Mittwoch, 5. August 2026

Rezension: Der Blutmensch zu Köln - Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek (Bas Sello und Mathilde von Tabouillot 1)

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Der Blutmensch zu Köln
Autorinnen: Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek
Erscheinungsdatum: 28.11.2025
Verlag: between Pages by Piper
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783377902733

Nominiert für den Goldenen Homer 2026
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Die beiden Autorinnen Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek haben in ihrem historischen Kriminalroman „Der Blutmensch zu Köln“ ein tatsächliches Verbrechen aus Holstein im Jahr 1866 aufgegriffen, es fiktiv aufgearbeitet und es nach Köln in den August des Jahres 1847 verlegt. Dort verbrennt ein Gutshof zu Schutt und Asche, zwischen denen die Leichen des Bauern, der Bäuerin, von fünf Söhnen und einer Tochter sowie von zwei Knechten und einer Magd gefunden werden. Sehr bald steht fest: die Opfer wurden erschlagen, bevor das Feuer ausbrach, nur ein Sohn überlebt verletzt.

Das fünfzehnjähriges Dienstmädchen Ida gerät unter den Verdacht, die Taten gemeinsam mit ihrem Liebsten begangen zu haben. Ihr Motiv soll Rache gewesen sein, denn sie wurde am Tag des Verbrechens von ihrem Dienstherrn entlassen. Die Redakteurin Mathilde von Tabouillot wird auf den Fall aufmerksam und wittert darin eine Chance, sich mit einer aufsehenerregenden Berichterstattung zu profilieren. Sie glaubt ebenso an die Unschuld der Magd wie Sergeant Hans Baudewin, der Ida verhaften musste. Beide wenden sich an die Kanzlei des erfahrenen Anwalts Dr. Venedey, der die Verteidigung der Magd übernimmt und dabei von seinem Rechtsreferendar Bas Sello unterstützt wird.

Der Kriminalfall ist gut konstruiert und überzeugend inszeniert. Als Anwältinnen gelingt es Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek, juristische Zusammenhänge und die damalige Rechtslage verständlich und anschaulich zu vermitteln. Grundlage hierfür ist ihre sorgfältige Recherche, die sich keineswegs auf rechtliche Aspekte beschränkt. Sie verstehen sich auch darin, das Köln des Jahres 1847 aufleben zu lassen und dabei ein detailreiches Bild der Stadt mit ihren historischen Gebäuden und ihrem damaligen Erscheinungsbild zu zeichnen.

Für humorvolle Momente sorgen die Autorinnen immer wieder, indem sie die rheinische Lebensart durch Dialoge im örtlichen Dialekt, dem rheinischen Singsang, authentisch zum Ausdruck bringen. Für alle, die das Kölnische Platt nicht beherrschen folgt immer eine geschickt in den Text eingearbeitete Übersetzung.

Auch Namensgebung der handelnden Personen wurde passend zu Zeit und Ort gewählt, selbst der französische Nachname der Redakteurin fügt sich stimmig in den historischen und regionalen Kontext ein und basiert auf einem wahren Hintergrund. Die Figur der Mathilde haben die beiden Autorinnen in Anlehnung an eine bekannte Frauenrechtlerin mit gleichem Namen gestaltet.

Aufgrund der geschickten Konstruktion des fiktiven Falls mit der zentralen Frage, ob Idas Unschuld bewiesen werden kann und wenn nicht, ob sich der oder die wahren Täter finden lassen, wird die Spannung bis zum Schluss hochgehalten, Die Geschichte ist als Reihe angelegt und der nächste Fall „Der Bonbonmord zu Köln“ ist bereits erschienen.

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