Montag, 19. Dezember 2016

[Rezension Hanna] Elias & Laia. Eine Fackel im Dunkel der Nacht - Sabaa Tahir


Elias & Laia. Eine Fackel im Dunkel der Nacht
Autorin: Sabaa Tahir
Übersetzerin: Barbara Imgrund
Hardcover: 512 Seiten
Erschienen am 11. November 2016
Verlag: One (Bastei Lübbe)


Die Reihe

Elias & Laia

Band 1: Die Herrschaft der Masken (Rezension)
Band 2: Eine Fackel im Dunkel der Nacht
Band 3: ?
Band 4: ?

Inhalt
Elias und Laia ist es gelungen, gemeinsam zu fliehen. Sie nutzen den Aufstand der Kundigen, um unentdeckt zu bleiben. Doch zahlreiche imperiale Soldaten und die Kommandantin höchstpersönlich sind ihnen auf den Fersen. Das gemeinsame Ziel der beiden ist Kauf, wo sie Laias Bruder, der als einziger Kundiger das Geheimnis des Serrastahls kennt, befreien wollen. Aber der Weg dorthin ist weit, und bald kommt es zu unerwarteten Problemen. Unterdessen erhält Helena als Blutgreif einen Auftrag, der sie vor ein schweres Dilemma stellt. Und der Imperator hat genauso wie die Kommandantin seine eigenen, geheimen Pläne…

Meinung
Der zweite Teil der Reihe startet da, wo der erste Band endete. Elias und Laia ist die Flucht gelungen. Jetzt hasten sie durch die Stadt, um im Tumult der Aufstände einen Weg hinaus zu finden. Doch ihre Verfolger sind ihnen dich auf den Fersen. Von der ersten Seite an hat mich die temporeiche Handlung gepackt und mitgerissen. Um zu verstehen, was überhaupt passiert, sollte man die Geschehnisse des ersten Bandes noch gut im Kopf haben, denn bei diesem atemlosen Beginn bleibt sehr wenig Zeit für eine Rekapitulation. Früh kommt es zu einem entscheidenden Kampf, der eine Art Wegweiser für den Rest des Buches ist.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Elias, Laia und Helena berichtet. Elias und Laia haben einen sehr weiten Weg nach Kauf vor sich, bei dem es zu verschiedensten Komplikationen kommt. Immer wieder gibt es Rückschlägen und es ist nicht klar, ob sie überhaupt weiterziehen können oder das Schicksal andere Pläne für sie hat. Helena muss sich unterdessen entscheiden, ob sie ihren eigenen Überzeugungen folgen oder ihre Familie retten will. Beides geht nicht, so viel steht fest. Im Auftrag des Imperators reist sie mit dringenden Befehlen quer durchs Land.

Zwischendurch scheint es so, als wären alle unterwegs ohne die geringste Chance, am Ziel anzukommen. Wegweisende Ereignisse sind eine Weile lang rar gesät. Dafür passiert aber unglaublich viel auf der zwischenmenschlichen Ebene. Alles dreht sich um Vertrauen und Verrat. Die Charaktere müssen entscheiden, wem gegenüber sie offen sein können und wer mit ihnen ein Spiel spielt, dessen Regeln sie kennen und befolgen müssen. Ich lernte die Gedankenwelt der Charaktere immer besser kennen, überlegte mit, was wohl der beste nächste Schritt ist, und drückte die Daumen, dass die Entscheidung die richtige war.

In Sachen Action und Brutalität steht die Story dem Reihenauftakt in nichts nach. Es wird wieder gefoltert, gekämpft bis zum Tod und (Massen-)Hinrichtungen sind keine Seltenheit. Auch wenn mir die Schonungslosigkeit der Schilderungen schon aus dem Auftakt bekannt war, gingen mir einige Szenen wirklich an die Nieren. Es passieren so viele Ungerechtigkeiten, die ich nicht hinnehmen wollte und die mich umso stärker hoffen ließen, dass sich irgendwie doch noch etwas Gutes aus all dem ergibt. Ich freute mich mit den Protagonisten über kleine Erfolge und war genau wie sie zunehmend bereit, bei den angestrebten Zielen Kompromisse hinzunehmen. Das ist bei all den Niederlagen, die sie hinnehmen müssen, auch bitter nötig. Denn eigentlich kann es bei all dem Irrsinn, der geschieht, nur Verlierer geben.

Während des Auf und Abs der Gefühle, das ich bei der Lektüre durchlebte, schmolz die verbleibende Seitenzahl nur so dahin. Im letzten Drittel kommt es zu aufsehenerregenden Enthüllungen und Ereignissen, welche der Story noch einmal neuen Schwung verliehen und mich bestens unterhalten konnten. Viel zu schnell kam die Geschichte zu einem emotionalen Ende. Dieses rundet das Buch gelungen ab. Gleichzeitig ist im Hinblick auf das große Ganze noch so viel zu tun, dass ich mich sehr auf die beiden weiteren Bände der Reihe freue, deren Veröffentlichung leider noch eine ganze Weile dauern wird.

Fazit
„Elias & Laia. Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ konnte mich von Beginn an mitreißen. Dem Leser wird eine temporeiche Story geboten, die nichts für schwache Nerven ist. Doch auch das Zwischenmenschliche kommt nicht zu kurz und ich erlebte so manche emotionale Szene. Zwischendurch habe ich wegweisende Ereignisse vermisst, doch schnell konnten mich die Entwicklungen wieder fesseln und ich fühlte mich insgesamt bestens unterhalten. Eine starke Fortsetzung dieser düsteren, vielfältigen Fantasy-Reihe!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen