Donnerstag, 5. Juni 2014

[Rezension] Marc Elsberg - ZERO Sie wissen, was du tust

Titel: ZERO - Sie wissen, was du tust
Autorin: Marc Elsberg
Erscheinungsdatum: 26.05.2014
Verlag: Blanvalet Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
(Haupt-)Handlungsorte: London, Wien
Handlungszeit: Gegenwart



„Zero – Sie wissen was du tust“ von Marc Elsberg ist ein spannender Thriller, der auf dem Hintergrund des aktuellen Stands des Sammeln und Verwertens von Personendaten spielt. Passend hierzu vermittelt das Cover den Eindruck von etwas das im Dunkeln liegt, das verdeckt wird und nur darauf wartet aufgedeckt zu werden. Neben den Buchstaben in weiß. die sich von dem schwarzen Untergrund deutlich abheben, für Autor, Untertitel, Roman und Verlag leuchtet der Titel in wasserblauen Buchstaben vom Buchumschlag. Wasser in Form von Wasserfällen spielt im Buch eine wichtige Rolle. Und wer genauer hinschaut, sozusagen versucht das Vordergründige zu überwinden, der nimmt auch den Binärcode wahr, der den Umschlag vollständig mit seinen Einsen und Nullen überzieht und ein weiterer Hinweis auf den Inhalt der Story ist. Der Binärcode ist die Grundlage für die Verarbeitung digitaler Informationen. Auf dem Ergebnis dieser Verarbeitung und der Analyse der vorliegenden Daten preist im Roman das fiktive Unternehmen Freemee seinen Nutzern die Möglichkeit an mehr Erfolg im Leben zu erreichen. 

Während Cynthia Bonsant, Journalisten bei der Londoner Zeitung Daily, ihren neuen Arbeitsplatz im Großraumbüro einnimmt, sieht sie plötzlich unglaubliche Livebildern auf dem großen Monitor, der an der Wand des Büros befestigt ist. Die Familie des amerikanischen Präsidenten wird bei einem privaten Golfspiel von Drohnen angegriffen. Für diese Aktion bekennt sich ZERO verantwortlich, wobei nicht bekannt ist, ob es sich dabei um eine Einzelperson oder eine Gruppierung handelt. Unter anderem wird Cynthia beim Daily damit beauftragt, zu dem Gesehenen zu recherchieren. Zur Unterstützung erhält sie eine Datenbrille, die Daten direkt vor Augen anzeigt und die auf geflüsterte Anfragen reagiert. Die Brille leiht sie ihrer Tochter und deren Freunden. Adam, einer der Freunde, erhält über die Brille die Nachricht, dass ein Mensch in seiner Umgebung eine gesuchte Person ist. Er verfolgt den Mann bis dieser plötzlich eine Pistole zieht und ihn erschießt. Fassungslos schauen die Freunde zu und auch Cynthia ist geschockt. Dieses Erlebnis bringt sie zum Nachdenken. Warum hat Adam trotz der Warnung den Kriminellen weiter verfolgt? Ihre Recherchen fordern nicht nur Unglaubliches zu Tage, sondern rücken sie auch bald selbst ins das Zentrum der Aufmerksamkeit von Geheimdiensten, den Freemeebetreibern und Zero. Gelingt ihr die Flucht vor der allgegenwärtig erscheinenden Kontrolle?

Das Buch ist in dem in der Belletristik eher seltener angewendeten Präsens geschrieben. Das verdeutlicht dem Leser , dass das was er gerade liest dem aktuellen Stand der Technik entspricht und Realität werden könnte. Indem  der im Umgang mit technischen Geräten eher unerfahrenen Cynthia die neuesten Kommunikationsmittel erklärt wird , vermittelt Marc Elsberg dem Leser das nötige Know-How mit leicht verständlichen Erklärungen, so dass man der Geschichte mühelos folgen kann. Ein Glossar im Anhang ergänzt die Ausführungen. Neben der Erzählung findet der Leser aber auch eine kritische Auseinandersetzung zu den Themen des Datensammeln und –verwertens aus den verschiedenen Perspektiven der Anbieter sowie der Nutzer. Und vor allem widmet er sich den möglichen, erschreckenden Folgen der Datenauswertungen. Die dargestellten Charaktere sind teilweise klischeehaft überzeichnet, die Jugendlichen reagieren für ihr Alter sehr naiv, was mir nicht  so gut gefallen hat. 

Zero ist zweifellos ein unterhaltsames Buch, das beim Leser nachhallt und ihn zum Nachdenken über unsere digitalisierte Welt bringt.  Dafür gebe ich gerne eine Leseempfehlung.


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