Samstag, 7. September 2013

[Rezension] Jussi Adler-Olsen - Verachtung

Titel: Verachtung (Der vierte Fall für Carl Morck vom Sonderdezernats Q)
Autor: Jussi Adler-Olsen
Übersetzer: Hannes Thiess
Erscheinungsdatum: 24.08.2012
Verlag: Deutscher Taschenbuchverlag (dtv) (Link zur Buchseite des Verlags)
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783423280020
                                                   Preis: 19,90 Euro



„Verachtung“ von Jussi Adler-Olsen ist bereits der vierte Fall für Kommissar Carl Morck vom Sonderdezernat Q der Kopenhagener Kriminalpolizei. Wie bereits in den ersten Bänden verbindet der Autor mehrere Erzählstränge geschickt miteinander. Mittelpunkt der Ermittlungen im Sonderdezernat sind mehrere Vermisstenfälle aus dem Jahr 1987. Auffällig ist hierbei, dass sechs Personen innerhalb weniger Tage unauffindbar blieben. Währenddessen wendet sich der frühere Kollege Bak an Carl Morck. Seine Schwester, die einen Begleitservice betreibt, ist von einem Unbekannten überfallen worden, den Bak aber zu kennen glaubt. Um Morcks Mithilfe zu bekommen, versucht er ihn mit einer alten Familienstory zu erpressen. Dann drängt auch noch Curts Noch-Ehefrau auf ihre Abfindung.  Bei ihren Ermittlungen zu den Vermisstenfällen geraten die Mitarbeiter des Dezernats Q an den Arzt und Politiker Curt Wad, der mit der Partei „Klare Grenzen“ Plätze im dänischen Parlament zu gewinnen sucht. Doch die Geschichte der Partei reicht weit in die Vergangenheit und damit auch in die Vergangenheit Dänemarks und führt eine Insel für ausgestoßene Frauen, die es so tatsächlich gegeben hat. Einige der Ansichtspunkte der Partei sind sehr fragwürdig. Aufgrund der unkonventionellen Ermittlungsarbeit des Dezernats stehen die Ermittler den Ambitionen von „Klare Grenzen“ auf einmal im Weg.
In ständig wechselnden Perspektiven laufen die verschiedenen Erzählebenen nebeneinander ab. Der Rückblick schildert die tragische  Kindheit und Jugend der Nete Rosen. Kann man die Geschehnisse aus dem Jahr 1987 zunächst noch nicht einordnen, ergibt sich doch recht schnell eine erste Vorstellung, die dann mit einer Überraschung endet. Die eigentliche Ermittlungsarbeit in der Gegenwart tritt gegenüber den Nebenschauplätzen etwas in den Hintergrund. Wieder erfährt der Leser im Laufe des Romans interessante Details zum Leben der beiden Helfer im Dezernat, doch es bleibt noch genügend Spielraum, der in weiteren Büchern zu füllen ist. Im vierten Band der Krimiserie schafft Jussi Adler-Olsen eine überschaubare Anzahl neuer Personen, zu denen man auf Abstand geht, obwohl der Autor jeweils versucht die Beweggründe der Charaktere zu erläutern. Curt Wad stellt sich von Beginn an als Bösewicht heraus und schnell ist der Zusammenhang von Nete Rosen zu den Vermisstenfällen erkannt, so dass die gesamte Spannung dadurch leicht eingeschränkt wird. Die Figur der Nete konnte mich nicht vollständig überzeugen, zu naiv sind stellenweise ihre Handlungen, obwohl man das jugendliche Alter bedenken muss, zu dem der Hauptteil ihrer Erzählung spielt. Dennoch ist das Buch gerade im Hinblick auf die Weiterentwicklung im privaten Bereich der Ermittler ein Muss für die Fans des Autors. Von mir erhält dieser Krimi 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde. 
 Naburas Rezension zum Buch findet ihr hier: Klick!

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