„Great Big Beautiful Life“ ist der erste Roman der
US-amerikanischen Autorin Emily Henry, den ich gelesen habe. Das Buch verbindet
Romance mit einer fiktiven Familiengeschichte, die sich über ein Jahrhundert erstreckt.
Im Mittelpunkt steht Margaret Grace Ives, die inzwischen betagte Enkelin eines
Medienmoguls. Einst als „Prinzessin der Boulevardpresse“ bekannt, hat sie sich
nach zahlreichen Skandalen vor Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Die Journalistin Alice Scott spürt Margaret auf Little
Crescent Island auf. Dort erklärt sich diese bereit, aus ihrem Leben zu
erzählen, allerdings nicht nur Alice, sondern auch dem Literaturpreisträger
Hayden Anderson. Beide erhalten eine Probezeit, bis sie sich für einen von
ihnen entscheiden wird. Außerdem untersagt Margaret ihnen, sich gegenseitig
über ihre Gespräche mit ihr auszutauschen.
Zeit ihres Lebens verfügte Margaret über ausreichend
finanzielle Mittel verfügt, doch bis zu ihrem Rückzug stand sie permanent im grellen
Licht der Medien. Emily Henry zeigt eindrücklich, wie man im 19. Jahrhundert in
den Vereinigten Staaten zu Reichtum und Ruhm gelangen konnte. Sie beleuchtet
dabei die Macht der Presse, die maßgeblich zur Meinungsbildung beiträgt. Es
wird deutlich, dass die schillernde Welt der Berühmtheiten, die verbunden ist
mit ständiger öffentlicher Aufmerksamkeit auch eine hässliche Seite haben kann.
Emily Henry wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Alice berichtet
von den Ereignissen in der Gegenwart in der Ich-Perspektive, während sie die Rückblicke
auf Margarets Geschichte als allwissende Erzählerin wiedergibt. Zu Beginn entwickelt
sich die Beziehung zwischen Alice und Hayden nur langsam, gewinnt dann
zunehmend an Bedeutung, bis sie zeitweise stagniert. Der Spice zwischen den
beiden nimmt im Verlauf der Handlung spürbar zu. Ihre Konkurrenz sorgt anfangs
für Misstrauen. Durch die gewählte Erzählperspektive bleiben Haydens Gefühle
teilweise verborgen, während die von Alice gut nachvollziehbar sind.
Der Roman „Great Big Beautiful Life“ von Emily Henry sorgt
für unterhaltsame Lesestunden. Die Autorin schreibt lebendig, mit emotionaler
Tiefe und feinem Humor. Auch wenn einige Entwicklung in der Liebesbeziehung
vorhersehbar sind, überzeugt der Roman durch überraschende Wendungen auf beiden
Erzählebenen sowie durch gut gehütete Geheimnisse in Margarets Familie. Gerne
empfehle ich das Buch weiter.
