Donnerstag, 21. März 2013

Rezension zu Sarra Manning - Adorkable

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 Titel: Adorkable - Zwei, die sich hassen ... und lieben
Autorin: Sarra Manning
Übersetzerin: Marianne Harms-Nicolai
Erscheinungsdatum: 10. Januar 2013
Verlag: bloomoon Verlag
Buchausgabe: Klappenbroschur
ISBN: 9783760789583
Preis: 14,99 Euro



„Adorkable- Zwei, die sich hassen … und lieben“ von Sarra Manning ist als Klappenbroschur bei bloomoon, einem Imprint des Verlags arsEdition erschienen und umfasst 461 Seiten. Das Cover ist sehr schön gestaltet mit einem erhaben gedruckten Titel in orange, der sich auf einem weißen Hintergrund nach oben und unten hin in abgeschwächten Farbnuancen zu spiegeln scheint. Der Titel ist Programm, da die Protagonistin Jeane Smith nicht nur ihren Blog so benannt hat, sondern unter diesem Namen auch Lifestyle-Produkte vertreibt sowie eine Trendagentur betreibt. Gleichzeitig betrachtet Jeane diese Bezeichnung als eine bestimmte Form des Lebens, ihres Lebens. Im Wort selbst versteckt sich der Begriff des „Dorks“ zu denen Jeane sich rechnet, denn sie ist ein Freak, ihre Kleidung ist ausgeflippt, ihre Umgangsweise unkonventionell. Die junge Frau auf dem Titelbild ist eine eher blasse Darstellung der Protagonistin, den zweiten Hauptdarsteller des Romans, Matthew, habe ich mir dagegen so ähnlich vorgestellt wie abgebildet. Auch das skizzierte Fahrrad passt zur Erzählung, weil Jeane damit durch London, dem Setting der Story, fährt. Ein kleines Herz im Titel lässt den Leser gleich erkennen, dass es sich hier um einen Liebesroman handelt. Insgesamt finde ich die Aufmachung des Buches sehr ansprechend.
Jeane ist 17 Jahre und geht in die 12. Klasse. Sie ist mit ihren 1,52 eher klein und hat weiße oder orange gefärbte Haare. Allein schon an ihrer Art sich zu kleiden sieht jeder, dass sie sich vom Durchschnitt abhebt. Farben, die scheinbar nicht zusammenpassen kombiniert sie bei der Wahl ihrer Kleidung immer wieder neu. Und jedem, auch ihren Lehrern, sagt sie ihre Meinung. Sie redet oftmals in Endlossätzen. Doch auch wenn sie im realen Leben eine Außenseiterin ist, so ist sie im Internet ein regelrechter Star mit beispielsweise zig-Followern auf Twitter. Derjenige, mit dem sie sich in dieser Geschichte am häufigsten streitet ist Michael, ein gutaussehender Junge, Mitglied im Debattierclub und der Schülermitverwaltung, Fußballer und Schwarm vieler Mädchen. Zu Beginn der Erzählung ist Jeane mit dem schüchternen Barney liiert und Michael mit der hübschen Scarlett aus der Klassenstufe in die alle gemeinsam gehen. Doch dann entdecken Scarlett und Barney ihre Zuneigung zueinander und der Weg wird frei für eine Beziehung zwischen Jeane und Michael oder doch nicht? Können solche gegensätzlichen Charaktere zueinanderfinden?
„Adorkable“ ist ein Roman der jungen Generation, der auch deren Sprache wiedergibt. Es ist nicht einfach das britische Umfeld eins zu eins auf das deutsche zu übertragen, doch hier ist es gut gelungen. Sarra Manning schafft mit Jeane eine ganz besondere Persönlichkeit, die durch die Scheidung ihrer Eltern und den Wegzug ihrer Schwester schon sehr früh auf sich gestellt ist und über ihre Aktivitäten im Internet nicht nur Onlinefreunde gewinnen konnte, sondern dort auch erfolgreich ihre Trendvoraussagen vermarktet. „Adorkable“ ist aber auch eine Geschichte über das Sein und Anderssein. Im Laufe des Buchs setzt Jeane sich mit ihrer Lebensweise auseinander. Daher hat die Story, obwohl  frech und flott erzählt und flüssig zu lesen, auch Tiefgang. Durch die von Kapitel zu Kapitel wechselnde Erzählweise, einerseits aus Sicht von Jeane und andererseits von Michael, kann der Leser an den Gefühlen beider Protagonisten teilnehmen. Die Erzählung überschneidet sich in den Kapiteln kaum, so dass auch immer etwas Neues geschieht. Ich konnte mich sehr gut in die Welt der beiden hineinversetzen.
Das Buch setzt als Liebesroman einmal einen anderen Schwerpunkt. Das hat mir sehr gut gefallen und ich gebe gerne eine Leseempfehlung, vor allem für solche Leser, denen Twitter und Facebook ein Begriff sind.
Für das Rezensionsexemplar möchte ich mich bei Blogg dein Buch bedanken über deren Seite ich mich für das Buch beworben habe und natürlich beim Verlag bloomoon. 

Sonntag, 17. März 2013

Blogtour mit Julie Peters - Tag 7: Die Afrika-Faszination der Autorin

Hallo liebe Leser!

Nach einer spannenden Blogtour-Woche mit Julie Peters finden die Blogtour heute auf unserem Blog ihrem Abschluss.

Am letzten Tag der Blogtour hat Julie Peters uns verraten, was sie gerade an Afrika so fasziniert:








Warum Afrika? – Ein Setting, das mich schon lange reizte …

Über diese aufmerksame Frage von Hanna habe ich mich sehr gefreut, denn sie hat in einem früheren Interview von mir gelesen, dass „Afrika – dunkel lockende Welt“ von Tania Blixen zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Vielleicht ist es sogar das Lieblingsbuch, denn es begleitet mich schon sehr lange in verschiedenen Ausgaben. (zum Beispiel, hey! Es gibt eine hervorragende Neuübersetzung von Gisela Perlet bei Manesse, und obwohl ich schon eine andere Übersetzung hatte, brauchte ich die natürlich auch …) Die erste kaufte ich mir mit 17, ein Taschenbuch von Heyne, abgespart vom Taschengeld. Da hatte ich kurz vorher den Film das erste Mal gesehen, und Hemingway machte sich mit seinem „Die grünen Hügel Afrikas“ auch gerade auf meinem Nachttisch breit, das passte also vortrefflich zusammen. Und wie das so ist mit 17, man saugt alles auf wie ein Schwamm, gerade Dinge, die irgendwie fern und sehnsuchtsvoll sind, fallen da auf fruchtbaren Boden. Dafür hab ich dann Hermann Hesse ausgelassen, den liest man ja sonst in dem Alter und danach häufig nie wieder oder allenfalls enttäuscht.

Afrika also. Tania Blixen.  Die ersten Sätze zogen mich ins Buch und … ja, ich geb’s zu, machten mich unendlich neidisch, dass man so schön schreiben kann. Ich war nicht nur 17, ich war auch gerade erst frisch beseelt von dem Wunsch, „eines Tages Schriftstellerin zu werden“ in meiner grenzenlosen Naivität. Gut, das habe ich geschafft, aber die Realität sieht ja völlig anders aus als das, was man sich als 17jährige erträumt. Obwohl das auf die Berufstätigkeit als Lokführer genauso zutrifft, glaube ich.
Das Buch beginnt so (in der Übersetzung von G. Perlet, Zürich 2012):

Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße des Ngong-Gebirges. Die Äquatorlinie zog sich fünfundzwanzig Meilen weiter nördlich durchs Hochland, doch meine Farm lag zweitausend Meter über dem Meer. Mitten am Tag konnte man diese Höhe und die Nähe der Sonne wohl empfinden, aber nachmittags und abends war es klar und kühl, und die Nächte waren kalt.

Mit diesem ersten Absatz war ich verloren – an dieses Buch, an das Afrika, das Tania Blixen beschrieb und an diese Welt, die der meinen so fern war. Denn das merkte ich schnell: die Verklärung, mit der Tania Blixen auf ihre Vergangenheit zurückblickte, spiegelte nicht im Geringsten meine eigene Lebenswirklichkeit wider. Es war eine ferne Welt, zeitlich und räumlich weit von mir entrückt. Und doch gar nicht so fern, denn sie schrieb auch über ihr eigenes Schreiben, und über ihr Leben, und das alles vermischte sich mit ihrem Afrika zu etwas, das ich ins Herz schloss und seither nicht mehr loslassen konnte.

Dieses Buch hat mein Schreiben geprägt. Es hat mich, den bekennenden Reisemuffel, alle Jahre wieder auf eine harte Probe gestellt (vielleicht doch mal nach Kenia …?), es hat mich begleitet und immer wieder das Thema Afrika in mir kreisen lassen, wenn es darum ging, den Schauplatz für das nächste Buch zu finden. Und nie hat es so gut gepasst wie jetzt für dieses Buch. Damals begann eine Reise, die mit Audreys Geschichte ein kleines Bisschen zu Ende ging, denn jetzt habe ich meinen Afrikaroman geschrieben.

Aber Kreise schließen sich nie so ganz. Und darum, entschuldigt ihr mich? Ich habe ein Buch zu lesen – ein Buch, das mit einem wunderschönen Satz beginnt.

Ich hatte eine Farm in Afrika …



Mit diesen schönen Worten endet die Blogtour. Wir danken Julie Peters ganz herzlich für die tollen Einblicke und dem Rowohlt Verlag für die Organisation der Blogtour!

Samstag, 16. März 2013

Rezension zu Julie Peters - Am Fuß des träumenden Berges

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Titel: Am Fuß des träumenden Berges
Autorin: Julie Peters
Erscheinungsdatum: 08.03.2013
Verlag: Wunderlich (Imprint vom Rowohlt Verlag)
Buchausgabe: Klappenbroschur
ISBN: 9783805250504
Preis: 14,95 Euro




Das Buch „Am Fuß des träumenden Berges“ mit dem Untertitel „Ein Kenia-Roman" von Julie Peters ist als Klappenbroschur im Verlag Wunderlich, einem Imprint des Rowohlt Verlags erschienen und umfasst 463 Seiten mit Prolog und 38 nummerierten Kapiteln. Der Titel steht in Bezug zum Mount Kenya. Der Handlungsort des Romans, der hauptsächlich auf einer Teeplantage in Kenia spielt, liegt südwestlich dieses Berges. Auch das Cover wurde entsprechend gestaltet. So traumhaft stelle ich mir den Blick von der Terrasse des Wohnhauses auf der Plantage über das Land vor, das in Abendrot getränkt ist.


Die Protagonistin Audrey sucht im London des Jahres 1910, nachdem ihre Verlobung nach einem Ereignis gelöst wurde, das sehr lange im Dunkeln bleibt, nach einem Neubeginn. Über Bekannte ihres Vaters erhält sie die Adresse von Matthew, der in Kenia eine Teeplantage betreibt und nach einer weiblichen Gesellschaft sucht. Nachdem einigen Monaten des Briefwechsels kommen die beiden überein, eine Verbindung einzugehen. Audrey begibt sich auf die lange Schiffsreise nach Ostafrika  und glaubt ihr Glück vollkommen, weil Matthew nicht nur gut aussieht sondern ihr auch mit sehr viel Galanterie und Verständnis begegnet. Das Geheimnis ihrer Vergangenheit berichtet sie ihm nicht, aber im Laufe der Zeit gibt es Hinweise, dass auch Matthew etwas vor ihr verbirgt. Nach einer anfänglich unbeschwerten Zeit, verlagert sich der erste Weltkrieg zwischen Deutschen und Briten bis nach Kenia. Und beinahe zeitgleich wird Audrey von ihrer Vergangenheit bis nach Afrika hin eingeholt. Ihre Beziehung wird dadurch auf eine harte Probe gestellt. Wird es eine gemeinsame Zukunft geben?


Gleich vorab sei gesagt, dass sich die Geschichte sehr flüssig und rasch lesen lässt. Langeweile kommt nicht auf, weil die Autorin neben den beiden Hauptfiguren interessante Nebenrollen schafft sei es in Form von Freunden oder auch der Kikuyu, einem afrikanischen Stamm, der auf dem Land der Teeplantage lebt und über den man im Laufe des Buches mehr erfährt. Grundsätzlich teilt sich das Leben der Protagonisten in eine Zeit vor und nach ihrem Eintreffen in Afrika. Julie Peters blättert das Geheimnis, warum die Verlobung gelöst, erst nach und nach auf. Dennoch beschreibt sie die Gefühle von Audrey  so, dass der Leser diese entsprechend aufnehmen und sich in ihre Situation hineinversetzen kann. Das Leben im Jahr 1910 in Kenia wird beherrscht von den Briten, die sich als Eroberer das Land von den Schwarzen genommen haben und diese nun als Arbeitskräfte, wenn überhaupt nur gegen geringen Lohn, ausbeuten. Auch in Afrika gilt es daher für Audrey und Matthew, bestimmte Erwartungen einzuhalten, um zur besseren Gesellschaft zu gehören. In einer Beziehung über Empfindungen zu sprechen, fällt schwer. Bereits im heimatlichen London hat Audrey von ihrer Mutter gelernt, in allen Situationen Haltung zu bewahren. Aber dies fällt ihr nicht immer leicht, vor allem nachdem sie entdeckt hat, dass auch Matthew seine Ecken und Kanten hat. Der Fokus des Buchs bleibt bei der Protagonistin. Um dem Leser aber auch die Gedankenwelt von Matthew und Kinyua, einem Mitglied des Kikuyu-Stamms, nahezubringen, sind immer wieder Szenen eingefügt, die durch eine unterschiedliche Schrift auffallen. Insgesamt gesehen, gefällt mir die Geschichte gut und die Erzählung ist nachvollziehbar, einzig das Verhalten von Matthew und Kikuyu am Ende des Buchs fand ich merkwürdig und nicht ganz passend. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für alle Freunde des historischen Liebesromans. 

Donnerstag, 14. März 2013

Rezension zu Brigitte Riebe - Die schöne Philippine Welserin

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Titel: Die schöne Philippine Welserin
Autorin: Brigitte Riebe
Erscheinungsdatum: 04.03.2013
Verlag: Gmeiner Verlag
Buchausgabe: Klappenbroschur
ISBN: 9783839213513
Preis: 14,99 Euro


„Die schöne Philippine Welserin“ von Brigitte Riebe ist im Gmeiner Verlag erschienen und umfasst 337 Seiten. Auf dem Cover dieses historischen Kriminalromans ist das Porträts einer jungen Frau zu sehen, dass die Protagonistin darstellt. So gewinnt jeder Leser einen Eindruck davon, warum die Schönheit von Pippa, wie sie manchmal genannt wird, gerühmt wurde. Auch die weitere Covergestaltung in rosa mit violettem Rankenmuster und grünen Randstrichen gefällt mir sehr gut.


Das Buch beschreibt Szenen des Lebens der Philippine Welser, die von 1527 bis 1580 lebte. Jedes Kapitel ist mit einem Heilkraut betitelt, das auf der übernächsten Seite abgebildet und mit Vor- und Nachteilen benannt ist. Das Besondere macht es aus, dass jede Pflanze eine Rolle im nachfolgenden Kapitel spielt. Der Leser begegnet Philippine zum ersten Mal im Prolog am Ende ihres Lebens. Sie hat bereits ihr Tagebuch bereitgelegt, um es ihrer Vertrauten zur sicheren Aufbewahrung nach ihrem Tod zu geben. Philippine wächst in Augsburg in einer betuchten Kaufmannsfamilie auf. Obwohl der Vater nach Ravensburg gezogen ist, wohnt sie dort mit ihrer heilkundigen Mutter in der Nähe des Onkels, der die Familiengeschäfte an seinen Sohn weitergegeben hat, aber gern den beiden auch in finanzieller Not behilflich ist. Die Schwester ihrer Mutter wohnt auf Schloss Bresnitz in Böhmen. Bei einem Besuch hat sie dort Ferdinand II. kennengelernt, den Sohn des Kaisers, zu dem sie in scheinbar hoffnungsloser Liebe entbrennt. Trotzdem beginnt sie nach ihrer Heimkehr ein Techtelmechtel mit einem dorfansässigen Zimmermann. Als dieser sich für eine andere entscheidet und sich die Gelegenheit bietet, reist sie wieder zu ihrer Tante, die es einfädelt, dass Friedrich sie besucht. Das ist der Auslöser für eine romantische Liebesbeziehung zwischen den beiden.


Die Autorin spielt in diesem Buch mit den realen Fakten und ihrer Fantasie, die sie gekonnt miteinander vermischt. Daraus ist eine sehr schöne Liebesgeschichte entstanden, die sich flüssig und schnell lesen lässt und gleichzeitig auch spannend ist. Denn da die Heirat zwischen Philippine und Friedrich geheim gehalten werden musste, galt sie bei vielen natürlich nur als Liebschaft des Kaisersohns. Sie hatte Neider, die ihr und ihren Nachkommen nach dem Leben trachteten. Die Nummer Eins bei der Wahl der Mordwaffe war Gift. Ermittlungen, wie wir sie heute kennen, fanden damals nicht statt und waren vielleicht auch im Umkreis eines Sohns des Kaisers nicht erwünscht. Die kriminellen Taten wurden eventuell auch von der damals als Erklärung gern hinzugezogenen Mystik vertuscht. 


Brigitte Riebe versteht es auch in ihrem neuen Roman mit Leichtigkeit den Figuren Form zu geben, so dass der Lesen sie in ihrer Welt erleben kann. So beschreibt sie Philippine als eine für ihre Zeit über das Übliche hinaus gebildete Person, die von ihrem Onkel den kaufmännischen Umgang mit Zahlen gelernt hat. Von ihrer Mutter hat sie das Interesse und das Wissen über die Wirkweise von Kräutern erworben. Mehrere Schicksalsschläge und die ständige Angst ermordet zu werden auf der einen Seite und andererseits ihr Wunsch eine gute Mutter und Gattin zu sein führen zu einer inneren Zerrissenheit. Sie gibt sich gerne leiblichen Genüssen hin, die mit zunehmendem Alter Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben. Durch den Wechsel der Perspektive innerhalb der Kapitel in die Ich-Erzählung der Philippine kommt der Leser der Gefühlswelt der Protagonistin nah. Aber auch die übrigen Charaktere wie beispielsweise  ihren Onkel, ihre Tante in Böhmen und ihre Schwägerin Eva, die eine wichtige Rolle im Leben von Pippa spielen, gestaltet die Autorin liebevoll treffend. Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ich gebe gerne eine Leseempfehlung an die Leser historischer Liebesromane.


Ein Dankeschön an vorablesen.de für den Gewinn des Buches und den Gmeiner Verlag für das Zuschicken des Rezensionsexemplars!

Montag, 11. März 2013

Blogtour-Auftakt mit Julie Peters! Tag 1: Julie Peters Recherchearbeiten für ihre Bücher

Hallo liebe Leser!

Heute darf ich euch eine ganz besondere Aktion vorstellen: Eine Blogtour mit Julie Peters zu ihrem Roman "Am Fuß des träumenden Berges"!

Im Rahmen der Blogtour wird Julie Peters euch Einblicke in das Leben als Autorin und ihre Romane geben. In den folgenden Tagen wird euch jeden Tag ein neuer Blog ein Thema präsentieren, bis die Blogtour am 17. März wieder auf diesem Blog Halt macht und endet.

Das erste Thema, das unser Blog euch heute vorstellen darf, sind Julie Peters Recherchearbeiten für ihre Bücher.  

Hier kommt Julie Peters erster Beitrag!



Wie die Geschichte ihre Form annimmt …

Bevor ich mit dem Schreiben überhaupt anfangen kann, muss ich mich auskennen. Ich muss wissen, wohin ich mich mit meinen Figuren begebe – die ich idealerweise schon ein bisschen kenne, weil sie wie kleine Geister an mir kleben und ich in Gedanken schon unzählige Gespräche mit ihnen geführt habe – und was uns dort erwartet.

Also wird recherchiert. Recherche ist ein Muss. Wenn ich mich nicht auskenne, kann ich nicht schreiben. Dann sitze ich vor dem blinkenden Cursor und einem leeren Worddokument, und es passiert: nichts. Habe ich mich vorbereitet und kenne mich aus, fällt mir das Schreiben sehr viel leichter.

Und wie man nun recherchiert – da hat jeder seine eigene Methode. Meine sieht ungefähr so aus: lesen. Lesen, lesen, lesen. Am Anfang steht immer eine ausgiebige Recherche in verschiedenen Bibliotheken und Datenbanken, sowas geht ja heutzutage zum Glück auch weitgehend von zu Hause aus. 

Wenn ich dann weiß, wo genau ich in der Ferne bin – denn große Recherchereisen kann ich leider nicht leisten, obwohl ich das so gerne würde, mich packt bei der Erstrecherche immer ein extremes Fernweh! – und wenn ich mich einigermaßen sicher fühle mit meinem Terrain, wenn ich Land und Leute zu verstehen glaube, ist es an der Zeit, sich ans Schreiben zu setzen. Ich halte nicht allzu viel davon, bis ins Kleinste schon alles recherchiert zu haben, bevor ich die ersten Kapitel schreibe; meist schränkt mich das ein (weil ich zum Beispiel denke: „Das muss unbedingt mit rein!“ oder weil ich eine zu genaue Vorstellung habe, von der ich mich nur schwer lösen kann). 

Natürlich geht es um Fakten, und die müssen stimmen. Aber man muss sich als Schriftstellerin auch immer genug Freiheit lassen, um im Schreibprozess auf Veränderungen eingehen zu können. Alles fließt. Ich lasse mich beim Schreiben auf eine Beziehung ein – mit der Geschichte, die erzählt werden will – und da darf ich eben nicht in ein starres Korsett aus Daten und Fakten gezwängt werden. Viele Feinheiten recherchiere ich dann beim Schreiben. Das macht es manchmal mühsam, denn viele Fragen tauchen natürlich dann mittendrin auf und man wirft sich wieder in die vielen Datenbanken, Webseiten, in die Bücher und die über die Fernleihe bezogenen Zeitschriftenartikel – nur um sich darin zu verlieren. Die Kunst besteht vermutlich darin, immer den Weg heraus zu finden. Zurück zur Geschichte. Und nicht immer tiefer hinein in die Fakten. Denn je mehr man dann weiß, umso größer ist die Verlockung, auch wirklich alles unterbringen zu wollen. Das tut dem Buch eher selten gut, es wirkt dann gestelzt und überladen.



Ich hoffe, Julie Peters Beitrag gefällt euch genauso gut wie mir und hat euch einen Einblick in ihr Vorgehen bei der Recherche verschafft.

Sonntag, 10. März 2013

Rezension zu Stephan M. Rother - Öffne deine Seele

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Titel: Öffne deine Seele
Autor: Stephan M. Rother
Erscheinungsdatum: 1. März 2013
Verlag: Rowohlt Verlag
Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783499259869
Preis: 9,99 Euro




„Öffne deine Seele“ von Stephan M. Rother ist als Taschenbuch im Rowohlt Verlag erschienen und umfasst 511 Seiten. Der Thriller gliedert sich in zwei Teile. Die Story ist chronologisch aufgebaut und wird durch mehrere Zwischenspiele unterbrochen. Der Coverhintergrund ist wie beim Debütthriller des Autors  „Ich bin der Herr deiner Seele“ schwarz und entsprechend ist die Schriftgestaltung des Titels in einem starken Kontrast, diesmal in orange, der das Auge des Buchinteressenten auf sich zieht. Passend zum Thriller ist die Schrift an den Rändern unscharf, mit einer verstörenden Wirkung. Der Titel des Thrillers bezieht sich auf eine Telefontalksendung, die eine Rolle bei den Ermittlungen spielt und aus der einige Gespräche in den Zwischenspielen wiedergegeben sind.


Zu Beginn dieses Thrillers konfrontiert Stephan M. Rother den Leser mit einer Person, die festgegurtet allein im Dunkeln einen Kampf mit seinen Ängsten, aber auch mit sich selbst um eine Entscheidung über eine schwierige Frage ausfechtet. Diese kurze Einleitung ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und Leser des ersten Bands könnten nun Parallelen ziehen, um zu wissen, welche Person diesen Teil erzählt, der ansonsten erst im Lauf der Geschichte eingeordnet werden kann. Zum Lesen des Buchs ist ein Vorwissen grundsätzlich jedoch nicht weiter nötig, da der Autor entsprechende Informationen in die Geschichte eingearbeitet hat. Die Einleitung verdeutlicht dem Leser aber auch das mögliche Leiden von Falk Sieverstedt, dem Erben einer angesehenen Hamburger Kaufmannsfamilie, der im Bassin des Hamburger Dahliengartens ermordet aufgefunden wird. In Fortsetzung des Debütthrillers ermittelt auch hier wieder das Team des Polizeikommissariats Königstraße um Hauptkommissar Jörg Albrecht, der krankheitsbedingt ein halbes Jahr außer Dienst war und nun innerhalb von Minuten nach Dienstantritt mit dem Fall konfrontiert wird. Die Ermittlungen scheinen durch den Auffindungsort zunächst auf einen Mörder aus einer gewissen Szene hinzudeuten, doch Fotos die der Verstorbene aufgenommen hat weisen in eine ganz andere Richtung. Weiter ergeben die Ermittlungen, dass Falk Sieverstedt einige Zeit vor seinem Tod Hilfe gesucht hat beim Moderator einer Fernseh-Telefontalksendung, der sich von seinen Gesprächspartnern wünscht, dass diese ihm seine Seele öffnen. Im Gespräch hat Falk angedeutet, dass er lebensmüde ist. Im Laufe der Ermittlungen zieht Albrecht seine Kollegin Hannah Friedrichs von dem Fall wegen Befangenheit ab und betreut sie mit anderen Aufgaben. Und gerade bei der Bearbeitung eines scheinbaren Selbstmords kommt sie auf eine andere Spur wie ihre Kollegen … 


Es macht gerade das Besondere dieses Thrillers aus, dass der Autor den Leser auf eine scheinbar sichere Fährte geleitet, die doch offensichtlich zur Aufklärung führen muss und dann doch plötzlich alles ganz anders ist. Er präsentiert eine Reihe von Personen, die für die Tat verantwortlich sein könnten, wobei zwar einiges an Schmutz an die Oberfläche gerät, aber nicht der ursprüngliche Fall aufgeklärt wird. Bis auf ein paar ruhigere Passagen ist der Krimi von Beginn an spannend. Stephan M. Rother platziert den Täter wieder so gekonnt, dass man ihn zwar sozusagen aus den Augenwinkeln sehen kann, aber der Leser fokussiert ihn erst relativ spät. So bleibt der Spannungsbogen bis zum Ende erhalten. Genauso wie in seinem ersten Thriller schildert der Autor die Geschehnisse aus zwei verschiedenen Perspektiven, einerseits aus einer neutralen Sicht der Dinge und andererseits aus der Sicht von Hannah Friedrichs. So ist es auch möglich aus der Schilderung heraus, deren Gefühle sowohl bei den Ermittlungen wie auch im familiären Umfeld nachzuvollziehen. Herr Rother lässt seine Protagonisten sich auch persönlich weiterentwickeln. Ihre Entscheidungen sind durchaus nachvollziehbar, aber dem Leser nicht immer angenehm. Eigentlich jeder Charakter des Thrillers von den Ermittlern über die Familienmitglieder der Sieverstedts bis hin zum Team rund um den Moderator des Fernsehtalks ist unverwechselbar. Doch gerade bei den letzten kleinen Abschnitten des Buchs führt der Autor dem Leser noch einmal kurz vor Augen, dass der äußere Schein oft trügerisch ist …


„Öffne deine Seele“ ist ein spannender, rundum gelungener Thriller, dem ich eine klare Leseempfehlung für alle Freunde dieses Genres gebe. Eine Fortsetzung der Reihe mit dem Ermittlerteam um Jörg Albrecht könnte ich mir sehr gut vorstellen.

Für das zur Verfügung stellen des Rezensionsexemplars möchte ich mich beim Rowohlt Verlag bedanken!
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