Mittwoch, 1. November 2017

[Rezension Hanna] Eisige Gezeiten. Falling Kingdoms 4 - Morgan Rhodes


Eisige Gezeiten. Falling Kingdoms 4
Autorin: Morgan Rhodes
Übersetzer: Anna Julia Strü
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Goldmann
Die Reihe

Falling Kingdoms

Band 1: Flammendes Erwachen (Rezension)
Band 2: Brennende Schwerter (Rezension)
Band 3: Lodernde Macht (Rezension)
Band 4: Eisige Gezeiten
Band 5: ? (engl. Cristal Storn, 2016)
Band 6: ? (engl. Immortal Reign, vsl. 2018)

Inhalt
In Mythica bringen sich die verschiedenen Parteien im Kampf um Macht in Position. Alle vier Essenzen wurden eingefordert und jede befindet sich in der Hand einer anderen Person. Doch wie entfesselt man ihre Kraft? Das ist bisher nur Lucia gelungen, die nach dem Tod ihres Geliebten von Trauer und Wut getrieben ein neues Ziel verfolgt. Magnus und Cleo treffen unterdessen in Limeros ein, wo sie ihre jeweils nächsten Schritte planen. Werden sie dabei miteinander oder gegeneinander arbeiten? König Gaius sticht mit einem geheimen Plan in See, und auch Amara verfolgt in Kraeshia ihre eigene Agenda. Wer wird die Oberhand gewinnen?

Meinung
Mit „Eisige Gezeiten“ ist nun der vierte Band der Falling Kingdoms-Reihe erschienen, die voraussichtlich sechs Bände umfassen wird. Die Wartezeit war mit anderthalb Jahren seit dem letzten Band wieder recht lang, aber ich freue mich, dass es noch weitergeht. Ich musste deshalb erst ein wenig im dritten Band blättern, um die Erinnerung aufzufrischen und in den vierten Band eintauchen zu können. Dort geht es nach einem kurzen Prolog, in dem man noch einmal das Wichtigste über die Kristallkugeln mit Elementarmagie erfährt und ein kleines Geheimnis gelüftet wird, schwungvoll weiter.

Auch dieser Band bietet wieder eine Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven. Erneut begleitet man Cleo, Magnus, Lucia und Jonas. Zusätzlich kommen nun Amara und Felix zu Wort, die dem Leser schon bekannt sind und die diesmal eine größere Rolle spielen, während andere Charaktere wie Nic und Lysandra ein wenig in den Hintergrund treten. Das brachte frischen Wind in die Geschichte sowie neue Einblicke und Erkenntnisse, die dem Leser bislang vorenthalten wurden. Besonders spannend fand ich, was die vier Personen, die jeweils eine Kugel mit Elementarmagie in ihren Besitz gebracht haben, damit machen. Lucia konnte bislang als einzige die Macht entfesseln. Sie hat nach den jüngsten Ereignissen eine dramatische Wandlung durchgemacht und als Leser erlebte ich mit, welche erschreckenden Konsequenzen die Entfesselung tatsächlich hat.

Die anderen Besitzer der Kugeln nutzen diese vor allem, um sich in eine strategisch gute Position zu bringen. Dabei geht der Blick erstmals auch über die Grenzen Mythicas hinaus, denn nicht weit entfernt lauert ein mächtiger Herrscher, der zu einem gefährlichen Feind werden könnte. Diese neue Bedrohung hat mich allerdings nicht voll überzeugt, da mir hier alles zu schnell ging und es zu dramatischen Szenen kommt, die durch die Naivität der Beteiligten überhaupt erst entstehen konnten. Auch in Mythica irritierte mich so manches Mal die Leichtgläubigkeit der Charaktere, während ich es weiterhin gelungen fand, dass niemand eindeutig gut oder böse ist, sondern alles eine Sache der Perspektive ist. Während die Charaktere zu Beginn des Bandes vor allem Erkundungen einholen, beobachten und Pläne schmieden, wird es mit der Zeit wieder actionreicher. Nach einem ersten Spannungshighlight steht die große Frage im Raum, was das für die ganze Welt bedeutet. Weitere dramatische Momente erhielten meine Neugier bis hin zu einem wichtigen Kampf am Ende, durch den sich die Machtverhältnisse erneut verschieben. Der fünfte Band ist in Englisch schon erschienen, weshalb ich hoffe, dass die Übersetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Fazit
In „Falling Kingdoms: Eisige Gezeiten“ geht das Ringen um die Macht über Mythica und die Magie weiter. Die Essenzen sind gefunden, doch nur Lucia ist die Entfesselung bislang gelungen. Es war wieder interessant, die verschiedenen Charaktere auf ihrem Weg durchs Land und nun auch darüber hinaus zu begleiten. Dramatische Momente und kleine Überraschungen hielten die Spannung aufrecht, doch einige Charakteren verhielten sich für meinen Geschmack zu leichtgläubig. Wer die Reihe kennt, der sollte sich auch diesen vierten Band nicht entgehen lassen, auch wenn ein gewisses Mitten-in-der-Reihe Gefühl nicht ausbleibt. Allen anderen, die Lust auf eine temporeiche High Fantasy-Reihe haben, empfehle ich, die Reihe mit dem ersten Band, „Flammendes Erwachen“, zu beginnen!


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