Freitag, 1. Juli 2016

[Neuzugänge Ingrid] Krimiwoche



Vom 13. bis 19. Juni 2016 fand die erste Krimiwoche auf facebook statt (Link). 7 Tage lang gab es Lesungen, Interviews, Buchpräsentationen, Live-Chats und Gewinnspiele. Als Buchbloggerin habe ich in diesem Rahmen mit Till Raether , dessen Buch "Blutapfel" ich im Vorjahr gelesen und rezensiert habe und dessen neues Buch "Fallwind" am 22.07.2016 erscheinen wird, ein Interview geführt. Ein wirklich sehr sympathischer Autor! Das Interview mit ihm findet ihr hier: LINK

Im Rahmen dieser Woche konnte ich ganz tolle neue Bücher und Autoren für mich entdecken.

Als Dankeschön für die Mithilfe bekam jeder Blogger ein Paket mit Büchern und Goodies. Den Inhalt meines Pakets seht ihr auf dem obigen Foto. Ein wenig enttäuscht war ich darüber, dass in meinem Paket "Blutapfel" enthalten war, also genau das Buch, das ich im letztes Jahr bereits gelesen und im Rahmen der Krimiwoche vorgestellt habe. Aber es ist natürlich verständlich, dass beim Zusammenstellen der Pakete nicht rausgesucht werden konnte, wer welches Buch bereits besitzt.

Herzlichen Dank an an die Verlage und Autoren für das zur Verfügung stellen der ganzen Bücher und Goodies und an Leif Tewes und die Agentur Mainwunder für die Organisation des Events.

Die im Paket enthaltenen Bücher im einzelnen:

  • Falsche Haut von Leon Sachs
  • Schattenfreundin von Christine Drews
  • Blutapfel von Till Raehter
  • Seelenlict von Daniela Arnold
  • Mörderische Pläne von Noah Fitz
Über das letzte Buch freue ich mich besonders, weil es der Vorband eines Buches ist, das ich im Rahmen der Krimiwoche beim Gewinnspiel des Autors Noah Fitz gewonnen habe. Mein Preis war ein signiertes ! Buch von "Der Seelenretter". Vielen lieben Dank an Noah Fitz.


Nach dem Erfolg der Krimiwoche in diesem Jahre, hoffe ich darauf, dass das Event auch im nächsten Jahr stattfinden wird. Ich freue mich darauf! Ich denke, ihr auch?

Liebe Grüße
Eure Ingrid

Mittwoch, 29. Juni 2016

[Rezension] Those Girls. Was dich nicht tötet - Chevy Stevens


Those Girls. Was dich nicht tötet
Autorin: Chevy Stevens
Übersetzerin: Maria Poets
Taschenbuch: 464 Seiten
Erschienen am 23. Juni 2016
Verlag: FISCHER Taschenbuch

Inhalt
Die Schwestern Jessica, Courtney und Danielle Campbell sind 14, 16 und 17 Jahre alt und leben auf einer Farm in Kanada. Ihre Mutter ist verstorben, ihr Vater arbeitet wochenlang auf Ölfeldern und misshandelt die Mädchen, wenn er nach Hause kommt. Doch um nicht getrennt und erneut in Pflegefamilien untergebracht zu werden, verschweigen die Mädchen, was er tut. Als die Situation eines Abends eskaliert, beschließen sie, Richtung Vancouver aufzub
rechen. Doch auf dem Weg in die Stadt geraten sie in einen noch schlimmeren Albtraum…

Meinung
Ich habe letztes Jahr mit „That Night“ meinen ersten Thriller von Chevy Steveny gelesen, der mich begeistern konnte. Deshalb habe ich mich sehr über die Nachricht gefreut, dass mit „Those Girls. Was dich nicht tötet“ nun ein weiterer Thriller-Einzelband der Autorin erscheint. Das Cover wirkt geheimnisvoll-abstrakt und passt von der Aufmachung sehr gut zu den anderen Büchern der Autorin.

Auf den ersten Seiten wird der Leser gleich mitten in die Handlung geworfen. Er lernt die Schwestern kennen, als sie gerade die Stadt verlassen. Die Atmosphäre ist äußerst angespannt und ich fragte mich gleich, wie es zu dieser Situation gekommen ist. Um das zu erklären, springt die Handlung einige Tage in die Vergangenheit und schildert auf etwa 60 Seiten die Ursachen. Schonungslos werden die Misshandlungen der Mädchen durch ihren Vater beschrieben – er weiß sowohl mit Worten als auch mit Schlägen ernste Verletzungen zuzufügen, die mich schockiert haben.

Wieder in der Gegenwart angekommen geraten die Schwestern gleich in den nächsten Albtraum. Diese Szenen übertreffen die vorherigen noch einmal deutlich in ihrer Brutalität und Abscheulichkeit. Für mich waren diese Schilderungen hart an der Grenze von dem, was ich zur Unterhaltung lese. Lange fragte ich mich, warum ich mich durch all diese Szenen lesen muss. Wo will die Autorin mit ihrer Geschichte hin? Ich bangte und hoffte mit den Schwestern. Gleichzeitig blieb ich fest verankert in der Rolle der distanzierten Beobachterin, denn das zufällige Zusammentreffen der Ereignisse wirkte auf mich unrealistisch, die Schilderungen zu extrem und unwirklich.

Etwa auf der Buchhälfte gibt es einen Bruch in der Erzählung. Nach diesem wurde gleich deutlich klarer, welche Richtung die Autorin mit ihrer Geschichte anstrebt. Die zweite Buchhälfte hat mir insgesamt mehr gefallen und hier ist es mir auch besser gelungen, mich in verschiedene Charaktere hineinzuversetzen. Endlich gab es eine echte Handlung und nicht nur eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten. Auch aus psychologischer Sicht fand ich das Buch interessant, denn die Schwestern gehen mit dem Erlebten völlig unterschiedlich um und ich kam ins Grübeln, was bestimmte Ereignisse in Menschen auch langfristig auslösen können. Leider war für mich bald vorhersehbar, wie die Geschichte enden wird. Ich hätte mir eine etwas komplexere Handlung gewünscht. Dennoch wurde es nicht langweilig. Ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt, da ich möglichst schnell wissen wollte,  ob ich mit meiner Ahnung richtig lag und wie alles für „diese Mädchen“ ausgeht.

Fazit
„Those Girls. Was dich nicht tötet“ ist nichts für schwache Nerven. Ein Großteil der Buchseiten ist mit grausamen Ereignissen gefüllt, die drei junge Mädchen durchleben müssen. Ich bangte mit den Schwestern und fand es spannend, zu beobachten, welche unterschiedlichen Wirkungen das Erlebte auf die drei hat. Leider konnte ich mich nicht ganz auf die Handlung einlassen. Von mir gibt es deshalb knappe drei Sterne für Chevy Stevens neuesten Thriller.


Montag, 27. Juni 2016

[Juli-Neuerscheinungen] Auf diese Bücher freuen wir uns

Hallo liebe Leser,

heute möchten wir Euch unsere Must-Reads und weitere interessante Neuerscheinungen des Büchermonats Juli zeigen.

Hanna freut sich auf...

Mein Juli wird etwas entspannter als die mit Neuerscheinungen vollgepackten Vormonate. Darauf freue ich mich schon sehr, denn in den letzten Wochen sind einige heiß ersehnte Bücher auf dem SuB liegen geblieben, von wo ich sie hoffentlich jetzt befreien kann. Drei neue Must Haves für mich bringt der Monat aber mit sich:
"Gläsernes Schwert" von Victoria Aveyard ist die von mir heiß ersehnte Fortsetzung von "Die rote Königin". Meine Rezension zum ersten Band ist einer der erfolgreichsten Blogposts und jede Woche gibt es Suchanfragen zu "Die rote Königin Band 2". Jetzt ist es endlich so weit, und ich freue mich riesig darauf!
"Totensommer" von Trude Teige klingt nach einem spannenden Sommerkrimi, und da es mich diesen Sommer nach Skandinavien verschlägt möchte ich mich etwas darauf einstimmen.
Bei "Survive. Du bist allein" von Alexandra Olivia konnte mich die Beschreibung ebenfalls überzeugen und ich bin schon neugierig auf dieses Thriller-Debüt.

Ingrid freut sich auf...


   


Ist für Euch etwas dabei? Auf welche Neuerscheinungen im Juli freut ihr euch?

Liebe Grüße
Hanna & Ingrid

Samstag, 25. Juni 2016

[Rezension Hanna] Der Horizont in deinen Augen - Patricia Koelle


Der Horizont in deinen Augen
Autorin: Patricia Koelle
Taschenbuch: 608 Seiten
Erschienen am 23. Juni 2016
Verlag: FISCHER Taschenbuch

Die Reihe

Ostsee-Trilogie

Band 1: Das Meer in deinem Namen (Rezension)
Band 2: Das Licht in deiner Stimme (Rezension)
Band 3: Der Horizont in deinen Augen

Inhalt

Ylvi ist in Westberlin aufgewachsen und träumt von einer Karriere als Architektin. In der Nacht des Mauerfalls lässt sie sich von der entrückten Atmosphäre anstecken. Während alle nach Westberlin drängen, erkundet sie mit einem Fremden namens Theo das verborgene Land im Osten und zeugt eine Tochter. Theo sieht sie nie wieder und lässt ihren Mann im Glauben, Remy sei sein Kind. Jahre später und nach einer Phase des Umbruchs kommt Ylvi einem Geheimnis auf die Spur, das ihre Eltern jahrzehntelang gehütet haben. Es geht um ihre Mutter und ihre wahre Herkunft. Um mehr darüber zu erfahren, macht sie sich gemeinsam mit Remy von Teneriffa auf nach Ahrenshoop an der Ostsee…

Meinung
In den letzten beiden Monaten habe ich die Bücher „Das Meer in deinem Namen“ und „Das Licht in deiner Stimme“ gelesen, die mich absolut begeistert haben. Deshalb habe ich mich riesig gefreut, dass mit „Der Horizont in deinen Augen“ nun der vielversprechende Abschluss der Ostsee-Trilogie erschienen ist. Ich war absolut neugierig, ob auch das dritte Bernsteinschiff nach Ahrenshoop zurückkehrt und welche Geschichte es mit sich bringt.

Zu Beginn des Buches lernt man als Leser die neue Protagonistin Ylvi kennen. Man begleitet sie in der Nacht des Mauerfalls, in der sie mit einem Fremden ein Kind zeugt, und in den Jahren darauf. Sie zeigt ihre liebende und beschützende Seite als Mutter, entdeckt ihre Begeisterung fürs Gärtnern und kämpft in ihrer Ehe um Respekt. Ylvi ist mir schnell vertraut geworden und ich hoffte mit ihr, dass sie die Kraft findet, sich durchzusetzen und das zu tun, was sich richtig anfühlt.

Abwechselnd zu Ylvis Geschichte erfährt man endlich mehr über die junge Myra. Ich fand es schön, nun auch in ihre Vergangenheit blicken zu dürfen und zu erfahren, wer der Vater ihrer Tochter ist und woher ihre Abneigung gegen Männer stammt. Hier erwartet den Leser eine traurig-schöne Geschichte, die mir Myra noch einmal näher gebracht hat.

Sowohl Ylvis als auch Myras Geschichte konnte mich fesseln und so zogen die Jahre in beiden Handlungssträngen, in denen ich die Charaktere durch Höhen und Tiefen begleitete, in rasender Geschwindigkeit vorbei. Etwa auf der Buchhälfte war es dann so weit: Ylvi lüftet das Geheimnis über ihre Herkunft, das ihre Eltern lange gehütet haben, und macht sich zusammen mit Remy auf den Weg nach Ahrenshoop. Über dieses Heimkehren habe ich mich wie schon im zweiten Band riesig gefreut und hier hat sich die Geschichte noch einmal selbst übertreffen können.

Ich fand es toll, wie mit Ylvis und Remys Ankunft in Ahrenshoop ein weiteres wichtiges Puzzlestück an seinen Platz gefallen ist. Auch Carly und Tiryn trifft man wieder, die sich rührend darum bemühen, die beiden willkommen zu heißen. Doch Ylvi ist sich höchst unsicher, ob sie am richtigen Platz gelandet ist. Wird sich bei ihr doch noch ein Gefühl von Heimat einstellen, oder wird sie bald weiterziehen? Ylvi bringt zudem einige offene Fragen mit, und so erwartet den Leser noch eine ganze Reihe an wirklich schönen Überraschungen vor inzwischen vertrauter Kulisse und in einer zauberhaften Atmosphäre, die mich ganz in die Geschichte abtauchen ließ. Bis zur letzten Seite und dem rundum perfekten Abschluss hat mich dieses Buch begeistern können.

Fazit
„Der Horizont in deinen Augen“ ist der rundum gelungene Abschluss der Ostsee-Trilogie, in welcher Ylvi auf den Spuren ihrer Herkunft nach Ahrenshoop an der Ostsee reist. Wie auch die ersten beiden Bände der Trilogie hat mich die Geschichte fesseln und verzaubern können. Damit hat sich die Reihe einen Platz unter meinen absoluten Lieblingen gesichert. Ich kann euch die Reihe nur absolut ans Herz legen – Wegträum-Garantie inklusive!


[Rezension Hanna] Versprich mir, dass es großartig wird - Judith Pinnow

 

Versprich mir, dass es großartig wird
Autorin: Judith Pinnow
Paperback: 432 Seiten
Erschienen am 25. Mai 2016
Verlag: FISCHER Krüger

Inhalt
Franzi und Lena waren einst beste Freundinnen – damals, an der Schauspielschule in New York. Doch irgendwann nach der Taufe von Franzis erster Tochter Mia haben die beiden sich aus den Augen verloren. Lena hat Karriere als Schauspielerin gemacht, während Franzi als rechte Hand in der Firma ihres Mannes eingestiegen ist. Dreizehn Jahre nach ihrer letzten Begegnung nimmt Lena wieder Kontakt zu Franzi auf und wirbelt damit ihr Leben gehörig durcheinander. Franzi beginnt sich zu fragen, ob die letzten Jahre so verlaufen sind, wie sie es sich gewünscht hat – und ob es zu spät ist, um bestimmte Träume zu verwirklichen.

Meinung
Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich, weil ich spontan eine Lesung der Autorin besucht habe. Die vorgelesenen Textstellen haben mich sehr neugierig darauf gemacht, mehr über Franzi und Lena zu erfahren. Gleich zu Beginn erlebt man das Telefongespräch mit, in dem sich Lena zum ersten Mal nach dreizehn Jahren wieder bei Franzi meldet. Dieses kurze Gespräch, verbunden mit der Frage, ob sie sich bald treffen sollen, weckt in Franzi gleich eine ganze Reihe an Emotionen und Erinnerungen.

Franzi hat Lena auf der Schauspielschule in New York kennengelernt, doch nur Lena hat den Durchbruch als Schauspielerin geschafft. Franzi hingegen hat mit ihrem Bernd eine Familie gegründet, zwei Kinder zur Welt gebracht und ist in seiner Firma eingestiegen. Die Leben der beiden sind im Laufe der Jahre immer unterschiedlicher geworden, und Franzi denkt viel darüber nach, wie sie an den Punkt gekommen ist, an dem sie heute steht. Sie gesteht sich ein, auch etwas neidisch auf Lenas Erfolg zu sein und zweifelt daran, ob es für sie das Richtige ist, in einem Fernsehinterview für Lenas neue Serie über ihre Freundschaft zu berichten.

Bald treffen sich Franzi und Lena tatsächlich wieder. Schon seit dem Telefonanruf kamen bei Franzi immer neue Erinnerungen hoch, doch das tatsächliche Wiedersehen ist noch einmal viel intensiver. Toll fand ich, dass die beiden ehrlich zueinander sind und bald auch miteinander darüber diskutieren, warum sie sich zu bestimmten Zeitpunkten wie entscheiden haben. Vorsichtig beginnen die beiden, ihre alte Freundschaft wieder aufzubauen.  Auch Franzis beste Freundin Jo, die mit drei Kindern als Osteopathin für Pferde arbeitet, ist eine wichtige Unterstützung in ihren Überlegungen. Der Autorin gelingt es gut, die Kontraste darzustellen. Ich konnte Franzis Gedankengänge nachvollziehen und war gespannt darauf, ob sie Konsequenzen aus ihren Überlegungen ziehen wird.

Am meisten gefreut habe ich mich auf die Rückblicke, die von Franzis und Lenas gemeinsamer Zeit in New York berichten. Hier wurde ich nicht enttäuscht, die Erinnerungen waren für mich echte Highlights an eine unbeschwerte, verrückte Zeit, in der die beiden von Augenblick zu Augenblick gelebt und nicht allzu lang über Konsequenzen nachgedacht haben. Ob Momente im Schauspielunterricht, Hau-Ruck-Umzüge mit dubiosen Taxifahrern oder nächtliche Ausflüge in einen ominösen Club – jede dieser für Franzi kostbaren Erinnerungen konnte mich bestens unterhalten.

Zum Ende hin gibt es leider deutlich weniger New York-Szenen, was ich schade fand. Das Buch ging aufregend los, wird dann aber lange Zeit etwas ruhiger, denn Franzi dreht Runde um Runde in ihrem Gedankenkarussell auf dem Weg zu einer weitreichenden Entscheidung. Auch wenn ich neugierig war, zu welchem Schluss sie kommen wird, dauerte mir dies insgesamt zu lang. In der Zwischenzeit tritt jedoch Lena immer stärker in das Leben der Familie, was ich schön fand. Zum Ende hin wird es dann noch einmal turbulent und die letzten Seiten waren ein ganz toller Abschluss für die Geschichte von Franzi und Lena.

Fazit
„Versprich mir, dass es großartig wird“ erzählt die Geschichte von Franzi, die nach dreizehn Jahren Funkstille wieder von ihrer ehemals besten Freundin Lena hört. Seit ihrer gemeinsamen Zeit auf der Schauspielschule in New York haben sich ihre Leben sehr unterschiedlich entwickelt, und genau das bringt Franzi ins Nachdenken. Eine interessante Geschichte für alle, die sich ebenfalls fragen, ob es Zufall oder die Konsequenz vieler kleiner Entscheidungen ist, die Menschen zu bestimmten Punkten im Leben bringen.


Freitag, 24. Juni 2016

[Rezension Ingrid] Schweigen ist Goldfisch von Annabel Pitcher


Titel: Schweigen ist Goldfisch
Autorin: Annabel Pitcher
Übersetzerin: Susanne Hornfeck
Erscheinungsdatum: 25.05.2016
Verlag: Sauerländer (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover

Tess ist 15, als eines Tages plötzlich ihre Welt stillsteht. Im Arbeitszimmer ihres Vaters Jack liest sie durch Zufall einen Post von ihm, aus dem hervorgeht, dass er nicht ihr leiblicher Vater ist. Vielleicht hat sie es schon aufgrund ihres eigenen Äußeren geahnt, doch jetzt sieht sie es bestätigt. Nach dem ersten Schock beginnt bei ihr die Aufarbeitungsphase dieser Tatsache. Als sie kurze Zeit später wieder einmal von Jack gerügt wird, beschließt sie zu schweigen und spricht von diesem Moment an nicht mehr. Nicht mehr mit ihren Eltern, nicht mehr mit ihrer besten Freundin und auch nicht mehr mit ihren Lehrern. Doch kann ihr Schweigen ihr dabei helfen, ihren leiblichen Vater zu finden?

„Schweigen ist Goldfisch“ von Annabel Pitcher ist ein Roman über eine Phase im Leben, die jeder von uns durchläuft, in der die Ablösung von den Eltern erfolgt und die Findung zu sich selbst. Der Roman ist in der Ich-Form aus der Sicht der Protagonistin geschrieben und so nimmt der Leser auf direkte Weise Anteil an der Gefühlswelt von Tess in den Momenten, in denen sie gemobbt wird. Er bekommt Einblick in die Probleme, die Tess aufgrund ihres kräftigen Körperbaus mit Hang zum Übergewicht hat. Außerdem ist sie groß, so dass sie insgesamt auf andere maskulin wirkt und mit entsprechenden Bemerkungen verspottet wird. Mit inneren Werten kann man in ihrer Altersgruppe weniger punkten. Doch Tess ist hilfsbereit und eine treue Freundin, allerdings zieht sie auch Grenzen.

Als sie nun erfährt, dass Jack nicht ihr leiblicher Vater ist, fällt für sie ein Puzzlestein an seinen Platz. In einer ersten Reaktion denkt Tess daran, ihr Zuhause zu verlassen und in der Stadt ihr Glück zu suchen. Sie ist sich ihres jugendlichen Alters aber bewusst, zögert und findet nicht den richtigen Zeitpunkt für den Absprung. Der Leser ist erleichtert, doch Tess findet einen anderen Mechanismus um den Kummer ihrer Seele zu verschließen und daher verstummt sie.

Ich habe mich gefragt, wie es überhaupt so weit kommen konnte, wieso die Eltern der Protagonistin ihr nicht die Wahrheit gesagt haben oder warum Tess nicht nach ihrer Erkenntnis zu ihren Eltern geht, um sie damit zu konfrontieren. Meine Fragen wurden im Laufe des Romans weitestgehend beantwortet, wobei mir die Rolle der Mutter nur unzureichend dargestellt war. Der Vater von Tess ist Schauspieler, aber ohne Beschäftigung in diesem Bereich. Er hat auch keinen qualifizierten Schulabschluss und jobbt jetzt nebenher, immer noch auf eine große Karriere hoffend. Ihm bleibt genug Zeit, sich um Tess zu kümmern, die aber lieber alleine klar kommen möchte. Seine eigenen Wünsche in Bezug auf Freunde und schulischen Erfolg überträgt der Vater auf Tess und setzt ihr entsprechende Verhaltensregeln. Natürlich rebelliert Tess dagegen. Von ihren Altersgenossen werden die Regeln ihrer Eltern wahrgenommen und dadurch sinkt sie noch weiter in deren Ansehen, statt in der Gunst zu steigen wie Jack hofft. Auf ihre manchmal hilflose Art und Weise wurde mir Tess im Laufe der Geschichte sympathisch.

Nach außen hin verstummt sie zwar, doch ihr Gedankenkarussell dreht sich dadurch nur umso schneller. So sucht sie sich etwas mit dem sie sich, wenn auch nur auf erdachte Weise austauschen kann. Ihre Wahl fällt durch Zufall auf eine kleine Taschenlampe in Form eines Fischs. Hier ergibt sich der Bezug zum Titel des Buchs. In der inneren Auseinandersetzung mit diesem Gegenstand begegnet der Leser einem feinfühligen, intelligenten Mädchen, das nach Vertrauen und Wahrheit sucht und erkennen muss, dass Schweigen nicht für alle Probleme eine Lösung bietet und auch Nachteile und Konsequenzen mit sich bringt.

„Schweigen ist Goldfisch“ ist ein Buch über Elternliebe, Treue, Freundschaft, Selbstfindung, aber auch geprägt von großen Erwartungen, Enttäuschungen und Mobbing. Die Idee, sich im Alter von Tess einen Gegenstand als Ansprechpartner zu wählen ist sicher nicht neu, aber der kleine Fisch in Form einer Taschenlampe amüsant und geduldig. Gerne empfehle ich dieses Buch an Jugendliche ab 14 Jahren weiter.

Mittwoch, 22. Juni 2016

[Neuzugänge Hanna] Fanstastisch, spannend, romantisch und literarisch

Hallo liebe Leser,

seit Anfang des Monats haben mich sechs tolle Bücher erreicht, die ich euch gern zeigen möchte:


"Der Horizont in deinen Augen" ist das Finale der Ostsee-Trilogie von Patricia Koelle. Nachdem ich die Reihe erst vor kurzem entdeckt und dann die ersten beiden Bände begeistert verschlungen habe, freue ich mich nun riesig auf den Abschluss.
"Liebe mit zwei Unbekannten" von Antoine Laurain hab ich mir ertauscht, weil mir "Der Hut des Präsidenten" so gut gefallen hat.
"Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells ist eine wasliestdu.de-Prämie - ich hatte Glück und war schnell genug. Ich bin schon ganz neugierig, wie mir das Buch gefallen wird.


Mit "Red Rising. Im Haus der Feinde" von Pierce Brown geht die Trilogie nach langem Warten endlich weiter und ich freue mich darauf, wieder in die dystopische Welt von Darrow einzutauchen.
"Those Girls. Was dich nicht tötet" ist ein neuer Thriller von Chevy Stevens. Mir hat letztes Jahr "That Night" so gut gefallen, dass ich unbedingt mehr von der Autorin lesen wollte.
"Flawed. Wie perfekt willst du sein?" von Ceciala Ahern habe ich als Vorab-Exemplar erhalten. Das Buch erscheint erst am 29. September und ist der erste Teil einer Dilogie. Der zweite Band wird dann schon im November erscheinen. Ich freue mich sehr, dass ich es schon jetzt lesen darf. Auf meine Rezension müsst ihr dann leider noch bis zum ET warten.

Kennt ihr schon eins der Bücher oder wollte es auch noch lesen?

Liebe Grüße
Hanna