Donnerstag, 23. Januar 2014

[Rezension] Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch



Das Buch ist Teil einer Serie:

Band 1: Die Flüsse von London
Band 2: Schwarzer Mond über Soho
Band 3: Ein Wispern unter Baker Street
Band 4: Der böse Ort (Mai 2014)









☆ Inhalt ☆


Peter Grants Anwärterzeit bei der Metropolitan Police in London steht kurz vor ihrem Ende, da trifft er am Schauplatz eines Mordes auf einen Geist, der die Tat beobachtet haben will. Peter kann kaum glauben, was er da sieht. Am nächsten Tag erfährt er, dass er seine weitere Laufbahn mit einem Schreibtischjob bestreiten soll. Das ist so gar nicht die Zukunft, die Peter sich erhofft hat. Bei seinen Versuchen, den Geist wiederzufinden, begegnet er jedoch Chief Inspektor Thomas Nightingale – und wird kurz darauf zu dessen neuem Mitarbeiter im Feldeinsatz. Nightingale beschäftigt sich als Polizist mit übernatürlichen Angelegenheiten, und so wird Peter zum Zauberlehrling. Er lernt Magie zu wirken, muss eine Mordserie aufklären und Nebenher auch noch den Streit zwischen Flussgöttern schlichten…

☆ Meinung ☆


Das Cover des Buches ist mit einem Stadtplan von London, durch den eine blutrote Themse fließt, ansprechend gestaltet. Die Lupe deutet auf im Buch stattfindende Ermittlungen hin und vom Klappentext versprach ich mir eine Mischung aus Fantasy und Krimi. Diese Mischung wird bereits auf den ersten Seiten gelungen umgesetzt. Während Peter ganz normale, ordentliche Polizeiarbeit ausführen will, trifft er auf einen Geist und kann selbst gar nicht glauben, dass es so etwas geben soll. Ich wurde als Leserin in der Realität abgeholt und lernte gemeinsam mit Peter schrittweise mehr über all das Übernatürliche, das im London dieses Buches gibt.

Das Buch hält auch im weiteren Verlauf die Balance zwischen der Spannung eines Krimis und skurriler Fantasy. Durch die ganze Handlung zieht sich eine Mordserie, bei der es auch häufiger brutal und blutig zugeht, sodass das Buch trotz eventuell in die Irre führender Zauberlehrling-Thematik klar für Erwachsene gedacht ist. Durch die Zusammenarbeit mit der „normalen“ Mordkommission wird hier auch durchaus einiges an gewohnter Ermittlungsarbeit geleistet. Die Fantasyelemente sind gleichzeitig aber stark ausgeprägt – bei der Mordserie hat etwas Übernatürliches seine Hände im Spiel, außerdem wird Peters Magietraining beschrieben sowie diverse rein Übernatürliche Angelegenheiten, die er regeln muss und bei denen es auch häufiger humorvoll zugeht. Mich konnte diese Mischung voll überzeugen.

Mit dem Protagonisten Peter Grant hat Ben Aaronovitch einen zugänglichen, sympathischen Charakter geschaffen, in den man sich gut hineinversetzen kann. Sein Vorgesetzter Nightingale wirkt mysteriös und lässt mich noch mit einigen Fragen bezüglich seiner Vergangenheit zurück. Mit Lesley und Beverley hat der eher schüchterne Peter außerdem gleich zwei hübsche Damen, die ihn bei seinen Ermittlungen unterstützen und durch eigene Verstrickungen dafür sorgen, dass die Handlung abwechslungsreich bleibt.

Die Ermittlungen bezüglich der Mordserie ziehen sich durch das ganze Buch, werden aber immer wieder durch andere Thematiken unterbrochen. So ließ die Spannung durch längere Abschweifungen immer wieder etwas nach und wich skurrilen oder humorvollen Szenen. Zum Ende hin spitzt sich die Situation immer weiter zu und führt zu einem relativ frühen Höhepunkt, zu dem die eigentliche Auflösung etwas blasser erscheint. Diese war außerdem nicht intuitiv verständlich und ich musste nochmal zurückblättern, um alles verstehen zu können. Der Genremix und die Charaktere haben mir insgesamt aber sehr gefallen, sodass ich die Serie gerne weiterlese.

„Die Flüsse von London“ bietet einen Genremix der eher ungewohnten Art: Eine Kriminalhandlung für Erwachsene wird mit Fantasy-Elementen verknüpft. Wer diese Idee interessant findet, sollte das Buch unbedingt ausprobieren, denn tolle Charaktere und eine Mischung aus spannenden, skurrilen und humorvollen Szenen sorgte bei mir für großes Lesevergnügen. Auch London-Fans kommen auf ihre Kosten. Ich werde die Serie ganz sicher weiterverfolgen und bald den zweiten Teil, „Schwarzer Mond über Soho“, lesen.



Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 480 Seiten
Preis: 9,95 Euro
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2012
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Handlungsort: London
Handlungszeit: Gegenwart

Kommentare:

  1. Moin,

    sehr schöne Rezi =)
    Wenn dich schon der erste Teil begeistert hat, dann solltest du unbedingt weiterlesen, ich finde nämlich es wird noch viel besser. Ich bin ja auch ein totaler Peter Grant Fan, aber manchmal nervt mich seine Art. In bestimmten Situationen sollte er echt mal den Hintern hoch kriegen =) Der mysteriöse Nightingale ist mir fast noch lieber ^^

    LG
    Anja

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    1. Nightingale ist echt ein interessanter Charakter... ich bin mal gespannt was man noch über ihn erfährt. ;-) Zum Glück steht "Schwarzer Mond über Soho" schon im Regal!

      LG Hanna

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