Autorin: Petra Durst-Benning
Erscheinungsdatum: 29.04.2026
Verlag: Blanvalet (Link zur Buchseite des Verlags)
ISBN: 9783764508920
Acht Jahre nach dem letzten Band der Maierhofen-Reihe hat
Petra Durst-Benning mit „Heimatliebe“ erneut einen Roman geschrieben, der in
der Gegenwart spielt. Die Handlung ist in der etwa dreizehnhundert Einwohner
umfassenden, fiktiven Kleinstadt Goldberg angesiedelt. Der Ort liegt im
Baden-Württembergischen Remstal und ist von Weinbergen umgeben, die oft innerhalb
der Familie über Generationen hinweg bewirtschaftet werden.
Die im Elsass geborene Agnes ist inzwischen 67 Jahre alt. Als
junge Frau kam sie als Beiköchin ins Schwabenland, verliebte sich dort in einen
angehenden Arzt und gründete mit ihm eine Familie. Noch immer kümmert sie sich
um den Weinberg, den ihr Schwiegervater sehr geliebt hat. Ihr Sohn Jean-Claude lernte
zunächst Winzer, entschied sich dann jedoch für den Beruf des Kochs. Er liebt
seine Freiheit und zieht seitdem von einem Job zum nächsten um die Welt.
Bei einem seiner seltenen Heimatbesuche erfährt Jean-Claude,
dass viele Winzer im Ort wegen der zunehmend schwierigen wirtschaftlichen Lage
aufgeben. Als die Stelle des Kellermeisters frei wird, setzen die Goldberger ihre
Hoffnung darauf, dass Jean-Claude diese Aufgabe übernimmt. Aber ist er bereit, seine
Ungebundenheit für den wenig lukrativ erscheinenden Job aufzugeben?
Petra Durst-Benning versteht es, die gut recherchierten
Sorgen der Weinbranche glaubwürdig in die Handlung einzuflechten. Dabei erfährt
man nicht nur von steigenden Kosten und Personalmangel, sondern erhält auch
Kenntnisse über Weinanbau und -erzeugung. Besonders gelungen ist die
Darstellung des Gemeinschaftsgefühls in Goldberg. Die Autorin bringt die
Gefühle der handelnden Personen zum Ausdruck, die zwar zusammen nach Lösungen
suchen, sich aber auch bewusst sind, dass ihr Anliegen scheitern kann. Einige erfolgversprechende,
zeitgemäße Ideen werden in Goldberg umgesetzt, die sich durchaus auch auf
andere Regionen übertragen lassen, um den heimischen Tourismus zu stärken. Es
sind eine Vielzahl von Personen an den Events und Aktionen beteiligt, die jedoch
aufgrund der guten Struktur der Handlung übersichtlich bleiben.
Die Geschichte spielt überwiegend in der Gegenwart, führt
aber gelegentlich auch zu den Erinnerungen von Agnes in die 1980er Jahre
zurück. Zu dieser Zeit lernt sie nicht nur ihren späteren Ehemann kennen,
sondern auch ihre beste Freundin Helene. Deren Tochter Fleur ist bereits vor
drei Jahren wieder nach Goldberg gezogen und versucht, vor den Einheimischen ein
Geheimnis zu verbergen. Die Tochter von Agnes wiederum ist seit Kindertagen
ihre Freundin und inzwischen Landrätin, wodurch man ebenfalls einiges von den
Anforderungen dieses Berufs erfährt. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu
kurz und das nicht nur bei den jüngeren Figuren.
Mit „Heimatsommer“ ist Petra Durst-Benning ein warmherziger Roman gelungen, der trotz aller Sorgen und Herausforderungen ein Gefühl von Zuversicht vermittelt. Der respektvolle Umgang der Figuren miteinander und ihr gemeinsames Engagement für neue Ideen sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Gleichzeitig regt die Geschichte zum Nachdenken über die Probleme touristisch geprägter Regionen an. Ich fühlte mich bestens unterhalten und vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung.
