Sonntag, 18. März 2018

[Lesungsbericht] Verleihung des 9. Debütpreises der litcologne


Rezensionen auf unserem Blog zu den Büchern:
- Claudia Tieschky "Engele" -> LINK
- Anne Reinecke "Leinsee" -> LINK 
- Axel Ranisch "Nackt über Berlin" -> LINK

Am 17. März 2018 wurde zum 9. Mal der mit EUR 2.222,22 dotierte Debütpreis der lit.cologne verliehen. Dargereicht wird der Preis in einem silbernen Sparschwein, weswegen er früher den Namen Silberschweinpreis trug. Weil der Preis immer mehr Interesse beim Publikum gefunden hat, wurde die Veranstaltung vom Depot in Köln-Mülheim in die Balloni-Hallen nach Köln-Ehrenfeld verlegt und bot im ausverkauften Raum fast 500 Personen Platz.

Die Stimmzettel lagen bereits auf den einzelnen Plätzen bereit. Wie jedes Mal wird der Debütpreis am gleichen Abend durch die Abstimmung der Zuschauer vergeben. Die Reihenfolge der Autoren- und Buchvorstellung wird ausgelost. Im Folgenden liest dann jeder Autor einen Auszug aus seinem Roman, gefolgt von einem Interview und einer Laudatio, dem sogenannten "Freundschaftsdienst".

Nach der Begrüßung durch Eva Schuderer vom Organisationsteam der lit.cologne, eröffnete auch in diesem Jahr die Schweizer Journalistin Monika Schärer den Abend.
(von links nach rechts die nominierten Autoren:
Anne Reinecke, Claudia Tieschky und Axel Ranisch)

Die Auslosung ergab, dass Claudia Tieschky als erstes ihr Buch "Engele" vorstellen sollte.  Auszugsweise sei hier erwähnt, dass der Roman nominiert wurde, weil er ebenso klug wie sinnlich ist. Der Text ist funkelnd und präsentiert eine Geschichte mit Vergangenheit, eine Familiengeschichte, PageTurner (Zitate aus der vorgelesenen Jurybegründung). Für Claudia Tieschky war es erst die zweite Lesung aus ihrem Buch überhaupt. Die Laudatio für die Autorin und den Roman hielt Claudia Tieschkys Kollege von der Süddeutschen Zeitung Willi Winkler, ein Journalist und Literaturkritiker.
Claudia Tieschky liest aus "Engele"

Willi Winkler bei seiner Laudatio auf Claudia Tieschky
und ihren Roman "Engele"

Als nächstes stellte Anne Reinecke ihren Roman "Leinsee" vor. Sie ist vor sieben Monaten Mutter geworden und arbeitet als Stadtführerin in Berlin. Der Roman wurde nominiert, weil er mit scheinbarer Sicherheit Kunst und Leben zu einer Liebesgeschichte verwebt und die schönsten Überschriften sein eigen nennt (frei zitiert nach der offiziellen Jurybegründung). Nach Lesung und Interview mit Monika Schärer hielt Katharina Peter, eine sehr gute Freundin von Anne Reinecke, den Freundschaftsdienst. Beide gehören zu den Gründern der Autorengruppe Kommando Torben B.
Monika Schärer (links) beim Interview mit Anne Reinecke (rechts)

Laudatio auf Anne Reinecke mit ihrem Roman "Leinsee"
 durch Katharina Peter

Als dritter Autor des Abends las der Drehbuchautor, Filmregisseur und Produzent Axel Ranisch aus seinem Buch "Nackt über Berlin". Die Geschichte wurde nominiert, weil sie temporeich und humorvoll ist, ein Coming-Of-Age-Roman, eine Liebesgeschichte zweier 17-Jähriger, lebensklug und eine Suche nach der Tonlage zwischen den Generationen beinhaltete (freies Zitat nach der offiziellen Jurybegründung). Die Laudatio besonderer Art übernahm das Martina Eisenreich Quartett, das aus guten Freunden des Autors besteht. Eine tragende Rolle übernahm dabei der Percussionist Wolfgang Lohmeier, der live performte.
Axel Ranisch bei seiner Lesung aus "Nackt über Berlin"

Wolfgang Lohmeiers Percussion zu
 "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch

In jedem Interview befragte Monika Schärer den Autor zur Entstehunggeschichte des Romans. So erfuhren wir im Publikum, dass einige Ereignisse aus der Familiengeschichte oder dem Umfeld des Autors Eingang in die Erzählung gefunden haben.

Nach einer Pause, in der die vorher abgegebenen Stimmen des Publikums ausgezählt wurden, rief Monika Schärer noch einmal alle Nominierten auf die Bühne. Das Ergebnis lag stimmenmäßig so eng beisammen wie noch nie. Während der Gewinner 170 Stimmen auf sich vereinte, erhielten die nachfolgenden Plätze 149 beziehungsweise 138 Stimmen. Herr Preuss von der RheinEnergie, die den jährlichen Preis stiftet, überreichte jedem Autor als Anerkennung eine Powerbank und eine Leselampe. Als Sieger wurde schließlich Axel Ranisch benannt, der stolz das Silberschwein entgegen nahm.
(von links nach rechts: Herr Preuss von RheinEnergie, Monika Schärer
Anne Reinecke, Claudia Tieschky und Axel Ranisch
 bei der Übergabe der Anerkennungen)

(Monika Schärer (links) und Herr Preuss von RheinEnergie
 beim Überreichen des Silberschweins an Axel Ranisch (rechts))


Herzlichen Glückwunsch auch von uns an den Gewinner und allen Nominierten viel Erfolg für ihre Debütromane!

1 Kommentar:

  1. Unter Debütpreis muss man doch davon ausgehen, dass da drei Debütanten um den ersten Preis ringen.
    Bei den beiden Frauen Reinecke und Tieschky traf das auch zu.
    Aber Herrn Ranisch, der ja bereits Teil des deutschen Kulturbetriebes ist und auch allein schon einige Drehbücher geschrieben hat, dürfte die Bezeichnung Debütant nicht mehr zutreffen. Auch schon wegen seines Alters. Daher ist seine Teilnahme ziemlich ungerecht gegenüber den beiden echten Debütantinnen. Wenn das Beispiel Ranisch in Zukunft Schule macht, dann könnte auch Frau Merkel einmal ihren ersten Roman vorstellen.

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