousine bleiben zu dürfen. Trotz des ernsten Hintergrunds verleiht die Autorin der Geschichte immer wieder Leichtigkeit durch amüsante Situationen und schafft dadurch ein Gleichgewicht, welches das Lesen bereichert und zugleicht bewegt.

Der Roman stimmt nachdenklich über die Art und Weise familiärer Prägungen und die Erwartungen, die uns von Kindesbeinen an begleiten. Katharina Köller wirft Fragen danach auf, wie es gelingen kann, dem „Wuchern“ in einem eng gesteckten Rahmen zu entkommen und wie man „wild“ wachsen und Selbstbewusstsein entwickeln kann, ohne dabei Schaden zu nehmen. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung.


Mittwoch, 2. April 2025

Rezension: Unter Grund von Annegret Leipold

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Unter Grund
Autorin: Annegret Liepol
Erscheinungsdatum: 26.02.2025
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband)
ISBN: 9783896677662
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Franziska Fuchsberger, genannt Franka, ist die Protagonistin im Roman „Unter Grund“ von Annegret Liepold. Die 27-jährige Referendarin an einer Volksschule lebt seit 2017 in einer Wohngemeinschaft mit Hannah, die als Journalistin über den NSU-Prozess in München berichtet. Als Franka mit ihrer Schulklasse eine der Sitzungen besucht, schweifen ihre Gedanken in die Vergangenheit ab, zu einer Zeit, in der sie sich mit Freunden aus der rechten Szene umgab. Von diesem Kapitel ihres Lebens weiß aktuell aber niemand in ihrem Umfeld. Spontan beschließt sie, in ihr Heimatdorf in der Nähe von Erlangen zu fahren. Ihre Mutter und ihre Tante leben dort immer noch, aber ihre Großmutter, von allen als „Fuchsin“ bezeichnet, ist vor einigen Jahren verstorben. Über deren Leben liegt ein Geheimnis, das erst im Verlauf der Geschichte enthüllt wird.

Als Franka elf Jahre alt war, ist ihr Vater gestorben. Mit ihm ist sie viel durch die Natur gestreift und hat ihm dabei geholfen, den familieneigenen Weiher abzufischen. Sie hat gute Schulnoten, auf die ihr Vater sicher stolz wäre, aber keine bemerkenswerten Freundschaften. Die Beziehung zu ihrer Mutter ist kompliziert und viele Dinge zwischen ihnen bleiben unausgesprochen. Als sie Leon kennenlernt, der eines Tages ins Dorf zieht, erfährt sie zum echte Aufmerksamkeit. Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland gerät ihre Beziehung in eine Krise. Sie findet Anschluss bei Janna und Patrick. Die beiden sind der Ansicht, dass man eine Meinung nicht nur in der Öffentlichkeit äußern, sondern auch aktionsmäßig durchsetzen sollte. Zum ersten Mal fühlt Franka sich einer Gruppe zugehörig.

Bis zu ihrem Besuch des Prozesses hat sie über ihre Vergangenheit geschwiegen. Innerlich hat sie sich von den früheren Geschehnissen zwar distanziert, aber nicht im Einzelnen damit auseinandergesetzt. Nun aber drängen die Erinnerungen an die Oberfläche und fordern sie heraus, sich den Begebenheiten von damals zu stellen, denn sie will ihr jetziges Leben nicht erneut hinter sich lassen. Es ist nicht immer leicht, den zeitlichen Sprüngen zwischen den Abschnitten zu folgen. Ich hätte mir eine weitere Darstellung dazu gewünscht, ob das Familiengeheimnis einen Bezug zur Entwicklung der extremen Einstellungen von Franka als Jugendliche hat. Im Anhang finden sich ein Glossar und Verweise zu den im Text verwendeten Begrifflichkeiten des rechten Gedankenguts, die zur Verdeutlichung unumgänglich sind.

Annegret Liepolds zeigt mit ihrem Roman „Unter Grund“ ein Beispiel dafür, welche Mechanismen eine Radikalisierung in kurzer Zeit begünstigen können. Sie greift damit ein hochaktuelles und wichtiges Thema auf. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung. 

Donnerstag, 20. März 2025

Bilderbuch-Rezension: Ein Stachelschwein will kuschelig sein von Christine Kugler und Yvonne Sundag

 


Ein Stachelschwein will kuschelig sein
Autorin: Christine Kugler
Illustratorin: Yvonne Sundag
Pappbilderbuch: 14 Seiten
Erschienen am 12. März 2025
Verlag: Penguin Junior
Link zur Buchseite des Verlags

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Das Stachelschwein Lou hat ein Problem: Sie fühlt sich abends allein und wünscht sich ein weiches Fell, damit jemand mit ihr kuschelt. Auf der Suche nach Hilfe schaut sie beim Fuchs, bei der Maus und beim Flamingo vorbei. Sie haben Ideen für Lou, doch die funktionieren nicht. Erst der Igel weiß Rat, sodass am Ende alle zusammengekuschelt einschlafen können.

Zu Beginn der Geschichte ist die Verzweiflung gut auf dem Gesicht des kleinen Stachelschweins zu sehen und man wünscht sich wirklich inständig, dass eine Lösung gefunden werden kann. Lous Erlebnisse sind in Reimform verfasst, wodurch man automatisch melodisch vorliest und die Geschichte lebendig werden lässt. Natürlich gibt es ein Happy End und alle schlafen gemeinsam ein. Die Zeichnungen sind in warmen Farben gehalten, was gut zum Thema „Kuscheln“ passt und beim Müde werden unterstützt. Als kleines Spiel gibt es auf jeder Seite ein Glühwürmchen, das gefunden werden soll. Sehr gern empfehle ich dieses Pappbilderbuch als Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen weiter.

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Leseempfehlung: Beklaute Frauen von Leonie Schöler


Leseempfehlung von Ingrid Eßer

Titel: Beklaute Frauen 
Denkerinnen, Forscherinnen, Pionierinnen: Die unsichtbaren Heldinnen der Geschichte
Autorin: Leonie Schöler
Erscheinungsdatum:  28.02.2024
Verlag: Penguin
ISBN: 9783328603239

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In ihrem Buch „Beklaute Frauen“ schreibt Leonie Schöler über unsichtbare Heldinnen der Geschichte in verschiedensten Bereichen. Dabei bezieht sie gelegentlich auch andere benachteiligte Personengruppen mit ein. Sie hat mich mit ihrer Darstellung der Fakten beeindruckt. Ich mochte ihren Schreibstil, der flüssig lesbar ist. Sie versteht es, am Beginn der Kapitel Einleitungen zu schreiben, die mich neugierig machten und schafft dadurch eine fast spielerische Wissensvermittlung. Natürlich hatte ich bereits gelegentlich von benachteiligten Frauen in unserer Geschichte gelesen, aber die ausgewählten Beispiele im Buch ließen mich immer wieder staunen.

Auf über vierzig Seiten finden sich im Anhang Anmerkungen mit Belegen zu den Beschreibungen der Geschehnisse. Leonie Schöler wählt Frauen der Geschichte aus, die berühmte Ehemänner, Väter oder Kollegen haben. Die Einstellungen dieser prominenten Männer zu Frauen stimmte mich nachdenklich. Es sind Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen und Kämpferinnen, die im Schatten von Männern standen, die wie selbstverständlich für ihre eigenen Leistungen Ruhm und Ehre erwarteten. Die Auswahl konnte nur beispielhaft erfolgen, denn die Liste der beklauten Frauen in der Geschichte der letzten 200 Jahre, auf der die Betrachtungen im Buch fokussieren, würde den Rahmen des Buchs sprengen. Im letzten Kapitel beschreibt die Autorin, dass Künstliche Intelligenzen geschlechtsspezifische Vorurteile haben. Das Problem ist bekannt, aber bei der Entwicklung gegen diesen Trend hapert es immer noch. Ich empfehle die faszinierende Lektüre uneingeschränkt weiter.


Samstag, 11. Mai 2024

Rezension: Am Himmel funkelt ein neuer Tag von Meike Werkmeister

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Am Himmel funkelt ein neuer Tag
Autorin: Meike Werkmeister
Erscheinungsdatum: 11.04.2024
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch mit Klappen
ISBN: 9783442495146

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Die 30-jährige Innenarchtektin Zoé ergreift eine ihr gebotene Chance und kündigt ihren Job in einer kleinen Hamburger Agentur, um in London für ein Jahr bei einem angesagten Büro für Raumgestaltung zu arbeiten. Sie ist die Protagonistin im Roman „Am Himmel funkelt ein neuer Tag von Meike Werkmeister. Das Cover des Buchs nimmt einerseits Bezug auf eine Wahrsagung, die Zoé erhält und in der weiße Blumen eine wichtige Rolle spielen. 

Andererseits weist der glitzernde Titel auf das Hobby der Hauptfigur hin, die sehr gerne in den frühen Morgenstunden im Badesee schwimmen geht und danach erfrischt dem Tag entgegensieht.

Zoé findet eine Wohnung im zweiten Stock über einem Café in Londons Viertel Hampstead. In den beschaulichen Straßen genießt sie den Marktbummel, während sie nur wenig entfernt Wiesen und Waldgebieten mit Badeteichen findet, wo sie die Seele baumeln lassen kann. Im Moment ist sie Single, weil sie sich bereits mehrfach getrennt hat. In London prophezeit eine Wahrsagerin ihr auf ihre Frage, dass sie der Liebe ihres Lebens bereits begegnet ist, was Zoé nachdenklich stimmt.

Wer die Bücher von Meike Werkmeister in der Reihenfolge des Erscheinens liest, begegnet in den Geschichten Personen, die aus vorigen Bänden bekannt sein. Das ist auch diesmal der Fall, denn Zoés früherer Freund Filipe, der eine Rolle im Roman „Am Horizont wartet die Sonne“ spielt, übernimmt auch in London einen für die Protagonistin wichtigen Part. Nach der Prophezeiung ist er einer derjenigen, die Zoé in betracht zieht, der passende Mann an ihrer Seite zu sein. Allerdings fragt sie sich gleichzeitig, ob sie an solche Voraussagen glauben soll, denn die Wahrsagung beinhaltete auch unangenehme Verheißungen. Das esoterische Element sorgt im Roman bis zum Ende für eine gewisse Hintergrundspannung darüber, ob und welche Vorhersagen sich erfüllen werden.

Der Neubeginn in London ist für Zoé erheiternd: sie liebt die Natur, mit den Kolleg*innen kommt sie gut zurecht und ihr Vermieter, der gleichzeitig der Besitzer des Lokals im Erdgeschoss ihres Wohnhauses ist, bietet ihr kostenlos leckeres Essen an. Aber Zoés Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen wird von einigen als übergriffig empfunden. Die beschriebenen Reaktionen empfand ich als überspitzt, was meine Sympathie für die Protagonistin leider dämpfte. Ihr Faible für Pflanzen fand ich dagegen angenehm. Wer sich selbst in der Aufzucht von Zimmerpflanzen versuchen möchte, erhält dazu im Anhang einige Tipps.

„Am Himmel funkelt ein neuer Tag“ von Meike Werkmeister ist ein unterhaltsamer Roman der den Lesenden an der Seite der Protagonistin über manche Höhen und Tiefen im Alltag und Berufsleben sowie in der Liebe führt. 

Mittwoch, 15. November 2023

Rezension: Das Gemälde von Geraldine Brooks

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Das Gemälde
Autorin: Geraldine Brooks
Übersetzerin aus dem Amerikanischen: Judith Schwaab
Erscheinungsdatum: 15.11.2023
Verlag: btb (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783442759972
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Es geht um ein erfolgreiches Rennpferd, es geht um ein Bildnis dieses Pferdes, aber vor allem geht es im Roman „Das Gemälde“ der US-Amerikaner Geraldine Brooks um Diskriminierung unter verschiedenen Aspekten. Die Handlung spielt auf drei Zeitebenen und basiert auf der wahren Geschichte des Pferds „Lexington“, das im Jahr 1850 in Kentucky geboren wurde. Von diesem Zeitpunkt an, über die nächsten Jahre hinweg, erzählt die Autorin von den Erfolgen des Tiers. Die Kapitel werden unterbrochen von Ereignissen im Jahr 2019, als ein Gemälde des Rennpferds auf dem Sperrmüll gefunden wird. Dieser Teil des Romans ist ebenso fiktional wie die Begebenheiten im Jahr 1954, als eine Galeristin ebenfalls ein in Öl gemaltes Bild eines Pferds entdeckt.

Wie es damals in Kentucky üblich war, wurde dem Rennpferd Lexington, der zunächst Darley hieß, ein versklavter Junge zur Seite gestellt, der sich um dessen Wohl zu kümmern hatte. Geraldine Brooks gibt ihm den Vornamen Jarret. Weil die Kapitel mit den Namen der Protagonist(inn)en überschrieben sind, lässt sich beim Durchblättern bereits erkennen, dass sich der Nachnamen von Jarret, in Abhängigkeit von seinem Besitzer, mehrfach ändern wird. In jugendlichem Alter avanciert er zum Trainer des erfolgreichen Pferds, doch er bleibt stets von seinem Eigentümer abhängig und davon, ob dieser es ihm erlaubt, an der Seite von Lexington zu verweilen.

Als Ich-Erzähler berichtet in einigen Kapiteln ein Künstler von der Schwierigkeit, ein Pferd realistisch abzubilden. Der Maler kämpft später im Sezessionskrieg der Nord- gegen die Südstaaten um die Abschaffung der Sklaverei, wodurch Geraldine Brooks auch diesen Teil der US-amerikanischen Geschichte dem Lesenden näherbringt. Mit gut recherchierten Fakten unterbaut, arbeitet sie die Ungerechtigkeit der Sklaverei deutlich heraus und thematisiert dabei auch den Verkauf von Menschenleben. Gleichzeitig beschreibt sie gekonnt, die faszinierende Welt des Pferderennens und lässt manchen Wettkampf auf der Rennbahn lebendig werden.

Die Begebenheiten in den Jahren von 1954 bis 1956 schließen die Verbindung zum Jahr 2019, in welchem Theo, ein nigerianisch-amerikanische Doktorand der Kunstgeschichte, das von seiner Nachbarin entsorgte Gemälde eines braunen Hengstfohlens findet. Währenddessen wird die australische Wissenschaftlerin Jess, die am Smithsonian Museum in Washington D.C. beschäftigt ist, gebeten, einer Forscherin das Skelett eines Pferds zugänglich zu machen. Jess begegnet Theo an ihrer Arbeitsstätte, nachdem dieser das Bild zu einem Konservator gebracht hat. Die beiden entwickeln im Laufe der Zeit Gefühle füreinander.

Die Autorin gewährte mir Einblicke in die Tätigkeiten des Smithsonian genauso wie in die Welt der Kunst. Anhand der Geschichte von Jess, Theo und deren Umfeld zeigt sie, dass der Rassismus bis heute nicht überwunden ist. Gleichzeitig verdeutlicht sie beispielhaft die Diskriminierung von Frauen, der nationalen Herkunft und der sozialen Klasse.

Es ist eine erstaunlich große Vielzahl sehr unterschiedlicher Themen wie Rennpferde, Kunst, Rassismus und Klimawandel, die Geraldine Brooks in ihrem Roman „Das Gemälde“ auf einzigartige Weise miteinander verknüpft. Dank bester Konstruktion fesselt er von Beginn an und wirkt aufgrund der guten Recherche überaus realistisch. Ich war fasziniert von den Fakten, die die Autorin nahtlos mit der Fiktion verwebt und empfehle sehr gerne den Roman uneingeschränkt weiter.  


Freitag, 27. Oktober 2023

Rezension: Be Your Own F*cking Hero von Tijen Onaran

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Be Your Own F*cking Hero
Autorin: Tijen Onaran
Erscheinungsdatum: 11.10.2023
rezensierte Buchausgabe: Klappenbroschur
ISBN: 9783442317271
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Das Buch „Be your own f*ucking Hero” der Unternehmerin und Investorin Tijen Onaran ist ein durchgängiges Plädoyer dafür, in der Öffentlichkeit den Mut aufzubringen, mehr Selbstbewusstsein zu zeigen. Beim Schreiben wurde sie von der Journalistin Dagmar Zimmermann unterstützt. Die Aufforderung von Tijen Onaran richtet sich vor allem an Frauen, aber nicht nur. In fünfzehn Kapiteln schreibt sie zu verschiedenen Themen wie beispielsweise Herkunft, Kleidung, finanzielle Unabhängigkeit und die Wahl der richtigen Wegbegleiter(innen). Der Schreibstil ist frisch, unterhaltsam und aktivierend.

Tijen Onaran greift immer wieder auf ihre eigenen Erfahrungen zurück, um dem Lesenden zu verdeutlichen, wie es gelingen kann, sich selbst zu verwirklichen, ohne sich für andere anpassen zu müssen. Damit meint sie sowohl das Stylen des eigenen Erscheinungsbilds als auch das Äußern seiner Meinung.

Über die Kapitel hinweg konnte ich über den beeindruckenden Karriereweg der Autorin lesen, aus dem sie gerne Beispiele anführt, um ihre Statements zu unterstreichen. Sie wuchs als Kind türkischer Eltern in Karlsruhe auf und begann nach dem Abitur ein Studium in Heidelberg. Als Zwanzigjährige kandidierte sie für ein Mandat bei der Landtagswahl, leitete später ein Wahlkreisbüro und arbeitete weiter in verschiedenen Jobs im politischen und unternehmerischen Umfeld, bis sie sich 2018 mit Global Digital Women Community selbständig machte.

Diversität, Netzwerken und die Verbesserung der Sichtbarkeit von Frauen in der Wirtschaft liegen Tijen Onaran besonders am Herzen, was man auch im vorliegenden Buch spürt. Bereits der Titel und die auffallend rote Einbandgestaltung sind im Vergleich zu vielen anderen Büchern auffallend, was das Anliegen der Autorin zusätzlich verdeutlicht. Sie setzt sich dafür ein, dass man sich traut, schwer erreichbar scheinende Ziele anzustreben, auch wenn man dabei Rückschläge einstecken muss. Ihrer Meinung nach kann man sich Wissen aneignen, mit Niederlagen sollte man umzugehen lernen. Auch dazu gibt sie ihre Erfahrungen weiter und verweist darauf, dass es wichtig ist, Kontakte aufzubauen und zu pflegen.

Tijen Onaran plädiert in ihrem Buch „Be Your Own F*cking Hero” dafür, dass man sich gegenüber anderen so geben soll, wie man sein will. Dabei richtet sie sich insbesondere an Frauen. Mit Beispielen aus ihrer eigenen Karriere wird sie zur Mutmacherin für viele Lebenslagen, in denen Frau/Mann für sich einstehen soll. Daher empfehle ich das Buch zum Ansporn des Selbstvertrauens gerne weiter.

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