Dienstag, 28. November 2017

[Rezension Ingrid] Die Farbe von Milch von Nell Leyshon


„Die Farbe von Milch“ hat das Haar der fünfzehnjährigen Protagonistin Mary im gleichnamigen Buch der Engländerin Nell Leyshon. Marys Lebensweg ist bisher so stachelig und dornig wie die auf dem Cover abgebildeten Gewächse darunter Disteln, Ilex und Himbeere. Sie kam als vierte von vier Geschwistern, alles Mädchen, mit einer Behinderung am Bein zur Welt und wächst in bäuerlichen Verhältnissen auf einem kleinen Hof auf. Schon früh müssen die Kinder dem Vater zur Hand gehen, da das Geld nicht für einen Knecht oder eine Magd ausreicht. Wie es dazu kam, dass sie von dieser aussichtslosen Situation heraus dennoch Lesen und Schreiben lernte, davon erzählt dieser Roman.

Es ist das Jahr 1831 als Mary, wie von ihr betont, selber ihre Geschichte aufschreibt. Sie beginnt am Anfang, für sie nicht zwingend aber sinnvoll, und der ist ungefähr ein Jahr her. Die zurückliegenden Ereignisse unterteilt sie in die vier Jahreszeiten, die gleichzeitig die Kapitel im Buch bilden. Bereits auf der ersten Seite spürte ich einen gewissen Zeitdruck unter dem sie schreibt, denn sie mahnt sich selbst zur Geduld. Unterschwellig wurde dadurch meine Neugier geweckt, was sie dazu drängt, sich zu beeilen.

Das Leben auf dem Land ist im 19. Jahrhundert hart, die meisten Tätigkeiten erfordern Muskelkraft. Entscheidungen trifft ausschließlich der Hofbesitzer und das ist Marys Vater. Ihm haben auch seine Frau, seine Kinder und sein kranker Vater zu gehorchen. Arbeiten, beten und schlafen ist der Alltag. Fatalistisch erledigt Mary ihre Arbeit, ohne sich je ein anderes Dasein zu erhoffen. Trotzdem hebt sie sich von anderen Schicksalsgenossen dadurch ab, dass sie immer ihre Meinung äußert, so schmerzlich sie für manch einen auch sein mag. Ihr Verstand ist hellwach und ob bewusst oder nicht, so gelingt es ihr manchmal mit Bauernschläue ihren eigenen Wille durchzusetzen.

Nell Leyshon nutzt für ihren Roman eine besondere, eine einfache Sprache ungeachtet der Interpunktion, die den Lernstand der 15-jährigen widerspiegelt. Marys Geschichte ist auf das Wesentliche beschränkt, abhängig von der Zeit die ihr zum Schreiben bleibt, und gerade dadurch so eindringlich. „Die Farbe von Milch“ ist ein ungewöhnlicher Roman, der das gewöhnliche Los von Frauen auf dem Land in der damaligen Zeit darstellt. Berührend, ergreifend, in Erinnerung bleibend und eine klare Leseempfehlung!
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Titel: Die Farbe von Milch
Autorin: Nell Leyshon
Übersetzerin: Wibke Kuhn
Erscheinungsdatum: 22.09.2017
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband, Leseexemplar (über TT)


Samstag, 25. November 2017

[Rezension Hanna] Das Glück an Regentagen - Marissa Stapley


Das Glück an Regentagen
Autorin: Marissa Stapley
Übersetzerin: Katharina Naumann
Klappenbroschur: 304 Seiten
Erschienen am 7. November 2017
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag/Polaris

Inhalt
Nachdem ihr Verlobter sich nicht nur aus dem Staub gemacht, sondern sie von einen weitreichenden Betrugsfall betroffen zurückgelassen hat, will Mae ihrem alten Leben in New York nur noch den Rücken kehren. Sie kehrt in ihre Heimat Alexandria Bay und ins Inn ihrer Großeltern zurück. Dort zeigt ihre Großmutter Anzeichen von Demenz, was sie lange gehütete Geheimnisse lüften lässt. Eins davon betrifft Maes Jugendliebe Gabe, mit dem sie seit einer verhängnisvollen Nacht vor siebzehn Jahren nicht mehr geredet hat. Doch ausgerechnet er kommt nach all der Zeit ebenfalls zurück. Was bedeutet die Wahrheit über jene Nacht für sie beide? Und wie geht es für Maes Großeltern weiter?

Meinung
Das Cover gefällt mir mit seinen Blautönen und goldenen Akzenten ausgesprochen gut. Ein in die Ferne blickendes Pärchen am Ende des Stegs verspricht eine nachdenkliche Liebesgeschichte. Auf den ersten Seiten jedoch steht Mae erst einmal vor den Scherben ihrer Beziehung. Ihr Verlobter war ein skrupelloser Betrüger! Ich konnte gut nachvollziehen, dass sie nach gefühlt endlosen Befragungen nur noch die Stadt verlassen will und es sie in die Heimat zieht.

Während sie sich auf den Weg macht erfährt der Leser, dass Maes Großmutter Anzeichen von Demenz zeigt, was aber niemand so recht wahrhaben will. Sie spricht Dinge aus, die jahrelang ungesagt blieben, wodurch sie ihren Mann so vor den Kopf stößt, dass er auszieht. Auch als Mae eintrifft erfährt sie eine Wahrheit, die ihre Jugendliebe Gabe in ein ganz neues Licht rückt. Im Gegensatz zu anderen Familienromanen stehen die Geheimnisse sehr schnell im Raum. Daraus hätte man aber noch deutlich mehr machen können. Denn die die Charaktere neigen die ganze Geschichte über dazu, nicht miteinander zu reden, sondern davonzustürmen. Ich hätte mir so manches mal eine Aussprache gewünscht, zu der es leider nicht kam.

Eine weitere Perspektive im Buch ist die von Gabe, der zur gleichen Zeit nach Alexandria Bay zurückkehrt wie Mae, weil seit Vater, mit dem er schon lange keinen Kontakt mehr pflegt, im Sterben liegt. Er und Mae haben siebzehn Jahre nicht miteinander geredet und müssen nun herausfinden, was das Aufeinandertreffen mit dem neuen Wissen über die Vergangenheit für sie bedeutet. Allerdings fand ich die Begründung, warum es all die Jahre zuvor zu einem abrupten Bruch kann, nicht sonderlich nachvollziehbar.

Bevor die beiden wirklich Zeit füreinander haben kommt es zu einem berührenden Schicksalsschlag, der einiges in Bewegung setzt. Neben Mae und Gabe rückt zusätzlich Maes Großvater George in den Fokus. Vor allem letzter beschäftigt sich mit dem Tod von Maes Eltern vor vielen Jahren, über den man als Leser stückweise mehr erfährt. Die Atmosphäre des Buchs ist aufgrund der ernsten Themen bedrückend. Die Vergangenheit hat alle Charaktere geprägt und sie bedauern einiges, wagen aber auch einen von leicht hoffnungsvollen Blick nach vorn. Weitere Wendungen zwingen die Handelnden erneut zum Umdenken, sodass der Handlungsverlauf unvorhersehbar bleib. Im Epilog wird schließlich ein großer Zeitsprung gemacht, der eine schöne Botschaft erhielt, mir aber viel zu kitschig für dieses sonst nachdenklich stimmende Buch war.

Unbedingt noch erwähnen möchte ich die tollen Kapitelüberschriften, die jeweils einen Tipp enthalten, was man bei Regen tun kann. Diese Liste hat Maes Mutter vor langer Zeit zusammengestellt. Eine schöne Idee, wobei es mir noch besser gefallen hätte, wenn die Tipps mit der Handlung verknüpft gewesen wären, zum Beispiel indem Mae einige von ihnen umzusetzen versucht.

Fazit
In „Das Glück an Regentagen“ kehrt Mae in ihre Heimat zurück, nachdem sich ihr Verlobter als Betrüger entpuppt hat. Dort erfährt sie ein lange gehütetes Geheimnis über ihre Jugendliebe Gabe, der zufällig zeitgleich zurückkehrt. Die Handelnden müssen sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen, es gibt einige bedrückende Wendungen und einen von zarter Hoffnung geprägten Blick nach vorn. Ich habe allerdings echte Aussprachen vermisst und denke, dass man aus den Geheimnissen noch mehr hätte machen können. Von mir gibt es deshalb gute drei Sterne für diesen Familien- und Liebesroman, der seinen Blick auf das Glück und Unglück verschiedener Generationen wirft.

Freitag, 24. November 2017

[Rezension Hanna] Die Verzauberung der Schatten - V. E. Schwab


Die Verzauberung der Schatten
Autorin: V. E. Schwab
Übersetzerin: Petra Huber
Taschenbuch: 640 Seiten
Erschienen am 23. November 2017
Verlag: FISCHER Tor
Die Reihe

Weltenwanderer-Trilogie

Band 1: Vier Farben der Magie (Rezension)
Band 2: Die Verzauberung der Schatten
Band 3: Die Beschwörung des Lichts (ET 26. April 2018)

Inhalt
Nach dem entscheidenden Kampf im Weißen London haben sich die Wege und Lila und Kell im Roten London getrennt. Lila entdeckt die für sie neue Welt auf ihre Weise: Sie wird Crew-Mitglied auf dem Nachtfalken, einem Freibeuterschiff, dessen geheimnisvoller Kapitän Alucard einiges von der Magie zu wissen scheint. Kell steht unterdessen unter ständiger, vom König befohlener Bewachung. Rhy, dessen Leben nun mit Kells verbunden ist, bringt sich trotzdem immer wieder in Gefahr. Als im Roten London das große magische Turnier „Essen Tasch“ ansteht, kreuzen sich einige Wege erneut. Und so mancher gibt sich nicht damit zufrieden, nur zuzuschauen. Aber keiner ahnt, was in der Zwischenzeit im Weißen London vor sich geht…

Meinung
Die Autorin V.E. Schwab konnte mich in „Vier Farben der Magie“ mit ihrer kreativen Idee eines vierfach existierenden London und einer spannenden Story begeistern. Nun brannte ich darauf, zu erfahren, was insbesondere aus Lila und Kell geworden ist, und stürzte mich mit Vorfreude in die Geschichte. Seit den Ereignissen des ersten Bandes ist eine Weile vergangen. Für Kell ist wieder eine Art von Alltag eingekehrt. Er erledigt Aufträge für den König, darf aber nichts mehr über die Weltengrenzen schmuggeln und wird streng bewacht. Lila hat sich unterdessen ins Abenteuer gestürzt.

Beim Versuch, ein Schiff zu erbeuten, ist Lila ausgerechnet bei Freibeutern gelandet, die auf See ein abenteuerlicheres Leben führen, als sie zunächst dachte. Es kommt zu spannenden und unterhaltsamen Zwischenfällen. Besonders amüsant waren ihre Schlagabtäusche mit Alucard, dem Kapitän, der mehr über sie herausfinden möchte, aber nichts von sich selbst preisgibt. Er ist es auch, der sie im Umgang mit Magie unterrichtet und schließlich den Befehl gibt, für das „Essen Tasch“ ins Rote London zurückzukehren. Dort sind die Vorbereitungen angeleitet von Rhy in vollem Gange. In dieser Position hat er für den an seiner Rolle am Hof zweifelnden Kell ein ganz besonderes Geschenk.

Die Handlung fokussiert sich in diesem zweiten Band auf das Rote London und das anstehende Turnier. Es gibt nur kurze Besuche im Grauen London, und was im Weißen London vor sich geht erfährt man in Zwischenkapiteln. Ich fragte mich, wann dies die Haupthandlung beeinflussen wird. Damit lässt die Autorin sich aber Zeit und bietet rund um das „Essen Tasch“ mitreißende Ereignisse. Lila fügt sich immer besser in die Welt ein, Kell grübelt über seine Zukunft und widersetzt sich von Rhys animiert erneut Befehlen des Königs, und mit Alucard betritt ein neuer interessanter Charakter die Bühne.

Erst ganz zum Schluss kommt es zur Ausführung eines lang vorbereiteten Plans, über den der Leser mit der Zeit immer mehr erfahren hat. Hier werden mit höchst spannenden Entwicklungen die Weichen für den abschließenden dritten Teil gestellt. Ich freue mich schon jetzt darauf, ein letztes Mal an die Seite der Charaktere zurückzukehren, die ich inzwischen ins Herz geschlossen habe und bei denen ich mich frage, ob sie ihren Platz der Welt bzw. den Welten finden werden. Ich hoffe, dass dann auch die verschiedenen Welten mit ihrer unterschiedlichen Magie und die Interaktion zwischen ihnen wieder im Mittelpunkt der Handlung stehen.

Fazit
In „Die Verzauberung der Schatten“ dreht sich alles um das große magische Turnier „Essen Tasch“, das im Roten London stattfindet. Die Haupthandlung rund um die verschiedenen Welten kommt dabei leider kaum voran. Dafür erhält man als Leser die Gelegenheit, das Rote London und dessen Magie besser kennenzulernen. Unterhaltsame Dialoge, Täuschungen und Geheimnisse sowie actionreiche magische Turnierkämpfe konnten mich unterhalten. Wer „Vier Farben der Magie“ gelesen hat und die Idee des magieerfüllten Roten Londons mochte, der sollte unbedingt zur Fortsetzung greifen!


Donnerstag, 23. November 2017

[Rezension Ingrid] So klingt dein Herz von Cecelia Ahern


Bereits der Titel des Buchs „So klingt dein Herz“ von Cecelia Ahern weist darauf hin, dass Klänge im Roman eine wichtige Rolle spielen. Das Cover ist romantisch gestaltet mit zarten Wolken und Blütenzweigen. Im Mittelpunkt steht die 26-jährige Laura, die viele Gemeinsamkeiten mit einem scheuen Leierschwanz, engl. Lyrebird, hat. Auf dem Titelbild ist zwar ein Singvogel im unteren Drittel abgebildet, allerdings ein Dompfaff, auch Gimpel genannt.

Die Regisseurin Bo, ihr Lebensgefährte und Tontechniker Solomon und die Kamerafrau Rachel arbeiten in Irland an einer Reportage über die Zwillinge Tom und Joe, die ihr ganzes Leben gemeinsam auf dem Land verbracht und gearbeitet haben. Einer der beiden ist nun mit 80 Jahren verstorben. Während der Dreharbeiten begegnen sie im Wald einer jungen Frau, die auf seltsame Weise zwar wenig spricht, aber alle aufgefangenen Geräusche nachahmt. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen von Solomon und Laura spannt sich ein magisches Band zwischen den beiden auf.

Bo kommt die Idee zu einer Dokumentation über Laura. Um sie präsenter zu machen und damit den Erfolg der Reportage zu steigern, empfiehlt sie der jungen Frau eine Beteiligung an einer Castingshow. Dazu muss Laura sich der ihr unbekannten Medienwelt stellen und der damit verbundenen Aufmerksamkeit. Ihre Vergangenheit verbirgt Geheimnisse, die nicht aufgedeckt werden sollen. Wird ihr das gelingen? Wird sie die Castingshow dennoch gewinnen? Ist es möglich, dass sie dabei auch Unterstützung und sogar Liebe findet?

In Ausschnitten aus einem Vogelkundebuch, die den drei Teilen des Romans vorangestellt sind, erfährt man einiges zum Leierschwanz. Tatsächlich hat der Charakter der Protagonistin gewisse Ähnlichkeiten zu diesem Vogel. Sie ist schön und klug. Ihr gelingt die exakte Nachahmung von Geräuschen. Auch mit Bo und ihrem Team schafft die Autorin interessante Figuren, die durch ihre Eigenarten für Bewegung in der Erzählung sorgen und Reibepunkte bilden.

Zwar hat mich die Darstellung der Vergangenheit von Laura nicht vollständig überzeugt, aber Cecelia Ahern hat erneut einen faszinierenden Hintergrund für eine ungewöhnliche Liebesgeschichte gefunden. Schon nach wenigen Seiten steht Laura im Mittelpunkt. Ihre Einzigartigkeit beeindruckt nicht nur den Leser, sondern vor allem die Figuren ihrer Umgebung. Dennoch konnte ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen. Es verwundert kaum, dass sie die Menschen für sich einnimmt.

„So klingt dein Herz“ ist mehr als ein Liebesroman, denn die Autorin erzählt von der schillernden Welt des Showbiz, den Reiz der potenziellen Möglichkeiten eines Publikumslieblings, verschweigt aber auch nicht die Schattenseiten, wenn man den Ansprüchen nicht gerecht wird. Gekonnt stellt Cecelia Ahern die Macht von Ruhm und Geld dar.

Der Autorin gelang es auch diesmal wieder Gefühle ihrer Charaktere zu mir zu transportieren. Mit viel Fantasie baut sie ihre Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen auf. Das Buch ist ein Muss für jeden Cecelia Ahern-Fan und für die Leser, die nach einem besonderen Liebesroman suchen.

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Titel: So klingt den Herz
Autorin: Cecelia Ahern
Übersetzerin: Christine Strüh
Erscheinungsdatum: 24.08.2017
rezensierte Buchausgabe: Klappenbroschur

Dienstag, 21. November 2017

[Rezension Ingrid] Schloss aus Glas von Jeannette Walls


Im Roman „Schloss aus Glas“ schildert die US-Amerikanerin Jeannette Walls ihre Lebensgeschichte. Zig-mal sind ihre Eltern mit den Geschwistern in deren Kindheit und Jugend innerhalb der USA umgezogen. Der Traum des Vaters der Autorin ist es, ein Schloss aus Glas zu bauen, umfangreiche Pläne dazu arbeitet er im Laufe der Jahre aus. Doch stattdessen übernachtet die Familie sogar zunächst gelegentlich  unter freiem Himmel oder im Pkw, später meistens in irgendwelchen Bruchbuden. Jedes Mal, wenn  die Verwahrlosung der Kinder auffällt und das Sozialamt auf die Familie aufmerksam wird oder der Vater Ärger mit Arbeit und Kumpel hat, packt die Familie kurzfristig ihre wenigen Habseligkeiten und sucht sich einen neuen Aufenthaltsort. Je älter Jeannette und ihre Geschwister werden desto deutlicher wird ihnen, dass sie sich von der Familie lösen müssen, um der Armut zu entkommen und ihren eigenen Zielen nachzugehen. Es kristallisiert sich immer mehr ein eigener Traum heraus: New York und er rückt in greifbare Nähe …

Jeannette Walls schildert ihre Lebensgeschichte ohne Mitleid schüren zu wollen. Sie ist 1960 geboren worden. Ihre Eltern sind Freigeister, ihre Mutter ist Lehrerin, betrachtet sich aber als Künstlerin im Bereich Kunst und Schriftstellerei, die jedoch für ihre Werke keine Käufer findet. Der Vater ist ebenfalls intelligent, verfällt aber immer mehr dem Alkohol und vertritt vehement seine Meinung. Immer wieder denken sich die Eltern ungewöhnliche Spiele und Aktionen aus, die die Kinder zu schätzen wissen und glücklich dabei sind. Doch die Familie lebt von der Hand in den Mund. Beide Elternteile sind sehr kreativ wenn es darum geht ihren Kindern nicht nur die Welt, sondern auch ihre Lebenssituation zu erklären. Laissez-faire  ist angesagt.

Ich habe beim Lesen manches Mal im Stillen meinen Kopf geschüttelt, denn es ist oft kaum zu glauben, wie schwierig der Kampf ums Essen für die Kinder war, weil die Eltern ihre eignen Ansprüche stellten. Probleme gab es natürlich auch damit, Freunde zu finden. Denn die Geschwister galten als „Schmuddelkinder“, weil es meistens an Wasser zum Waschen fehlte und am Strom zum Heizen. Vorwürfe der Autorin gegen ihre Eltern fehlen weitestgehend, weil beide Eltern psychisch krank sind beziehungsweise waren. Das Handeln der Eltern ist daher kaum nachvollbar. Jeannette Walls sieht gute Seiten in dem Abenteuer, von einem Ort zum nächsten zu ziehen, ebenso wie die Nachteile einer alltäglichen Routine. Es bestand immer ein großer Familienzusammenhang vor allem bei den Geschwistern, deren größte Sorge es war, in unterschiedlichen Pflegefamilien untergebracht zu werden, wenn sie von der Fürsorge aufgegriffen würden. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben die Geschwister nie aufgegeben.

Die Geschichte ist erschütternd und berührend und fasziniert doch gleichzeitig durch die ungewöhnliche Lebensweise. Der Roman wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. „Schloss aus Glas“ ist ein Buch, das ich jedem zum Lesen empfehle, der an tragischen Lebensgeschichten interessiert ist. 
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Titel: Schloss aus Glas
Autorin: Jeannette Wall
Übersetzerin: Ulrike Wasel
Erscheinungsdatum: 2006, unveränderte Filmausgabe 21.08.2017
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch

Der Film zum Buch war erstmalig am 21.09.2017 in deutschen Kinos zu sehen.

Montag, 20. November 2017

[Lovelybooks Leserpreis 2017] Das Shortlist-Voting hat begonnen!


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Hallo liebe LeserInnen,

bereits zum 9. Mal wird in diesem Jahr wieder der LovelyBooks Leserpreis vergeben! Wir haben bereits in den vergangenen vier Jahren teilgenommen und sind deshalb natürlich auch dieses Jahr wieder dabei. Dazu haben wir uns wie in den letzte nJahren die Shortlist hinsichtlich der Frage angeschaut, welche der von uns gelesenen Bücher es in die TOP 35 geschafft haben.

Was ist überhaupt der LovelyBooks Leserpreis?

Der LovelyBooks Leserpreis wird von LovelyBooks.de jährlich in verschiedenen Kategorien vergeben - dieses Jahr sind es 14, wie schon im Vorjahr. In der Nominierungsphase kann jeder seine Lieblingsbücher nominieren. Seit heute läuft die finale Abstimmungsphase, in welcher ihr in jeder Kategorie aus den Top 35 der am häufigsten nominierten Bücher für Eure Favoriten abstimmen könnt.

Also: Ab heute bis einschließlich zum 28. November könnt ihr für Eure Favoriten abstimmen!

Die Gewinner des lovelybook-Leserpreises in Gold, Silber und Bronze werden am 30. November bekannt gegeben. Wir sind sehr gespannt, wer gewinnen wird und ob es auch unsere Favoriten aufs Treppchen schaffen. Mach doch auch mit und fieber mit uns auf die Sieger!

Welchen Büchern wir unsere Stimme gegeben haben, werden wir nicht verraten. Wer aber in der einen oder anderen Kategorie noch eine Entscheidungshilfe braucht, für den haben wir im folgenden die von uns rezensierten Bücher aufgelistet, die es auf die Shortlist in ihrer Kategorie geschafft haben. Ein Klick auf den Titel führt euch zur jeweiligen Rezension.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Stöbern!

Romane

Hanna hat gelesen:
  • Boyle, T.C. - Die Terranauten (Rezension) Lesejuwel
  • Boyne, John - Der Junge auf dem Berg (Rezension  
  • Honeyman, Gail - Ich, Eleanor Oliphant (Rezension
  • Suter, Martin - Elefant (Rezension)  
  • Whitehead, Colson - Underground Railroad (Rezension)     

Ingrid hat gelesen:
  • Ahern, Cecelia - So klingt dein Herz (Rezension folgt)
  • Ferrante, Elena - Die Geschichte eines neuen Namens (Rezension)
  • Honeyman, Gail - Ich, Eleanor Oliphant (Rezension
  • Spit, Lize - Und es schmilzt (Rezension)
  • Würger, Takis - Der Club (Rezension)

Krimis und Thriller

Hanna hat gelesen:
  • Fitzek, Sebastian - AchtNacht (Rezension)
  • Fitzek, Sebastian - Flugangst 7A (Rezension)
  • Strobel, Arno - Im Kopf des Mörders. Tiefe Narbe (Rezension)

Ingrid hat gelesen: 
    • Adler-Olsen, Jussi - Selfies (Rezension) ☆  
    • Brown, Dan - Origin (Rezension folgt)
    Fantasy & Science Fiction 

    Hanna hat gelesen:
      • Aaronovitch, Ben - Der Galgen von Tyburn (Rezension) ☆     
      • Bardugo, Leigh - Das Lied der Krähen (Rezension) Lesejuwel
      • Kasten, Mona - Coldworth City (Rezension) ☆☆
      • Kling, Marc-Uwe - QualityLand (ohne Rezension) ☆  
      • Meyer, Kai - Die Krone der Sterne (Rezension) ☆☆☆☆ 
      • Rowling, J.K. - Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Originaldrehbuch (Rezension)   
      • Schwab, V.E. - Vier Farben der Magie (Rezension) ☆  

      Ingrid hat in dieser Kategorie kein nominiertes Buch gelesen.


      Jugendbücher

      Hanna hat gelesen:
      • Ahern, Cecelia - Perfect. Willst du die perfekte Welt? 02 (Rezension) ☆  
      • Ewing, Amy - Das Juwel. Der schwarze Schlüssel (Rezension) ☆ 
      • Garber, Stephanie - Caraval (Rezension)    
      • Lu, Marie - Young Elites. Die Gemeinschaft der Dolche (Rezension) ☆☆☆   
      • Maas, Sarah J. - Throne of Glass: Königin der Finsternis (Rezension)   
      • Meyer, Kai - Die Spur der Bücher (Rezension) ☆☆ 
      • Pearson, Mary E. - Der Kuss der Lüge (Rezension) ☆☆☆☆ 
      • Reed, Ava - Wir fliegen, wenn wir fallen (Rezension) 
      • Tahir, Sabaa - Elias und Laia: Eine Fackel im Dunkel der Nacht (Rezension)

      Ingrid hat gelesen:
        • Ahern, Cecelia - Perfect. Willst du die perfekte Welt? 02 (Rezension) ☆  
        • Shusterman, Neal - Scythe. Die Hüter des Todes (Rezension)

        Liebesromane

        Hanna hat gelesen:
        • Atkins, Dani - Sieben Tage voller Wunder (Rezension)
        • Bartsch, Carina - Nachtblumen (Rezension)  
        • Herzog, Katharina - Immer wieder Sommer (ohne Rezension) ☆ 
        • Hülsmann, Petra - Das Leben fällt, wohin es will (Rezension)   
        • Taylor, Kathryn - Wildblumensommer (ohne Rezension) ☆ 

        Ingrid hat gelesen:
        • Anderson, Poppy J. - Geheimzutat Liebe. Taste of Love (Rezension)  
        • Herzog, Katharina - Immer wieder Sommer (Rezension) ☆  
        • Lastella, Leonie - Brausepulverherz (Rezension)

        Historische Romane

        Hanna hat gelesen:
          • Conradi, Lydia - Das Haus der Granatäpfel (Rezension)
          • Follett, Ken - Das Fundament der Ewigkeit (Rezension)
          • Moore, Graham - Die letzten Tage der Nacht (Rezension) Lesejuwel 

          Ingrid hat gelesen:
          • Conradi, Lydia - Das Haus der Granatäpfel (Rezension)
          • Goga, Susanne - Das Haus in der Nebelgasse (Rezension)  
          • Rehn, Heidi - Das Haus der schönen Dinge (Rezension)

          Humor

          Ingrid hat gelesen:
          • Basener, Anna - Als Omma den Huren noch Taubensuppe kochte (Rezension) ☆    

          Hanna hat in dieser Kategorie kein nominiertes Buch gelesen.


          Bester Buchtitel

          Hanna hat gelesen: 
          • Hülsmann, Petra - Das Leben fällt, wohin es will (Rezension)   
          • Meyer, Kai - Die Spur der Bücher (Rezension) ☆
          • Reed, Ava - Wir fliegen, wenn wir fallen (Rezension)
          • Rowling, J.K. - Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Originaldrehbuch (Rezension)  
          • Schoder, Sabine - So was passiert nur Idioten. Wie uns. (Rezension)    

          Ingrid hat gelesen: 
          • Basener, Anna - Als Omma den Huren noch Taubensuppe kochte (Rezension) ☆   
          • Lastella, Leonie - Brausepulverherz (Rezension)
          • Shusterman, Neal - Scythe. Die Hüter des Todes (Rezension)  

          Bestes Buchcover

          Hanna hat gelesen:
          • Bardugo, Leigh - Das Lied der Krähen (Rezension) Lesejuwel
          • Ewing, Amy - Das Juwel. Der schwarze Schlüssel (Rezension)  
          • Fitzek, Sebastian - Flugangst 7A (Rezension)
          • Meyer, Kai - Die Spur der Bücher (Rezension) ☆
          • Reed, Ava - Wir fliegen, wenn wir fallen (Rezension) 
          • Rowling, J.K. - Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Originaldrehbuch (Rezension)   

          Ingrid hat in dieser Kategorie kein nominiertes Buch gelesen.

          Kinderbücher; Erotische Romane; Sachbuch & Ratgeber; Bestes Hörbuch; Bestes E-Book Only

          In diesen Kategorien haben wir kein nominiertes Buch gelesen.

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          Jetzt seid ihr gefragt: Welche der nominierten Bücher habt ihr gelesen? Habt ihr schon abgestimmt?

          Liebe Grüße
          Hanna & Ingrid
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