Amanda ist die Protagonistin und Titelgeberin des
Fantasyromans „Ms Atkins und die Bibliothek der Träume“ von Vanessa Göcking. Seit
vielen Jahren arbeitet sie für die britische Zoll- und Steuerbehörde und führt
ein zurückgezogenes Leben in ihrer Wohnung im Londoner Stadtteil Hampstead. Einen
festen Platz in ihrem Alltag nimmt der Besuch der Bücherei ein, die sie jeden
Freitagnachmittag besucht. Eines Tages erhält sie Zugang zu einem geheimnisvollen
Raum der Bibliothek, von dem aus ein Fahrstuhl sie zu ihren Träumen bringen
kann.
Nur wenigen Besucherinnen und Besuchern ist es gestattet,
diesen besonderen Leseraum aufzusuchen. Hierzu gehören Henry, der sich in der Büberei
nach dem Schulunterricht etwas hinzuverdient, und die etwa gleichaltrige, aufmüpfige
Xiao Mei. Auch der wohlhabende Robert verbringt bereits seit etwa zehn Jahren
die meiste Zeit in diesem geheimnisvollen Raum. Ob jung oder älter: Alle vier
tragen ein eigenes Schicksal mit sich und bewahren Gedanken und Sorgen, über
das sie nicht mit anderen sprechen. Als Amanda jedoch vor einem aktuellen
Problem steht, schließen sie sich zu einer Gemeinschaft zusammen und versuchen,
ihr beizustehen.
Die Idee hinter der Geschichte ist ansprechend. Eine
Bücherei besitzt für Leserinnen und Leser ohnehin eine besondere Faszination, doch
geheimnisvolle Vorgänge und mysteriöse Ereignisse verleihen diesem ohnehin Ort
ein rätselhafte Atmosphäre. Die vier Hauptfiguren unterscheiden sich deutlich in
ihren Eigenarten und es ist interessant zu beobachten, wie sie lernen müssen,
aufeinander einzugehen und ihre unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnisse
miteinander zu vereinbaren.
Die Sorgen der ProtagonistInnen bleiben jedoch längere Zeit im
Verborgenen und werden später, meiner Meinung nach, recht kurz beschrieben. Ich
fand es auch schade, dass kaum eine weitere Auseinandersetzung mit den am
Konflikt beteiligten Personen stattfand. Der Verlauf zum Schluss der Geschichte
hin konnte mich ebenfalls nicht vollständig überzeugen, weil er mir auf diese
Weise die Hoffnung auf weitere Abenteuer der vier Hauptfiguren genommen hat. Zudem
empfand ich, dass das wiederholte Erzählen bestimmter Geschehnisse aus
unterschiedlichen Perspektiven zu Längen führt.
In der Fantasy „Ms Atkins und die Bibliothek der Träume“ erzählt Vaness Göcking in einer schlichten und leicht zugänglichen Sprache von Mut, Zusammenhalt und der Kraft des Träumens. Das Buch verfügt über einen Farbschnitt und einem innenliegenden Page Overlay, wodurch es optisch so ansprechend gestaltet ist, dass man es besonders gern in die Hand nimmt. Trotz des interessanten Ansatzes konnte mich das Buch aufgrund der oben angeführten Punkte nicht ganz überzeugen.
