Dienstag, 24. September 2024

Rezension: Weil wir längst woanders sind von Rasha Khayat

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Weil wir längst woanders sind
Autorin: Rasha Khayat
Erscheinungsdatum: 13.08.2024
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783832164096
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Die Geschwister Basil und Layla haben ihre Kindheit in Saudi-Arabien verbracht, dort, wo ihr früh verstorbenen Vater geboren wurde. Die Familie wanderte dann nach Deutschland aus, der Heimat der Mutter. In ihrem Roman „Weil wir längst woanders sind“ zeigt Rasha Khayat, wie unterschiedlich sich die Gefühle und Einstellungen der beiden Geschwister über die weiteren Jahren hinweg entwickelt haben. Basil, 31 Jahre alt und immer noch Student mit Aushilfsjob, wird von der jüngeren Layla nach Saudi-Arabien eingeladen, wo sie im Rahmen der Familie traditionell heiraten wird.

Als Leserin begleitete ich Basil auf seiner Reise und verfolgte seine Erlebnisse und dazu seine Gedanken als Ich-Erzähler. Basil versucht Verständnis für den Entschluss seiner freiheitsliebenden Schwester aufzubringen, dass sie sich den vielen Regeln, denen arabischen Frauen unterliegen. zukünftig beugen will.

Die Kindheit der Autorin ist ähnlich verlaufen wie die ihrer Protagonisten. Ihre Geschichte ist ein Vergleich und eine Auseinandersetzung der beiden verschiedenen Welten, die besonders gut und vor allem authentisch durch das eigene Wissen darum gelingt. Rasha Khayat bietet ihren Figuren den Raum, sich selbst zu verwirklichen. Sie können so leben, wie sie es aufgrund ihrer Erfahrungen, als gut empfinden. Für mich bedeutete es, Einblicke in die ansonsten wenig beschriebene familiäre Welt des Staats auf der Arabischen Halbinsel zu erhalten.

In einem, dem Roman angehängten Essay der Autorin, indem sie ihre eigenen Gefühle beim Wandeln zwischen den Welten darstellt, kommt zum Ausdruck, dass in Deutschland häufig erwartet wird, dass Personen jenseits des von uns gesehenen Durchschnitts, sich anpassen. Dabei wird aus dem Blick verloren, dass dadurch die Diversität menschlichen Lebens schwindet.  

„Weil wir längst woanders sind“ von Rasha Khayat ist ein Roman, den es sich lohnt, zu lesen.

Sonntag, 22. September 2024

Rezension: Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig


Die Unmöglichkeit des Lebens
Autor: Matt Haig
Übersetzer:innen: Sabine Hübner, Dr. Bernhard Kleinschmidt, Thomas Mohr
Hardcover: 416 Seiten
Erschienen am 29. August 2024

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Die 72-jährige Grace, eine ehemalige Mathematiklehrerin, führt ein einsames Leben. Sie hat den Unfalltod ihres Sohnes nie verwunden und nun ist auch ihr Mann Karl gestorben. Völlig überraschend erhält sie eines Tages die Nachricht, dass sie ein Haus auf Ibiza geerbt hat. Dieses wurde ihr von Christina vermacht, einer ehemaligen Kollegin, die ihrem Leben viele Jahre zuvor eine neue Richtung gegeben hat, nachdem Grace sie in ihrem Vorhaben bestärkt hat. Kurz darauf ist sie nach Ibiza ausgewandert, wo sie zuletzt als Wahrsagerin tätig war. Grace wundert diese aus einer flüchtigen Bekanntschaft resultierende Erbschaft sehr. Sie beschließt, sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen und sich das Haus wenigstens einmal anzusehen. Dabei macht sie bald Entdeckungen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen.

Der Roman beginnt mit einem Brief eines ehemaligen Schülers an Grace, die daraufhin beschließt, ihre Geschichte für ihn zu verschriftlichen. Nach einigen Informationen über sie und ihren bisherigen Lebensweg kommt die Handlung schnell in Ibiza an, wo Grace sich das Haus anschaut, das nun ihres sein soll. Dort hat Christina ihr einen Brief hinterlassen, der sie auffordert, einige Menschen aufzusuchen und an gewissen Aktivitäten teilzunehmen. Das alles erscheint ihr recht Mysteriös, genauso wie die Umstände von Christinas Tod. Was steckt hinter all dem? Meine Neugier war geweckt.

Ein alter Bekannter von Christina bringt durch sein Eingreifen die Dinge schließlich ins Rollen und bringt paranormale Fähigkeiten ins Spiel, die der Handlung eine entscheidende Prägung geben. Vorherige Romane des Autors beschäftigten sich schon mit Themen wie Multiversen, Aliens und Zeitreisen, sodass die Entwicklung wenig überraschend kam. Mir fiel es diesmal jedoch relativ schwer, mich darauf einzulassen, da es für meinen Geschmack etwas zu spirituell und esoterisch wurde mit vielen Erinnerungs- und Traumsequenzen. Durch die kurzen Kapitel bleibt das Tempo aber hoch, sodass ich weiterhin gespannt war zu erfahren, worauf das alles hinausläuft.

Die Geschichte entwickelt sich schließlich zu einem Ökothriller rund um das Schicksal des unter Naturschutz stehenden Felsens Es Vedrá vor der Küste Ibizas, auf welchem ein Hotel entstehen soll. Dabei macht Grace als Protagonistin eine große Entwicklung durch, sie stellt sich den Schuldgefühlen, die sie schon so lange begleiten, und findet neuen Mut. Ich tauchte an ihrer Seite in ein vielfältiges Ibiza ein, das sich auf der einen Seite durch seine Natur und Kultur und auf der anderen Seite durch seine Party- und Touristenszene auszeichnet. Dabei wurde ich nachdenklich gestimmt im Hinblick darauf, wie die Natur zugunsten der Wirtschaft immer stärker zurückgedrängt wird. Gerne empfehle ich den Roman an alle weiter, die Lust auf einen Ausflug nach Ibiza haben, der insbesondere durch ein übersinnliches Phänomen das Leben der Protagonistin völlig verändern wird.


Freitag, 20. September 2024

Rezension: Das Wesen des Lebens von Iida Turpeinen

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Das Wesen des Lebens
Autor: Iida Turpeinen
Übersetzer aus dem Finnischen: Maximilian Murmann
Erscheinungsdatum: 28.08.2024
Verlag: S. Fischer (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband
ISBN. 9783103976304
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Die Finnin Iida Turpeinen hat mit „Das Wesen des Lebens“ einen ungewöhnlichen Roman geschrieben, in dem sie verdeutlicht, wie der Mensch danach bestrebt ist, die Natur für seine Zwecke zu nutzen, dabei aber immer wieder ausufert. Die Umschlaggestaltung fängt das Thema sehr schön ein und spiegelt wider, dass es um Eroberungen von Land und dem Entdecken von Flora und Fauna geht. Leitfaden der Geschichte bildet die Stellersche Seekuh, einem bis zu acht Meter langen Tier, das seit langem ausgestorben ist.

Die Autorin lässt ihren Roman im Naturhistorischen Museum Helsinki beginnen, denn diese Einrichtung verfügt über ein Skelett der Stellerschen Seekuh. Dann begleitete ich sie gedanklich in das Jahr 1741, in dem sich eine Expedition mit zwei Schiffen von Sibirien aus auf den Weg nach Amerika begibt. An Bord ist auch der Arzt, Ethnologe und Naturforscher Georg Wilhelm Steller. Auf der Rückreise von Alaska strandet das Schiff auf der Beringinsel. Die Mannschaft kämpft neun Monate lang mit dem Überleben, das auch deswegen gelingt, weil Steller eine große Seekuhart entdeckt, die er töten lässt, erforscht, aber das wohlschmeckende Fleisch auch zur Nahrung dient. Pelztierjäger werden sie später ausrotten, ohne dass ein Wissenschaftler sie je wieder lebend sehen wird.

Es sind insgesamt drei Stationen der Zeitgeschichte, an denen die Autorin mit ihrer Geschichte halt macht. Das Jahr 1859 führte mich als Leserin an die Südostküste Alaskas, wo der finnische Gouverneur Furuhjelm gemeinsam mit finnischen Professor von Nordheim, ein Abendessen einnimmt, bei dem der Gouverneur seinem Gegenüber das Skelett einer Stellerschen Seekuh verspricht. Fast einhundert Jahre später erhält der Ornithologe 1952 den Auftrag, dass Skelett einer Seekuh im Naturkundemuseum Helsinki zu restaurieren.

Der Roman basiert auf Tatsachen. Dank sehr guter Recherche lässt IIda Turpeinen ihre Figuren nahvollziehbar agieren, beschränkt sich aber auf wenige Akteure, die einen größeren Platz einnehmen. Sie arbeitet heraus, warum viele Tiere durch Jagen ausgestorben sind. Im 18. Jahrhundert glaubte man nicht, dass das jemals passieren würde. Am Rande der Geschichte ist einiges über den Ursprung des Lebens zu erfahren.

In jedem Abschnitt lässt Iida Turpeinen die Zeit lebendig werden, indem sie Meinungen wiedergibt und in den gesellschaftspolitischen Rahmen setzt. In ihrem Roman spricht sie den Forschergeist der Menschen an und seinen Sinn für Abenteuer, der in früheren Jahrhunderten noch reichlicher genährt wurde als heute. Die Klimakrise zeigt ebenso wie viele ausgestorbene Tierarten, dass unser Umgang mit der Natur über viele Jahrhunderte hinweg nicht nachhaltig ist.

Im Roman „Das Wesen des Lebens“ verknüpft Iida Turpeinen Wahrheit und Fiktion zu einer besonderen Geschichte über das Verhältnis des Menschen zur Natur und unserem Wissensdurst in diesem Zusammenhang, der nicht immer positive Auswirkungen trägt. Sie rückt beispielhaft die Stellerschen Seekuh in den Fokus, die längst ausgestorben ist, aber bei der die Faszination an Knochenfunden immer noch besteht. Sehr gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für diesen etwas eigenwilligen Roman.

Dienstag, 17. September 2024

Rezension: Resilienz - Seelenschokolade von Julia Colella

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Resilienz - Seelenschokolade
Autorin: Julia Colella
Erscheinungsdatum: 17.09.2024
Verlag: Edition Michal Fischer
rezensierte Buchausgabe: Softcover
ISBN: 9783745922516
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Das Buch „Resilienz – Seelenschokolade“ ist in der Edition Michael Fischer erschienen und umfasst knapp über zweihundert Seiten. Das Anliegen der Autorin Julia Colella ist es, den Lesenden dabei zu helfen, ihre Ängste, Stress und Krisen zu meistern und ihnen praktische Übungen und Anleitungen zur Hand zu geben für mehr mentale Stärke, Zuversicht und Wohlbefinden. Die Aufmachung in Pastellfarben signalisiert eine sanfte Herangehensweise. 
Zunächst verweist die studierte Wirtschaftspsychologin und ganzheitliche Business-Mentorin Julia Colella den Lesenden darauf, dass es hilfreich ist bei dem Ziel, resilienter zu werden, wenn man sich seine Intention kennt. Im einführenden Kapitel erklärt die Autorin die Bedeutung der Resilienz. In weiteren Kapiteln beschäftigt sie sich mit der Intuition, Körper und Geist, familiären Wurzeln, Akzeptanz und emotionalem Hunger. Einen größeren Raum nimmt das Kapitel über den Women Code ein, in dem Julia Colella die Bedeutung der Phasen des weiblichen Zykluses betrachtet. Für Männer und ältere Frauen ist dieses 32 Seiten umfassende Kapitel allein von allgemeinem Interesse. 
Die Autorin schildert offen eigene Probleme, die sie in ihrem Leben gemeistert hat. Jedes Kapitel enthält am Ende eine Nachbereitung bei der Julia Colella Denkanstöße gibt, in Form von Aufforderungen und anregenden Fragen zum Nachdenken. Neben den Anregungen im Buch geht sie stellenweise auch auf ihre Webseite „Seelenschokolade“ ein, auf der man nach der Anmeldung ein paar Videos beispielsweise zu Atemtechnik und Yoga findet.
Für mich war nicht jedes Kapitel hilfreich, aber einiges fand ich anregend. Außerdem konnte ich verschüttetes Wissen wieder freigelegen. Ich halte es vor allem dafür geeignet, sich einen Überblick über das Thema Resilienz zu verschaffen.


Montag, 16. September 2024

Rezension: Sobald wir angekommen sind von Micha Lewinsky

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Sobald wir angekommen sind
Autor: Micha Lewinsky
Erscheinungsdatum: 24.07.2024
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Leinen und Schutzumschlag
ISBN: 9783257073157
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Micha Lewinsky legt mit seinem belletristischen Debüt „Sobald wir angekommen sind“ eine Komödie vor, die im Plot die beiden Themen „Flüchten“ und „Getrennte Familie“ zusammenbringt. Das klingt nach tiefsinnigem Hintergrund und ist es auch, wird aber vom Autor auf eine amüsante und charmante Art und Weise dargeboten.

Der Protagonist Ben ist um die fünfzig Jahre alt und Vater von zwei Kindern. Seine Tochter rosa ist im Teenageralter, sein Sohn Moritz sieben Jahre jünger. Mit einer Noch-Ehefrau Marina lebt er das Nestprinzip, während er seit längerer Zeit mit der Künstlerin Julia eine Beziehung eingegangen ist. Der Krieg in Osteuropa beunruhigt ihn. Als es dort eines Tages zu strittigen Einschlägen kommt, kauft Marina spontan Flugtickets. Ben scheint geradezu erleichtert zu sein, dass die von ihm bereits lange in Betracht kommende Flucht, zu der er sich in jüdischer Tradition verpflichtet fühlt, nun endlich beginnt. Es bleibt ihm keine Zeit Julia zu kontaktieren, denn für ihn steht fest, dass die Sicherheit seiner Kinder an erster Stelle steht.

Bens liebster Schriftsteller ist Stefan Zweig. An ihm nimmt er sich ein Beispiel für eine gelungene Flucht und möchte auf seinen Spuren wandeln. Wie sein Vorbild schaut er nicht gerne genauer hin, wenn er sich einmal eine Vorstellung gebildet hat. Das entspricht seiner Erziehung, denn ihm wurde beigebracht, interessant zu sein, nicht interessiert. Eigentlich nimmt Ben sich gerne Vorbilder, jedoch nicht ohne deren Handeln vorher auf die Goldwaage zu legen. Mit Marina war er lange auf einer Welle, bevor die Geburten der Kinder ihre traute Zweisamkeit auf ein neues Niveau brachten. Jetzt bewundert er, wie Julia ihre Karriere vorantreibt. Seine Eltern sind für ihn Respektspersonen. Er ist unentschlossen, wie auch sonst häufig, um seinen erfolgreichen, betuchten Vater um Hilfe zu bitten, weil er eventuelle Konsequenzen fürchtet, ohne genau zu wissen, wie diese aussehen könnten.

Micha Lewinsky lässt seine Hauptfigur einige Erfahrungen sammeln, die Ben sich rückblickend lieber erspart hätte, wodurch der Roman aber sehr abwechslungsreich mit vielen überraschenden Wendungen gestaltet ist. Mit seinem Kinderbuch hatte Ben großen Erfolg gehabt, aber seitdem ist ihm kein großer Wurf mehr gelungen. Ihm ist bewusst, dass ihm der Antrieb fehlt, dennoch gibt es immer noch Personen in seinem Umfeld, die auf ihn bauen und in der Geschichte immer wieder Hoffnung aufkeimen lassen, dass Ben nicht verloren geht. Beim Nachdenken über einen neuen Roman und auch bei der Flucht, ist eine Sehnsucht in ihm zu spüren, jüdisch zu leben. Noch nie hat er sich so intensiv wie aktuell mit seiner Religion auseinandergesetzt.

An verschiedenen Stellen spricht der Autor sehr unterschiedliche kontroverse Sachverhalte wie beispielsweise die Klimakrise, Erziehung und Romantik an. Micha Lewinsky hat seinem Protagonisten den gleichen Beruf wie er selbst ihn ausübt als Schriftsteller und Drehbuchautor gegeben. Die Darstellung der Karriere seines Protagonisten mit Höhen und Tiefen, immer auf Erfolg hoffend und doch einem Misslingen ständig nah, ist realistisch und nachvollziehbar.

Der Roman „Sobald wir angekommen sind“ von Micha Lewinsky zeigt mit seiner Hauptfigur, wie eine angespannte Weltlage zu Verunsicherung führen kann. Mit amüsantem Unterton beschreibt er, wie der Autor und Schriftsteller Ben durchs Leben taumelt, bis er einige Erkenntnisse durch seine Flucht gewinnt, die sein Selbstvertrauen stärken. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung.

Mittwoch, 11. September 2024

Rezension: Tee für die Geister von Chris Vuklisevic


Tee für die Geister
Autor: Chris Vuklisevic
Übersetzerin: Maria Hoffmann-Dartevelle
Hardcover: 464 Seiten
Erschienen am 11. September 2024

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Die in Nizza lebende Félicité ist als Geisterschleuserin tätig: Im Auftrag ihrer Klienten macht sie Geister ausfindig, die vor der Beendigung eines Satzes gestorben sind. Mit ihrem besonderen Tee, den auch Geister trinken können, bringt sie diese zum Reden und hilft ihnen hinüber. Sie stammt aus einem abgelegenen Bergdorf, in das sie gelegentlich zurückkehrt, um ihre Mutter zu besuchen. Diese ist die einzige verbleibende Bewohnerin des Dorfes und doch meist nicht anzutreffen, denn seit vielen Jahren teilt sie sich ihren Körper mit über fünfzig anderen Persönlichkeiten. In einem verzweifelten Versuch, sie zum Reden zu bringen, geht Félicité unabsichtlich zu weit – kurz stirbt ihre Mutter einen gewaltsamen Tod. Félicité will mehr über die Umstände herausfinden und informiert außerdem ihre Zwillingsschwester, zu der sie seit dreißig Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Diese führt ein Hexenleben tief im Wald, nachdem sie ihr Leben lang nur Ablehnung erfahren hat. Denn bei jedem Wort entschlüpft ihrem Mund ein Schmetterling, der Zerfall bringt, und ihre Wutanfälle bringen ungeahnte Zerstörung. 

Zu Beginn des Romans wurde ich von einem Erzähler angesprochen, der sich selbst nicht vorstellt. Er kündigte an, mir die Geschichte von zwei Schwestern zu erzählen, die Geister jagen und die mit den seltsamen Ereignissen im Bergdorf Bégoumas in Verbindung stehen, dessen Bewohner es im Jahr 1956 innerhalb eines Tages verlassen haben. Schnell wurde klar, dass mich eine rätselhafte Geschichte voller Mysterien erwartet. Die Erzählung springt in der Zeit hin und her, sodass ich parallel zu den Ereignissen rund um den Tod der Mutter von Félicité und ihrer Schwester auch mehr über die Geburt und das Aufwachsen der Zwillinge erfuhr. Diese Puzzlestücke fügen sich langsam zusammen, sodass sich das Bild einer komplexen Familiendynamik ergibt, in welcher es noch mehr außergewöhnliche Umstände gibt als zunächst gedacht.

Ich habe mich gerne auf diesen literarisch-magischen Roman eingelassen. Félicité und ihre Schwester sind Licht und Schatten. Während Félicité stets gefördert wurde und zahlreiche Klienten hat, für die sie Geister mit ihrem Tee zum sprechen bringt, ist ihre Schwester von Beginn an eine Ausgestoßene. Ihre Beziehung war und ist kompliziert und ich konnte gut nachvollziehen, dass Félicité auf der einen Seite die Nähe zu ihrem Zwilling sucht und zum anderen von deren Fähigkeiten abgestoßen wird. Ihre Schwester ist jedoch nicht die böse Hexe, die manch einer in ihr sehen will, sondern vielmehr ein tragischer Charakter, der stets Ablehnung erfahren hat. 

Auf ihrer gemeinsamen Reise erhalten die beiden die Chance, ihre Schwesternbeziehung neu zu definieren und gleichzeitig mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter und deren Familie herauszufinden. Hier wartet so manche Überraschung, die oftmals nicht von dieser Welt scheint. Gelegentlich war mir die Geschichte etwas zu verworren. Insgesamt wurde mir ein ungewöhnlicher Familienroman mit fantastischen Elementen geboten, der ein Leseerlebnis der anderen Art bietet. Wer Lust hat, sich darauf einzulassen, der wird mit einer berührenden Geschichte voller Überraschungen belohnt, in der es so einiges zu erkunden und aufzudecken gibt.

Mittwoch, 4. September 2024

Rezension: Agency for Scandal von Laura Wood

 

Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Agency for Scandal
Autorin: Laura Wood
Übersetzerin: Petra Koob-Pawis
Erscheinungsdatum: 28.08.2024
Verlag: Fischer Sauerländer (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Klappenbroschur mit Deko-Umschlag der Erstauflage
ISBN: 9783737343893

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Die Handlung des Romans „Agency for Scandal“ von Laura Wood ist im viktorianischen England angesiedelt, in einer Zeit, zu der arrangierte Ehen keine Seltenheit sind und Angehörige des Adels darauf bedacht, nicht unter Stand zu heiraten. Einerseits sichern sie dadurch ihren Lebensstandard, andererseits bewahren sie dabei ihr Ansehen in der High Society.

Die 18-jährige Izzy Stanhope ist die Tochter eines niederen Barons, der vor zwei Jahren verstorben ist. Sein Tod hat ihr offenbart, dass die Familie verarmt ist, aber Izzy versucht, diese Tatsache vor ihrer kranken Mutter und ihrem jüngeren Bruder zu verbergen. Es ist nicht leicht für sie, jeden Monat die von ihrer Familie benötigten finanziellen Mittel zu besorgen. Einen geliebten und betuchten Mann zu heiraten, hält sie fast für unmöglich, weil sie weiß, dass sie keine „gute Partie“ ist.

Das Hobby von Izzys Vater war es, Schlösser zu knacken. Er hat ihr viele Tricks gezeigt. Ihr Können führt dazu, dass sie von der „Agency for Scandal“ angeworben wird. Die Detektei beschäftigt ausschließlich Frauen, die sich für benachteiligte Personen ihres Geschlechts der höheren Gesellschaftsschicht einsetzt und Diebstahl, Untreue, aber auch Mordfälle aufzuklären. Izzy gehört zu einem Team. Sie weiß sich geschätzt und fühlt sich wohl dabei, für Gutes einzutreten, wobei sie moralischen Überlegungen zur Seite schiebt. Als sie jedoch dabei helfen soll, das Geheimnis einer Brosche aufzuklären, sieht sie ausgerechnet den seit langem von ihr geschätzten und heimlich bewunderten Duke in die Ereignisse verwickelt.

Laura Wood findet einen Weg Romantik und Spannung auf perfekte Weise zu kombinieren. Die Geschichte wird von Izzy in der Ich-Form erzählt. Am Beginn schildert sie ihre missliche Lage und gewann meine Sympathie. Sie ist selbstbewusst und äußerst clever dabei, ihre zahlreichen Geheimnisse vor anderen zu verbergen. Aber sie hat auch oft genug Angst davor, bis hin zur Panik, dass ihr Schreckliches widerfährt, was die unterschwellige Spannung im Buch steigerte. Interessant fand ich es, dass die Autorin die Mitarbeiterinnen der Agentur mit Ecken und Kanten schildert und die Figuren nicht immer nur in Harmonie zusammenarbeiten.

Neben den Ermittlungen bindet die Autorin eine verträumte und verspielte Liebe der Protagonistin ein. Das Geplänkel von Izzy und dem von ihr Angeschmachteten bringt manche amüsante Situation. Anders als bei der im Buch erwähnten Schriftstellerin Emily Bronte wählt Laura Wood eine moderne Sprache mit der sie die Atmosphäre der damaligen Zeit realistisch wiedergibt. Die Beschreibungen von Mode, Ausstattung der Räumlichkeiten sowie kulturelle und politische Gegebenheiten lassen beim Lesen einen passenden Rahmen für die Handlung im Kopf entstehen.

Mit ihrem Genremix „Agency for Scandal“ verbindet Laura Wood spannende Ereignisse in einem vielschichtigen Ermittlungsfall mit einer Liebesgeschichte zum Dahinschmelzen. Sie hat beste Unterhaltung mit humorvollen Szenen für alle ab 13 Jahren geschrieben, die es lieben, in die vergangene Zeit der 1890er Jahre einzutauchen, Mit Izzy Stanhope agiert eine auf ihre Unabhängigkeit bedachte Frau in der damals ungewöhnlichen Welt einer weiblichen Agentur, die Skandale der höheren Gesellschaftsschicht aufklärt und dabei manchmal auch förmlich über Leichen geht. Sehr gerne vergebe ich eine Leseempfehlung.


Dienstag, 3. September 2024

Rezension: Zwei in einem Leben von David Nicholls


Zwei in einem Leben
Autor: David Nicholls
Übersetzerinnen: Simone Jakob und Anne-Marie Wachs
Hardcover: 448 Seiten
Erschienen am 28. August 2024
Verlag: FISCHER Krüger
Link zur Buchseite des Verlags

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Marnie ist achtunddreißig Jahre alt und arbeitet als Lektorin in London. Die Scheidung von Neal ist schon einige Jahre her. Da sie ihren Job aus dem Homeoffice erledigt, hat sie nicht viele Sozialkontakte. Am Neujahrstag nimmt sie sich vor, wieder mehr unter Menschen zu kommen, und stimmt daher dem Vorschlag ihrer Freundin Cleo zu, sie drei Tage auf einer Wanderung  im Norden Englands zu begleiten. Mit dabei sind außer Cleo und ihrem Sohn Anthony noch Conrad und Michael. Letzterer ist Erdkundelehrer und steckt mitten in einer Scheidung. Er hat sich vorgenommen, das Land von der Irischen See bis zur Nordsee zu durchqueren und gibt sich dabei in der Gruppe wenig gesellig. Doch dann steigt der Rest der Gruppe am zweiten Tag wegen des schlechten Wetters aus, und Marnie und Michael sind plötzlich allein unterwegs. Die beiden kommen ins Gespräch und merken allmählich, dass sie vielleicht doch auf einer Wellenlänge sind.

Der Roman ist abwechselnd aus der Sicht von Marnie und Michael geschrieben, die sich über ihre gemeinsame Freundin Cleo beim Wandern kennenlernen. Während Marnie den Großteil ihrer Zeit in ihrer Londoner Wohnung verbringt, liebt Michael das Wandern und die Natur. Eher widerwillig hat er zugestimmt, dass er bei seiner Wanderung begleitet wird, und belächelt die nagelneue Funktionskleidung und die viel zu voll gepackten Rücksäcke der anderen. Er freut sich schon darauf, nach drei Tagen allein weiterzuwandern. Ich konnte mich gut in die beiden und ihre unterschiedlichen Erwartungen im Hinblick auf die Wanderung hineinversetzen.

Natürlich ist es vorhersehbar, dass es nicht bei dem ursprünglichen Plan bleibt. Marnie und Michael sind schon bald allein unterwegs. Da die beiden nicht erwarten, dass es zwischen ihnen funken könnte, gehen sie zunehmend offen und unbefangen miteinander um. Ich habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet. Die Wanderung bietet einige unterhaltsame und auch herausfordernde Situationen, denen sie sich stellen müssen. Als Leserin war mir schnell klar, dass die beiden einander gut tun und ich hoffte mit, dass sie ebenfalls zu dieser Erkenntnis gelangen. David Nicholls bietet ein unaufgeregtes und gleichzeitig berührendes Leseerlebnis. Zum Ende hin gibt es eine unerwartete Wendung, nach welcher das Buch für meinen Geschmack etwas zu schnell zum Abschluss kommt und das weitere Schicksal der Charaktere der Fantasie der Leser:innen überlässt. Insgesamt habe ich diesen emotionalen und kurzweiligen Roman sehr gern gelesen und mit Marnie und Michael die Wanderwege Nordenglands und die Frage, was das Leben noch für sie bereithalten könnte, erkundet.


Freitag, 30. August 2024

Rezension: Blue Sisters von Coco Mellors


Blue Sisters
Autorin: Coco Mellors
Übersetzerin: Lisa Kögeböhn
Hardcover: 443 Seiten
Erschienen am 30. August 2024

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Die Schwestern Avery, Bonnie, Nicky und Lucky Blue sind in New York in einer Drei-Zimmer-Wohnung aufgewachsen. Ihre Mutter hat sich mehr um den alkoholkranken Vater gekümmert als um die Schwestern, weshalb Avery als Älteste diese Rolle ausgefüllt hat, bevor sie mit 19 ausgezogen und einige Zeit untergetaucht ist. Als Nicky mit Mitte 20 stirbt, erschüttert das die Leben der anderen Schwestern in ihren Grundfesten. An Nickys erstem Todestag verkündet ihre Mutter, dass die die Wohnung in New York, in der zuletzt nur noch Nicky lebte, verkaufen zu wollen. Die drei Schwestern, die über den Globus verteilt sind und zuletzt nur sporadisch Kontakt pflegen, müssen sich entscheiden, ob sie noch einmal in die Wohnung zurückkehren und Nickys Sachen durchsehen möchten. 

Nach einem kurzem Prolog, der mir in aller Kürze einen Überblick gab, wer die einzelnen Schwestern sind und was sie bislang erlebt haben, beginnt die Geschichte an Nickys erstem Todestag. Die Kapitel sind abwechselnd aus den Perspektiven von Avery, Bonnie und Lucky geschrieben, sodass ich die Gelegenheit hatte, jede von ihnen besser kennenzulernen. 

Die drei haben alle mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Avery ist Anwältin und lebt mit ihrer Frau Chiti in London. Nachdem sie in ihren Zwanzigern eine Weile heroinabhängig war und auf der Straße lebte ist sie seit mehreren Jahren clean und hat Karriere gemacht. Doch Chtis Kinderwunsch wird immer größer und Avery weiß nicht, ob sie Mutter sein will. Bonnie war eine erfolgreiche Profiboxerin, bevor sie kurz nach Nickys Tod einen Kampf verloren und ihre Karriere beendet und den Kontakt zu Pavel, der sie jahrelang trainiert hat, abrupt abgebrochen hat. Jetzt arbeitet sie als Türsteherin. Lucky ist ein erfolgreiches Model, doch ihre zunehmend ausschweifenden Alkohol- und Drogenexzesse machen sie unzuverlässig und ihre Agentur droht, sie fallenzulassen.

Es gibt also einiges an Erzählstoff und ich war neugierig, wie sich die Leben der Drei weiter entwickeln werden. Nickys Tod hat sie alle erschüttert, aber ansonsten sieht es zunächst nicht so aus, als würden die Geschichten der Schwestern zusammenfinden, von einzelnen Telefonaten abgesehen. Das ändert sich jedoch im Laufe der Geschichte. Bis dahin durchlebte ich mit den Charakteren Ups and Downs bei ihren Versuchen, die Kontrolle über ihr Leben zu behalten. Für meinen Geschmack nahm das Thema Drogen und Sucht dabei einen etwas zu großen Teil ein, ich hätte mir hier noch mehr unterschiedliche Themen gewünscht. Insgesamt hat mir der einfühlsame Ton der Geschichte gefallen. Ich fand es interessant zu beobachten, wie sich das Verhältnis der Schwestern zueinander verändert und sie sich schließlich gegenseitig Kraft geben können, um trotz der erlebten Verluste ihren Weg weiterzugehen. Ein Roman für alle, die in eine emotionale und moderne Familiengeschichte eintauchen möchten.


Donnerstag, 29. August 2024

Rezension: Das größte Rätsel aller Zeiten von Samuel Burr

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Das größte Rätsel aller Zeiten
Autor: Samuel Burr
Übersetzer: Karl-Heinz Ebnet
Erscheinungsdatum: 13.08.2024
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband
ISBN: 9783832182236
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Vor der Villa, in der einige Rätselmacher*innen in Bedfordshire leben, findet eine von ihnen an einem Tag im Jahr 1991 auf den Eingangsstufen eine Hutschachtel, in der ein Baby abgelegt ist. So beginnt der Roman „Das größte Rätsel aller Zeiten“ von Samuel Burr. Die Finderin Pippa Allsbrooks ist zu diesem Zeitpunkt 64 Jahre alt. Für sie erfüllt sich mit dem Fund ein Herzenswunsch. Den Jungen nennt sie Clayton mit Vornamen und er erhält den Nachnamen Stumper, weil es eine knifflige Frage ist, wer ihn vor der Haustür abgelegt hat.

Clayton ist 25 Jahre alt, als seine Ziehmutter stirbt. Er ist im behüteten Umfeld der etwa acht Rätselmacher aufgewachsen, die inzwischen alle im betagten Alter sind. Pippa hat ihm nie verraten, wer seine Eltern sind, für ihn ist das, entsprechend dem Buchtitel, das größte Rätsel aller Zeiten. Pippa vermacht ihm ein von ihr über Monate hinweg geplantes, mehrstufiges Rätsel. Um die Lösungen zu finden, von denen er hofft, dass sie ihm letztlich seine Herkunft offenbaren, muss er sich zum ersten Mal im Leben allein auf den Weg begeben. Die Rätselmacher waren beim Aufwachsen von Clayton immer an seiner Seite und daher erzählt der Autor in einem zweiten Handlungsstrang davon, wie es dazu kam, dass Pippa die Gemeinschaft gegründet hat und alle zusammen in einem Haus leben.

Neben Pippa und Clayton als Hauptfiguren, hat Samuel Burr eine Reihe weiterer liebenswerter Rätselmacher geschaffen, die alle Ecken und Kanten besitzen. Sie sind bei der von ihnen gewählten oder entwickelten Form von Rätseln wahre Meister. Beispiele unterschiedlicher Art zu Knobeleien gibt es im gesamten Roman, sei es ein Kreuzworträtsel, ein Labyrinth, aber auch ein Gitterrätsel. Wer möchte, kann miträtseln, wer sich lieber dem Sog der Geschichte hingibt, kann sich über kurz oder lang die Lösungen erlesen.

In der Vergangenheit hatten die Hausbewohner mit unterschiedlichen Sorgen zu kämpfen, vor allem fehlten finanzielle Mittel für Reparaturen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich über einen respektvollen Umgang miteinander ein freundschaftliches Gemeinschaftsgefühl. Das Stillschweigen über bestimmte Angelegenheiten bereitet in dieser Zeit ein großes Problem. Offene Gespräche bewähren sich als friedensstiftend und lösungsgebend.

Pippa ist intelligent und beharrlich. Sie weiß genau, an welchen lebenswichtigen Fertigkeiten es Clayton mangelt. Durch ihre Rätsel führt sie ihn genau an solche Orte, an denen er fehlende Kompetenzen. Clayton lernt auf diese Weise ständig neue Seiten an sich kennen und entdeckt bisher ungeübte Gefühle. Beide Figuren wurden mir sympathisch.

Der Roman „Das größte Rätsel aller Zeiten“ von Samuel Burr ist eine einfühlsam geschriebene Geschichte über eine Gemeinschaft von Rätselmachern und dem verständnisvollen Umgang miteinander, über Freundschaft und Selbstfindung. Ungewöhnlich sind die Rätsel zum Mitdenken, die der Protagonist zu lösen hat, um seine Herkunft zu klären und die von Beginn an für eine anhaltend hintergründige Spannung sorgen. Gerne empfehle ich das Buch weiter. 

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