Sonntag, 31. Mai 2026

Rezension: Widdersehen - Ein Schafskrimi von Leonie Swann

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Widdersehen - Ein Schafskrimi
Autorin: Leonie Swann
Erscheinungsdatum: 14.04.2026
Verlag: Dumont (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband
ISBN: 9783755801061
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Viele Jahre nach ihren Romanen „Glennkill“ und „Garou“ legt Leonie Swann mit „Widdersehen“ eine Fortsetzung ihrer beliebten Schafkrimis vor. Das Wortspiel des Titels versteht sich also im doppelten übertragenen Sinn. In der Welt der Schäferin Rebecca und ihrer Herde ist seit den letzten Ereignissen wenig Zeit vergangen. Doch nun ist etwas geschehen, dass die Schäferin veranlasst, ihre in Frankreich grasenden Schafe wieder zurück in die Heimat nach Irland zu bringen.

Die aus den früheren Büchern bekannten Schafe Miss Marple, Mopple, Othello und Ritchfield sowie noch einige weitere Tiere der Herde können zunächst kaum glauben, dass es wirklich ihre frühere Weide in Glennkill ist, auf der sie wieder grasen dürfen. Aber sie sind irritiert, weil sich darauf ein paar fremde Schafe befinden. Als Rebecca kurz darauf verschwindet, wagen sich die mutigsten Tiere in den Schäferwagen. Dort finden sie einen blutigen Finger. Wem mag das Körperteil gehören? Aus welchem Grund wurde es abgetrennt? Neben der Suche nach dem Verbleib von Rebecca, gilt es nun auch, das Rätsel um den Finger zu lösen.

Für die Schafe ist Rebecca die wichtigste Bezugsperson. Sie sitzt oft auf den Stufen ihres Wagens, liest der Herde vor oder lässt ihre Gedanken laut schweifen. Umso größer ist die Verunsicherung über ihr plötzliches Verschwinden.

Es sind nicht nur Schafe, die bereits aus den früheren Bänden bekannt sind, sondern auch menschliche Figuren wie beispielsweise der Metzger. Nicht alle sind der Herde wohlgesonnen, aber für die Tiere ist es schwierig, das herauszufinden. Die einzelnen Schafe unterscheiden sich durch ihren Charakter. In einer Auflistung zu Beginn des Buchs erhält man darüber eine schnelle Übersicht. Es ist durchgehend amüsant, wie Leonie Swann die Sprache ihrer tierischen Protagonisten gestaltet und den Schafkosmos mit zahlreichen Wortspielen lebendig werden lässt, wenn es hier „mäht“ und dort „wollt“. Zugleich regen die manchmal philosophisch anmutenden Gedanken der Herdentiere immer wieder zum Nachdenken an.

Eine besondere Rolle spielt die Ziege Madouc, die probeweise ein Schaf sein möchte. Mit Störrigkeit und Übermut setzt sie sich für die gemeinsamen Ziele ein. Ihr fehlen sowohl die früheren schlechten Erfahrungen in Glennkill als auch die schönen Erlebnisse, die vor allem darin bestanden, dass Rebecca und deren verstorbener Vater George als Vorbesitzer, der Herde regelmäßig vorgelesen haben. Das Auftreten von Rebeccas Bruder als neuem Protagonistin macht schnell deutlich, worin ein möglicher Grund für das Verschwinden der Schäferin liegen könnte.

Mit dem Krimi „Widdersehen“ gelingt Leonie Swan ein unterhaltsamer und vergnüglicher Roman um ein Verbrechen, an dessen Aufklärung eine Herde Schafe mit ihren Aktivitäten einen großen Anteil hat. Die Geschichte lebt von dem eigenwilligen Blick der Tiere auf die Welt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter.

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