Montag, 15. Juni 2026

Rezension: Pause von Lena Kupke

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Pause
Autorin: Lena Kupke
Erscheinungsdatum: 15.05.2026
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband
ISBN: 9783423285421
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In ihrem Debütroman „Pause“ erzählt Lena Kupke von der 36-jährigen Hanna, die in Berlin lebt und während einer beruflichen Präsentation ihrer Arbeit für die Anwesenden völlig unerwartet das Bewusstsein verliert. Die behandelnde Ärztin im Krankenhaus entscheidet, dass sie in den nächsten Stunden nicht allein bleiben soll. Da weder ihr Lebenspartner Paul noch ihre Freundinnen Zeit haben, bleibt ihr als letzte Lösung nur, dass ihre Eltern sie aus dem etwa zweihundert Kilometer entfernten Lüneburg zu sich nach Hause holen.

Während Hannas Schwester Sara immer noch in der Heimat lebt, hat Hanna das Elternhaus bereits vor mehreren Jahren verlassen. Der Alltag ihrer Eltern folgt inzwischen einem routinierten Ablauf, der durch ihre Rückkehr durcheinandergerät. Kaum hat Hanna wieder ihr Kinderzimmer bezogen, werden viele Erinnerungen an die kleinen Marotten ihrer Mutter und ihres Vaters wach. Schon bald empfindet Hanna ihre Anwesenheit im Elternhaus als belastend, nicht zuletzt wegen mancher Bemerkungen ihrer Mutter. Dadurch, dass Hanna aus der Ich-Perspektive heraus erzählt, konnte ich ihrer Gefühlswelt sehr gut nachvollziehen. Ich empfand ihre Handlungen als authentisch, auch weil die Autorin darin vermutlich eigene Erfahrungen hat einfließen lassen.

Es wird von Beginn an deutlich, dass Hanna in den vergangenen Jahren einiges erlebt hat, dass ihr Angst macht und Panik auslöst. Das Problem wird allerdings nie beim Namen genannt, ist aber zwischen den Zeilen zu lesen, beispielsweise dann, wenn jemand über die Kinder von Gleichaltrigen spricht und sie sich am liebsten abwenden möchte. Es zeigt sich mit der Zeit, dass dieses Thema auch ihre Beziehung zu Paul belastet und zu Spannungen zwischen ihnen geführt hat.

In Hannas Familie ist seit jeher vieles unausgesprochen geblieben: man streitet sich und wenn man sich wenig später wieder trifft, ist alles wieder gut. Hanna hat inzwischen jedoch erkannt, dass ihr offenes Reden und Diskutieren über Sorgen und Ängste helfen würde. Es fehlt ihr aber der Mut, ihre eigenen Bedürfnisse klar zu formulieren und für sich einzustehen. Die Geschichte endet für sie mit einem wohlgemeinten Schluss.

Lena Kupke erzählt in ihrem bewegenden Roman „Pause“ feinfühlig mit Tiefgang über schwierige Themen im frischen und zeitweile amüsanten Sprachstil. Sie verdeutlicht, wie wichtig es manchmal sein kann, innezuhalten, um sich darüber klarzuwerden, ob eine neue Ausrichtung des Lebenswegs sinnvoll ist. Gerne empfehle ich den Roman weiter.

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