Freitag, 30. November 2012

Rezension zu Lissa Price - Starters


~ Inhalt ~


Seit der Sporenkrieg in Amerika alle Menschen zwischen etwa 20 und 60 Jahren getötet hat, gibt es nur noch Starters und Enders, zwischen denen eine große Kluft liegt. Wer als Starter nicht das Glück hatte, von seinen Großeltern adoptiert zu werden, muss sein Leben als Hausbesetzer und Dieb oder in Anstalten als Zwangsarbeiter verbringen, während die Enders im Luxus leben. Auch Callie und ihr Bruder Tyler leben in verlassenen Häusern, bis Callie ein unschlagbares Angebot erhält: Dreimal soll sie ihren Körper an einen Ender „vermieten“, dann erhält sie einen hohen Geldbetrag, der ein besseres Leben ermöglichen wird. Callie willigt ein, doch bei ihrem letzten Einsatz kehrt ihr Bewusstsein zu früh in ihren Körper zurück. Sie muss feststellen, dass ihr Körper für einen gefährlichen Plan gemietet wurde…

~ Meinung ~


Der Einstieg in die Geschichte mit Callies Besuch bei der Body Bank hat mir gut gefallen, und durch einen flüssigen und temporeichen Schreibstil konnte mich das Buch schnell fesseln. Von Beginn an musste ich mit Callie mitfiebern und hoffte, dass ihr schon bald ein besseres Leben ermöglicht werden kann. Doch dann findet sich Callie viel zu früh in ihrem Körper wieder und gibt sich als ihre Mieterin aus in der Hoffnung, so den Vertrag doch noch erfüllen zu können. Bald schon überstürzen sich die Ereignisse: Auf der Suche nach der Frage, was ihre Mieterin geplant hat und wieso, begibt sich Callie auf die Suche. Hierbei trifft sie auf die verschiedensten Charaktere, die ganz unterschiedliche Meinungen über die Welt haben, in der Callie lebt, und so verschiedene Perspektiven ermöglichen. Allmählich erfährt der Leser immer mehr über das neue Gesellschaftssystem und die Umstände, die zu diesem führen. Und auch den dunklen Plänen einiger Mächtiger Enders kommt der Leser mit Callie bald auf die Spur.

„Starters“ ist ein packender dystopischer Thriller, der mich durch seine spannende Handlung, überraschende Wendungen und die sympathische Hauptfigur Callie überzeugen konnte. Das Buch lässt noch einige Fragen offen, die hoffentlich im Folgeband „Enders“ zu Genüge geklärt werden. Ich kann das Buch an alle Leser von dystopischer Jugendliteratur weiterempfehlen!



Weitere Informationen zum Buch


Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Preis: 15,99 Euro
Erscheinungsdatum: März 2012
Verlag: ivi

Mittwoch, 28. November 2012

Rezension zu Helmut Barz - Dolphin Dance


Titel: Dolphin Dance - Katharina Klein (03) ... zurück in Frankfurt
Autor: Helmut Barz
Erscheinungsdatum: 01.10.2012
Buchausgabe: Taschenbuch
Verlag: Sutton Verlag
ISBN: 9783954000388
Preis: 12,00 Euro


„Dolphin Dance“ von Helmut Barz ist ein Kriminalroman, der im Sutton Verlag erschienen ist und 446 Seiten inklusive eines Preludes und eines Schlussakkords  im übertragenen Sinne umfasst. Der Buchtitel ist ebenso wie die Kapitel ausgewählt und bezeichnet nach Musikstücken des Jazzmusikers Herbie Hancock. Die jeweilige Betitelung der Abschnitte steht in irgendeinem weitläufigen Zusammenhang mit den Ereignissen, die dort geschehen. Orts- und Zeitangaben ergänzen die Überschriften. Der Krimi trägt den Untertitel „Katharina Klein … zurück in Frankfurt“, der darauf anspielt, dass die Serienheldin Katharina Klein, immerhin handelt es sich hier bereits um den 3. Band der Reihe, nach einem Auslandsurlaub wieder zurück an ihrer Einsatzstätte ist. Das Cover ist entsprechend der Vorgänger in schwarz gehalten mit roter, grauer und weißer Schrift und Piktogrammen, die ebenso wie der Titel in Bezug zum Fall stehen, den Katharina ermittelt. 
Katharina Klein, Mitte 30 und gerade zur Kriminaldirektorin befördert worden, wird in einer informellen Anhörung über die Vorkommnisse der vergangenen Tage befragt, an denen sie in eigener Sache, ohne dazu den Auftrag erhalten zu haben, ermittelt hat. Es ging dabei um die Ermordung ihrer Eltern und ihrer Schwester, die bereits 16 Jahre zurückliegt. Während ihrer Aufklärungsarbeit der letzten Tage hat es einige Tote gegeben, das steht von Beginn der Schilderung an fest. Katharina hat bei ihrer Rückkunft aus dem Urlaub am Flughafen einen Geistesblitz. Plötzlich erkennt sie die Ähnlichkeit eines Mannes, der ihr in ihrem Urlaub übel mitgespielt hat, mit einer Person fest, die sie nach dem Tod ihrer Familie an eben diesem Flughafen abgeholt hat. Dieser Mann behauptet, keine Unschuldigen zu töten. Katharina beginnt damit nicht nur den Täter zu finden, sondern interessiert sich auch dafür, ob diese Aussage auf ihre Familie zutrifft und es daher einen Grund für die Morde gab. Bei den Ermittlungen steht Katharina der Gerichtsmediziner Andreas Amendt zur Seite, der früher mit ihrer Schwester verlobt war und eigentlich der Täter sein sollte. 


Obwohl ich die beiden ersten Bände der Reihe nicht gelesen habe, hatte ich keine Mühe der Handlung zu folgen, da der Autor jeweils die interessierenden Fakten im passenden Zusammenhang dem Leser zur Kenntnis bringt. Ich fand den Aufbau der Handlung gelungen und habe mitgerätselt, wer denn nun der Mörder sein könnte. Helmut Barz hat ein Netz von möglichen Tätern geflochten, die unter anderem aus dem direkten Umfeld von Katharina und Andreas kommen. Neben den beiden Protagonisten zeichnet der Autor eigenwillige Charaktere, die dem Leser fast alle sympathisch sind, was es nicht unbedingt einfach macht die Figuren zu mögen, da doch einer von ihnen der Bösewicht sein muss ... Neben der hohen Anzahl Toter, gibt es noch weitere, amüsante und unterhaltsame Übertreibungen als Stilelement, die der Autor einflechtet wie beispielsweise  die  Sprechweise der beiden Spurenermittlungsbrüder, die Schilderung des Ambientes in der Villa des Treuhändlers oder die Summe des Gelds das Katharina zur Verfügung steht.


Bis zum Nachspiel werden die Ereignisse so erzählt, wie sie im Zeitraum vor der Anhörung Katharinas geschehen sind. Doch wenn der Leser nun meint, dass die Puzzlestücke alle an ihren Platz gefallen sind, hat er sich leider geirrt und der Autor legt danach noch das letzte Teilchen an seinen Platz. Insgesamt hat sich der Spannungsbogen bei diesem Krimi bis zum Schluss gehalten und mir hat das Buch sehr gut gefallen, daher empfehle ich es gerne weiter. 

Ein herzliches Dankeschön an den Sutton Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat. Ich habe den charmanten Autor Helmut Barz ganz kurz auf der Frankfurter Buchmesse am Sutton Stand kennengelernt. Leider war meine Familie da schon im Aufbrauch zur Rückfahrt und wir konnten nicht zur Lesung bleiben. Aber vielleicht im nächsten Jahr ...

Rezension zu Sandra Lüpkes - Inselweihnachten

Titel: Inselweihnachten - Eine Geschichte von der Liebe
Autorin: Sandra Lüpkes
Erscheinungsdatum: 01.10.2011, 2. Aufl. Dez.2011
Buchausgabe: Hardcover
Verlag: Rowohlt Verlag
ISBN: 9783499257223
Preis: 8,00 Euro


„Inselweihnachten“ von Sandra Lüpkes ist eine „Geschichte von der Liebe“, wie auch der Untertitel heißt. Finja entflieht kurz vor Weihnachten ihrem Job als Journalistin und ihrer kriselnden Ehe auf eine nordfriesische Insel. Ohne Handy und Internet möchte sie sich hier eine Auszeit nehmen. Bei einem Strandspaziergang trifft sie auf eine ältere Inselbewohnerin, die hier auf ihren Liebsten wartet. Doch hinter der scheinbar sinnlosen Warterei entdeckt Finja schon bald, was Liebe für einen Menschen bedeuten kann.


Sandra Lüpkes schildert in diesem kurzen Roman die Bedeutung von Geduld für die Liebe. Als Kennerin schafft sie es die Stimmung auf den Inseln an den Weihnachtstagen einzufangen und zu vermitteln. Das Buch besticht auch durch die wunderschönen Illustrationen von Ole West, dessen Zeichnungen auch für das Cover verwendet wurden. Das Büchlein ist nicht nur zum Selberlesen sondern auch als kleines Geschenk in der Weihnachtszeit geeignet.

Rezension zu Tanja Heitmann (Hg.) - Frostzauber

Magische Liebesgeschichten




 ~ Inhalt ~


Bei „Frostzauber“ handelt es sich um eine Anthologie, die sechs Kurzgeschichten zum Thema „Magische Liebesgeschichten“ umfasst und die passend zur Weihnachtszeit in den Wintermonaten spielen.

Unter dem Frosthauch (Tanja Heitmann):
Kurz vor seinem Schulabschluss hat Mato dem Großstadtleben den Rücken gekehrt und ist zu seinen Großeltern in den Spreewald gezogen. Mit dem Beginn des Frosts erwacht dort ein magisches Wesen…

Cirque Indigo (Lilach Mer):
Im Paris des Jahres 1918 erlebt Marja den Silvestertag als russischer Flüchtling ganz allein. Doch dann überreicht ihr ein mysteriöser Fremder eine Zirkuseinladung…

Die gefrorene Zeit (Mechthild Gläser):
Seit sie sechs Jahre alt ist, kennt Hannah Tom. Auch elf Jahre später scheint dieser um keinen Tag gealtert, und beide verbindet inzwischen mehr als Freundschaft. Doch Tom entstammt einer anderen Zeit, und nun scheint er einen Weg gefunden zu haben, in seine Zeit zurückzukehren...

Jenseits des Lichts (Gesa Schwartz):
Seit dem Tod ihres Vaters verbringt Thordis die Weihnachtstage jedes Jahr mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in einer Ferienhütte am Wald. Mitten in der Nacht bricht sie auf einen Streifzug durch den Wald auf und begegnet einem rätselhaften Jungen…

Preußischblau (Antonia Michalis): Ein einsamer Spieleerfinder wünscht sich nichts sehnlicher, als ein einziges Mal geliebt zu werden. Am nächsten Tag steht plötzlich eine Fremde mit preußischblauen Augen vor seiner Tür…

Das Lied des Eiswolfs (Jennifer Benkau): Lesla Frimdarr hat als einzige ihres Dorfes nicht die Gabe, das Eis zu wirken, was sie stets zur Außenseiterin macht. Doch die Begegnungen mit einem Eiswolf sowie dem Wanderer Fynn verändern ihr Leben…

~ Meinung ~


Die sechs Geschichten bieten eine gute Unterhaltung für kalte Winterabende und erschaffen eine zur Jahreszeit passende kalte, magische Atmosphäre. Da jede Geschichte von einer anderen Autorin stammt, dürfte für jeden Fantasy- und Schreibstilgeschmack etwas dabei sein. Mir hat die Idee und Umsetzung der Geschichte „Cirque Indigo“ am meisten gefallen, und auch die anderen Geschichten konnten mich unterhalten. Lediglich die Geschichte „Jenseits des Lichts“  konnte mich nicht überzeugen – die Sätze waren leider oft lang und verschachtelt, sodass ich der Handlung schwer folgen konnte.

Wer schon Bücher einer oder mehrerer Autorinnen gelesen hat und begeistert war, wird sicherlich auch an diesem Buch seine Freude haben. Auch zum Kennenlernen der Autorinnen und ihrem jeweiligen Schreibstil oder als Geschenk ist „Frostzauber“ geeignet. Ich empfehle das Buch als magische Winterlektüre gerne weiter!


~ Weitere Informationen zum Buch ~


Taschenbuch: 192 Seiten
Preis: 8,99 Euro
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2012
Verlag: rororo

~ Dank ~

Vielen Dank an rororo für dieses Rezensionsexemplar!


Sonntag, 25. November 2012

Rezension zu Stacey Jay - Juliet Immortal



~ Inhalt ~


Romeo und Julia sind nicht im Jahre 1304 gestorben, wie die berühmte Geschichte der beiden es seit Jahrhunderten erzählt. Vielmehr hat Romeo die Unsterblichkeit erlangt, indem er Julia tötete. Als Söldner der Apokalypse versucht er nun seit 700 Jahren, das Glück von Liebenden zu zerstören. Doch auch Julia hat überlebt. Als Botschafterin des Lichts versucht sie, Seelenverwandte für immer aneinander zu binden. In der Gegenwart findet sich Julia auf einer neuen Mission und im Körper des Mädchens Ariel wieder. Sie begibt sich auf die Suche nach den zwei Seelenverwandten, die sie zusammenbringen soll, und kittet nebenher auch Ariels eigenes Leben. Doch Romeo ist ihr dicht auf den Fersen, und dieses Mal scheint alles anders als sonst…

~ Meinung ~


Die Idee des Buches hat mich angesprochen. Was wäre, wenn Romeo und Julia Unsterblichkeit erlangt hätten und seit 700 Jahren als erbitterte Feinde gegeneinander kämpfen? Auf immer neuen Missionen wurden seither ihre Fähigkeiten, Liebe zu schaffen oder zu zerstören, auf die Probe gestellt. In dieser Mission gibt es jedoch direkt zu Beginn einige unerwartete Wendungen: Romeo taucht schneller auf als gedacht, Julias Kontaktperson der Botschafter des Lichts meldet sich nicht und überdies verliebt sich Julia in ihrem fremden Körper in den attraktiven Ben.

Bis zu diesem Punkt hat mir die Geschichte gefallen. Doch mit der Zeit werden die Charaktere immer nerviger: Ariels beste Freundin Gemma ist mal nett und dann wieder eine unausstehliche Zicke, Romeo mal böse, mal um Julia besorgt und Julia selbst ringt mit sich hinsichtlich ihrer Liebe zu Ben – mal will sie ihm ihre eigentliche Mission gestehen, dann macht sie doch wieder einen Rückzieher. Gefühlt wechselt jeder Charakter hundert Mal seine Meinung, doch gleichzeitig sieht das Grundkonzept des Buches vor, dass sich Menschen innerhalb von etwa vier Tagen so unsterblich ineinander verlieben sollen, dass sie sich nie wieder verlassen werden. Daher konnten mich leider weder die Charaktere noch ihre Liebesbekundungen wirklich überzeugen.

Die Idee des Buches hat mir gefallen, die Umsetzung hat jedoch leider nicht meinen Geschmack getroffen. Insgesamt war mir die Handlung zu klischeehaft und kitschig, und ich habe mich über zahlreiche Kleinigkeiten geärgert – zum Beispiel wird ein versuchter Mord zu Beginn der Geschichte nicht weiter verfolgt und an plötzlich wichtige Nebencharaktere konnte ich mich gar nicht erinnern. Auch wenn das Buch mich selbst nicht überzeugen konnte, so glaube ich trotzdem, dass das Buch Romantasy-Fans begeistern kann, wie auch zahlreiche andere, sehr positive Rezensionen zeigen.


Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 320 Seiten
Preis: 8,10 Euro
Erscheinungsdatum:September 2012
Verlag: Ember

Deutsches Buch: Julia für immer
Verlag: Egmont INK




Freitag, 23. November 2012

Rezension zu Misery Bear - Misery Bear's Leitfaden für die Liebe


~ Inhalt ~


Schon seit einiger Zeit sendet der britische Fernsehsender BBC three Kurzfilme über das traurige Leben des Misery Bear. Inzwischen hat Misery Bear ein eigenes Buch veröffentlicht, das nun auch ins Deutsche übersetzt wurde.

„Misery Bear’s Leitfaden für die Liebe“ ist ein Bilderbuch für Erwachsene. Misery Bear ist der einsamste Bär der Welt, denn auf der Suche nach der großen Liebe musste er schon zahlreiche Rückschläge hinnehmen, und so enden seine Abende meist betrunken und allein. Das Buch bietet einen bunten Mix unter anderem aus der Chronik seiner gescheiterten Dates, Liebesbriefen voller Rechtschreibfehler, fragwürdigen Dating-Tipps, Cocktail-Neuschöpfungen oder auch seinem „Facebear“-Profil. 

~ Inhalt ~


Ja, es handelt sich tatsächlich um ein Bilderbuch! Auch bei mir war es einige Zeit her, seit ich das letzte Mal ein solches in der Hand gehalten habe. Dieses ist aber wohl weniger für Kinder geeignet, fasst es doch im Großen und Ganzen das deprimierende Leben des Misery Bear zusammen. Auf den insgesamt 64 Seiten gibt es so einiges zu entdecken, zum Beispiel in Form von Texten, Collagen, Screenshots oder Kritzeleien. Jede Seite bietet neue traurige Überraschungen, die dann aber irgendwie auch schon wieder amüsant sind. Ich schwankte beim Durchlesen meist irgendwo zwischen Mitleid, Kopfschütteln und Grinsen. Das Zitat von The Star unter dem Klappentext des Buches fasst es wohl gut zusammen: „Deprimierend, aber irgendwie liebenswürdig.“

Bald ist wieder Weihnachten, und dieses Buch eignes sich sicherlich gut als witziges Geschenk für Erwachsene („Was soll ich denn mit 'nem Teddybärenbuch?“) oder mit etwas schwarzem Humor auch für frustrierte Singles und Teddybärenfreunde. Wer Lust auf ein traurig-lustiges, nicht wirklich ernstes Bilderbuch für Erwachsene hat und vielleicht auch schon vom Film „Ted“ im Kino begeistert war, wird bestimmt auch mit einem selbstgekauften Buch seinen (kurzweiligen) Spaß haben.



Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 64 Seiten
Preis: 10,00 Euro
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2012
Verlag: rororo