Donnerstag, 12. Februar 2026

Rezension: Spielverderberin von Marie Menke

 


Rezension von Ingrid Eßer


Titel: Spielverderberin
Autorin: Marie Menke
Erscheinungsdatum: 12.02.2025
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 9783462008739

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In ihrem Debütroman „Die Spielverderberin“ erzählt Marie Menke von der Freundschaft dreier junger Frauen. Eine von ihnen ist Sophie, die als Ich-Erzählerin den aktuellen Umgang mit ihren Freundinnen Romy und Lotte ebenso schildert wie gemeinsame Erlebnisse, die vier Jahre zurückliegen. Damals standen sie alle drei kurz vor dem Abitur. Titelgebend sind Situationen, in denen eine der Freundinnen nicht im Sinne der anderen handelt und dadurch Spannungen entstehen.

Sophie und Lotte sind in einer Bauerschaft im fiktiven Süthland aufgewachsen und von Kindheit an befreundet. Romy hingegen zog erst als Jugendliche mit ihren Eltern und ihrem Bruder in die nahegelegene Kleinstadt. Kennengelernt haben sich die drei auf dem Gymnasium.

Wenn Sophie davon berichtet, dass Lotte und Romy früher ohne sie etwas unternommen haben, erscheint sie zunächst nicht eifersüchtig. Doch ihre zunehmende Hinwendung zu Romy zeigt das Gegenteil. Sie bewundert deren frühe Unabhängigkeit im Denken und Handeln. Obwohl es Sophie gelingt, mehr Beachtung zu erhalten, hat sie nicht damit gerechnet, dass Romy ihre Pläne für die Zeit nach dem Abitur trifft, ohne ihre Freundinnen einzubeziehen.

Bereits auf den ersten Seiten des Romans deutet Marie Menke an, dass zu Beginn des Studiums etwas geschehen ist, dass Sophie nie vollständig verarbeitet hat. Lotte hat dabei sichtbare Wunden davongetragen. Diese Andeutung erzeugt eine unterschwellige Spannung bis zum Schluss, weil man als Lesende unbedingt wissen möchte, was damals vorgefallen ist.

Am Ende ihres Studiums befindet sich Sophie in einer Phase der Selbstfindung. Auch Lotte, die zunächst eigenständig erscheint, hat noch kein festes Ziel vor Augen. Sophie ist sich nicht sicher, ob sie nach dem Abitur die richtige Entscheidung bei der Berufswahl getroffen hat. Ihre Eltern haben ihr dabei freie Wahl gelassen, aber es wird deutlich, dass sie insgeheim etwas anderes erwarteten.

Wenn jemand sich vom Landleben begeistert zeigt, kommen Sophie Bedenken, ob sie nach Abschluss ihres Studiums in einer Stadt arbeiten möchte. Bei ihre Abwägungen bezieht sie stets ihre Freundschaften zu Lotte und Romy mit ein. Eine besondere Stärke des Romans ist die authentische Darstellung dieser inneren Konflikte, in der sich viele Lesende in der Rolle einer der Freundinnen wiederfinden werden.

In ihrem Debütroman „Spielverderberin“ schreibt Marie Menke eindringlich über die Freundschaft dreier junger Frauen und ihrem Leben zwischen Stadt und Land. Wie ein roter Faden zieht sich die Frage durch die Geschichte, wie viele eigenständige Entscheidungen eine Freundschaft aushält. Gerne vergebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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