Rezension von Ingrid Eßer
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Der fünfzehnte Fall führt den aus Paris stammenden und nach
Concarneau versetzten Kommissar Dupin an die Nordwestküste der Bretagne nach
Roscoff. Die vorliegenden Fallermittlungen verknüpft Jörg aka Jean-Luc Bannalec
wieder eng mit einer regionalen Spezialität. Obwohl die kleine Gemeinde nicht
einmal 3500 Einwohner zählt, genießt sie weit über die Bretagne hinaus einen
hervorragenden Ruf für ihre Roscoff-Zwiebeln, die sich durch ihre zartrosa
Farbe und ihren mild-süßen Geschmack auszeichnen.
Eine besondere Würze erhält der Kriminalroman dadurch, dass
die Tote in der Nähe eines der Lesungsorte des gerade stattfindenden, leider
fiktiven Krimifestivasl in Roscoff aufgefunden wird. Das Opfer ist die junge,
streitbare Betreiberin eines Zwiebelhofs, die sich mit großem Engagement für
eine biodynamische Bewirtschaftung einsetzt. Der vor Ort zuständige Kollege geht
in den wohlverdienten Ruhestand. Weil Dupins Mitarbeiter Kadeg ohnehin als
Zuhörer das Festival besucht, empfiehlt er seinen Chef für die Ermittlungen. Während
sich das gesamte Team als krimibegeistert erweist, ist Dupin wenig angetan von
dem Wunsch eines Kriminalromanautors, ihn bei seiner Arbeit zu begleiten.
Neben den Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten in Roscoff und
der Umgebung greift der Autor auch gesellschaftspolitische Themen der Bretagne
auf. Zum einen sind es Probleme im Zusammenhang mit Fährverbindungen, zum
anderen sind es die Sorgen der landwirtschaftlichen Erzeugerinnen und Erzeuger,
die zwischen den polizeilichen Ermittlungen verdeutlichen, welche Herausforderungen
die Menschen vor Ort zu bewältigen haben und dadurch zum Nachdenken anregen.
Noch bevor das Motiv und Täterschaft geklärt werden können,
geschieht ein weiterer Mord, so dass Dupin und sein Team aus Concarneau ihre
bisherigen Erkenntnisse neu bewerten und die bisher ins Visier der Ermittlungen
geratenen Personen befragen müssen. Es bleibt bis zum Ende spannend, wer die
Morde begangen hat und ob sie von einer oder mehreren Personen ausgeführt
wurden.
Auch der fünfzehnte Fall für Kommissar Dupin und sein Team verbindet wieder eine fesselnde Ermittlungsarbeit mit viel regionalem Flair. Mir hat es große Freude bereitet, leserisch erneut in die Bretagne zu reisen.
