Donnerstag, 24. Mai 2012

Rezension zu Edgar Rai - Wenn nicht, dann jetzt


Titel: Wenn nicht, dann jetzt
Autor: Edgar Rai
Erscheinungsdatum: 21.05.2012
Buchausgabe: Klappenbroschur
Verlag: rütten & loening
ISBN: 9783352008283
Preis: 16,99 Euro
 

Das Buch „Wenn nicht, dann jetzt“ von Edgar Rai erscheint als Klappenbroschur bei rütten&loening und umfasst 24 Kapitel auf 254 Seiten. Die Kapitel sind nach Schauplätzen nochmals gedrittelt. Das Cover zeigt einen Verkaufswagen an einem Sandstrand mit kleiner Sitzecke davor. Am Verkaufsangebot „gelato“ erkennt der Leser wo ein Teild er Geschichte spielen wird: nach Italien. Abgerundet wird die Darstellung von einem Wölkchenhimmel im oberen Bereich und einem sympathisch lächelnden Autor auf dem Bild auf der Rückseite. Entsprechend dazu verheißt der Klappentext eine „liebevoll chaotische Sommerkomödie“, das Richtige also für lauschige Sommerabende oder als Strandlektüre, aber nicht nur.
Jan Bechstein, Klavierhändler, ist Mitte Vierzig und hält Rückschau auf das bisher Erreichte – und er ist absolut unzufrieden mit sich selbst. Eines wird ihm klar: den größten Fehler seines Lebens hat er gemacht, als er seine (inzwischen Ex-) Frau Sergija und seine Tochter Mia vor 15 Jahren verlassen hat. Seine Ex-Frau möchte erneut heiraten. Es stellt sich die Frage, warum die Liebe zu Sergija neu bei ihm entflammt und er sie daher nun unbedingt zurück gewinnen will, denn eigentlich hat er seit acht Monaten eine feste Freundin. Mit seiner Tochter Mia fährt er immerhin in Erfüllung seiner Vaterpflicht jedes Jahr für zwei Wochen in Urlaub, immer an den gleichen Ort. Doch die inzwischen 16-jährige Mia steckt selbst im Gefühlstrubel und mag nunmehr selbst ihr Leben in die Hand nehmen, wozu gehört, dass sie nicht mehr mit Jan den Standardurlaub machen möchte. Diese Umstände bildet den Ausgangspunkt für die Story.

Edgar Rai ist ein guter Beobachter und weiß mit kleinen Details Situationen liebevoll auszugestalten. Sicher sind einige Erzählzutaten übertrieben dargestellt, wie z.B. die Notlandung, jedoch hat dies für den Hergang der Erzählung keine grundlegende Bedeutung, so dass es nicht kitschig sondern fantasiereich wirkt. Zunächst sieht es aus, als ob der Charakter Jan in seiner Beziehung zu Frauen ein Schuft ist, doch dadurch, dass der Leser auch die Gedanken Jans mitunter teilen darf, gewinnt nicht nur die Geschichte an Tiefgang sondern auch Jan an Sympathiepunkten bis man ihn sogar vor den Frauen in Schutz nehmen möchte. Eine humorvolle, locker erzählte Geschichte, die an keiner Stelle langweilig ist und daher schnell zu lesen und unterhaltend.

Freitag, 18. Mai 2012

Rezension zu Noemi Jordan - Tal der Tausend Nebel

Dieses Buch habe ich über vorablesen.de erhalten. Die Autorin Nicole Houwer, die sich hinter dem Pseudonym Noemi Jordan verbirgt, hatte dort angefragt, ob jemand Lust hätte ein Buch aus dem Genre love & landscape zu rezensieren. Klar hatte ich Lust. Vielen Dank für das Buch! Die Autorin hat es selbst verschickt. Es hat mir sehr gut gefallen - siehe unten.


Titel: Tal der Tausend Nebel
Autorin: Noemi Jordan
Erscheinungsdatum: 01.03.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 9783492273831
Preis: 9,99 Euro


Das Buch „Tal der Tausend Nebel“ von Noemi Jordan ist als Taschenbuch im Piper Verlag erschienen. Der Autorenname ist ein Pseudonym für eine in München geborene und dort heute ansässige Autorin. Es umfasst 462 Seiten. Der Roman ist unterteilt in einen Prolog und 22 Kapiteln. Eigentlich sind es gleich zwei Liebesgeschichten, die mystisch ineinander verwoben entweder in der Gegenwart oder in der Zeit kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts spielen.
Das Cover kommt ohne weiteren Schmuck wie z.B. erhabeneBuchstaben oder Glanz aus, allein der Kontrast der Farben gewinnt das Auge des Betrachters. Im oberen Teil sind rosa Plumeriablüten, auch Frangipaniblüten genannt, stilisierte Zeichnungen dieser Blume auf violetten Hintergrund als Fortsatz des Himmels der sich hinter einer grünen Insel im türkisfarbenen Wasser im unteren Bereich des Covers abzeichnet. Die Umschlaggestaltung verweist gleich auf einen romantischen Roman, der in einer traumhaften Landschaft spielen wird.
„Tal der Tausend Nebel“ ist eine Familiensaga, die um die Protagonistin Elisa herum aufgebaut ist. Elisa trifft nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter zusammen auf Kauai, einer hawaiischen Insel, ein, wo ihr Vater gemeinsam mit seinem Bruder Besitzungen hat, deren Erbe sie nun antreten soll. Gleich bei ihrer Ankunft geschieht ein Unglück und sie wird von einem Hai gebissen. Der junge Hawaiianer Kelii rettet und pflegt sie. Doch Liebe zwischen Einheimischen und Eingereisten ist nicht gerne gesehen, auch von Seiten der Hawaiianer nicht. Außerdem wurde Elisa von ihrem Onkel im Sinne wirtschaftlicher Gewinne an einen Kolonialherrn versprochen. Doch Elisa spürt noch eine andere Kraft in sich, über die sie sich klar werden muss.
Im Prolog des Romans lernt der Leser Maja, eine Deutsche mit hawaiianischen Wurzeln und Keanu, von Kauai stammend, kennen. Beide lernen sich auf einem Lehrerseminar für internationale Bildung in Frankreich kennen. Eigentlich sind beide anderen Partner bereits versprochen, doch bei einem Tauchgang im Meer entdeckt Maja eine Seite in sich die sie über einen Talisman Keanus in die Vergangenheit hin zu Elisa führt.
Man möchte immer Weiterlesen um all die Verbindungen zwischen Elisa/Kelii und Maja/Keanu zu finden. Der Leser wird entführt in eine Welt aus Liebe und Vertrauen, aber auch Hass und Rache. In der Gegenwartgeschichte von Maja und Keanu weiß sie die Zuneigung der beiden mit ihren Gewissenskonflikten glaubhaft in Szene zu setzen. Auch wenn man von der Erzählung über Maja und Keanu wieder ein Stück Vergangenheit von Elisa erfährt, bevor der Roman endet, bleibt der Spannungsbogen durch die zweite Liebesgeschichte erhalten.
Die Autorin versteht es die exotischen Flora und Fauna so für den Leser zu beschreiben, dass er sich in die hawaiianische Welt hineinversetzt fühlt. Nebenbei erfährt der Leser auch von den Konflikten der Ureinwohner Hawaiis mit den Einwanderern, die es verstanden sich das Land zu nehmen. Dieser Konflikt schwelt bis heute. Besonders faszinierend waren die Einblicke in die Riten und Legenden der Hawaiianer, allem voran die Heilkünste der Kahuna, die meiner Meinung nach gut recherchiert waren.
Greifbar wird der Roman für Leser, die einen Sinn für das Mystische und Übersinnliche mitbringen. Mich hat die Geschichte sehr gut unterhalten. Sie war flüssig zu lesen, romantisch und spannend.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Rezension zu Marie Matisek - Nackt unter Krabben


Titel: Nackt unter Krabben: Ein Küsten-Roman
Autorin: Marie Matisek
Erscheinungsdatum: 16.04.2012
Buchausgabe: Klappenbroschur
Verlag: Listverlag
ISBN: 9783471350744
Preis: 14,99 Euro

Das Buch „Nackt unter Krabben“ mit dem Untertitel „Ein Küsten-Roman“ der Autorin Marie Matisek ist als Klappenbroschur mit 267 Seiten im Listverlag erschienen. Den Preis finde ich für die wenigen Seiten recht hoch angesetzt. Auf dem Cover kann man nicht nur den Autorennamen und den Buchtitel in glänzenden Buchstaben erfühlen, sondern auch das erhabene Herz, in dem eine Strandbesucherin lesend sitzt. Klappt man die Broschur auf, findet sich eben jenes Herz auch dort mittig in der Strandlandschaft. Ich mag das Cover, das gut zur Buchgeschichte passt. Allerdings hätte ich als Gestalter noch einen Strandkorb irgendwo positioniert. Der Titel ist fantasiereich und bezieht sich nicht direkt auf die Geschichte, sondern weckt bei mir als Leser die Erwartung auf einen sommerleichten (Urlaubs-) Lesespass. Meine Erwartungen wurden bis etwa zur Mitte des Buches nicht enttäuscht bis dunkle Wolken, nicht nur wörtlich zu nehmen, aufzogen, doch dazu gleich mehr.

Zu Beginn der Geschichte lernt der Leser Sten Thomsen kennen, einen Strandkorbverleiher auf Heisterhoog. Er liegt im Krankenhaus weil er einen Herzinfarkt hatte. Während des Besuchs seines größten Widersachers Hubert von Boistern verstirbt er. So jedoch erfährt der Leser bereits hier, dass auf Heisterhoog nicht alles heile Welt ist, sondern ein Konflikt schwelt. Sten hat seinen Besitz entgegen den Erwartungen von Hubert von Boistern seinem Neffen Falk vererbt. Falk ist 27 Jahre und studiert seit sieben Jahren in Hamburg, zunächst Germanistik, nach zwei Studienjahren dann Soziologie (und nicht Philosophie wie im Klappentext steht). Da sein betuchter Vater seine Mutter wegen einer anderen Frau verlassen hat als er noch ein Kind war, ist das Verhältnis zu ihm entsprechend getrübt und er weigert sich finanzielle Hilfe von ihm anzunehmen. Daher kommt ihm nun das Erbe zwecks als Einnahmenquelle sehr recht. Nach einem heftigen Streit mit seiner Freundin, die unbedingt im indischen Ozean auf einer Insel urlauben möchte, entschließt er sich das Erbe anzunehmen. Fast jedes Jahr hat Falk zusammen mit seiner Mutter bei Sten, einem älteren Bruder seines Vaters, Urlaub gemacht. Jedoch ist er völlig planlos als er auf der Insel ankommt und freut sich über die Hilfe des debilen Nille, der seinem Onkel stets zur Hand gegangen ist. Er hätte nicht damit gerechnet, dass so viel Arbeit auf ihn wartet: die Strandkörbe müssen nicht nur vermietet, sondern auch in den unterschiedlichen Strandzonen entsprechend der Wünsche der Mieter positioniert werden. In diesem Chaos verliebt sich Falk in eine, nach seiner Meinung, wunderschöne Frau und kommt dieser auch näher, mehr möchte ich nicht verraten. Er lernt die Inselbewohner kennen und bemerkt, dass diese sich bei einem Thema nicht einig sind. Zunächst lässt er sich jedoch nicht in den Konflikt hineinziehen. Seine Mutter kommt zu Besuch und die beiden verleben auf der Insel ein unbeschwertes Wochenende. Allerdings bekommt er dann Probleme und diese nicht zu knapp …

Marie Matisek ist eine gute Beobachterin. Ich konnte in der liebevollen Beschreibung der eigentümlichen Urlauber und Inselbewohner so manche Szene wiedererkennen, die ich selbst schon erlebt habe. Auch die Inselbeschreibung ist stimmig, so dass vor meinem Auge teilweise ein richtiger Film ablief. Das Buch lebt von witzigen Situationen, die hauptsächlich durch die Naivität des Protagonisten entstehen, was ich aber typisch für dieses Genre finde. Bis etwa zur Mitte des Buches habe ich mich köstlich amüsiert und hätte mir für die Lesezeit Urlaub und einen Strandkorb auf einer Nordseeinsel gewünscht. Dann jedoch kippte meine Stimmung aufgrund der Geschehnisse, denn nicht nur wettermäßig zog ein Sturm auf und es regnete. Die Autorin beschreibt Falks Lebenssituation als unausweichlich für die Lösung, die er findet und für den Hergang der Geschichte. Hier kann ich jedoch nicht nachvollziehen, warum er in all den Jahren nicht die finanzielle Hilfe seines Vaters in Anspruch genommen haben sollte. Den Umstand finde ich sehr konstruiert. Auch Falk agiert meiner Meinung nach etwas zu leichtlebig, denn mit 27 Jahren gebe ich ihm eine gewisse Lebenserfahrung die ihn dazu gebracht haben sollte, gewisse Dinge zu hinterfragen.
Insgesamt vergebe ich drei Sterne „gut“. Ich halte „Nackt unter Krabben“ für einen netten, unterhaltsamen Roman, der sich ohne Probleme mit seinem leichten Schreistil schnell (auch aufgrund der Seitenzahl) „weglesen“ lässt.

Rezension zu Ella Kingsley - Dancing Queen

Wieder ein Buch, das ich bei vorablesen.de gewonnen habe. Danke schön an den Ullsteinverlag.

Titel: Dancing Queen
Autorin: Ella Kingsley
Erscheiungsdatum: 16.04.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Ullstein Verlag
ISBN: 9783548283739
Preis: 9,99 Euro

Das Taschenbuch „Dancing Queen“ von Ella Kingsley (das Pseudonym einer englischen Autorin) umfasst 382 ausgewiesene Seiten. Äußerlich springt das maigrüne Cover mit rosa gedrucktem Autorenname und weißgeschriebenem Titel ins Auge. Hinzu kommt auf der Vorderseite ein Hamster mit rosa Herz und Brille. Sehr niedlich und auffällig sind die auf dem unteren Schnitt aufgedruckten Herzen und die Wiedergabe des mittleren Teils des Hamsters auf dem Seitenschnitt. So wird das Buch schnell von einem potentiellen Käufer des Genres Frauen-/Liebesroman gefunden. Jedoch bemängele ich, dass im Buch kein Hamster vorkommt, sondern dass ein Meerschweinchen eine Rolle einnimmt. Zum Glück wurde das Foto des Hamsters digital bearbeitet und man hat dem Hamster nicht tatsächlich die rosa Brille aufgesetzt.

Den Titel halte ich für nicht besonders passend, da das Hauptthema die 80’er sind, aber der Titel „Dancing Queen“ aus dem Jahr 1976 stammt. Auch getanzt wird in der Geschichte nicht. Wenn überhaupt kann man einen Bezug als Karaokesong sehen, so wie jedes der 31 Kapitel mit einem derartigen Song in englischer Sprache übertitelt ist. Der jeweilige Titel des Kapitels verweist in die Richtung der jeweils folgenden Handlung. Die kurze Inhaltsbeschreibung auf der Rückseite des Buchs in weißer Schrift gibt treffend wieder, worum es sich in der Geschichte handelt.
Maddie Mulhern ist Anfang bis Mitte 20, studiert Medien und arbeitet nebenher bei der Synchronsprecher-Agentur Simply Voices. Ihr Wunsch ist es einmal das Management eines Künstlers zu übernehmen. Ihre Eltern sind DAS Pop-Duo der 80er Jahre, genannt „Pineapple Mist“ und betreiben seit einigen Jahren eine Karaokebar. Maddie glaubt, dass Sie selbst nicht singen kann und sieht Ihre Karrierechancen nicht auf der Bühne. Als Ihre Eltern das Angebot erhalten wieder auf Tour zu gehen, bitten Sie Maddie spontan an, die Leitung der heruntergewirtschafteten Bar zu übernehmen. Natürlich ist Maddie davon nicht begeistert, willigt aber schließlich ein. Gemeinsam mit den Angestellten der Bar ist sich Maddie einig, dass einige Neuerungen anstehen um wieder mehr Gäste zu gewinnen. Leider steht nicht genug Geld zur Verfügung. Durch eine der Angestellten auf eine Zeitungsanzeige aufmerksam gemacht, in der nach „der nächsten großen Reality-TV-Sensation“ in England gesucht wird, bewirbt Maddie sich bei der Produktionsfirma und erhält eine Zusage. Um nicht zu viel zu verraten, sei nur gesagt, dass die Dreharbeiten zügig aufgenommen werden. Zu Maddies Entsetzen wird jedoch nicht nur das gedreht, was Maddie sich so vorgestellt hat… Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz: obwohl Maddie Freund sich gleich zu Beginn der Geschichte von ihr trennt, stößt sie im wahrsten Sinne des Wortes nach Abschluss des Vertrags mit dem TV-Unternehmen beim Rausgehen auf einen hervorragend aussehenden Mann. Aber dies bleibt nicht die einzige Liebesgeschichte im Roman.

Die Übersetzung ins Deutsche ist leider nicht an allen Stellen gelungen. Allen nicht englischsprachigen Lesern bleibt der Wortwitz an einigen Stelle leider verborgen. Bei den Übersetzungen der Medien wird mal ein deutsches Pendant genommen, mal nicht (S. 61 „Das Dschungelcamp“, „Dancing with the stars“ – hier hätte man das Deutsche „Let’s dance“ nehmen können). Auch beim Fantasienamen des Pop-Duos, das Maddies Eltern verkörpern, bin ich mir nicht klar darüber, ob „Mist“ die deutsche Übersetzung sein soll oder der englische Begriff beibehalten wurde.

Die Charaktere inklusive der Hauptperson werden gut beschrieben und sind mit ihren jeweiligen Macken liebenswert (zu mindestens die „Netten“), obwohl sie nicht immer durchgehend auf Maddies Seite zu stehen scheinen. Die Chance im TV zu erscheinen und sich dort zu präsentieren hat für viele Menschen etwas Reizvolles, so auch für die angestellten der Karaokebar und Maddies Bekannte. Natürlich gibt es auch den weniger netten Charakter in Form des skrupellosen TV-Managers Evan Bergman. Maddie handelt an manchen Stellen übertrieben naiv z.B. wenn sie sich die Frage stellt, wer denn nun der ‚Regisseur ist. Sinn der Sache ist selbstverständlich, dass dies zu einer witzigen Szene für den Leser führt. Obwohl Maddie durch einen bisherigen Stammkunden darauf hingewiesen wird, dass bei TV-Drehs nicht alle Dinge so erfasst werden wie sie tatsächlich sind. Eine lustige, nachfolgende Situation hätte ich mir (schon seit der Leseprobe) daraus erwartet, dass Maddie sowohl ihrem Ex-Freund wie dem Mann, in den sie sich verliebt hat, ihren richtigen, vollständigen Namen gesagt hat. Leider ergab sich daraus nichts weiter, aber als Leser durfte ich ihn wenigstens erfahren.

Insgesamt gesehen, ist Dancing Queen eine unterhaltsame Geschichte mit Hoch und Tiefs für die Protagonistin zu einem noch nicht abgenutzten Thema für einen Liebesroman und einem Happy End.

Rezension zu Stephan M. Rother - Ich bin der Herr deiner Angst

Dieses Buch gehört zu den Büchern, die ich bei vorablesen.de gewonnen habe. Danke an den Rowohlt Verlag, der die Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt hat.

Titel: Ich bin der Herr deiner Angst
Autor: Stephan M. Rother
Erscheinungsdatum: 02.04.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Rowohlt Verlag
ISBN: 9783499258695
Preis: 9,99 Euro



Ein deutscher Autor, ein deutscher Thriller und der Titel „Ich bin der Herr deiner Angst“ haben gleich zu Beginn meine Neugier geweckt. Die gelbe Schrift auf schwarzem Grund des Covers mit dem abknickenden Rändern zieht das Auge auf sich.
Bereits im Vorspiel lernt der Leser die beobachtenden Augen, die nie blinzeln, hinter einem Feldstecher kennen, die auf einen alten Mann im Wohnwagen gerichtet sind, der jeden Abend mit Beginn der Dunkelheit sich bis zum nächsten Kiosk schleicht und dabei möglichst unsichtbar bleiben möchte. Dieser Mann hat Angst. In weiteren Zwischenspielen, die die Kapitel immer wieder unterbricht, setzt sich die Szene wiederholend fort und es ergibt sich, dass alle Geschehnisse von langer Hand sozusagen als Einzelteile geplant sind, die in eine beliebige „Mord“-Reihenfolge gebracht werden können. 

Die Geschichte beginnt mit einem Mord im Fleurs du Mal, einem Etablissement im Rotlichtviertel Hamburg. Ein Kriminalbeamter wurde grausam ermordet. Wie weit hat er selbst zu diesem Mord beigetragen, lautet zunächst die Frage. Der Hauptermittler ist Jörg Albrecht, der im Fall des ersten Mordes ein schlechtes Gewissen hat, da er den Kollegen selbst damit beauftragt hat gegen das Fleurs du Mal zu recherchieren. Innerhalb von 24 Stunden geschieht dann der nächste Mord, wieder ist das Mordkommissariat selbst betroffen, da die Ermordete ebenfalls eine Kollegin von Hauptkommissar Albrecht ist. Das ganze Team arbeitet an der Aufklärung der beiden Fälle, doch die Ergebnisse sind ernüchternd und tendieren gegen Null. Bei beiden Mordfällen scheint es, dass der Ermordete den Täter gekannt hat, aber in seiner Umgebung nie von dieser Bekanntschaft erzählt hat. Albrecht fordert seine Kollegen auf, darüber nachzudenken, ob sie solche Personen auch kennen, da sie potentiell gefährdet sind. In seine Gedanken mischt sich nun immer wieder eine Erinnerung aus seiner Kindheit, die für einen Freund tödlich endete. Die Polizeipräsidentin gibt Albrecht die Adresse eines Psychologen, den dieser zur Ermittlung hinzuziehen soll. Obwohl er darüber nicht begeistert ist, da er lieber seinen eigenen Ermittlungsweg geht, nimmt er das Angebot an. Und dann passieren schon wieder zwei Morde an Personen, die er kennt …

Das Besondere an diesem Thriller sind die verschiedenen Erzählperspektiven. Es wird ständig zwischen einer neutralen Schilderung der Ereignisse und der Erzählung aus Sicht der Kommissarin Hannah Friedrichs gewechselt. Gerade dadurch kann der Leser sich in deren Rolle hineinversetzen und ihre Angst als nächste betroffen zu sein nachvollziehen, da auch sie ein Geheimnis gegenüber ihrer Umgebung wahrt. Außerdem erzählt sie die Geschichte im Rückblick auf die Ereignisse, wobei nicht bekannt ist, von welchem Zeitpunkt aus. An einigen Stellen gibt sie dem Leser mit dem Hinweis auf ein „ wenn bekannt gewesen, dass“ Gefühl, dass nun etwas passiert, was besser anders gelaufen wäre. Jedoch könnte ihre Erzählung der Geschehnisse jederzeit abbrechen, wenn sie selbst das Opfer würde.

Erst etwa auf der Hälfte der Geschichte wird Albrecht an den lange zurückliegenden Fall des Traumfängers erinnert, dessen Spezialität es war, die Mordopfer in Konfrontation mit ihren geheimsten Ängsten zu morden. Und plötzlich rücken die Geschehnisse für Albrecht an ihren Platz. Kann Albrecht den Täter ermitteln, bevor dieser ein nächstes Mal mordet?
„Ich bin der Herr deiner Angst“ ist insgesamt ein sehr gut gelungener und spannender Thriller bei dem es lange offen bleibt, wer der Täter ist und den ich jedem Thrillerfan, der nichts gegen philosophische und psychologische Erwägungen im Rahmen der Ermittlungen hat, empfehlen würde.

Rezension zu Patrick Lee - Dystopia

Titel: Dystopia
Autor: Patrick Lee
Erscheinungsdatum: 01.03.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Rowohlt Verlag
ISBN: 9783499254796
Preis: 9,99 Euro


Möchten Sie einen Blick in die Zukunft werfen? Möchten Sie wissen, wie es in etwa 70 Jahren auf der Erde aussehen könnte? Dann sind Sie bei Dystopia richtig. Es ist die Fortsetzung des ersten Teils „Die Pforte“, die bereits ungemein spannend ist. Man muss das Buch nicht unbedingt kennen, da Patrick Lee es versteht mit knappen Worten an den nötigen Stellen die Informationen der Vorgeschichte dem Leser zu vermitteln, jedoch bietet es Verständnisvorteile gerade für den letzten Abschnitt im Buch.
Wieder einmal ist ein innovativer Gegenstand aus dem „Portal“ von Border Town gekommen. Border Town ist ein eigens zur Erforschung dieser Gegenstände, der sogenannten Entitäten die aus der Zukunft kommen, gegründeter staatenunabhängiger Komplex. Das „Portal“ ist eine physikalische Anomalie. Ich habe es mir so wie in „Stargate“ vorgestellt, nur von den Maßen her etwas kleiner und ohne wuchtige Tore. Der Leser erhält in einer vorweggestellten „Sonderbefugnis“ eine Einführung in die Begrifflichkeit.
Die Forscherin Paige Campbell und ihrer Kollegen finden ziemlich schnell heraus, welche Eigenschaft die eingetroffene Entität diesmal hat und die so bedeutend ist, dass sie den Präsidenten der Vereinigten Staaten einschalten. Nach einem Besuch bei ihm wird jedoch die Wagenkolonne der Forscher abgefangen und bis auf Paige werden alle Mitreisenden umgebracht, Paige selbst entführt. Sie schafft es noch rechtzeitig einen Notruf an ihre Mitarbeiterin Bethany abzusetzen, die die Aufgabe erhält ein von Paige verstecktes Duplikat der Entität zu holen und Travis Chase zu aktivieren. Travis hat in der Vorgeschichte mit Paige zusammen gearbeitet und dieser das Leben gerettet. Doch zum Schluss der Story erhielt er Kenntnis von einer Begebenheit in seiner Zukunft die ihn dazu gebracht hat, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und als „Nobody“ zu leben. Bethany und Travis sehen ihre erste Aufgabe darin, Paige zu retten. Dabei finden sie heraus, dass die Entität in deren Besitz sie inzwischen gelangt sind, einen Blick in die Zukunft bietet und nicht nur das. Entsetzt stellen Sie fest, dass der Weltuntergang in der Gegenwart scheinbar kurz bevor steht. Denn ein Blick in die Zukunft wirft vor allem eine Frage auf: Wo sind die Menschen? Wichtig für die drei Protagonisten ist aber auch: Hat der neue Präsident der Vereinigten Statten eine Rolle in diesem Szenario? Paige hat bereits mit ihren Forscherkollegen begonnen, einige Erkenntnisse zur Zukunft zu gewinnen. Die neue Aufgabe der drei lautet nun: Ist es möglich, die Welt vor dem Untergang zu retten?
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl ich den ersten Teil noch spannender fand. Patrick Lee versteht es immer wieder neu Spannung aufzubauen. Kaum glaubt man, dass die Geschichte nun in einer langwierigen Verfolgungsjagd endet, schon wendet sich das Blatt wieder durch Lösungen, die man als Leser nicht unbedingt erwartet hat. Ausführungen zum Gebrauch der Technik versteht er durch einfache Erklärungen auch einem Laien näher zu bringen. Besonders gut fand ich, dass der Schluss so freundlich endet, anders wie der erste Teil, aber dennoch die Aussicht gibt, dass die Geschichte nicht nur über Paige und Travis, sondern auch über weitere Entitäten fortgesetzt werden könnte.

Rezension zu Julia Freidank - Die Fälscherin

Dieses Buch habe ich bei Vorablesen.de gewonnen. Vielen Dank an den Verlag Marion von Schröder.
Wie über facebook von der Autorin zu erfahren war, hat sie die Filmrechte für den Roman "Die Fälscherin"an die Provobis Gesellschaft für Film und Fernsehen mbH verkauft. Ich bin schon sehr gespannt auf den Film!

Titel: Die Fälscherin
Autorin: Julia Freidank
Erscheinungsdatum: 09.03.2012
Buchausgabe: Klappenbroschur
Verlag: Marion von Schröder
ISBN: 9783547711677
Preis: 14,99 Euro


Der historische Roman „Die Fälscherin“ von Julia Freidank beginnt in einem Prolog auf dem zweiten Kreuzzug, also Mitte des 12. Jahrhundert, in Jerusalem. Heilwig, genannt Blanka, ist die Tochter eines Ritters von Bischof Otto von Freising. Nach einem Zeitsprung von drei Jahren begegnet man ihr wieder, diesmal in einem Kloster in Bayern. Sie wurde als Dank für Ihre Heilung vom Aussatz, an dem sie auf diesem Kreuzzug erkrankt ist, ins Kloster gegeben. Aber die 15jährige fühlt sich nicht zu einem Leben im Kloster berufen. Ihre Alternative wäre es, dass sie wie im Mittelalter üblich, verheiratet wird, wobei meist die Politik eine Rolle spielt. Eine Heirat aus Liebe kommt damals für die höheren Stände kaum in Frage. Ihr Vater erkrankt nun, wie Blanka vorerst glaubt, plötzlich an diesem Aussatz. Ihr Halbbruder soll den Besitz übernehmen, der jedoch von dem Geschlecht der Wittelsbacher gerne requiriert würde. Die Heimatburg Burgrain ist aber nur Blankas Erbe über deren Mutter. Bevor ihr Vater als Aussätziger vertrieben und für Tod erklärt wird, bittet er Blanka ihrem Bruder so zu helfen, dass dieser die Burg weiter behalten kann. Es beginnt ein Tauziehen um die Macht an Besitz. Darf die Kirche über weltliche Güter bestimmen? Ausgerechnet in den Reihen der Feinde begegnet Blanka einem Ritter in den sie sich verliebt. Dank ihrer Fähigkeiten Schrift identisch zu kopieren, erhält sie die Aufgabe von Bischof Otto Besitzurkunden nicht nur zu dessen Nutzen zu fälschen. Auch Blanka profitiert davon. Aber gleichzeitig wendet sie sich damit gegen ihre Liebe.

Egal welchem Stand man angehörte, ob Leibeigener oder Adel, es war sicher nicht leicht im Mittelalter zu leben. Gehorsam und Lehnstreue standen im Vordergrund. Die Autorin schreibt mit großer Sachkenntnis über diese Zeit. Die Fälscherin ist ein solide recherchierter und spannender Roman. Selbst bei den jeweils kurzen Kampfszenen kann man davon ausgehen, dass die Autorin ihr Wissen aus ihrem Hobby, dem Schwertkampf, hier eingebracht hat.

Man weiß als Leser eigentlich nicht, ob man die einzelnen Charakteren lieben oder hassen soll aufgrund der teilweise brutal erscheinenden Entscheidungen die diese treffen, aber die damalige Realität wohl gekonnt abbilden. Alles in allem hat mir diese Geschichte mit historisch fundiertem Hintergrund sehr gut gefallen.