Samstag, 26. November 2022

Rezension: Wintersonne von Katrine Engberg


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Wintersonne
Autorin: Katrine Engberg
Übersetzer: Ulrich Sonnenberg
Hardcover: 432 Seiten
Erschienen am 26. Oktober 2022
Verlag: Diogenes

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In Kopenhagen wird auf einem Hügel hinter einem Spielplatz ein Koffer gefunden, in welchem sich die Hälfte einer zersägten Leiche befindet. Die Ermittlungen werden Annette Werner übertragen, denn ihr Chef Jeppe Kørner nimmt sich eine Auszeit vom Polizeidienst und arbeitet als Holzfäller auf der Insel Bornholm. Dorthin verschlägt es auch Esther de Laurenti, die von der Tochter der verstorbenen Anthropologin Margrethe Dybris, über die Esther eine Biographie schreiben will, eingeladen wurde. Auch die Spuren der zersägten Leiche deuten schon bald in Richtung Bornholm...

Das Buch beginnt mit einem kurzen Prolog, in dem ein Mann aus der Bewusstlosigkeit erwacht, um voller Schrecken festzustellen, dass er im Begriff ist, zersägt zu werden. Danach springt die Handlung zu Annette Werner und dem Fund einer halben zersägten Leiche in einem Koffer in Kopenhagen. Annette trägt erstmals die Verantwortung für eine Mordermittlung, weil ihr Chef Jeppe sich nicht im Dienst befindet. Ich war gespannt, wie sie diese neue Rolle ausfüllen wird.

Natürlich ist Jeppe nicht aus der Welt, und auch das Wiedersehen mit meiner liebsten Nebenfigur Esther de Laurenti lässt nicht lange auf sich warten. Beide hat es auf die Insel Bornholm verschlagen - der eine fällt dort Bäume, die andere recherchiert für eine Biographie. Manch einer in ihrem Umfeld verhält sich merkwürdig und ich fragte mich, ob das nur Verschrobenheit ist oder mehr dahinter steckt.

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, weil es nur eine halbe Leiche gibt und diese nicht identifiziert werden kann. Annette analysiert mit ihrem Team die aktuellen Vermisstenfälle und folgt gleichzeitig der Spur des Koffers, in welchem die Leiche gefunden wurde. Diese weist nach Bornholm und schnell ist da die Idee, ob Jeppe nicht wenigstens kurz... 

Die Ermittlungen schreiten in mäßigem Tempo voran. Dabei muss man darüber hinwegsehen, dass es schon ein extrem großer Zufall ist, dass drei Charaktere aus völlig unterschiedlichen Gründen alle auf Bornholm zu tun haben. Es gibt wenig klassische Ermittlungsarbeit, sondern ich erfuhr immer mehr über diverse Bornholmer, ihre Verstrickungen und Geheimnisse. Dabei ist lange nicht klar, ob und was davon irgendeine Relevanz für den Mordfall hat. In dieser Hinsicht ähnelt das Buch seinem Vorgänger. Zum einen bin ich traurig, dass dies der letzte Fall der Reihe ist, zum anderen habe ich das Gefühl, dass sich die Ermittler-Konstellation etwas abgenutzt hat, sodass ich mich auf ganz neuen Lesestoff der Autorin freue. Wer die vorherigen Teile der Reihe mochte, der sollte diesen Abschluss nicht verpassen!

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