Mittwoch, 22. Februar 2017

[Filmrezension Hanna] The Girl with All the Gifts



The Girl with All the Gifts
 Regie: Colm McCarthy
Starttermin: 09. Februar
Länge: 111 Minuten


Inhalt
In einer nahen Zukunft hat ein Pilz den Großteil der Menschheit in zombieartige „Hungries“ verwandelt. Doch einige Hungries-Kinder sind anders. Sie sind ebenfalls infiziert, aber intelligent und lernfähig. Einige der Überlebenden haben sich auf einen schwer bewachten Militärstützpunkt zurückgezogen, wo sie die Kinder als Testobjekte mit Hoffnung auf ein Heilmittel studieren. Melanie ist das schlaueste Hungries-Kind und hat es der Lehrerin Miss Justineau besonders angetan. Doch ausgerechnet ihr Gehirn will Dr Caldwell für ihre Forschung nutzen. Bevor es zum Eingriff kommen kann, überrennen Hungries den Stützpunkt. Miss Justineau, Dr. Caldwell, Melanie und drei Soldaten können fliehen und bilden eine unfreiwillige Gemeinschaft, die sich zum nächsten sicheren Zufluchtsort durchschlagen will. Der Weg führt mitten durchs mit Hungries bevölkerte London…

Meinung
Kurz bevor der Film in die Kinos kam habe ich die Buchvorlage „Die Berufene“ gelesen. Diese hat mir sehr gut gefallen. Das Buch bietet trotz der Zombiethematik eine intelligente, alles andere als oberflächliche Story. Gleichzeitig gab es auch einige Momente, die ich schon beim Lesen erschreckend oder eklig fand. Ich war deshalb gespannt, wie viel der Tiefe der Film beibehält und wie stark er auf Grusel und Erschrecken setzt.

Der Beginn des Films ist nah an der Buchvorlage. Man lernt Melanie kennen, die sehr intelligent und manchmal auch ein bisschen besserwisserisch ist. An sich wirkt sie völlig normal – weshalb also lässt sie sich Tag für Tag freiwillig am ganzen Körper fixiert von einem Soldaten zum Unterricht fahren? Die Antwort liefert schon bald die erste gruselige Szene, in der Sergeant Parks das Klassenzimmer in eine Horde zähneklappernder, unkontrolliert agierender Wesen verwandelt. Nur Melanie kann sich beherrschen, wobei man bald feststellen muss, dass auch ihre Kraft ein Ende kennt. Die zum Zeitpunkt der Verfilmung zwölfjährige Sennia Nanua spielt ihre Rolle als Zombiekind, das möglichst viel wissen und es jedem Recht machen will und deren Lehrerin Miss Junstineau ihr größtes Vorbild ist, mit Bravour.

Bald schon kommt Schwung in die Geschichte, denn der Stützpunkt wird überfallen und die Menschen verlieren ihren sicheren Zufluchtsort. Jetzt steht ihnen ein weiter Weg durch ungeschützte Wildnis und Städte bevor, um eine neue Zuflucht zu finden. Im Gegensatz zum Buch springt die Geschichte sehr schnell direkt nach London. Hier wird der Leser mit spektakulären, erschreckenden Kulissen konfrontiert. In der ganzen Stadt stehen halb verrottete Hungries herum – hier haben die Maskenbildner ganze Arbeit geleistet – die sich nicht bewegen, solange sie kein Lebewesen riechen oder durch Geräusche aufgeschreckt werden. Dieses Szenario ist natürlich prädestiniert für einige Erschreck-Momente, und die Soldaten töten zuhauf angreifende Hungries per Kopfschuss. Da der Film eine FSK16 hat, ufert das zum Glück für mich nicht in Splatter aus, blutige Detailansichten bleiben dem Zuschauer erspart.

Immer wieder gibt es Verschnaufpausen, in denen die Charaktere für kurze Zeit in Sicherheit sind und ihre nächsten Schritte planen können. Ich fand es sehr schade, dass die meisten Erklärungen und Hintergrunde des Buches aus der Filmhandlung herausgenommen wurden. Nur gelegentlich blitzt in diesen Gesprächen die eingangs erwähnte Tiefe durch, die ich am Buch schätze. Hier wurde vor allem Melanies gedankliche Wandlung nachvollziehbar gemacht. Die Situation spitzt sich schließlich zu und die Frage steht im Raum, wie es überhaupt weitergehen kann. Natürlich überspringt der Film einige Stationen des Buches, und vor allem zum Ende hin ändert er immer häufiger Kleinigkeiten im Sinne der Dramatik ab. Bis zum Schluss blieb es spannend, und die letzten Szenen rundeten die Geschichte für mich absolut gelungen ab.

Fazit
„The Girl with All the Gifts“ ist eine Geschichte rund um intelligente und weniger intelligente Hungries und den Überlebenswillen einiger letzter Menschen. Der Film bietet die für das Genre obligatorischen Gänsehaut- und Erschreck-Momente, zusätzlich aber auch interessante Einblicke in die Motivation der einzelnen Charaktere und Erklärungen der Hintergründe, die für mich noch etwas ausführlicher hätten sein dürfen. Vor allem Sennia Nanua als Melanie konnte mich überzeugen. Sehr gerne empfehle ich den Film an Fans vom Zombie-Filmen mit guter Story weiter!

Kommentare:

  1. Mein Mann und ich haben den Film auch gesehen. Ich fand ihn auch gut und mich hat Melanie sehr berührt. Nur hat er das Ende nicht verstanden, da gabs dann hinterher Gesprächsbedarf und er fand es dann doof, wies aufgehört hat...

    Aber ansonsten gabs wirklich Momente, die einen treffen, mal im Magen, mal ins Herz...

    Und ich glaube, die Variante Zombies durch einen Pilz gabs noch nicht ;-)

    Liebst
    Bine

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    1. Hi Bine,

      das Ende musste ich schon beim Lesen erst mal verdauen, aber je länger ich drüber nachgedacht habe desto besser passte es für mich zur Geschichte.

      Ich habe allerdings noch nicht so viele Zombiefilme gesehen, als dass ich dessen Einzigartigkeit beurteilen könnte. ;D

      Liebe Grüße, Hanna

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