Sonntag, 7. Juni 2026

Rezension: Eine Liebe ohne Sommer von Timothy Paul

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Eine Liebe ohne Sommer
Autor: Timothy Paul
Erscheinungsdatum: 15.05.2026
Verlag: Rowohlt Polaris (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover
ISBN: 9783449017568
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Die Liebe von Rosa erlebt, wie bereits der Romantitel „Eine Liebe ohne Sommer“ andeutet, keine warme Jahreszeit, weil ihr geliebter Nikolas an einem kalten Wintertag bei einem Unfall ums Leben kommt. Im Buch von Timothy Paul begegnen sich die beiden durch Zufall auf der Treppe des Hauses, in dem sowohl Rosa als auch die Mutter von Nikolas wohnen. Es bleiben ihnen nur wenige Wochen, um einander besser kennenzulernen, bevor das gemeinsame Glück jäh endet.

Rosa ist 35 Jahre alt und seit drei Jahren Single. Von Beruf ist sie Redakteurin und Ghostwriterin. Sie kann kaum glauben, dass der gutaussehende Nikolas sich für sie interessiert. Obwohl sie sich von Beginn an zu dem charmanten, aber risikofreudigen Mann hingezogen fühlt, erfährt sie von ihm wenig über sich und seine Freunde, von denen er ihr nie jemanden vorstellt. Nach seinem Tod bleiben daher zahlreiche Fragen offen, sodass Rosa das Gefühl hat, den von ihr geliebten Mann nie wirklich gekannt zu haben. Um Antworten zu finden, sucht sie bewusst den Kontakt zu seinen Freunden und Weggefährten. Gespräche mit ihnen sollen ihr Einblicke in sein Leben zu ermöglichen.

Die Geschichte wird von Rosa aus der Ich-Perspektive erzählt, die nicht nur in der Gegenwart spielt, sondern auch Rückblicke auf die kurze Beziehung gewährt. Für zusätzliche Abwechslung Sorgen Auszüge aus Rosas Notizbuch sowie der Verlauf von WhatsApp Chats. Gleich am Anfang steht fest, dass Nikolas verstorben ist. Dennoch wird die Handlung nicht von Trauer beherrscht. Stattdessen prägen vor allem der warmherzige Umgang der Liebenden sowie ihre humorvollen und schlagfertigen Dialoge weite Teile des Romans.

Auf ihrer Suche nach dem Menschen hinter den Erinnerung, begegnet Rosa verschiedenen Personen, die überwiegend interessant gestaltet sind, mich aber nicht alle gleichermaßen überzeugen konnten. Durch die Gespräche setzt sich Schritt für Schritt ein immer vollständigeres Bild von Nikolas zusammen.

Rosas Versuch, die Wahrheit über den geliebten, aber verstorbenen Nikolas zu ergründen, verleiht dem Roman „Eine Liebe ohne Sommer“ eine beständige, unterschwellige Spannung. Feinfühlig schildert Timothy Paul die Licht- und Schattenseiten einer kurzen Liebesbeziehung, die sich trotz des tragischen Ausgangs leicht und flüssig liest. Gerne empfehle ich das Buch daher weiter.

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