Dienstag, 10. März 2026

Rezension: Fünf Fremde von Romy Fölck

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Fünf Fremde
Autorin: Romy Fölck
Erscheinungsdatum: 02.03.2026
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Farbschnitt
ISBN: 9783757701833
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An einem windigen Oktobermorgen befinden sich neben anderen Passagieren auch vier Frauen und ein Mann im Salon einer Fähre, deren Ziel die nur etwa drei Quadratmeter große Insel Neuwerk ist. Sie sind die Protagonist*innen des nach ihnen benannten Thrillers „Fünf Fremde“ von Romy Fölck. Der Untertitel „Nur einer kennt das tödliche Geheimnis, das sie alle verbindet“ weckt die Neugier darauf, hinter die Fassade der Figuren zu blicken.

Eine der Fremden ist Annika, 43 Jahre alt und Kriminalkommissarin in Hamburg. Sie hat um Freistellung gebeten, um sich auf Neuwerk um ihre demente Mutter zu kümmern. Aber nur sie selbst kennt den wahren Grund für ihre Auszeit. Erst spät erkennt sie, wer die Nonne ist, die sich ebenfalls an Bord befindet und die angeblich von ihrer Mutter eingeladen wurde, obwohl Annika stark daran zweifelt, dass diese dazu überhaupt in der Lage ist.

Sinje hingegen lebt in Rom und schreibt an einem True-Crime-Krimi. Sie wird von der Nachricht nach Neuwerk gelockt, dass sich dort das Verschwinden eines Jugendlichen zum dreißigsten Male jährt. Es bleibt zunächst rätselhaft, wer ihr diese Information zugespielt hat. Auch der Meteorologe Mats hat eine Mitteilung erhalten, die ihn auf die Insel führt. Sein beruflicher Werdegang wird ebenfalls von einem Geheimnis überschattet. Die fünfte Hauptfigur ist Michelle, eine junge Frau, die sich darum beworben hat, demnächst auf einer unbewohnten Nachbarinsel von Neuwerk als Vogelwartin zu arbeiten. Der Grund für ihren Jobwechsel bleibt zunächst im Dunkeln.

Mit der Insel Neuwerk hat Romy Fölck ein wunderschönes Setting für ihren Thriller gefunden. Sie lässt viel Lokalkolorit einfließen, so dass man sich am Ende beinahe wünscht, diesen abgelegenen Ort selbst zu besuchen. Gleich zu Beginn werden zahlreiche Fragen aufgeworfen. Bereits während der stürmischen Überfahrt ereignet sich ein Unfall, in den auch die Protagonist*innen verwickelt sind.

Während sich in der Gegenwart die Spannung langsam steigert, unterbrechen Kapitel mit Rückblicken auf Geschehnisse im Sommer 1995 die Handlung. Dem Lesenden wird bald deutlich, dass die damaligen Ereignisse eng mit den aktuellen Begebenheiten verknüpft sind. Nach und nach erschießt sich, was die Hauptfiguren nach Neuwerk führt.

Die Wetterkapriolen sorgen dafür, dass die Spannung im letzten Drittel zeitweise ins Stocken gerät. Obwohl sich am Anfang schnell ein Lesesog bei mir einstellte, vor allem weil ich die Geheimnisse und Hintergründe der Protagonist*innen ergründen wollte, fiel mir auf, dass die Führung der Figuren nicht immer geschickt war. Um so viele Rätsel wie im Thriller aufzuwerfen, bedarf es einer komplexen Konstruktion. Diese ist zwar gegeben, wirkt gelegentlich aber gestellt, wozu auch das Ende gehört, welches jedoch für eine überraschende Wendung mit Auflösung sorgt.

Der Thriller „Fünf Fremde“ von Romy Fölck kombiniert ein Closed-In Szenario mit einem atmosphärischen Handlungsort. Die interessante Ausgangsidee, eine psychologisch tiefgründige  Figurengestaltung, mysteriöse Rätsel und miteinander verwobene Lebensgeschichten überdecken kleine Schwächen der Geschichte und sorgen für unterhaltsame Lesestunden.


Samstag, 7. März 2026

Rezension: Deine Hand ist eine Sonne von Christina Naumann-Villemin und Géraldine Cosneau


Deine Hand ist eine Sonne
Autorin: Christine Naumann-Villemin
Illustratorin: Géraldine Cosneau
Übersetzerin: Saskia Heintz
Pappbilderbuch: 18 Seiten
Erschienen am 27. Januar 2026
Verlag: Hanser
Link zur Buchseite des Verlags

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Schon das fröhlich gelb-blaue Cover von „Deine Hand ist eine Sonne“ lädt Kinder zum Mitmachen ein. Auf insgesamt acht Doppelseiten verwandeln sich die Hände der Kinder in ganz verschiedene Dinge, zum Beispiel einen Baum, ein Huhn oder einen Schmetterling. Mit einem kurzen Text, der immer ähnlich aufgebaut ist, wird das Kind aufgefordert, die Hand auf den farbenfrohen Handabdruck zu legen und sich vorzustellen, dass sie gleichzeitig etwas anderes ist. Der Vorlesende macht dazu ein passendes Geräusch und gibt einen kurzen Impuls.

Das Buch regt Kinder zum Mitmachen ein und fördert auf gelungene Weise die Feinmotorik und die Vorstellungskraft. Mal muss die linke, mal die rechte Hand und mal beide Hände passend platziert werden, um sich zu verwandeln. Die kurzen Texte fungieren hier vor allem als Anleitung und Inspiration, der Fokus liegt auf der Interaktion mit den Bildern. Die kräftigen Farben gefallen mir sehr gut und es macht Spaß, sich die Bilder immer wieder anzuschauen. Mein Highlight ist die letzte Seite, auf der die Hände ein Herz formen und der Vorlesende eine kleine Liebeserklärung ans Kind abgeben darf. So eine schöne Idee für ein gelungenes Bilderbuch!


Dienstag, 3. März 2026

Rezension: Hilf den Fahrzeugen von Nico Sternberg


Hilf den Fahrzeugen
Autor & Illustrator: Nico Sternberg
Pappbilderbuch: 22 Seiten
Erschienen am 18. Februar 2026
Verlag: Pengion Junior
Link zur Buchseite des Verlags

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 „Hilf den Fahrzeugen“ ist ein Mini-Mitmachbuch von Nico Sternbaum in handlichem 15x15 cm Format, das Kleinkinder ab 18 Monaten zum Helfen einlädt. Insgesamt muss fünf verschiedenen Fahrzeugen geholfen werden. Eine Doppelseite zeigt jeweils die Problemsituation und die Aufgabe. Auf der Folgeseite wird dann die Auflösung gezeigt. Man muss schütteln, pusten, tippen und rufen. Die Illustrationen sind einfach gehalten mit Fokus auf die Fahrzeuge, die in ansprechend kräftigen Farben daherkommen. Die Aufgabe ist jeweils besonders hervorgehoben. Auch am Mienenspiel der Fahrer:innen ist klar abzulesen, wann sie Hilfe benötigen und wann ihnen geholfen wurde.

Während mein 13 Monate alter Sohn mit vielen Büchern ab 2 Jahre bereits problemlos zurechtkommt, ist dies ein Buch, in das er noch hineinwachsen kann. Er schaut mir fasziniert zu, wenn ich den Fahrzeugen helfe und schüttelt fleißig beim Hubschrauber, macht aber noch nicht bei jeder Aufgabe mit. Ich habe mich bewusst für dieses Buch entschieden, um zum Beispiel pusten zu üben und freue mich schon darauf, wenn es bei ihm „Klick“ macht und er auch hier mithilft. Ich empfehle das Buch gerne an alle weiter, die Lust auf ein spaßiges Interaktionsbuch haben!


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