Samstag, 29. September 2012

Rezension zu Angelika Schwarzhuber - Liebesschmarrn und Erdbeerblues

Auf der Suche nach der weiß-blauen Liebe




 ~ Inhalt ~


Als Michi Lene mit einem bayrischen Liebesgeständnis überrascht, flieht sie Hals über Kopf zu ihrer Freundin Claudia. Gemeinsam mit ihr versucht sie herauszufinden, was sie zu dieser Flucht veranlasst hat und kommt zu dem Schluss: Sie konnte das Liebesgeständnis nicht erwidern, weil es in Bayern dafür keine passenden Worte gibt! Doch Claudia möchte ihr beweisen, dass es die Liebe auf bayrisch gibt. Und so erscheint am nächsten Tag in der Zeitung ein großer Artikel mit Lenes Behauptung. Dieser spaltet die bayrische Nation. Plötzlich soll Lene nicht nur einen Ratgeber schreiben, sondern zieht auch die Aufmerksamkeit einiger recht attraktiver Männer auf sich. Wird sie unter ihnen ihre weiß-blaue Liebe finden?

~ Meinung ~


Das Cover ist ein echter Hingucker. In hellblau mit rosa Verzierungen zieht es definitiv die (weiblichen) Blicke auf sich. Ich gebe zu, dass ich allein deshalb überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden bin. Wie nicht nur die Aufmachung, sondern auch der Titel andeutet, erwartet die Leserin eine durch und durch bayrische Liebesgeschichte.

Der Einstieg in diese Geschichte ist gut gelungen. Sie beginnt gleich mit Lenes Flucht und ihrer Behauptung, dass es keine bayrischen Worte für „Ich liebe dich“ gibt. Schnell findet sie sich zwischen den Fronten wieder und die Ereignisse in ihrem Leben beginnen, sich zu überschlagen. Zahlreiche Männer buhlen um Lenes Gunst, und auch als Leserin hatte ich schnell meinen Favoriten, mit dem ich Lene gerne zusammensehen wollte.

In zahlreichen amüsanten, romantischen oder auch skurrilen Situationen lernt Lene ihre Verehrer kennen und versucht, ihre große Liebe zu finden. Meist konnte mich dies gut unterhalten, gelegentlich störte mich jedoch Lenes naives Verhalten gegenüber Männern. Bis jetzt frage ich mich außerdem, was für ein Problem Lene eigentlich mit ihrer Körbchengröße hat, denn diese wird im Buch mehr als einmal erwähnt.

Das Bonusmaterial im Buch soll nicht unerwähnt bleiben. Einige Sätze im Buch sind auf bayrisch, und daher findet die Leserin im Umschlag einen bayrisch-deutschen Vokabeltrainer, der mir beim Verständnis einiger Begriffe weitergeholfen hat. Die Rezepte, die in der Geschichte erwähnt werden, sind außerdem hinten im Buch abgedruckt. Ich bin zwar keine große Köchin, doch durch die Zutatenlisten konnte ich mir in etwa vorstellen, was überhaupt in den Gerichten enthalten ist, die im Buch verspeist werden.

Insgesamt ist „Liebesschmarrn und Erdbeerblues“ eine leichte, amüsante Lektüre für zwischendurch. Der Autorin ist es gut gelungen, die bayrische Atmosphäre einzufangen und mit der Geschichte um Lenes Suche nach der großen Liebe zu verbinden. Als lockeren Liebesroman kann ich das Buch an alle Leserinnen weiterempfehlen!


~ Weitere Informationen zum Buch ~


Taschenbuch: 352 Seiten
Preis: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2012
Verlag: Blanvalet (Verlagsseite)
Buch direkt bestellen? Hier klicken!

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

 





Freitag, 28. September 2012

Rezension zu Ellen Sussman - An einem Tag in Paris

Dieses Buch habe ich bei einem Gewinnspiel auf lovelybooks.de gewonnen, bei dem es darum gin anhand von Fotos "sein" Paris zu zeigen. Vielen Dank an lovelybooks! Unter der Rezi findet ihr ein von meinen Bildern zu Paris.

Titel: An einem Tag in Paris
Autorin: Ellen Sussman (wohnt in Kalifornien)
Erscheinungsdatum: 10.09.2012
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Verlag: Limes Verlag
ISBN: 9783809026037
Preis: 16,99 Euro
Der Roman „An einem Tag in Paris“ der Autorin Ellen Sussman ist im Limes Verlag als Hardcover erschienen und umfasst 287 Seiten mit fünf Kapiteln, einer Danksagung der Autorin und einem Interview bei dem Ellen Sussman zehn Fragen beantwortet. Der Schutzumschlag des Buchs ist passend zum Titel gestaltet.
Die Geschichte erzählt von drei Französischlehrern in Paris. Der Leser begleitet jeden der drei mit einem amerikanischen Schüler in Episoden über einen Unterrichtstag hinweg. Jeder der drei Lehrer bevorzugt als Unterrichtsmethode die Vermittlung der Sprachkenntnisse  durch Anwendung im realen Leben also beim Shoppen, bei einem Besuch im Café oder auch im Museum. Morgens treffen die drei Lehrer sich zunächst in einem Café um kurz über den bevorstehenden Tag zu sprechen. Sie verabreden sich für den Abend. aber noch steht jedem von ihnen einige Stunden Unterricht bevor, die eventuell zu einer Änderung ihrer Tagesplanungen führen könnten.
Das Gemeinsame der drei Episodengeschichten ist eigentlich nur, dass sie in Paris an einem Tag spielen und die Hauptpersonen dabei jeweils ein Lehrer-Schüler paar sind. Doch die Geschichten schweifen weit ab von Paris und das Hauptaugenmerk liegt auf der Vergangenheit der Schüler in Amerika und der Darstellung der Ereignisse aus Sicht der Schüler wie es zu dem Aufenthalt in Paris gekommen ist. Vor jedem der drei mittleren Kapitel ist ein Stadtplan aufgezeichnet, anhand dessen der Leser den Weg des Paars durch die Stadt nachvollziehen kann. Einige Sehenswürdigkeiten habe ich hier allerdings vermisst. Gerne wäre ich beispielsweise zum Stöbern in die Galerie Lafayette gegangen, die Stufen zu Sacre Coeur hochgestiegen oder hätte den Künstlern am Montmartre zugesehen. Stattdessen schweift irgendwann jede Episode vom Pariser Alltag ab in die Intimsphäre der Lehrer und/oder Schüler in der Gegenwart oder auch als Rückblick. Die Schilderungen der Französischschüler, die einen großen Teil des Romans ausmachen, spielen dabei fast ausschließlich in Amerika. Hier geht es nicht um Liebe, hier geht es um Leidenschaft, um Affären. Insgesamt  sind diese Erzählungen sehr gefühlvoll beschrieben. Der Anteil der Geschichte, der in Paris spielt, fängt die Atmosphäre dort sehr gut ein. 

Mittwoch, 26. September 2012

Rezension zu Stefanie Ross - Fatale Bilanz

Ein Bankmanager gerät ins Visier der Ermittlungen



 ~ Inhalt ~


Auf dem Hamburger Rödingsmarkt werden Schüsse auf den Bankmanager Joachim Kranz abgegeben. Auch zwei Polizisten sind zufällig vor Ort, können den Schützen aber nicht finden. Übernommen wird der Fall von Sven Klein, der im Wirtschaftsdezernat des Hamburger LKA arbeitet. Kurze Zeit später fällt ihm vor dem Haus des Managers eine Frau auf, die mit ihrer Hand imaginäre Schüsse abgibt. Sie stellt sich als ehemalige Mitarbeiterin Kranz‘ heraus, die allen Grund hat, ihren Ex-Chef zu hassen. Rasch von jeglichem Verdacht befreit, bietet sie ihre Mithilfe an. Auch die Arbeit ihres Mannes, der als Wirtschaftsprüfer auf der Suche nach Unregelmäßigkeiten in einer Reederei ist, führt bald zu der Bank, in der Kranz arbeitet. Bald laufen alle Fäden zusammen…

~ Meinung ~


Auf 340 Seiten hat Stefanie Ross einen temporeichen Krimi geschaffen, in dem ein Höhepunkt auf den nächsten folgt. Zu Beginn existieren zahlreiche Handlungsstränge, welche sich jedoch im Verlaufe des Romans zu einem verdichten, der es in sich hat: Immer stärker geraten die Ermittler selbst ins Visier der Kriminellen. Es kommt zu spannenden Szenen, zwischen denen nicht viel Zeit zum Verschnaufen bleibt!

Trotz des mittleren Buchumfangs tauchen in diesem Buch zahlreiche Charaktere auf, vor allem auf der Seite der Ermittler. Diese sind alle grundverschieden, und so kommt es auch zwischen den verschiedenen Charakteren, die an der Aufklärung des Falls beteiligt sind zu Reibereien, Missverständnissen und Geheimnissen. Dies führte oft zu amüsanten Szenen, welche die Handlung stark aufgelockert haben. Stellenweise hatte ich allerdings aufgrund der Masse der Charaktere meine Mühe, mir zu merken, welcher Charakter welchen Hintergrund hatte und in welchen Beziehungen alle zueinander stehen. Außerdem fand ich es wenig nachvollziehbar, dass in bedrohlichen Situationen einige Charaktere, die über keine offiziellen Befugnisse verfügen, mitgenommen wurden und ihre Handlungen damit in Richtung Selbstjustiz gingen. Die Seite der Verdächtigen und Kriminellen hingegen ist recht übersichtlich gestaltet und die Hierarchie der Personen konnte gut nachvollzogen werden.

~ Fazit ~


„Fatale Bilanz“ ist ein temporeicher und spannender Hamburg-Krimi. Das Thema Wirtschaftskriminalität wird verständlich erklärt, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, sodass die Spannung im Vordergrund steht. Zahlreiche Charaktere sorgen für Abwechslung und verursachen amüsante Reibereien. Insgesamt kann ich das Buch daher nicht nur an Hamburg-Fans weiterempfehlen, sondern auch an all die, die sich für einen Kriminalroman interessieren, der im Wirtschaftsmilieu spielt. 



~ Weitere Informationen zum Buch ~


Broschiert: 344 Seiten
Preis: 12,00 Euro
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2012
Verlag: Sutton Verlag


Dienstag, 25. September 2012

Rezension zu Manfred Böckl - Der Bayerische Hiasl: Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr

Mein Dank geht an den Sutton Verlag für das zur Verfügung stellen dieses historischen Romans!

Titel: Der Bayerische Hiasl- Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr
Autor: Manfred Böckl
Erscheinungsdatum: 16.08.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Sutton Verlag
ISBN: 9783954000364
Preis: 12,00 Euro

Der historische Roman „Der Bayerische Hiasl“ von Manfred Böckl ist als Taschenbuch im
Sutton Verlag erschienen und umfasst 347 Seiten inklusive Prolog, 25 Kapiteln, Epilog und Glossar. Der Autor erzählt entsprechend dem Untertitel „Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr“, kurz Hiasl oder auch nach seinem Elternhaus „Brentan-Hiasl“ genannt. So teilt sich der Roman einerseits in die Beschreibung des Kindes und Jugendlichen als Sohn eines Gemeindehirten und andererseits in die Erzählung wie Hiasl zum Wildschützen und Vogelfreien wurde. Auf dem Cover ist der Protagonisten mit seinem Hund abgebildet, basierend auf einem zeitgenössischen Kupferstich. Im Glossar findet sich eine ganze Anzahl Erklärungen zu speziell im bayrischen benutzten sowie altertümlichen Bezeichnungen. Das Verzeichnis hätte aber noch ausführlicher sein können.
Matthäus Klostermayr, der „Hiasl“ wurde 1736 in Kissing (Bayern) geboren. Sein Vater war Gemeindehirte und half im Herbst und Winter einem befreundeten Herrschaftsjäger, der in Diensten der Jesuiten der Hofmark Kissing stand, bei der Jagd. Bereits als Kind erfuhr der Hiasl so, dass die Jagd sehr nützlich sein kann, denn auch der Jäger erhält in der Regel ein Stück der Beute für sich. Für seine Hilfe im Elternhaus erlaubt ihm der Vater ihn und seinen Freund zu begleiten. Er hat Talent und wird schnell durch seine präzisen Schüsse und seine Jagdmethoden bekannt, so dass er aufgrund der Fürsprache des Herrschaftsjägers mit 16 Jahren zum Klosterjäger und Gutsknecht vom Schlossgut Mergenthau wird. Dort wird er aber aufgrund eines groben Scherzes, den er sich mit einem Pater erlaubt nach zweieinhalb Jahren entlassen und die Jagd wird ihm untersagt. Er findet eine Anstellung als Knecht bei einem Großbauern mit dem er aber in Streit gerät nachdem er mit dessen einziger Tochter und Gutserbin ein Verhältnis begonnen und sie schließlich geschwängert hat. Von Werbern des bayrischen Kurfürsten wird er durch einen Trick zur Armee verpflichtet, kann jedoch nach kurzer Zeit bereits fliehen. So beginnt das Leben als Vogelfreier und die Verfolgung des Matthäus Klostermayr. Immer wieder entzieht sich Hiasl seinen Häschern, oft sogar sehr knapp. In einer Wildererbande, der er sich zunächst anschließt, kommt es zum Streit mit dem Anführer. Doch nach einiger Zeit, die er alleine jagend verbringt, beschließt er eine eigene Bande aufzubauen, der sich immer mehr Wilderer anschließen. Doch es bleibt nicht bei der Wilderei, sondern die Bande verfolgt auch jede Verleumdung gegen eines der Mitglieder, bis dass es schließlich zum Mord kommt. Da es sich um die Darstellung einer historisch verbürgten Person handelt, ist das Ende unabänderlich.
Manfred Böckl hat mit dieser Geschichte einen historischen Hintergrund mit seiner Fantasie sehr schön ausgeschmückt. Die ans Moderne angepasste, manchmal deftige Sprache liest sich flüssig. Den Hiasl als Kind stellt der Autor aufgeschlossen, aber als richtigen Lausbub dar. Obwohl er im Laufe der Zeit sich einiger Vergehen schuldig macht, wird er ausschließlich als Opfer der Obrigkeit dargestellt. Adel und Staatsverwalter, vor allem aber den Klerus dagegen stellt der Autor nahezu ohne Ausnahme im negativen Licht dar. Dies ist der dichterischen Freiheit geschuldet. Dadurch bleibt der Protagonist dem Leser auch stets sympathisch. Tatsächlich war der Hiasl auch zu seiner Zeit beliebt, vor allem bei den Bauern, denen er auf Wunsch dabei half, Wildtiere wie zum Beispiel Wildschweine, die die Felder verwüsteten, zu jagen, die die Obrigkeiten gern als schmackhaften Braten auf ihrem Teller sahen. Insgesamt lässt der Autor ein buntes Bild der damaligen Zeit unter Schilderung der Lebensumstände der einfachen Bevölkerung entstehen. 

Rezension zu Cynthia Hand - Unearthly. Heiliges Feuer

Claras Aufgabe ist noch nicht vollendet...




Serie: Unearthly-Trilogie

Band 1: Dunkle Flammen (Rezension)
Band 2: Heiliges Feuer
Band 3: ? (2013)







 ~ Inhalt ~  


(Könnte Spoiler enthalten!)

Der zweite Teil der Unearthly-Trilogie setzt kurz nach den Ereignissen des ersten Bandes ein. Claras muss feststellen, dass sie die erste Vision im Zusammenhang mit ihrer Aufgabe als Engel missinterpretiert und nicht vollständig erfüllt hat. Doch während sie sich noch fragt, ob das nun alles war, taucht eine neue Vision auf: In wenigen Monaten wird sie sich auf einem Friedhof befinden. Doch wer stirbt? Und was ist Claras Rolle in dieser Situation? Gemeinsam mit ihren Freunden versucht sie, mehr über das Engeldasein und ihre Aufgabe herauszufinden.

~ Meinung ~


Das Cover des zweiten Teils ist wie auch schon das erste ein echter Hingucker. Dieses nahezu schwarz-weiße Cover gefällt mir sogar noch besser, da sich so die Haare des Mädchens auf dem Cover (das vermutlich Clara darstellen soll) auffallend vom Hintergrund abheben. Warum der zweite Teil „Heiliges Feuer“ heißt, ist mir jedoch nach wie vor unklar, ich habe im Buch kein Feuer gefunden. Oder soll das ein Synonym für den im Buch so oft erwähnten „Himmlischen Glanz“ sein?!

Dank des recht nahtlosen Anschlusses an die Ereignisse in Teil 1 habe ich schnell wieder in die Geschichte hineingefunden und mich an die verschiedenen Charaktere erinnert, die jedoch nur ganz kurz vorgestellt werden – man sollte den ersten Band unbedingt vorher gelesen haben! Der Haupterzählstrang berichtet vor allem von Claras Versuchen, mehr über ihre Aufgabe und die neue Vision in Erfahrung zu bringen. Von ihrem Engelfreunden erhält sie dabei tatkräftige Unterstützung. Der Alltag mit Schulbesuchen und Freundschaften zu Nicht-Engeln tritt dabei deutlich in den Hintergrund, ihre Treffen mit Tucker bleiben das einzige Erzählenswerte außerhalb der Engelwelt.

Claras Vision zeigt, wie auch schon im Klappentext angekündigt, dass bald jemand sterben wird. Allmählich fokussiert sich die Geschichte auf diesen Aspekt, nach und nach offenbaren sich mehr Details über Claras neue Vision. Ich möchte euch vorwarnen: Es wird ziemlich traurig, damit hatte ich in einem Buch dieser Art nicht gerechnet.  Die Bedeutung und Umstände der Vision werden jedoch plausibel erklärt, was meine Enttäuschung über die dramatischen Züge des Buches etwas mildern konnte.

Die Romantik kommt in diesem Buch trotz allem nicht zu kurz. Erneut findet Clara sich in einem Liebesdreieck zwischen Tucker und Christian wieder. Amüsante Verweise auf Liebesdreiecke in Filmen (insbesondere Twilight) zeigen dabei, dass die Autorin sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Claras Zwiespalt war jedoch nachvollziehbar – oft denke ich in Situationen dieser Art „Entscheid dich jetzt einfach, liebe Protagonistin!“, bei Clara ist das jedoch gar nicht so einfach. Der Leser kann sich in diesem Buch auf romantische Szenen freuen, die manchmal auch ein kleines bisschen kitschig werden, mir aber gefallen haben.

~ Fazit ~


Insgesamt hat der zweite Teil der Unearthly-Trilogie stark an den ersten angeschlossen. Sympathische Charaktere, Claras Suche nach der Bedeutung ihrer Visionen und amüsante sowie romantische Szenen konnten mich überzeugen. Lediglich die Entwicklung des Buches ins Dramatische anstatt ins Spannende habe ich nicht erwartet und war deshalb ein wenig enttäuscht. Trotzdem: Wer Teil 1 gelesen hat und begeistert war, der sollte unbedingt mit diesem Band fortfahren!



~ Weitere Informationen zum Buch ~


Taschenbuch: 400 Seiten
Preis: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2012
Verlag: rororo

~ Dank ~

Vielen Dank an rororo für dieses Rezensionsexemplar!


Sonntag, 23. September 2012

Rezension zu Josephine Pennicott - Dornentöchter

Das Rezensionsexemplar zu "Dornentöchter" habe ich auf vorablesen.de gewonnen, hierfür vielen Dank an den List Verlag.



Titel: Dornentöchter
Autorin: Josephine Pennicott
Erscheinungsdatum: 14.09.2012
Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
Verlag: List Verlag

ISBN: 9783471350867
Preis: 19,99 Euro

Der Roman „Dornentöchter“ von Josephine Pennicott ist als Hardcover im Listverlag erschienen und umfasst 396 Seiten inklusive Prolog, 26 Kapitel, Epilog, Anmerkungen und Danksagung der Autorin. Das Cover ist mit dem in zarten Farben gehaltenen blumen- und vogelverzierten Schutzumschlag, sehr schön gestaltet, jedoch erschließt sich mir nicht der Zusammenhang zwischen Titel, Cover und Erzählung mit der Ausnahme, dass ein solches Haus wie es der Ausschnitt des Schutzumschlags zeigt, der Haupthandlungsorts des Buches sein könnte.
Der Prolog spielt im Jahr 1936. Pearl, eine Kinderbuchautorin, wohnt mit ihrem Mann Maxwell und ihren beiden 9 und 7 Jahre alten Kindern seit geraumer Zeit im Poet’s Cottage in Pencubitt (Tasmanien). Ihre ältere Tochter Thomasina beobachtet an einem Tag, an dem sich ihre Mutter wieder einmal zum Schreiben zurückgezogen und ihre Töchter angewiesen hat sie nicht zu stören, wie ihre Mutter ermordet wird. Offensichtlich kann sie dieses Erlebnis nicht in Worte fassen und hält den Mörder für den tasmanischen Teufel der laut ihrer Mutter im Keller hausen soll und mit dem ihre Mutter den Kindern immer Angst gemacht hat. Die Erzählung selbst beginnt in der Gegenwart mit dem Einzug der Schriftstellerin Sadie, der Enkelin von Pearl, die mit ihrer Tochter Betty von Sydney kommend ins Poet’s Cottage zieht. Pencubitt ist auch ca. 75 Jahren nach dem Mord an Pearl noch ein kleiner Touristenort an der Küste in dem jeder Einwohner den anderen kennt. Schnell erhält Sadie  Kontakt zu Birdie, einer Freundin ihrer Großmutter und langjährige Lebensgefährten ihres verwitweten Großvaters , die Jahre zurückliegend eine Biographie über Pearl geschrieben hat. Von ihr erhält sie das ursprüngliche Manuskript zu diesem Buch, das weit über den Text der veröffentlicht wurde hinausgeht. Neben den aktuellen Problemen in der Gegenwart wie z.B. die überstandene Magersucht der Tochter und der unerfreulichen Trennung von ihrem Mann sowie dem Tod der Mutter, versucht sie zu ergründen wie es zum Mord an ihrer Großmutter gekommen ist.
Es passiert mir äußerst selten, aber zu diesem Buch habe ich keinen rechten Zugang gefunden. Die Anzahl der handelnden Personen bleibt überschaubar. Jede der Charaktere hat für sich etwas eigenes, wird mir aber dennoch nicht vertraut, da diese Ecken und Kanten bei einer Person hauptsächlich eher unerwünscht sind. Pearl ist so exzentrisch und gemein im Umgang vor allem mit ihrer älteren Tochter, dass man sich fragt,  wieso sie überhaupt Freunde hat.
Auch das gehütete Familiengeheimnis habe ich gesucht und nicht gefunden, es sei denn, es besteht, ohne zu viel verraten zu wollen, in einer architektonischen Besonderheit vom Poet’s Cottage. Das Geheimnis kann nicht darin bestehen, dass Pearl einen lockeren Lebenswandel hatte, denn dies war in ganz Pencubitt bekannt. Aber vielleicht besteht es auch darin, dass Thomasina den Mord beobachtet hat und nun im hohen Alter beschließt die Erlebnisse zu verarbeiten und zum ersten Mal mit ungefähr 84 Jahren über dieses Ereignis spricht und so auch der Mord am Rande aufgeklärt werden kann. Unverständlich blieb mir auch wieso Birdie eine Freundschaft zu der, im Buch immer wieder betont wunderschönen, sie ständig herabputzenden Pearl aufrechterhalten konnte und wieso sie sich zu Pearl’s Mann hingezogen fühlte, trotz dass er verheiratet war und sie um eine weiter Liebesbeziehung wusste.
Obwohl es sich hier doch auch um eine Familiengeschichte handelt bleiben die Verwandtschafts untereinander merkwürdig statisch. So entsteht beim Lesen der Eindruck, dass die Personen die miteinander befreundet sind sich näher stehen wie die Verwandten. Die Kindheit von Pearl die zu ihrer Egozentrik und eventuell zum Mord geführt haben könnte wird nur ganz kurz angerissen. Das Leben ihrer beiden Töchter nach ihrem Tod wird nur am Rande abgehandelt. Maxwell erscheint zwar als Ehemann von Pearl und Lebensgefährt von Birdie, aber nie als Großvater. Das Mystische an diesem  Roman besteht in dem Abhalten einer Séancesitzung, deren Prophezeiung sich zwar erfüllt, der Leser aber zum Ende eine Klärung erfährt, dem Geisterspuk in Häuser, der sich aber entweder aufklärt oder Geisterglauben der Einwohner und damit einer Touristenattraktion unterstellt werden kann und einem Space Clearing. Zum Abschluss der Geschichte wird noch ein bekanntes, schönes Gedicht von Henry Scott-Holland verhunzt und bleibt, vielleicht auch deshalb ohne Nennung des Autors.

Rezension zu Will Hill - Department 19 - Die Mission

Auf der Jagd nach den ältesten Vampiren der Welt



~ Inhalt ~


Mit 14 Jahren muss Jamie mitansehen, wie sein Vater getötet wird. Angeblich hat er geheime Informationen von seiner Arbeit im Verteidigungsministerium verkaufen wollen. Für Jamie und seine Mutter folgen ständige Umzüge. Zwei Jahre später wird Jamie jedoch von Wesen angegriffen, von denen eines seine Mutter entführt. Er selbst wird von Frankenstein gerettet, der ihm nicht nur mitteilt, dass seine eigene Geschichte real ist, sondern dass auch übernatürliche Wesen wie Vampire existieren. Er bringt ihn in die Basis des Departments 19, einem Ministerium, das sich mit allen übernatürlichen Vorkommnissen beschäftigt. Dort erfährt er alles Wissenswerte über die Vampirjagd. Gemeinsam mit Frankenstein und dem Vampirmädchen Larissa versucht er, seine Mutter zu finden. Doch Alexandru, der Entführer, hat seine eigenen Pläne.

 ~ Meinung ~


In die Geschichte habe ich dank eines flüssigen Schreibstils und vieler kurzer Kapitel zu Beginn schnell hineingefunden. Die Schilderung, wie Jamie von der Existenz der Vampire erfährt, ins Department 19 gebracht wird und somit in eine völlig neue Welt eintaucht, hat mir sehr gut gefallen. Anschließend verliert die Geschichte allerdings etwas an Stärke: Jamie entwickelt sich in rasantem Tempo zum Superheld, der über ungeahnte Fähigkeiten verfügt, sich allerdings an keine einzige der im Department geltenden Regeln hält und damit trotzdem ungeahndet davonkommt. Die Suche nach seiner Mutter gestaltet sich trotzdem als spannend und wird von Fehlschlägen geprägt, die auf einen Verräter in den eigenen Reihen hinweisen. Den Leser erwartet schließlich ein spektakulärer Showdown, der mir persönlich jedoch zu blutrünstig war.

Regelmäßig wurde die Handlung von Rückblicken unterbrochen, welche die Gründung des Departments und die Geschichte von Jamies Vorfahren näher beleuchten. Sie lieferten interessante Hintergrundinformationen zur Geschichte und ließen den Leser den gegenwärtigen Stand des Department 19 besser verstehen.

~ Fazit ~


Das Buch beginnt stark und spannend, schwächelt mit fortlaufender Handlung jedoch zunehmend. Einige Szenen fand ich nur schwer nachvollziehbar. Die Idee und Ausgestaltung des Department 19, in die Jamie eingeführt wird, hat mir insgesamt jedoch gut gefallen. Wer genug von vegetarischen Vampiren hat und lieber endlich wieder böse Vampire sehen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen.



~ Weitere Informationen zum Buch ~


Broschiert: 496 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3785760809
ISBN-13: 978-3785760802

~ Dank ~

Vielen Dank an Bastei Lübbe für dieses Rezensionsexemplar!